RBLUM-296

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-296 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 296 - Die abendliche Westwand. Blick durch die erste Tür. Eine Planetar- Mittelsonne, Mutter zahlreicher Planetarsonnen. Einrichtung des geistigen Dioramas.


1. Alle treten nun wieder ins Gemach. Die erste Tür an der abendlichen West- Wand steht schon offen, ohne dass sie jemand mit der Hand geöffnet hätte. Das ist für unseren Robert schon wieder Anlass zur Frage um die mechanische Einrichtung, durch welche diese Türen wie von selbst geöffnet werden.

2. Ich aber sage zu ihm: „Freund, kannst du dir noch immer keinen Begriff von der Allmacht Meines Willens machen?“ – Sagt Robert: „O vergib mir, bester Vater! Siehe, bei Deiner so grossen Freundlichkeit und Herablassung vergisst man oft ganz, dass Du allmächtig bist. Aber nun ist schon alles wieder in der schönsten Ordnung!“

3. Nun treten wir in die Tür, und vor den Blicken der neuen Bewohner des himmlischen Jerusalems dehnen sich unabsehbare Ländereien aus. Grosse Ströme durchfluten diese unermesslich weiten Länder, und ihre Gewässer strahlen stärker als alles Licht der Erdsonne auf einen Punkt zusammengedrängt. Grosse, prachtvoll bestellte Gärten werden nach und nach bei Gewöhnung an das starke Licht der Ströme ersichtlich, und in der Mitte erglänzen die grossartigsten Prachtgebäude, in denen die Menschen dieser Lichtwelt zu wohnen pflegen. Über den Lichtströmen aber sieht man mächtig strahlende Menschengestalten schweben, deren Formen unbeschreiblich schön sind. Robert und noch einige halten sich die Hand vor die Augen, weil sie den zu mächtigen Lichtglanz nicht ertragen können, und fragen Mich, was denn das für eine Welt sei.

4. Sage Ich: „Das ist eine Mittelsonne, um die in weiten Kreisen Millionen von kleineren Planetarsonnen bahnen. Ihre anziehende Kraft ist so gross, dass sie alle die Millionen Planetarsonnen samt ihren Planeten in den vorgezeichneten Bahnen erhält. Was ist aber alle solche Kraft gegen die Kraft eines der geringsten Meiner Kinder! Ich sage euch: Sonnenalle sind ein Spielzeug in den Händen Meiner Kinder! Nun wisst ihr, was ihr hier schaut, und so wollen wir den Balkon wieder verlassen und zur zweiten Tür dieser abendlichen West-Wand übergehen.“

5. Sagt Robert: „Herr und Vater! Ein bisschen möchte ich denn doch einen Begriff haben, wie denn das möglich ist, dass man hier von jeder Tür einen eigenen grossen Weltkörper ersieht – und doch steht eine Tür von der andern nur wenige Schritte ab! Wie können solche Weltkolosse auf einem Raum von wenigen Schritten nebeneinander bestehen? Herr, ich bändige meine Geduld, was ich nur immer kann, aber es nützt leider nichts. Ich muss da ein kleines Lichtlein bekommen, sonst werde ich sogar hier im Reiche des vollkommensten Lebens krank.“

6. Sage Ich: „Nun krank sollst du denn doch nicht werden, weil hier eine Krankheit rein unmöglich ist. Und dann auch, weil Ich dir nun doch darüber ein kleines Lichtlein geben will! Und so höre denn! Du hast schon ehedem von einem geistigen ,Diorama‘ etwas erwähnt. Und es ist dies auch in Wahrheit solch ein geistiges Diorama, das freilich auf anderen optischen Grundsätzen beruht als ein irdisches.

7. Siehe, jede dieser Türen ist gewisserart ein geistiger Hohlspiegel. Wird die Tür aufgemacht, ersiehst du das, was einer ewigen Ordnung nach in deinem eigenen Herzen in kleinster, dabei aber doch vollendetster Form wohnt. Trittst du nun vor einen dieser Hohlspiegel, erblickst du den höchst vergrösserten Widerschein dessen, was nach einer entsprechenden Ordnung sich aus deinem Vorrat auf der reinen Fläche gewisserart abspiegelt. Der Spiegel ist hier aber nicht etwa ein Glas, sondern eine reinste Himmelsluft. Sie ist so geglättet, dass sie für den rechten Bedarf eine hellste Wand bildet, an der das widerstrahlt, was bei der ihr eigenen Konstruktion der Ordnung nach von ihr aufgenommen werden kann.

8. Auf der Erde gibt es freilich nichts Ähnliches. Nur die sogenannte Fata Morgana wäre einigermassen in Betracht zu ziehen als auch eine Luftspiegelung. Aber sie steht dennoch diesen Spiegelungen hier himmelweit nach, denn sie nimmt jedes Objekt auf, das sich ihr vorstellt; diese Spiegelung in Meinem Haus aber nur, was ihr entspricht. – Etwas ähnlicher wäre wohl die verschiedene Farbenstrahlung durch ein Prisma, wo eine bestimmte Fläche bei gleicher Wendung nur eine bestimmte Farbe zurückwirft. Was aber solch ein Prisma mit den formlosen Farben tut, das bewirkt der Spiegel hier mit den Formen, die aus dem Herzen der vor ihm stehenden Engelsgeister auf seine Fläche überstrahlen und seiner eigens gearteten Fläche zur Widerstrahlung entsprechen.

9. So Ich nun will, dass dieser oder auch ein anderer Spiegel nicht mehr da ist, so wirst du durch solch eine Tür nur das sehen, was natürlicherweise Mein Haus umgibt, das nach allen Seiten hin frei in der Mitte der grossen Stadt steht. Denn das gewöhnliche Schauen beruht hier auf denselben Grundsätzen wie das Sehen auf der Erde, nur natürlich in der höchst reinsten Potenz.

10. Da aber solch ein Spiegel durchaus keine feste Wand bildet, so ist da die Einrichtung getroffen, dass ein jeder Geist notwendig in Gedankenschnelle auch alsbald auf jenen wirklichen Weltkörper hingelangen kann, den er im Spiegel ersieht. Das geschieht auf dem Weg eines himmlisch-geistigen Rapports. Wie aber dieser bewerkstelligt wird, das, Mein lieber Freund, wird dir alles mit der Weile klar werden. Nun, wie sieht es jetzt mit deiner Krankheit aus? Meinst du etwa noch, dass dich ein Ungeduldsfieber packen wird?“

11. Sagt Robert: „O Herr und Vater, Du Liebe aller Liebe! Ich bin nun wieder um tausend irdische Unterrichtsjahre weiser und verständiger. Dir allein alle unsere Liebe und Anbetung ewig!“ – Sage Ich: „Nun denn, so es dir jetzt leichter ist ums Herz, da gehen wir sogleich in die zweite Tür. Seht, sie ist schon eine Weile geöffnet!“


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