RBLUM-270

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-270 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 270 - Scharen finsterer Mönchsgeister. Auseinandersetzung über die Dreieinigkeit.


1. Hier fragt Mich die neben Mir weilende Maria, was denn dies bedeute und wer diese vielen schwarzen Wesen seien. – Ich aber sage ihr: „Weisst du denn nicht, wie geschrieben steht: ,Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler!‘ Diese suchen in Mir nicht, was du gesucht hast. Sie wissen zwar, dass Ich hier bin, aber für sie bin Ich nicht, was Ich für dich bin, sondern gerade das Gegenteil! Ich bin ihnen ein Widerchrist, ein Oberster aller Ketzerei; daher suchen sie Mich zu umringen und, so es möglich wäre, gänzlich zu verderben. Ich wäre ihnen also ein wohlschmeckendes Aas für den bösen Magen ihres Grimms und ihrer Herrschwut.

2. Aber schon ist gesorgt für ihre Unterkunft: Sieh empor, und du wirst grosse, mächtige Scharen entdecken, das sind Friedensengel. Diese werden die schwarze Brut fangen, knebeln und binden und ihre Wut sehr abkühlen. Oh, das ist eine böse, verstockte Rotte, die ganz ernst zur Ruhe gewiesen werden muss. Bei der werden noch gar viele Jahrhunderte vonnöten sein, bis es unter ihrem Dach zu dämmern anfangen wird. Fürchte dich aber nicht, sie werden nicht imstande sein, uns in die Nähe zu kommen.“

3. Sagt Maria: „O Herr, es werden ihrer ja von Minute zu Minute mehr! Das Firmament wird schon ganz dunkel. Von der irdischen Sonne ist keine Spur mehr zu gewahren, und noch steigen sie von allen Seiten gleich unheilschweren Gewitterwolken auf. Man kann ja beinahe keine Gestalt mehr unterscheiden. Wieviele mögen ihrer denn sein?“

4. Sage Ich: „Dass hier zwar sehr viele böse Geister beisammen sind, ist wahr, aber ihre Zahl ist nicht mehr als etliche Siebzigtausend. Über ihnen stehen wohl über eine Million Friedensgeister, die mit diesem Gesindel in einigen Erdtagen völlig fertig werden. Sie könnten das zwar auch in einem Augenblick tun; aber das darf wegen der Ordnung nicht geschehen, derzufolge jeder Geist, mag er gut oder böse sein, im Gebrauch seines freien Willens nicht gehemmt werden darf.

5. Es gibt viele unter diesen Geistern, die etwas besser sind als die grössere Zahl, und die nur so mehr im allgemeinen Schwall mitgerissen wurden. Wegen dieser nicht sehr bösgesinnten Geister, die noch geeignet sind, irgendeine Belehrung anzunehmen, muss die Gefangennahme der eigentlich Argen nicht auf einmal, sondern nur nach und nach geschehen. Es wird daher wohl einige Tage andauern, auch für die Erdenmenschen ersichtlich in Gestalt von Wolken, Schnee und Regen. Die allerärgsten werden freilich beinahe auf einmal zusammengepackt, aber mit den weniger Argen wird behutsamer vorgegangen werden.

6. Da sieh hin gen Mittag! Drei Abgeordnete kommen zu uns. Es sind drei alte Karmeliter-Mönche. Wir werden sehen, was sie von uns begehren werden. Aber merkt euch: Ausser Mir, Paulus, Johannes und Petrus, die hier neben Mir stehen, darf niemand ein Wort mit ihnen sprechen, weil da noch niemand so stark ist, dass er standhielte vor diesen. Eher könntet ihr es aushalten vor dem Satan, weil Satan schon oft bitter gewitzigt wurde, diese aber nie. Sie werden sehr weise tun, aber wir haben für ihre Hacke schon einen rechten Stiel. Sie sind uns schon ganz nahe, daher heisst es sich nun zusammenfassen!“

7. In diesem Augenblick stellen sich die drei keck vor Mich hin und fragen mit höhnendem Ton, wer Ich wäre. – Ich aber entgegne ihnen: „Ich bin gerade das, was ihr nicht seid. Nun aber frage Ich euch, wer ihr seid und was ihr so frechen Willens hier sucht und wollt?“ – Sagen die drei: „Wir sind hier, zu erforschen, welcher Religion du bist samt deinem ganzen Gesindel. Und so stellen wir die Frage, ob du an einen dreieinigen Gott glaubst und an Seine alleinseligmachende, heilige, apostolische, katholische Kirche unter ihrem Oberhaupt, dem römischen Papst?“

8. Sage Ich: „Was ist das – der dreieinige Gott?“ – Sagen die drei: „So du das nicht weisst, ist es mit dir schon aus! Weisst du denn nicht, dass Gott aus drei Personen besteht, nämlich aus dem Vater, dem Sohne und dem aus beiden zugleich hervorgehenden Heiligen Geist?“ – Sage Ich: „Das weiss ich wohl, dass ihr solchen Glaubens seid. Ich und diese alle aber halten gerade das Gegenteil für die Wahrheit. Wir halten dafür, wie es auch ist, dass Gott nur eine einzige Person ist, welche Person aber in Sich selbst sozusagen aus drei Göttern besteht!“ – Schreien die drei: „Ketzer, Ketzer, Ketzer!!!“

9. Sage Ich: „Warum soll denn das eine Ketzerei sein? Ist ja doch der Mensch selbst, nach dem Ebenmass Gottes geschaffen, eine solche Dreieinigkeit in ein und derselben Person. Hat er nicht einen Leib, der da ausmacht seine äussere Form, eine Seele, die diese Form und deren Organismus belebt, und endlich in der Seele einen göttlichen Geist, welcher der Seele den Verstand, den Willen und jegliche Kraft gibt. Würdet ihr es nicht als krasseste Narrheit bezeichnen, so da drei Menschen herkämen und würden vor euch auf Leben und Tod behaupten, dass sie ganz vollkommen nur ein Mensch seien? Dies, obschon ein jeder von ihnen eine seinen Talenten entsprechende eigentümliche Verrichtung vollzöge, von welcher der zweite und der dritte keine besondere Kenntnis und auch nicht die Fähigkeit hätte, sie zu vollziehen. So ihr aber eine solche Behauptung von seiten dreier bornierter Menschen im höchsten Grad dumm finden müsstet, wie kommt es hernach, dass ihr eine solche schreiende Torheit der unendlich weisen Gottheit aufbürdet? Würde euch nicht sogar das Tierreich auslachen, so ihr die Gottheit, vorausgesetzt, dass ihr an eine glaubt, des Wahnsinns verdächtigen möchtet mit Worten und Lehren?

10. Wie ist es aber, so ihr lehrt: ,Gott ist die höchste Weisheit selbst‘ – stellt aber Seine Wesenheit unter dem Bilde des dicksten Unsinns euren Jüngern vor und macht auf diese Weise aus der Gottheit ein derartiges Unding, das jedem Denker zum reinsten Ekel werden muss.

11. Was seid aber dann ihr, frage Ich, die ihr eure Glaubensgenossen die Gottheit so erkennen lehrt? Seht, gerade ihr selbst seid dadurch die ärgsten Gottesleugner! Denn wer mit Feuer und Schwert einen Gott lehrt, wie es nie einen geben kann, und gewaltsam Millionen an der rechten Erkenntnis Gottes hindert, der ist kein Diener im Weinberge Gottes. Er ist nur ein feiler Knecht Satans und hilft ihm, die grünen Saaten verderben und Stoppelfelder und Wüsten bereiten, auf denen nichts als Dornen und Disteln vorkommen.

12. Wer von euch hat Gott je gesehen und mit Ihm gesprochen? Oder wer von euch kann mit gutem Gewissen sagen, dass er von Gott belehrt worden sei? Ja, ihr habt wohl das Wort Gottes gelesen, habt es aber verdreht und daraus gemacht, was ihr gewollt habt, damit es dann taugte für euren unersättlichen Geldbeutel – und das ist nun eure Nacht! Judas verriet nur einmal den Herrn, weil er sich von Satan hatte überwältigen lassen, und dieser fuhr in seinen Leib und tötete ihn. Ich aber frage euch: Ein wie grosser Heiliger ist wohl Judas euch gegenüber, die ihr Gott tagtäglich vor aller Welt hundertmal verrietet? Ihr alle habt Judas in die Hölle gesetzt, der Mich nur einmal verriet und bald darauf die brennendste Reue empfand. Wohin soll Ich dann euch setzen, ihr millionenfachen Verräter Gottes! Ihr hiesset Mich einen Ketzer, wer seid dann ihr millionenfachen Gottesverräter und Gottesleugner? Was wollt ihr hier?“

13. Auf diese Rede fangen die drei Sendlinge sehr zu stutzen an und keiner weiss dem andern Bescheid zu geben. Sie betrachten Mich vom Kopf bis zur Zehe und wissen nicht, was sie aus Mir machen sollen; denn Meine Worte kommen ihnen vor wie glühende Pfeile, und sie erkennen darin die tiefe Weisheit.


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