RBLUM-268

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-268 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 268 - Die zwei Boten bei der neuen Maria. Gleichnis von den Kleingewächsen und der Eiche. Vom geistigen Zustand der Erde. Vollendung durch Gnade.


1. Ich aber trete nun zu ihr hin und sage: „Maria! Siehe, der Bote ist schon wieder zurückgekehrt, darum weine nicht! Der Bote ist wohl genau, aber hart ist er nicht.“ – Hier tut die Angeredete schnell ihre Hände vom Angesicht und erhebt sich vom Boden, uns beide etwas verwirrt ansehend. Nach einer kurzen Pause sagt sie schüchtern: „Nun sind zwei Boten da. Welcher bringt mir Nachricht von Dem, den ich allein liebe? Wo ist Er, der die Liebe Selbst ist? Wann werden meine Augen zur Anschauung Seines heiligsten Antlitzes gelangen?“

2. Sage Ich: „Nur noch eine kleine Geduld, Meine geliebte Tochter! – Siehe, der Herr ist wie ein kluger Gärtner: der bringt die weniger schön geratenen Früchte von seinen Bäumen eher ein und legt sie in seine Kammer, dass sie dort die Vollreife erlangen. Die schönen Früchte lässt er aber am Baum hängen, dass der Süssstoff sich mehre und Geist und Leben völlig reif werde im Keim, den das Samenkorn in sich birgt. Ebenso wird auch das Kleingras der Erde in kurzer Zeit reif, aber es besteht darum auch nur eine kurze Zeit. Wenn dann des Winters Fröste und Stürme kommen, da stirbt es bald und behält nur ein schwaches Leben in der Wurzel.

3. Die Eiche aber braucht viele Jahre, bis sie ein zum Früchtetragen fähiger Baum ist. Ist sie aber einmal in der Fülle wohlgereifter Kraft da, dann können Stürme und Fröste toben mit aller Gewalt, so trotzt sie ihnen wie mit eherner Brust. Und siehe, so bist auch du nun durch längeres Harren zu einer vollreifen Frucht geworden, und es wird dir nun leicht sein, die Nähe Gottes zu ertragen. Diese kann niemand ertragen, so er nicht zuvor in sich seinen Geist in allem völlig Gott ähnlich gemacht hat auf den von Gott Selbst gezeigten Wegen. Du aber bist mächtig geworden in der Liebe und auf diese Art nun vollreif im Geiste. Deshalb sind wir beide zu dir hergeeilt, um dich als eine köstliche Frucht einzulesen für die Speisekammer des Herrn. – Aber jetzt wollen wir vorerst noch auf die Höhe zu deinen Jüngern und Jüngerinnen gehen und ihnen eine frohe Botschaft bringen!“

4. Spricht die Maria: „O lieber Freund, Deine Stimme klingt lieblich, und deine Weisheit durchleuchtet wie eine Sonne alle meine Irrsale! Wahrlich, himmlischer Freund, du allein wärest fähig, mir auf noch länger die Verzichtleistung auf den Anblick meines Herrn Jesu Christi erträglich zu machen. Wahrlich, stärkender und belebender kann fast unmöglich der Herr Selbst reden. Gar so himmlisch gut, sanft und lieb siehst du aus! Möchtest du mir nicht gestatten, dass ich dich anrühre? Mich drängt es gewaltig danach!“

5. Sage Ich: „Nun, so komme her und lasse dich von Mir auf die Höhe geleiten! Bei dieser Gelegenheit wirst du Mich wohl anrühren können. Meinst du denn, dass du Mir etwa minder angenehm bist als Ich dir? Denke dir nur so etwas nicht! Denn viel eher, als du Mich geliebt hast, liebte Ich dich mit aller Lebensglut Meines Herzens! Aber hier ist der Ort nicht, um dir alle Seiten Meiner Liebe darzutun. Erst auf der Höhe werden wir uns näher kennenlernen und uns unsere gegenseitige Liebe ganz eingestehen.“

6. Maria tritt nun zu Mir ohne zu wissen, dass Ich schon der Rechte bin. Als sie Meinen Arm berührt, sinkt sie vor Wonne beinahe zusammen und sagt: „Freund, lasse ab von mir! Ich bin viel zu schwach, um deiner Liebe zu widerstehen. Du könntest mir noch alle Liebe zu Jesus, dem Herrn, nehmen und an dein Wesen hinziehen.“ – Sage Ich: „Das macht nichts, Ich und der Herr werden uns deinetwegen schon aufs beste ausgleichen!“

7. Sagt Maria: „Wohl wirst du das tun können. Aber meinem Herzen kann es nicht gleichgültig sein, ob ich den Herrn Selbst oder nur einen Seiner vielen grossen Freunde liebe. Und doch kommt es mir so vor, dass ich ausser dir beinahe kein Wesen mehr lieben könnte. Ich zwinge mein Herz zu Gott hin und finde dennoch nirgends einen Grund. Ich will dich ja nicht lieben; Gott nur will und muss ich lieben. Aber je mehr ich mich bestrebe, dich nicht zu lieben, desto glühender wird mein Herz für dich, mag Gott mit mir machen, was Er will. O du himmlischer Freund, sage doch, wie es denn ist, dass ich dich gar so lieben muss? Oh, was wird aus solcher Liebe werden!“

8. Sage Ich: „Sei nur ruhig und kümmere dich nicht, wie und wen du nun liebst! Es genüge dir, dass deine Liebe rein und gut ist. Jede Liebe, die an sich rein ist, kann nicht anders als nur gut sein. Rein aber ist die Liebe, so sie nichts von Selbstliebe in sich hat. Kommt aber zur reinen Liebe nur etwas Selbstliebe, so durchsäuert diese nur zu bald die reine Liebe und macht aus ihr dann einen sehr elenden Lebensgrund.

9. Und siehe, Meine geliebte Maria, von solch einem Sauerteig ist nun die ganze Erde voll. Aus ihm entstehen lauter böse Geschwüre und Beulen, aus deren Eiter nichts als schändliches Fressgewürm sich erzeugt, oft Polypen mit tausend Saugrüsseln. Darum wirst du Trillionen Feuergeister entdecken, die mit aller Gewalt kaum zurückgehalten werden können, diese Erde samt allem, was sich in ihr, auf ihr und über ihr befindet, mit ihrem ungerechten Grimm in Asche und Staub zu verwandeln.

10. Bei den Menschen ist keine Beständigkeit mehr. Ihre Herzen sind kalt und finster geworden, weil aus dem gärenden Sauerteig ihrer Herzen sich eine böse Luft entwickelt hat, die alles wahre Leben in Gott erdrückt. Aber Ich sage dir, es wird nun auch Gott dem Herrn Selbst die Geduld bald zu kurz werden.

11. Nur einige höchst wenige trägt die Erde noch, um derentwillen Gott noch auf eine Zeitlang der gänzlichen Zerstörung dieser Erde vorbeugen will. Sobald aber diese entweder in der Freundlichkeit Gottes von der Erde abgehen oder am Ende selbst zum Sauerteig werden, was Gott nun gar nicht voraussehen will – so wird die Erde den Feuergeistern übergeben. Diese sollen dann mit dieser Sündenträgerin tun, was sie immer wollen.

12. Aus dem Staub dieser Sündenmutter aber soll dann ewig kein mitzerstörter Geist je mehr zum Leben erstehen. Der Wucher und die Besteuerung haben nun nahezu auf der ganzen Erde eine solche Höhe erreicht, dass es beinahe zur Unmöglichkeit wird, dass die arme Menschheit, bisher noch immer eine wahre Stellvertreterin Gottes und das eigentliche Volk Gottes auf der Erde, mehr bestehen kann. Gott gab der Erde gute Jahre, die Reichen aber machten sie durch ihren Wuchergeist zu schlechten und trieben mit den Nährmitteln schändlichen Wucher.

13. Ich aber werde nun eine magere Zeit über die Erde kommen lassen, dass die Armen von der Erde sterben sollen. Gott wird es wohl merken, was da die Reichen tun werden. Werden sie sich der Armut annehmen und den Wucher einstellen, dann sollen auch die Gerichte aufgehalten und der Erde wieder gute Zeiten gegeben werden. Im Gegenfall aber soll alles ins Verderben gestürzt werden, denn es ist auch schon die Erde selbst zu einem Sauerteig geworden.

14. Wahrlich, Ich befinde Mich nun schon einige Wochen auf ausserordentlichen Wegen wirkend auf dieser Erde und bekomme von Tag zu Tag mehr Ekel an deren Fleischmenschen und an dieser Erde selbst. Heute ist der Erde Donnerstag. Bis zum Samstag in der Nacht nur werde Ich Mich noch auf diesem Sündenboden aufhalten und bis dahin noch heilen und annehmen, was zu heilen und anzunehmen ist. Nach Meinem Abzug aber übergebe Ich diesen finsteren Boden Meinen mächtigen Friedensgeistern, und sie sollen darauf handeln nach ihrem Gutdünken.

15. Nun wirst du wohl einsehen, welcher Unterschied da ist zwischen der reinen, guten und der unreinen, schlechten Liebe. Ich aber sage dir nun wieder, dass deine Liebe zu Mir rein und gut ist, weil du Mich um Meiner Selbst willen liebst. Daher ist deine Liebe Gott überaus angenehm; denn so soll jede rechte Liebe geartet sein und soll nicht gleichen einem Sauerteig der Pharisäer. –

16. Wir sind nun auf die Höhe dieses Berges gelangt. Und siehe, dort vorne unter den Bäumen lagern deine Jünger und Jüngerinnen. Gehe hin und sage ihnen, dass Ich und der frühere Bote da seien, um sie vollends zu erheben zum ewigen Leben infolge der puren Gnade des Herrn!“


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