RBLUM-288

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-288 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 288 - Herrlichkeit der Kinder Gottes. Die Speisehalle des Herrn. Der grosse Urgarten der Schöpfung. Tätigkeit der Vollendeten in fortschreitendem Erkennen der Liebe.


1. Robert Uraniel fragt, ob er seinen Freund Peter und die beiden Weiber auch mitnehmen solle. – Sage Ich: „Hast du denn nicht ehedem vernommen, dass hier für jedermann die vollkommenste Freiheit besteht? Wozu dann solche Fragen? Hier kannst du tun, was du nur immer willst, und es ist alles recht getan. Denn es kommt niemand hierher als nur ein solcher, der seinen irdischen Weltwillen ganz aus sich hinausgeschafft und dafür für ewig den Meinen in sich vollkommen aufgenommen hat. Da du solches getan hast, bist du hier und kannst unmöglich etwas anderes wollen, als was Ich Selbst will. Nun aber besteht nirgends und niemals eine höhere und vollkommenere Freiheit, als wie da ist die Meines eigenen Willens. Da du diesen nun völlig inne hast, wie solltest du da bei irgendeinem Handeln beschränkt sein können?

2. Ohne die unbedingte höchste Freiheit wäre Ich und alle, die mit Mir völlig eins geworden sind, ein reiner Wahn, und die vollste Glückseligkeit Meiner Kinder wäre eine Lüge. Daher kannst du dich hier ganz so benehmen, als wärst du der vollkommene Herr im Hause. Und andere mögen dies ebenfalls tun, denn hier in Meinem Hause bestehen keine Rangstufen. Hier ist alles vollkommen Bruder und Schwester, und Ich allein bin euer aller Herr und Vater. Dem Geiste wie der innersten Wahrheit nach aber bin Ich auch euer Bruder. Nun weisst du alles. Daher handle und frage nicht wieder!“

3. Robert nimmt nun Peter, Helena und Eljah mit und begibt sich mit Petrus, Paulus und Johannes in das nächste Gemach. Er kann sich hier wiederum vor lauter Verwunderung gar nicht zurechtfinden und sagt zu Petrus: „Freund, Bruder! Du trittst so ganz unbefangen da hinein und scheinst alle die zahllosen Herrlichkeiten dieser grossen Halle Gottes gar nicht zu berücksichtigen. Das ist wirklich merkwürdig! Schau, für mich wäre diese Halle ein Gegenstand ewigen Betrachtens und Studierens.“

4. Sagt Petrus: „Du irrst dich, lieber Bruder, so du von mir denken würdest, dass mir die Gewohnheit diese Werke alltäglich und weniger beachtenswert gemacht hätte. Gerade das Gegenteil! Aber ich betrachte alles mit einer gewissen Ruhe meines Geistes und verkünde des Herrn Lob in meinem Herzen. Du aber bist hier noch ein Neuling, kennst den rechten Hausbrauch noch nicht und bist auch sonst eines sehr lebendigen und feurigen Geistes. Daher ist bei dir sogleich alles in Flammen. Wenn du aber mit der Weile das grosse Haus des ewigen Vaters und dessen liebevollsten Hausbrauch näher wirst erkannt haben, dann wirst du mein Benehmen sicher ganz in Ordnung finden.

5. Übrigens gefällst du mir überaus wohl deines Eifers wegen! Denn dein Geist ist ganz wie der unseres Bruders Paulus, der ebenso wie du noch immer voll Feuers und stets der gleiche Flammengeist ist. Aber ich bin deshalb ein nicht minder begeisterter Liebhaber für alles, was da ist des Herrn; nur erscheine ich dabei ruhiger und mache ausser mir weniger Lärm, aber dafür in meinem Herzen desto mehr.

6. Doch jetzt zur Tat! Siehe dort den grossen Tisch aus reinstem, durchsichtigem Gold. Diesen werden wir in die Mitte dieses Saales rücken und ihn dann reichlichst bestellen mit Brot und Wein und mit allerlei himmlischen Früchten, die wir dort an der Mittagswand im grossen Schrank in Überfülle antreffen werden.“

7. Auf diese Rede des Petrus gibt sich Robert zufrieden. Und alle begeben sich zur Tat und bestellen den Tisch in wenigen Augenblicken. Als Robert die herrlichen Früchte aller Art ersieht, sagt er: „Wahrlich, was auf allen besseren Weltkörpern sicher als edelstes Obst vorkommt, ist hier in höchster Reife und Überfülle vorhanden. Die Ananas unserer Erde ist hier die mir allein bekannte Frucht.“

8. Sagt Petrus: „Hast du denn auf der Erde nie Trauben gesehen, nie Feigen und Pfirsiche und keine Melonen? Derlei gibt es hier auch. Da komme her ans Fenster und besieh dir den grossen Garten. Du wirst darin alle erdenklichen Fruchtgattungen ersehen, die du je auf der Erde entweder in der Natur oder im Bilde gesehen hast.“

9. Robert erblickt durchs Fenster einen ungeheuer grossen Garten in vollster Üppigkeit. Wie versteinert bleibt er stehen und sagt: „Höre, Bruder! Das wird doch ein Garten aller Gärten der ganzen Unendlichkeit sein! Welch eine unabsehbare Ausdehnung! Welche Ordnung und welch reichste Fülle von zahllosen Arten der edelsten und seltensten Früchte! Wahrlich, aus diesem Garten könnte die ganze Erde mit einer einmaligen Ernte wenigstens auf tausend Jahre versorgt werden! Aber wer kann denn diese beinahe grauenerregende Menge verzehren?“

10. Sagt Petrus: „Die ersten Konsumenten sind wir. Die zweiten alle die Bewohner dieser Stadt, die wahrlich gegen Osten hin kein Ende hat. Und die dritten Konsumenten sind die zwei unteren Himmel. Durch diese hinab dann auch die ganze Geisterwelt und durch sie die ganze Naturwelt. Denn es ist ein Mustergarten für die ganze Unendlichkeit! Kennst du dich jetzt aus?“

11. Sagt Robert: „Ja, Bruder, so habe ich es mir gleich gedacht. Aber jetzt möchte ich nur die Arbeiter kennen, die solch einen Garten bestellen im Namen des Herrn.“ – Sagt Petrus: „Das alles tut der Herr Selbst durch Seinen allmächtigen Willen. Er will es, und es ist da. Eine Weiterverpflanzung geschieht dann wohl durch eigens dazu bestimmte Geister und Engel, denen die Befruchtung aller Weltkörper anvertraut ist.

12. Aber diese Geister und Engel bleiben auch nicht immer bei diesem Geschäft, sondern werden von Weile zu Weile durch neue ersetzt. Den Abgelösten wird dann sogleich wieder eine andere Bestimmung zuteil. Von einer Einförmigkeit der Tätigkeit ist in den Himmeln nie die Rede, überall herrscht freieste, mannigfaltigste Abwechslung. Wozu jemand Lust hat, mit dem beschäftigt er sich, solange es ihm Freude und Seligkeit bereitet. Freut ihn dann irgendeine Beschäftigung nicht mehr sehr, hat er sogleich eine grosse Auswahl vor sich und kann sich wählen, was er nur immer will. Das wird doch Freiheit in Übergenüge abgeben?“

13. Sagt Robert: „Bei Gott ja! Das heisse ich ein freies Leben! O Erde, von solch grenzenloser Freiheit hat dir wohl sicher nie etwas geträumt! – Aber was geschieht nun? Der Tisch ist bestellt. Sollen wir etwa ein Zeichen geben?“ – Sagt Petrus: „Freund, das war noch ein sehr irdischer Gedanke von dir! Meinst du denn, der Herr und die anderen Bewohner dieses Hauses wissen nicht, ob wir mit unserer Arbeit zu Ende sind?“

14. Sagt Robert: „Ja, der Herr weiss es ganz sicher, aber wie erfahren das die anderen Bewohner dieses heiligen Hauses?“ – Sagt Petrus: „Siehe, dafür ist hier schon eine Einrichtung getroffen: In jedem der zahllos vielen Gemächer dieses Hauses befindet sich in allen drei Hauptstockwerken eine sogenannte Weisungstafel. Auf dieser Tafel wird vom Herrn aus angezeigt, was da zu geschehen hat, und ein jeder Bewohner richtet sich dann seligst augenblicklich danach.

15. Eine gleiche Einrichtung ist auch in allen andern Himmeln getroffen, nur in einem nach wohlberechneten Verhältnisse minderen Grade als hier im Hause des Vaters. Du wirst das alles noch genauer kennenlernen. Glaube mir: hier lernt man nie aus! Man bleibt ein Schüler in Ewigkeit, denn unsere Vollendung besteht nur in der Liebe und in der Empfänglichkeit für die stets wachsende Gnade des Vaters. Aber im Wissen und im Erfahrungenmachen bleiben wir ewig Jünger des Herrn. Der Herr allein ist allwissend; wir aber nur insoweit, als es der Herr will und für gut und zweckdienlich findet.

16. Daher gibt es hier neben grossartigem Wissen der Geister dennoch ein fortwährendes Fragen und Erklären der Erscheinungen und Dinge aller Art. Auch du wirst sicher damit ewig nie zu einem Ende gelangen. Am leichtesten kommt man zurecht, so man sich stets mehr in der Liebe zu festigen sucht als im Wissen; denn die Liebe befriedigt, aber das Wissen ewig nimmer!“


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