RBLUM-274

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-274 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 274 - Rote Kriegsgeister und blaugraue Maulhelden.


1. Nach der Beendigung solchen Lobes bricht nun der Sabbat an. Es naht sich eine Menge rotgekleideter Geister von der Nordgegend dem Hügel, und sie tragen eine rote und eine weisse Fahne.

2. Robert fragt Mich: „Herr, das ist eine ganz neue Erscheinung. Was soll mit diesen Geistern geschehen? Bei Deinem heiligsten Namen, da geht es ja beinahe zu wie in dem bekannten ,Tausend und eine Nacht‘! Was führt denn diese Roten daher mit ihren Fahnen?“

3. Sage Ich: „Das sind lauter Kriegslustige! Wie es auf der Erde Menschen beiderlei Geschlechts gibt, denen Krieg das grösste Vergnügen ist, ebenso gibt es auch hier Geister, die ausser dem Wesen des Kriegs keine Seligkeit kennen. Wenn es auf der Erde recht kriegerisch zugeht, sind diese Geister am glücklichsten. Sie gewinnen dadurch zwar nichts, aber sie verstehen sich sehr wohl darauf, in den Gemütern der Völker Kriegslust anzufachen. Die mit der weissen Fahne sind defensiv kriegerisch gesinnt und die mit der roten offensiv. – Sie haben auch in Erfahrung gebracht, dass Ich Mich persönlich wesenhaft auf der Erde befinde und kommen hier her, um sich bei den Geistern zu erkundigen, ob Ich etwa ein Gericht über die Erde verhängen wolle. Denn ihnen ist alles willkommen, was da irgendein bedeutendes Spektakel abgäbe.

4. Du siehst aber auch, wie sich diesen Kriegslustigen andere Geister in dunkelblaugrauen, schmutzigen Gewändern nahen. Das sind rechte Maulhelden. Ihre Lust besteht darin, die neugierigen Spektakelsüchtigen bis zum Blau- und Grauwerden anzulügen, nicht selten mit einer solchen Beredsamkeit, dass manche von ihnen am Ende sogar selbst glauben, was sie gelogen haben. Diese Geister sind zwar nicht böser Art; sie sind nur sogenannte Spassmacher. Sie können zwar niemandem einen bedeutenden Schaden zufügen, obschon gerade auch keinen Nutzen. Von diesen Geistern werden nun die Kriegsrufer weidlichst angesetzt werden, und das wird dann eine Haupthetze abgeben. Es werden auch einige Wahrheitsfreunde von Mittag herbeikommen und werden die Kriegslustigen belehren, dass sie von diesen Blaugrauen angelogen wurden. Die Kriegsgeister werden dann Genugtuung verlangen, und das wird der Augenblick sein, in dem wir ihnen auf einem bestimmten Weg beikommen können.“

5. Sagt Robert: „Ah, das ist aber denn doch komisch! Da möchte ich dabei sein, um zu hören, wie die Blaugrauen die Roten werden anlaufen lassen.“ – Sage Ich: „Das ist dein Geschäft, und Ich habe dich darauf eigens aufmerksam gemacht. Begib dich daher mit dem Peter hinab und nehmt beide eure Weiber mit. Sucht irgend jemanden zu gewinnen als Friedensrichter unter den Parteien, so sie recht zu streiten beginnen, denn es wird am Ende unter ihnen ganz heiss und stürmisch werden.“

6. Robert und Peter begeben sich nun schnell hinab und kommen gerade zu der ersten Begegnung. – Ein Roter eilt den Blaugrauen entgegen und sagt: „Freunde! Wir haben vernommen, dass sich der allmächtige Geist des berühmten Nazaräers namens Jesus (hier erschrecken die Blaugrauen ein wenig) in dieser Gegend persönlich aufhält mit einer grossen Menge anderer Machtgeister. Könnt ihr uns diese Gegend nicht näher bezeichnen und sagen, was etwa dieser Machtgeist nun über die böse Menschheit der Erde zu unternehmen im Schilde führt? Wir haben auf unserer Wanderung vernommen, dass er über ganz Europa den Krieg in erbittertster Art will entstehen lassen. Wenn ihr da etwas Verlässliches wisst, teilt es uns mit. Denn wir haben das dann sogleich der ganzen Welt zu hinterbringen, auf dass sie sich gehörig vorbereiten kann.“

7. Sagt ein Blaugrauer: „Ja, ja, der grosse Machtgeist befindet sich hier in dieser Gegend in Gesellschaft von Millionen Geistern, die alle ungeheuer mächtig sein müssen. Wo gerade der Punkt ist, wissen wir wohl nicht anzugeben, weit von hier ist er in keinem Fall. Aber seht nur einmal aufwärts, und ihr werdet die Luft voll Geister erschauen!“

8. Die Roten tun das und erstaunen über das zahllose Heer. – Der Blaugraue fährt fort: „Von einem europäischen Krieg haben wir zwar noch nicht viel vernommen, dafür aber von einem allgemeinen Weltkrieg über alle Länder der Erde. Dieser Krieg wird wie eine Noahische Sündflut bis auf etliche wenige Menschen und Tiere alles vertilgen, was da lebt und atmet; denn die Menschheit ist zu toll und zu böse geworden!“

9. Über diese Nachricht machen alle Roten überaus heitere Gesichter und sagen: „Ja, ja, so wird es gewiss werden, und der Hebel für den Beginn dürfte wohl die politische Spiegelfechterei zwischen Österreich und Preussen sein. Werden nun die beiden Mächte ganz armiert dastehen, dann werden sie, sich an Russland stützend, gemeinschaftlich über die Republiken in Europa sich werfen und werden daraus feste Monarchien bilden. Wird ihr Unternehmen aber scheitern, dann ist der Weltkrieg fertig – ein unübersehbarer Kampf zwischen der Sklaverei des Absolutismus und der unbedingten Freiheit des reinen Weltbürgertums. Da wird die Nacht mit dem Licht so lange ringen, bis sie ganz untergehen wird und dem Licht am Ende der volle Sieg zuteil wird. Was meint ihr dazu?“

10. Sagen die Blaugrauen: „Ja, ihr sollt recht haben! Aber wir haben noch etwas anderes vernommen.“ – „Was denn, was denn?“ fragen die Roten hastig, „vielleicht noch etwas Ärgeres als einen Weltkrieg?“

11. Sagen die Blaugrauen: „Oh, ganz gewiss! Wir haben von glaubwürdigen Geistern vernommen, dass der Machtgeist im Ernst vorhat, das allgemeine Weltengericht in der ganzen Unendlichkeit ergehen zu lassen, und dass dazu schon alle möglichen Vorkehrungen getroffen werden.“ – Hier fahren die Roten vor Entsetzen zurück und schreien: „Nein, das ist nicht möglich! Um des allmächtigen Gottes willen! Ihr meint doch nicht etwa das Gericht, vor dem Sonne und Mond verfinstert werden und alle Sterne vom Himmel auf diese Erde fallen werden wie die Schneeflocken im Winter?“

12. Sagen die Blaugrauen: „Ja, dasselbe Gericht soll nun im Anzug sein und damit die Auflösung aller Natur!“ – Sagen die Roten: „Wo und von wem habt ihr das vernommen? Hat etwa der grosse Machtgeist Selbst so etwas jemandem anvertraut, oder haben das etwa Seine Geister verkündet? Sind vielleicht gar schon Posaunen vernommen worden?“

13. Sagen die Blaugrauen: „Das gerade noch nicht, soviel wir wissen. Aber eine Menge anderer Geister hat uns darüber bedeutende Winke gegeben, und es dürfte daher wohl etwas daran sein.“ – Hier machen die Roten sehr verdutzte Gesichter und vergessen ganz des Kriegs. – Fragen die Blaugrauen die Roten: „Warum erschreckt ihr denn bei solcher Kunde so sehr, da ihr doch bei der Nachricht eines Weltkrieges ganz heitere Gesichter gemacht habt? Geniert euch denn das verheissene Weltengericht, das der grosse Machtgeist Jesus halten wird, wie er es selbst vorhergesagt hat bei seinen Leibeslebzeiten auf dieser Erde im Angesicht der Stadt Jerusalem?“

14. Sagt ein Roter: „Ja, Freunde, das geniert uns ungeheuer, denn nach solch einem Gericht hören alle Welten auf. Keine Menschen werden mehr den Erdboden betreten, und von einem ergötzlichen Krieg wird dann sicher keine Rede mehr sein. Was sollen wir aber dann anfangen? Kriege sind ja unser Leben! Ohne Kriege gibt es auch überhaupt kein Leben, keinen Gewinn und kein Vergnügen. Dieser bevorstehende Weltkrieg wäre sonach der letzte, der auf dieser Erde Boden zustande käme?“

15. Sagen die Blaugrauen: „Ganz gewiss! Wenn keine Menschen mehr existieren werden, wer soll denn hernach noch einen Krieg führen? Selbst wenn auch nach dem Weltkrieg etliche dreissig Menschen und vielleicht noch weniger am Leben bleiben und die Erde noch etliche fünfzig Jahre erhalten werden möchte, so kann auf ihr schon darum kein Krieg mehr stattfinden, weil die wenigen Menschen Land genug besitzen werden. Sie werden daher nicht nötig haben, sich wegen des Besitzes gegenseitig weiter zu bekriegen. So aber die wenigen Übriggebliebenen dazu noch im Licht Gottes sein werden und nach Dessen Geboten sehr leicht leben – weil dann viele tausende Versuchungen, die die Menschheit nun wider das Gottesgesetz zu handeln anfachen, von selbst hinwegfallen –, wer soll dann noch an einen Krieg denken?

16. Und das halten wir für überaus gut. Denn selbst aus einem glücklichsten Krieg ist noch nie ein Glück für die Menschheit hervorgegangen. Daher ist ein ewiges Ende aller Kriege über alles zu erwünschen. Ob dagegen das allgemeine Weltengericht auch so segensreiche Folgen haben wird wie das gänzliche Aufhören der Kriege, das ist eine andere Frage. Wenigstens dürften dabei so kriegslustige Helden, denen das grösste Unglück der Menschheit Vergnügen schafft, eben nicht am besten bestehen.“

17. Fragen ganz heftig die Roten: „Und warum denn? Sind denn die Kriegshelden nicht stets die verdienstlichsten Menschen auf der Erde gewesen? Machen nicht sie allein den Ruhm aller Völker aus? Sind Ordenszeichen und Siegestrophäen nichts in euren Augen? Nur ruhmgekrönte Helden leben in der Geschichte und in der Erinnerung der Völker ewig fort! Alles andere aber vergeht wie eine Tagesfliege und lebt in keines Menschen Erinnerung mehr.“

18. Sagen die Blaugrauen: „Und was habt ihr Helden nun davon, so ihr etwa noch im Gedächtnis schwacher Erdmenschen gleich matten Schattenbildern ein paar Jahrhunderte länger fortbesteht als ein anderer armer Teufel? Auch ihr werdet vergessen werden! Und wenn der Krieg alles zerstören wird, werden da wohl die Geschichtsbücher bleiben? Und so sie auch bleiben, sagt, wer sie dann lesen wird, wenn alles Leben aufhört? Hier im Geisterreich aber hat ohnehin jeder Unterschied aufgehört, und wo er besteht, da ist die Hölle! So ihr aber auch hier Standesunterschiede sucht, seid ihr Geister der Hölle und habt Zeit, euch von uns zu entfernen! Sonst dürfte es geschehen, dass ihr von uns entfernt werdet.“

19. Hier werden die Roten vor Ärger ganz stumm. Nur die unter der weissen Fahne stehenden treten hervor und sagen: „Wir sind keine Krieger aus Lust, sondern aus Not. Wir sind pure Verteidiger und rufen den Krieg nicht. Wenn er uns aber geboten wird, dann verstehen wir freilich, dem Feind die Stirn zu bieten. Gelten deshalb etwa unsere Auszeichnungen und Helden hier auch um nichts mehr als ein gewöhnlicher, verdienstloser Mensch?“

20. Sagen die Blaugrauen: „Das ist hier vollkommen eins. Ihr seid um nichts besser als die anderen, denn ihr seid ebenso ruhmsüchtig wie eure Gegner. Auch ihr erwartet die Kriegssucher mit brennender Gier, um euch mit ihnen messen zu können. Was ist da wohl für ein Unterschied, und wer von beiden ist da wohl der Verdienstvollere? Wir meinen, ein Unterschied ist da beinahe gar nicht bemerkbar, denn da ist ein Teufel wie der andere.“

21. Hier fahren auch die mit der weissen Fahne vor Zorn auf und wollen die Blaugrauen zu massakrieren beginnen. Aber hier treten Robert und der Peter vor, drängen die Roten auf gute hundert Schritte zurück und bedrohen sie. Jedoch darauf werden die Roten gemeinschaftlich erst so recht kriegstoll.


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