RBLUM-269

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-269 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 269 - Der Herr enthüllt Sich der Liebenden. Das blinde Herz verständiger als der gebildete Verstand. Grosse Segnung am Berge.


1. Sagt Maria: „O du musst schon ein ungeheuer mächtiger Freund des Herrn sein, dass dir eine solche Gewalt eingeräumt ist! Auch ist deine Art zu belehren ganz die des Herrn; nur kommst du mir etwas strenger vor als es der Herr selbst sein dürfte. Wer sonach mit dir gut auskommt, der kommt sicher auch mit dem Herrn gut aus.“

2. Sage Ich: „Weshalb hältst du Mich denn für strenger als den Herrn selbst?“ – Sagt Maria: „Weil du gewisserart ein Vergnügen zu haben scheinst, die ganze Erde in Kürze in Staub und Asche vor dir zu sehen. Strafe die reichen Wucherer und hilf im Namen des Herrn den Armen, und die Erde wird sich wieder gut gestalten!“ – Sage Ich: „Ja, so wird es auch geschehen; du sollst recht haben! Diesmal wird über die Wucherer ein Gericht ergehen. Diese Maulwürfe der Erde sollen durch eine Flut des Gotteszornes ersäuft werden inmitten ihrer betrügerischen Machenschaften!

3. O du, Meine Geliebte! Ich vernehme gar wohl die Klagen und das Weinen der Armut. Ich sehe die Bäcker und Müller und Fleischer ärgsten Wucher treiben. Aber sie stellen sich, als ob sie schon am nächsten Tag zu Bettlern würden. Sie tun als ob sie nicht so viel gewännen, um sich einen Löffel Suppe kaufen zu können. Meine liebe Maria, das ist ein himmelschreiendes Unrecht! Und so tun fast alle, die nun mit Lebensmitteln handeln.

4. Andere Reiche, die sonst noch die Dürftigen unterstützten, ziehen sich mehr und mehr zurück und suchen sich einzuschränken. Aber alle leben gut, nur die Armen müssen das Elend zehnfach empfinden. Sieh, das wird den lange schlafenden Zorn Gottes in Kürze erwecken und ein namenloses Gericht über alle Wechsler, Mäkler und Wucherer bringen, aber auch über alle Reichen, die ihr Herz und Haus den Armen gänzlich verschliessen. Diesmal soll es kommen, dass die Armen Gott preisen und die Reichen allem fluchen werden, was ihnen entgegenkommen wird; aber das wird ihnen nichts helfen!“

5. Sagt Maria: „Aber liebster Freund, woher weisst du denn so genau, was der Herr tun wird? Bist du denn so erfüllt vom Geist Gottes, dass du alles das geradeso weissagst, als wenn du der Herr Selbst wärst?“ – Sage Ich: „Nun, jetzt gehe nur hin zu deinen Jüngern und berufe sie hieher, dass wir mit ihnen einmal in die volle Ordnung kommen.“

6. Maria geht hin und ruft den vielen Jüngern zu: „Meine lieben Brüder und Schwestern, der Herr hat unser Flehen erhört! Er hat Boten aus den Himmeln gesandt, dass sie uns hinführen in die Gefilde des Lichts, des Lebens und der Wahrheit in Gott, der das Endziel aller unserer Bestrebungen ist und unsere Liebe für ewig! Erhebt euch alle und zieht mit mir hin zu den zwei Boten!“

7. Alles frohlockt und zieht in guter Ordnung hin zu Mir und stellt sich in einem weiten Kreis in siebenfacher Reihe auf. – Maria aber kommt wieder zu Mir und sagt: „Freund, da sind alle, und es ist meines Wissens niemand darunter, der nicht angetan wäre mit einem hochzeitlichen Gewand. Alle fühlen und denken so wie ich, denn so gut ich es verstand, habe ich sie unterrichtet und geführt bis hieher. Sie weiter zu führen wäre mir unmöglich, da mir fernerhin kein Weg mehr bekannt ist. Du bist so erfüllt von der Liebe und Kraft des Herrn, dass mich die Liebe zu dir verzehrt. So lasse uns auch von der Überfülle der Liebe des Herrn zu Seinen Kindern, die du in dir birgst, zukommen. Und enthülle uns auch den heiligen Willen des Herrn, dass wir erkennen, was uns für fernerhin zu tun übrigbleibt!“

8. Sage Ich: „Meine Liebe! Die Zeit drängt und der Donnerstag geht zu Ende. Der Erde Sonne hat schon lange den abendlichen Horizont verlassen. Daher werde Ich euch in aller Kürze dartun, woran ihr seid und was künftig euer Geschäft sein wird. Und so hört Mich denn:

9. Der Herr, den du so sehr liebst, den zu lieben aber du dich nun zwingen musst, weil dein Herz Mich nimmer auslassen kann – bin eben Ich Selbst!“ (Hier sinkt die Maria auf ihre Knie.) „Und eure Aufgabe ist, dass ihr Mir nun folgt auf jenen Hügel dort gen Osten, wo viele unser harren. Dort werdet ihr gesegnet und gestärkt werden mit Meiner Liebe, Gnade, Kraft und Macht!“

10. Nach diesen Worten erholt sich Maria ein wenig und ruft mit liebegebrochenem Herzen: „Herr! Herr! Mein Gott, mein Vater! Jetzt erst begreife ich, warum mein Herz nur für Dich so glühend ward. Als ich mittelst meines Verstandes mich bemühte, das Herz zu Gott hin zu wenden, da war das Herz verständiger und wollte von Dir nimmer ablassen. Darum sollten die Menschen stets mehr auf die rechte Bildung ihres Herzens als auf die ihres Verstandes halten. Denn so das Herz in seiner Blindheit schon mehr sieht als der gebildetste Verstand mit offenen Augen – was würde dann erst ein wohlgebildetes Herz zu schauen imstande sein! O Herr, Du Liebe der Liebe meines Herzens! Vergib es der grossen Blindheit meines Verstandes, dass ich Dich damit nicht erkannt habe, da Dich doch mein Herz so leicht erkannte, als es Deine Nähe gewahrte!“

11. Sage Ich: „Sei nur ruhig, Meine liebe Maria! Es ist schon alles in der besten Ordnung. Stehe aber auf und sage deinen Jüngern, dass sie uns folgen sollen.“ – Maria erhebt sich sogleich mit von Freude und Liebe erfülltem Herzen und gibt Meinen Willen schnell ihren Jüngern kund. Diese fallen auf ihre Angesichter und erheben ein starkes Lobgeschrei. Maria aber redet sie sehr weise an, und alle erheben sich vom Boden und sagen: „Heiliger Vater! Sieh uns gnädig an und nimm uns als die geringsten Deiner Diener auf!“

12. Sage Ich „Aller Friede sei mit euch! Eure Sorge ruht auf Meinen Schultern, und Meine Gnade und Liebe sei euer Leben ewig! Das aber sei eure Aufgabe, dass ihr Mich liebet und alle eure Brüder und Schwestern wie euch selbst! Denn Mein Gesetz für die Erde ist auch ein Gesetz für alle Himmel! – Nun aber folget Mir!“

13. Nun erheben sich alle und in wenigen Minuten sind wir an dem bekannten Punkt und werden von allen hoch begrüsst. – Als wir uns alle auf dem Reinerkogel befinden und diesen Berg bis in die Ebene herab einnehmen, segne Ich alle Neugewonnenen und lasse ihnen das wahrhaftige Brot und den wahren Wein aus den Himmeln verabreichen.

14. Als alle gesättigt sind, erheben sie wieder einen Lob- und Dankgesang, der sich bis zum Morgen des Freitags erhält. Beim Aufgang der irdischen Sonne versinken alle Neuangekommenen in eine tiefe Andacht und beten zu Mir in der Tiefe ihrer Herzen und hören damit erst gegen Mittag auf, in welcher Zeit eine zahllose Menge von Mönchen aller Art sich dem Hügel von allen Seiten her nahen.


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