RBLUM-295

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-295 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 295 - Die drei Türen der Nordwand. Endlose Weiten des Schöpfungsraums. Blick in den Mittelgürtel der Sonne und in den Mond. Das Walten der Engel in den Schöpfungsgebieten.


1. Rede Ich weiter: „Robert, öffne die erste Tür, und wir wollen dann einen Blick hinaustun und sehen, was da den Strahlen unserer Augen begegnen wird.“

2. Robert öffnet die erste der drei Türen und fährt vor grosser Verwunderung förmlich zurück. Nach kurzer Weile sagt er: „O Herr! O Freunde! Das ist wahrlich zu viel auf einmal für das Auge eines geschaffenen Geistes! Ich ersehe den Mond der Erde, wie er leibt und lebt, am hohen Firmament. Er ist im Vollicht und sieht ungemein lieblich aus. Und im tiefen Hintergrund erblickte ich noch eine Menge sehr hell leuchtender Sterne. Die Plejaden, den Orion und den grossen Hund erkannte ich sogleich. Auch die Milchstrasse war hell ersichtlich, aber nicht als Schimmerdunst, sondern wie ein breites Band voll herrlichster Sternbilder. O Freunde! Von hier aus so etwas zu erschauen, gewährt eine unbeschreibliche Lust im Hinblick auf Dich, o Herr, der Du die Unendlichkeit so herrlich erfüllt hast mit glänzenden Werken Deiner Liebe, Weisheit und Macht!

3. Der grosse, unendliche Raum aber zwischen den Weltkörpern ist nicht unausgefüllt. Ich erblickte da Geister in grosser Schnelligkeit hin und her schweben, von denen einige mir sehr nahe kamen und mich herzlichst begrüssten. Ah, da sieht es wirklich im höchsten Grade tätig aus! Und das ist eben meine Lust, Tätigkeit zu sehen und selbst nach Kräften solche zu üben.“

4. Alle drängen sich nun auf einen grossen Balkon, der sich vor jeder Tür befindet. Von hier beschauen sie den ganzen gestirnten Himmel und besprechen sich mit Geistern, die umherschweben und dem Balkon nahekommen, was sie um so lieber tun, da sie Mich darauf gewahren.

5. Robert fragt Mich, ob er, wenn er über das Geländer hinausstiege, auch so frei umherschweben könnte. – Sage Ich: „Versuche es, vielleicht geht es!“

6. Robert besieht sich die Tiefe unter ihm, weicht schnell vom Geländer zurück und sagt: „Herr, das werde ich wohl bleiben lassen, denn unter uns ist eine grosse Tiefe! Wie kommt denn das? Wir sind doch zu ebener Erde heraus auf den Balkon getreten und sollten nun meinen, dass wir uns noch zu ebener Erde befinden. Aber bei dieser unendlichen Tiefe unter uns, die zahllose Fixsternweiten ausmacht, wird von ebener Erde unmöglich die Rede sein können. Auf welch einem Grunde steht denn hernach Dein Haus, o Herr und Vater, erbaut? Unter dem Balkon hört die Wand auf, und man ersieht nichts als die endlos weite Schöpfungstiefe. Da kenne ich mich nicht im geringsten aus!

7. Ja, das gäbe schon wieder Tausende von Fragen aller Art! Zum Beispiel: Wir sind doch, als wir von der Erde hier in dieser Stadt ankamen, ebenerdig in Dein heiliges Haus getreten und haben da von keinem Balkon etwas bemerkt. Nun sind wir im selben Hause zu ebener Erde, und siehe da: das Zimmer, so gross und herrlich wie der Saal über uns, hat zwölf Türen, durch die man auf die Aussichtsbalkone gelangt, von denen zuvor nicht die leiseste Spur zu sehen war. Und man entdeckt da nun ferner, dass dieses Haus gleich einem Weltkörper frei im Äther umherschwebt – während man dabei von einer weiteren Stadt, die doch eine endlose Ausdehnung hatte, nicht ein Häuschen mehr erblicken kann! Auch gingen in gleicher Linie drei ganz gleiche Tore an einer und derselben Wand in dieses rätselhafte Freie hinaus – und siehe da, ich sehe sie nicht mehr. Herr und Vater! Wer das aus dem Grunde begreift, der muss, wie man sagt, ein Kind guter Eltern sein.

8. Himmel hin, Himmel her! Aber das geht in meinen Sinn nicht ein! Ist das bloss eine geistige Art Phantasie oder eine Art geistigen Dioramas oder etwa eine Art geistigoptischer Täuschung? Wirklichkeit kann das unmöglich sein! Entweder ist der Himmel wahr, und das Geschaute muss dann nur Illusion sein – oder das Geschaute ist wahr und der Himmel eine Illusion. O Herr und Vater, da bitte ich Dich wohl im Namen aller um eine schnelle Aufklärung!

9. Es sind mir beim Eintritt in die Geisterwelt wohl auch oft sonderbare Erscheinungen aufgestossen, hauptsächlich in meinem ersten Haus. Aber ich konnte sie nach und nach fassen, weil sie mit meinem Innersten korrespondierend in Erscheinlichkeit traten. Aber hier bin ich ja mein Allerinnerstes selbst, hinter dem sich sicher nichts noch Innerlicheres mehr bergen kann. Woher dann diese seltsame Erscheinung?“

10. Sage Ich: „Nur Geduld, mein lieber Freund! Mit der Weile wird dir schon alles klar werden, obschon du hernach ewigfort noch endlos vieles ebensowenig begreifen wirst wie dieses Leichte hier. Nun aber treten wir wieder ins Gemach und tun da einen Blick durch die zweite Türe!“

11. Alle treten nun schnell zurück, und Kaiser Rudolf fragt Mich: „Herr und Vater! Was die von Bruder Robert angeführten Wisstümlichkeiten betrifft, so haben sie mich im Grunde gar nicht bekümmert. Denn ich dachte mir: Unbegreiflich ist es wohl, und die Bestandverhältnisse kontrastieren hier auf eine wunderbarste Weise. Darüber halte ich mich aber nicht auf. Denn solange ich den Vollgrund einer Sache nicht begreife, bleibt sie für mich im stets gleich hohen Interesse. Sehe ich aber einmal etwas ein, ist das Hauptinteresse auch schon dahin, denn nur das unbegreiflich Wunderbare nimmt alle unsere Aufmerksamkeit voll in Anspruch. Das Natürliche aber wird ganz gleichgültig, da wir es verstehen, wie es ist und geschieht. Nur das Unbegreifliche ist und bleibt stets interessant.

12. Also mich juckt es nicht so wie Bruder Robert, die Gründe all dieser Wunder einzusehen. Nur möchte ich gerne wissen, wer doch jene Geister sind, die vor uns im freien Äther gespielt haben. Dass sie in ihrer Art auch sehr glücklich sein müssen, habe ich aus der Freundlichkeit ihrer Gesichter wahrgenommen. Aber wer sie eigentlich sind und was ihre Bestimmung ist, kann Dir, o Herr und Vater, ganz allein bekannt sein.“

13. Sage Ich: „Das sind im Geschäft stehende Engel dieses obersten Himmels. So ihr dazu mit der erforderlichen Weisheit werdet ausgerüstet sein, werdet auch ihr von Zeit zu Zeit in ihr Geschäft treten. Sie stehen für die Erhaltung aller Welten und sind deren oberste Leiter und Führer. Siehe, solch ein munterer Engel ist nicht selten Herr und Regent eines ganzen Sonnengebiets. Um aber solch eine Regentschaft antreten zu können, muss er vorher freilich sehr vieles kennenlernen und muss viele Schulen durchmachen. Unser Cado, ein sehr begabter Geist, hat bereits auf der Erde zu dienen und zu regieren angefangen. Er macht seine Sache gut und versteht die verschiedenen Geister in vollem Respekt zu erhalten; deshalb bekommt er auch einen stets grösseren Wirkungskreis.

14. Im Anfang wird jedem nur ein kleiner Kreis zugewiesen. Ist er in diesem treu und vollauf tätig, wird er dann bald über Grösseres gesetzt. Auch Cado war anfangs nur ein kleiner Kreis aus kaum zwei kleinen Ländern zur Leitung und Überwachung anvertraut. Und nun streckt er sein Zepter schon über halb Europa aus und wird, wenn er so fortfährt, bald die ganze Erde unter der Macht seines Willens haben. Hat er bei der Erde bewiesen, dass er mit der ihm verliehenen Macht umzugehen versteht, wird er dann die Sonne zur Leitung bekommen; endlich mit ihr das ganze Planetentum und so fort, bis er ein Herr eines ganzen Sonnengebietes ist. – Verstehst du nun, wer die Geister sind, die draussen vor uns vorüberschwebten?“

15. Spricht Kaiser Rudolf: „Ja, Herr und Vater! Aber ich halte von dieser Würde eben nicht gar viel. Denn solch ein Engel hat ja dann nie eine Weile, hierher zu kommen, um da von seinen grossen Anstrengungen ein wenig auszuruhen.“ – Sage Ich: „Ah, da sorge dich um etwas anderes! Ein jeder solcher Engel hat Millionen unter sich, die seinen Willen vollbringen. Und er kann, so oft er will, hierher kommen und von Mir Selbst fernere Verhaltungsmassregeln und dazu nötige Stärkungen einnehmen. Beim ehedem abgehaltenen grossen Mahl hast du viele gesehen, die nun schon wieder an den Orten ihrer Tätigkeit weilen.

16. Aber nun einen Blick durch diese zweite Tür. Sie ist schon offen, und so treten wir denn hinaus! Da stehen wir auf dem zweiten Balkon! Was seht ihr hier?“

17. Alle staunen über die Massen, denn sie sehen hier das wunderherrliche Land des Mittelgürtels der Sonne und können sich nicht genug verwundern über dessen Herrlichkeit. Sie sehen auch Menschen, aber für jetzt noch in solch weiter Ferne, dass sie deren Formen nicht wohl wahrnehmen können; denn für diese wären sie im ganzen noch zu wenig festen Herzens.

18. Es tritt nun Robert wieder zu Mir und sagt: „O mein heiligster Vater, Bruder Rudolf hat im Grunde wahrlich nicht unrecht! Auch ich sehe nun ein, dass bei solchen Erscheinungen alles Fragen vollkommen eitel sein muss. Hier gibt es ja des Wunderbaren noch um vieles mehr als bei der früheren Tür. Mit den Fragen würde man da in alle Ewigkeit nicht fertig. Deshalb ist es besser, die Sache der Himmel seligst zu geniessen und dabei in Geduld abzuwarten, bis es Dir genehm sein wird, uns darüber ein helleres Licht geben zu wollen. – Aber die Menschen da! Ich kann zwar ihre Formen nicht näher wahrnehmen; aber so viel merke ich schon, dass sie ungeheuer schön sein müssen.“

19. Sage Ich: „Siehe, das ist die Sonne mit ihren eigentlichen Bewohnern. Die etwas Dunkleren sind noch in der Materie; die Lichteren aber sind Geister und hausen ebenfalls in der Sonne. Später wirst du alles vollkommen kennenlernen, jetzt wäre es noch etwas zu früh. Gesehen haben wir nun, was die zweite Tür verschliesst. Begeben wir uns daher zur dritten Tür dieser Nord-Wand!“

20. Wir treten wieder ins Gemach und da in die dritte, schon offenstehende Tür. Auf dem Balkon dieser Tür stehend, sehen wir eine natürlich erleuchtete Welt ganz nahe dem dritten Aussichtsbalkon. Es kann von ihr (wie früher bei der Sonne) nur ein kleiner Landstrich auf einmal übersehen werden. – Robert fragt sogleich, was das eigentlich für eine Welt sei, ob vielleicht ein dunklerer Teil der Sonnenwelt?

21. Sage Ich: „O nein, das ist der Erde Mond. Siehe dessen düsteres Land und dort in einiger Ferne eine kleine Gruppe zwerghafter menschlicher Wesen! Es sind das die eigentlichen Einwohner der von der Erde stets abgewandten Mond-Seite. Ihre grösste Lust sind ihre Weibchen, die sie aus purer Liebe und Zärtlichkeit zumeist auf ihren Schultern umhertragen. Über ihnen sehet ihr ganz muntere Geister umherschweben. Das sind die Seelen verstorbener Mondmenschlein! Ihre Freude ist, ihren noch sterblichen Brüdern Gutes zu tun und sie vor mannigfachen Gefahren zu schützen. Hauptsächlich richten sie ihr Augenmerk darauf, dass die sehr materiellen Geister, welche die der Erde stets zugewandte kahle Seite des Mondes bewohnen, nicht zu den Bewohnern der vegetativen Seite des Mondes gelangen können, wo sie diesen in ihr Haus, das in einer unterirdischen Höhle besteht, bedeutende Gefahren bringen würden.

22. Für jetzt wisst ihr genug von der Einrichtung dieses kleinen Weltkörpers. Auf den Wegen der euch zukommenden Beschäftigungen werdet ihr alles durch und durch kennenlernen. Daher wollen wir uns auch nicht länger mit der Besichtigung dieser kleinen Welt abgeben, sondern uns sogleich in die erste Tür an der abendlichen West-Wand begeben und von dort wieder eine neue Betrachtung der Aussenwelt machen.“


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