RBLUM-277

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-277 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 277 - Vom wahren Wesen Gottes. Die Liebe wirkt in engen aber klaren Kreisen.


1. Sagt der Bote: „Diese ängstliche Verwunderung ist schon wieder eine Folge eurer allerhöchsten Begriffe von Gott. Aber diese Begriffe taugen nicht zum wahren Leben aus und in der Liebe! Was geht euch denn das Unendliche des göttlichen Wesens an? Haltet euch nur an die Liebe, die alles, was sie einmal angezogen hat, in engen Kreisen um sich versammelt haben will.

2. Die Liebe ist ein Feuer, das sammelt und nicht zerstreut. Das Licht aber, das von der hellen Flamme der Liebe ausgeht, wallt freilich in geraden Strahlen ewigfort weiter und kehrt nicht zurück, ausser die Liebe Gottes hat ihm Schranken gesetzt, an denen es sich stösst und den Rückweg zu seinem Ursprung antritt. So ihr aber die Gottheit nach der Ausdehnung Ihres Lichtausströmens beurteilt und dadurch wahre ,Lichtreiter‘ seid – auf den Flügeln des Geistes die weiten Räume durchfliegend und das Dasein der grossen Gottheit suchend – bleibt euch freilich die wahre Erkenntnis des eigentlichen Gottwesens ewig fern. Ihr müsst endlich vor der endlosen Gottesgrösse erliegen und vermögt euch nimmer aufzurichten in eurem Herzen, mit dem ihr allein schauen und fassen mögt das wirkliche Wesen Gottes, eures Vaters. Steht aber dann ein Wesen wie Ich vor euch und sagt: ,Ich bin es, den ihr so lange vergeblich im Unendlichen gesucht habt!‘ – so erschreckt ihr und fahrt wie ohnmächtig zusammen. Die Ursache ist: weil ihr das Wesen, das sich euch als die wahre Gottheit in Ihrem Ursein vorstellt, noch immer mit den Unendlichkeitsaugen angafft und euer Gemüt von neuem mit eurer eitlen Einbildung ins Endlose auszutreiben beginnt.

3. Es ist wohl recht, dass ein Geist oder ein Mensch das Gottwesen betrachtet in den Werken; aber er soll sich von ihnen nicht verschlingen lassen! – Seht, in der ersten Zeit der Erde haben die Menschen ihre Lust gehabt, riesenhafte Bauten aufzuführen. Ein Nimrod baute Babylon und einen über die Berge ragenden Turm. Eine Semiramis liess Berge abtragen. Ein Ninus erbaute das grosse Ninive. Die alten Pharaonen überschwemmten Ägypten mit den kolossalsten Bauten und Bildern. Die Chinesen erbauten eine Mauer von vielen Hunderten Meilen Länge. Wollte man nun solche Erbauer sich ebenso gross vorstellen, wie da ihre Werke waren, müsste man doch von jedem heller Denkenden für einen Narren gehalten werden. Seht, diese Urbaumeister der grossen Gebäude der Erde waren als Menschen um nichts grösser als ihr. Nur ihre Kräfte verstanden sie ins Grosse auszudehnen und wirksam zu machen.

4. So aber schon die kleinen, geschaffenen Menschen grosse Werke zuwege bringen und dabei selbst nicht um ein Haar grösser werden, warum soll denn dann die Gottheit in Ihrem Urwesen ebenso gross sein wie Ihre Bauten? Es heisst doch: ,Gott schuf den Menschen nach Seinem Ebenmasse‘. Warum soll dann Gott ein Riese und die nach Seinem Mass geschaffenen Menschen pure atomistische Tierlein sein, die zu Trillionen einen Tautropfen bewohnen können?

5. War denn Christus, der doch in aller Fülle Gott und Mensch zugleich war, ein Riese, als Er auf der Erde das Werk der Erlösung vollzog? Er war der Gestalt nach durchaus kein solcher, obschon Seine Werke von für euch nie messbarer Grösse waren. Und seht, derselbe durchaus nicht riesenhafte Jesus steht auch jetzt vor euch! Nur Sein Geist, der aus Ihm strömt wie das Licht aus der Sonne, wirkt ewig in der ganzen Unendlichkeit mit ungeschwächter Kraft. Aber dieser Geist geht euch nichts an, so ihr bei dem Urquell euch befindet und ihr beim Herrn alles Geistes seid. Darum fasst Ihn nach Seiner Liebe und nicht nach Seinem ausströmenden Lichte, dann seid ihr wahrhaft Seine Kinder, wie Er euer aller Vater ist!

6. Wäre es von den Astronomen nicht dumm, wollten sie die Sonne bemessen nach der Reichweite ihrer Lichtstrahlen? Diese dringen fort und fort durch die Tiefen des ewigen Raumes, und ihr Mass wird stets grösser von Sekunde zu Sekunde. Mit welchem Massstab wäre solch eine törichte Bemessung wohl möglich? Daher messen die Sternkundigen die Sonne selbst, da ihr Mass ein stetiges und bleibendes ist.

7. So tut auch ihr! Mich, wie Ich nun vor euch stehe, messt mit dem rechten Mass der Liebe in euren Herzen und habt keine läppische Furcht vor Mir, der Ich doch ganz euer Mass habe und euch liebe aus aller Kraft Meines Herzens! Dann seid ihr Mir angenehm und könnt so über alle Massen selig sein im engen Kreis der Liebe, ausser dem es für euch nirgends eine wahre Seligkeit geben kann. Habt ihr Mich wohl verstanden oder ist euch noch irgend etwas dunkel geblieben?“

8. Sagen nun die selig Staunenden: „O Herr, wie ganz anders bist Du doch, als wir Dich uns vorgestellt haben! Ja, so kann und muss man Dich aus dem freiesten Herzen über alles lieben! Wer Dich nicht erkennt, wie Du bist, trägt in seiner Blindheit Fegfeuer und Hölle in sich. Wer Dich aber erkennt, wie wir nun, bei dem hat sich mit einem Schlag alles in den Himmel der Himmel verwandelt.

9. Aber wer kann dafür, dass die Menschen auf der Erde gar so dumme Begriffe von Dir haben? Am meisten trägt dazu wohl die Lehre Roms bei. Diese lehrt einen Gott, vor dem man wohl die scheusslichste Angst, nie aber eine Liebe zu Ihm haben kann. Man wird dabei wohl voll von aller Hölle und ihren Schrecken, aber von Liebe kann da keine Rede sein. Wo die Furcht das Zepter führt, da ist die Liebe fern.

10. Jetzt begreifen wir alles auf ein Haar. Die Liebe webt und wirkt nur in engen, aber sehr klaren Kreisen. Nur so erwärmt sie den Grossen wie den Kleinen, den Künstler und den Weisen. Wahrlich, sie allein ist alles in allem! Sie ist die wirkliche Sonne; alles andere ist nur Schein und wesenloses Abbild. O Herr, wie gut bist Du!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-277 Kapitel