RBLUM-293

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-293 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 293 - Mahnruf an die Kinder der Erde. Unterschiede zwischen irdischem und himmlischem Leben. Gleichnis von den abgefallenen Baumfrüchten und vom Töpfer. Der ewige Tod.


1. Sagt Robert und alle anderen mit ihm: „O Du lieber, heiliger Vater! Es ist nicht auszusprechen, wie unendlich selig wir sind! Du Selbst führst uns und zeigst uns die endlosen Wunderwerke Deiner allmächtigen Liebe! Du erklärst uns mit Deinem heiligsten Munde Deine Werke so wohlverständlich, dass wir uns selbst verwundert sagen müssen, wie es doch möglich sei, Dinge zu begreifen, die für Millionen noch ganze Ewigkeiten ein unauflösbares Rätsel verbleiben werden.

2. O unbegreifliche Dummheit der Menschen auf Erden! Das Gold der Himmel, das Gold des Lebens achten sie nicht und treten es mit Füssen! Dafür aber führen sie Kriege um den Kot der Strassen, und um des Unflates wegen zerfleischen sie sich. Hierher, ihr armen Sünder und stockblinden Teufel alle! Da lernt Demut und Herablassung von Dem, dessen Mundes leisester Hauch euch im Augenblick samt eurer sündigen Erde ins reinste Nichts verwehen könnte.

3. Aber ihr sagt: ,Was sollen wir? So wir auch bitten und beten, wird es mit uns doch nicht anders! Wir sehen nichts und vernehmen nichts. Unser Flehen wird von der Luft verzehrt, und wir starren in die Unendlichkeit fruchtlos hinein und staunen trost- und weisheitslos die unerforschlichen Werke Gottes so an wie die Kälber ein neues Stalltor. Wir sorgen uns daher nur noch darum, was unserem Leibe nottut. Um alles andere kümmere sich, wer da will. Der Mensch muss etwas zu essen und zu trinken haben und einen Rock und eine Wohnung; das ist nötig, und alles andere ist entbehrlich.‘

4. Jawohl, entbehrlich für euch Erdwürmer, die ihr alle gleicht dem reichen Jüngling im Evangelium. Auch dieser bat den Herrn um die Erteilung des Gottesreichs. Als aber der Herr zu ihm sprach: ,Trenne dich von deinen Erdengütern, überlasse sie den dürftigen Kindern der Welt und folge Mir!‘, – da brach ihm das Herz, und er kehrte sofort zu seinen süssen Erdengütern zurück. Er liess Gott ziehen und kümmerte sich nur um seine Erdengüter. Hernach ward er härter als früher – was der Herr deutlich zu verstehen gab, indem Er bemerkte, wie schwierig es für Liebhaber der Erdengüter sei, ins Reich Gottes einzugehen.

5. Hierher also, ihr Geister der Erde! Hierher in eurem Herzen! Da werdet ihr Schätze und Reichtümer finden in solch endloser Fülle, dass sie keine Ewigkeit je verzehren wird. Hierher, ihr Ehrsüchtigen, in der rechten Demut eurer Herzen! Da ist eine rechte und ewig stets zunehmende Ehre aller Ehren zu Hause. – Was sind all eure Würden gegen ein Wort Dessen, der durch Seine Macht und Weisheit den unendlichen Raum erfüllt hat mit Wunderwerken ohne Zahl und Mass!

6. Oh, bedenkt den Unterschied zwischen unserem vollendeten, ewigen Leben in beständiger Gesellschaft des allmächtigen Vaters und Schöpfers aller Himmel und Welten – und eurem vergänglichen Leben, das vom Morgen bis zum Abend dauert. Wie könnt ihr hängen an einem Leben, das eher den Namen Tod als Leben verdient? Das irdische Leben ist ja nur ein fortwährendes Sterben schon von der Wiege an. Dieses wahre, himmlische Leben aber ist ein stetes Lebendigerwerden in Gott, dem heiligen Vater. Und dies wahre Leben ist euch doch gar so nahe. Ihr könntet es in jedem Augenblick ergreifen für ewig. Aber ihr seid blind, und eure Erdenliebe verblendet die Sehe eures Herzens! Darum wähnt ihr das Reich des ewigen Lebens ferne von euch, während es euch doch sozusagen auf der Nase sitzt. Auch wir sind euch so nahe, und ihr wähnt uns ferne von euch. Oh, wie blind seid ihr doch!

7. Des Herrn Knechte auf Erden kennen uns, sehen uns und unterreden sich mit uns, wann sie wollen. Sie haben das Auge und Ohr ihres Herzens offen, weil sie nicht geblendet sind von der Last des reichen Jünglings im Evangelium. Ihr andern aber, so euch der Herr beruft, da kommen euch Tränen in die Augen, mit denen ihr die öde Welt gar so gern beschaut. Oh, der Herr schenkte uns Tausende solcher Welten, so wir sie nur annähmen. Aber wer wird nach einem gemalten Stück Goldes greifen, so er einen tausendmal grösseren, gediegenen Goldklumpen zum ewigen Eigentum hat?

8. Steigt mit uns an der Hand des allmächtigen Vaters hinab in die Tiefe der Schöpfung, und schaut mit den Augen des Herzens den kühnsten Brückenbau von einer Welt zur anderen, von einem Himmel zum anderen und von einem Herzen zum anderen! Und ihr werdet, obschon noch in sterbliches Fleisch eingehüllt, mit uns Wonne und Seligkeit fühlen und durch sie eure Seele beleben. – O Herr, warum dürfen denn wir gar so selig sein, und Millionen Brüder sind blind und taub?“

9. Sage Ich: „Freund und Bruder! Jedes wahre Leben hat das in sich, dass es unmöglich anders als nur überaus selig sein kann. Ein Leben aber, das der Tod wie ein Scherge einen armen Sünder zum Hochgericht führt, kann nur als völlig geblendet noch irgendeine Lust empfinden. Würdest du es aber entblenden, so würde es zurückschaudern im Erkennen, wohin es sein Begleiter führt. Darum ist es einesteils besser, dass die Menschen der Erde blind und taub sind; denn so mögen sie doch das spannenlange, von Tod zu Tod gleitende Leben mit einiger Scheinruhe geniessen.

10. Ich sage euch: Für viele Millionen folgt ihrem Scheinleben ewig kein weiteres Leben mehr. Denn so gut es ein ewiges Leben gibt, ebenso gibt es auch einen ewigen Tod. Es gibt Bäume auf der Erde, auf denen herrliche Früchte in kurzer Zeit reif werden und keine Blüte vergeblich geblüht hat. Aber es gibt auch Bäume, die zwar reichlich blühen und viele Früchte ansetzen; wenn jedoch solche Bäume saftarm sind und ihre unschmackhaften Früchte lange auf ihren Zweigen behalten müssen, bis sie die erwünschte Reife erhalten, so fallen wegen Mangel an Nahrung und wegen zu langer Reifungsfrist dreiviertel davon vom Baum, bevor sie die Reife erlangen können. Und Ich sage euch: Für die Wiederbelebung solch unreif herabgefallener Früchte ist wenig heilsames Kraut gewachsen. Wenn ein Teil solcher Früchte etwa kurz vor der Vollreifezeit vom Baum fällt, kann man sie sammeln und abliegen lassen, und sie werden dadurch wenigstens eine Notreife erlangen. Aber Früchte, die bald nach der Blüte wegen Mangel an Nahrung von den Zweigen fielen, für die gibt es kein Heilmittel mehr.

11. Ich will damit aber nicht sagen, dass Kinder, die bald nach der leiblichen Geburt sterben, nicht das ewige Leben erlangen können; denn mit der irdischen Geburt und Reife hat dieses Gleichnis nichts zu tun. Hier handelt es sich um solche Seelen, die auf der Erde in Meinem Gnadenlicht schon überaus schön geblüht und im Anfange gierig den Saft des Lebens eingesogen haben. Als aber dann die notwendige Zeit der Probung kam, verschlossen sie hart ihre Nährorgane und wollten nimmer das freilich herb schmeckende Salz des Lebens einsaugen. Die Folge davon aber war alsbald die volle Abtrennung von den sie nährenden Zweigen und damit der zu jeder Wiederbelebung unfähige Tod. Lassen wir daher solche Früchte taub und blind ihr kurzes Leben geniessen, es dauert noch immer lange genug für ihre volle Nichtigkeit!“

12. Sagt Robert: „Aber so wahr die Sache immer sein wird, kommt sie mir dennoch ungefähr so vor wie ein Gesetz bei den Chinesen und Japanern, vermöge dessen kein Elternpaar mehr als sechs bis sieben Kinder aufziehen darf. Alle über diese gesetzliche Zahl Geborenen müssen ersäuft oder auf eine sonstige Art ums Leben gebracht werden.“

13. Sage Ich: „Mein Freund, das verstehst du noch nicht! Siehe, ein Töpfer formt aus Lehm einen Topf auf seiner Scheibe. Der Topf aber, schon über die Hälfte geformt, missrät ihm eines zufälligen Umstandes wegen. Was tut da der Töpfer? Er schlägt den halbfertigen Topf zusammen, nimmt den Lehm von der Scheibe und vermengt ihn mit anderem frischem Lehm. Er gibt ihn dann wieder auf die Scheibe und fängt ein anderes, minder heikles Gefäss daraus zu formen an, das ihm auch wohl gelingt. So geht zwar wohl der Stoff nicht verloren, aber die eigentümliche Individualität des zuerst begonnenen Werkes ist für ewig vollkommen dahin. Kurz, das erste Ich ist völlig zerstört, und das ist im eigentlichsten Sinn der ewige Tod, den keine Liebe und keine Erinnerung ans Ursein wiederbeleben kann. Wo aber dies nimmer geschehen kann, da kann auch ewig an keine vollkommene endliche Vollendung mehr gedacht werden. An der Beibehaltung der Urindividualität aber liegt gar unaussprechlich viel, denn ohne sie kann die Kindschaft Gottes nie erreicht werden. Denn eine Zweitzeugung wird ewig keine Erstzeugung mehr.“


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