RBLUM-265

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-265 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 265 - Über Naturgeister und die Sternenelemente der Menschenseelen. Wie aus Gott sich auch unlautere Wesen entwickeln können. Besuch der siebzehn alten Prälaten von Rein.


1. Sagt Robert: „Herr, das verstehe ich. Aber Du hast auch etwas von den Naturgeistern gesprochen, die dann als Wasser zerfliessen. Wer und was sind eigentlich diese Geister?“

2. Sage Ich: „Das sind geistige Ur-Lebensfunken oder einzelne Ideen Meines Herzens. Wenn sie durch Kleingerichte gehörig vorbereitet und durch allerlei Tätigkeiten in Meiner Liebe ausgegoren sind, werden sie auch in materielle, pflanzliche und tierische Formen gehüllt. Am Ende ihres Kreisweges werden sie zu Seelen der Menschen mit aller Intelligenz, auf dass in ihnen dann Mein eigenster Liebegeist zu einem mit solchen Seelen ewig verbundenen Wesen werde.

3. Deine Seele ist auch so etwas, nur nicht von dieser, sondern von einer andern Erde. Etwas, das mit dem Fleisch deines Leibes zusammenhing, ist wohl von dieser Erde hinzugekommen; aber im ganzen gehörst du zu den Seelen der Erdenwelt, die da heisst Uranus.

4. Es haben wohl alle Seelen auf dieser Erde etwas aus allen Sternen in sich. Vorherrschend aber bleibt nur das, was sie aus der Natur jener Erdenwelt haben, auf der sie zuerst als vollständige Menschenseelen ausgebildet wurden. Begreifst du nun, was es mit den Naturgeistern für eine Bewandtnis hat?“

5. Spricht Robert: „Ja, mein Gott und Vater, diese Sache ist mir nun klar! Nur begreife ich noch immer nicht, wie aus Dir, der Du doch in allem das vollkommenste Wesen bist, auch unlautere und unvollkommene Wesen hervorgehen können; denn es kann doch nichts irgendwo dasein, was nicht aus Dir hervorgegangen wäre!“ – Sage Ich: „Freund, diese Sache habe Ich schon bei einer früheren Gelegenheit hell gezeigt. Rufe es in dir hervor, und dir wird alles klar sein.“

6. Spricht Robert: „Ach ja, richtig, als Du uns den Unterschied zwischen Deinen Gedanken und Ideen kundgetan hast! Ja, ja, nun weiss ich es schon: Jeder Gedanke an sich als die Grundlinie zu einer Idee ist rein. Aber weil man aus den Grundlinien (die für sich immer rein bleiben) auch unlautere Bilder formen kann, so sind solche Bilder oder Ideen schon darum mehr unlauter als die Ur- oder Grundgedanken, weil sie auch Unreines darstellen können. Was natürlich bei den Grundlinien an und für sich unmöglich ist. Eine pure Linie bleibt Linie; nicht aber eine Figur, die durch Kombination der Linien entsteht.

7. Aber, Herr! Heute ist schon Montag und wir haben ausser der Bischof- Sebastianschen Geschichte nicht viel anderes gesehen und gehört. Wie wäre es denn, wenn wir einmal einem anderen Punkt einen kurzen Besuch machten?“

8. Sage Ich: „Du sorgst gut; aber heute werden uns siebzehn Prälaten aus dem Stift Rein besuchen, mit denen haben wir etwas abzumachen. Erst morgen werden wir für einige Stunden einen andern Ort besuchen. Nun aber verhalten wir uns alle ruhig, denn die Prälaten sind schon auf dem Weg zu uns her.“

9. Sagt Bischof Waldstein: „Wenn sie nicht zu sehr aus der früheren Zeitperiode sind, dürfte ich wohl jemanden von ihnen kennen?“ – Sage Ich: „Das kaum, denn diese gehören alle der ersten Periode der Entstehung dieses Stiftes an. Die deiner Zeit Angehörenden sind noch lange nicht reif, um dahin gelangen zu können, wo wir uns befinden. – Aber nun kommen sie ganz ernsten Gemüts daher. Darum wollen auch wir sie ganz ernst empfangen und ihnen zeigen, dass auch wir ein gutes Recht haben, uns auf dieser Hügelkuppe aufzuhalten.

10. Der Hügel gehörte einst diesem Stifte und war südwestlich mit kleinen Rebanlagen kultiviert, während die nördliche und östliche Seite der guten Jagd wegen bewaldet blieb. In späterer Zeit hat sich manches geändert und ist manche Besitzung aus den Händen dieses Stiftes gekommen. Diese siebzehn Prälaten aber sind in ihrer Idee noch stets im Vollbesitz alles dessen, was einst zu diesem Stift gehörte. Auf diesen Hügel waren sie sehr stolz und sahen es nicht gerne, so er von Weltlichen besucht wurde, und das wegen der Wildhege. Jetzt meinen sie, wir seien verkappte Wilddiebe, aus welchem Grunde sie willens sind, uns von dieser Höhe zu verschrecken. Gebt nun acht, die Hetze wird sogleich angehen.“

11. Sagt Robert: „Herr, wäre für diese Helden etwa nicht die Helena wegen ihrer bekannten Wiener Schroffheit zu gebrauchen? Die könnte diesen hirsch- und rehsüchtigen Dummköpfen so recht die Wahrheit ins Gesicht schleudern.“ – Sage Ich: „Wäre hier nicht rätlich, denn diese siebzehn verstehen das Wienerische nicht und sind ungeheure Zeloten. Sie stammen aus den Zeiten der sogenannten heiligen Inquisition. Man würde sie sehr böse machen, so man den in ihrem Gemüt schlummernden Eifer weckte, durch den so viele treue Seelen auf das empörendste gemartert worden sind. Was konnte man aber tun? Diese Pfaffen waren wirklich so dumm zu glauben, dass sie durch solche grässliche Handlungen Gott einen angenehmen Dienst erweisen. Und je unerbittlicher so ein Pfaffe war, für desto heiliger hielt er sich und ward auch von allen anderen Finsterlingen dafür gehalten. – Redet daher in Gegenwart dieser siebzehn gar nichts! Verhaltet euch ganz teilnahmslos, als gäbet ihr gar nicht darauf acht, was Ich mit ihnen abmachen werde. Aber jetzt nur ruhig! Sie stehen vor uns und messen uns mit echt inquisitorischen Augen.“

12. Nach dieser Rede tritt ein titulierter Prälatus hervor. Dieser Erzpapist misst Mich vom Kopf bis zur Zehe verächtlichen Blickes über die linke Achsel und sagt: „Wer erlaubte euch, diese heilige Höhe zu betreten und mein Wild scheu zu machen, das ebenfalls heilig ist, weil es für die eifrigen Diener Gottes bestimmt ist? Rede, sonst gibt es Loch, Tod und Verdammnis!“

13. Sage Ich: „Der Herr der Welt hat das Recht, Sich niederzulassen, wo immer es Ihm beliebt, und hat nie vonnöten, die weltlichen Scheinbesitzer um gnädige Erlaubnis zu bitten. Und so hat Er Sich denn auch jetzt das Recht genommen, hier Platz zu nehmen, und das darum, weil dieser Hügel von allen in der Umgebung dieser Stadt durch schmähliche Handlungen arger Menschen am wenigsten entheiligt wurde. – Ich bin Christus, der Herr, und bin gekommen, der argen Welt ein Gericht zu geben und Meinen getreuen Bekennern Meine Gnade, Vergebung ihrer Sünden und das ewige Leben. Wer Mich erkennt, annimmt und sich an Mir nicht ärgert, der soll nicht zugrunde gehen! Wer sich aber an Mir ärgert und nicht glaubt, dass Ich bin der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega, der wird verlorengehen. – Nun wisst ihr alles, was euch nottut. Was werdet ihr nun tun?“

14. Sagt der Primas: „Gib uns ein Zeichen, und wir wollen Deinen Worten glauben.“ Sage Ich: „Es gibt der Zeichen viele vor euren Augen, betrachtet sie, und sie werden euch Licht schaffen! Denn ihr seid gerade nicht böse, aber dafür sehr blind und dumm. Wisst ihr wohl schon, dass ihr alle lange schon gestorben seid?“ – Sagt der Prälatus: „Wie, was, wer ist gestorben? Wie, wo und wann? Lebe ich etwa jetzt nicht? Bin ich tot? Wer vermag mir denn das zu beweisen? Also Zeichen und Beweise für alles, sonst sollt ihr als Gauner und Wilddiebe eingesperrt werden!“

15. Sage Ich: „Nur nicht so hitzig, Meine Lieben, sonst könntet ihr Mich auch in eine Hitze bringen, bei der es euch wohl etwas zu warm werden könnte! Weil ihr aber so mächtige Furcht habt für euer Wild, das nur noch in eurer Einbildung existiert, wollen wir alle auf eine kurze Zeit diesen Hügel verlassen und auf den Berg Schöckel uns begeben. Dort werden euch auf einige Augenblicke die Augen geöffnet, damit ihr seht, ob ihr wohl noch Herren des Stiftes Rein seid, oder ob dieses nicht schon lange von einem neuen Prälaten administriert wird.“

16. Sagt der Primas: „Was?! Auf jenen höchsten Berg von Steiermark sollen wir uns begeben, den wegen seiner Höhe und wegen der vielen Hexen und bösen Geister noch nie eines Sterblichen Fuss betreten hat?“ – Sage Ich: „Eben darum müsst ihr dorthin, um von drei Hauptdummheiten, die eure Sehe gefangen halten, geheilt zu werden: zuerst von der Meinung, als lebtet ihr noch auf der Erde, und fürs zweite, dass der Schöckel bei weitem kein höchster Berg dieses Landes ist und dort weder Hexen noch böse Geister hausen. Darauf erst werdet ihr einsehen, dass auch dieser Hügel durchaus nicht mehr euer Eigentum ist und dass es hier kein Rotwild mehr gibt und man daher hier auch keinen Wilddieb machen kann.“

17. Spricht der Primas: „Wie werden wir aber da hinaufkommen auf solch eine erschreckliche Höhe? Da werden wir ja mehrere Tagreisen brauchen.“ – Sage Ich: „O nein, das werden wir nicht! Zum Beweis, dass auch ihr nun nicht mehr Leibes-, sondern Geistmenschen seid, werden wir diese Reise in einem Augenblick zurücklegen. Ich sage bloss: Es sei! – Und seht, wir sind auch schon da. Nun, wie gefällt es euch hier?“

18. Sagt der Primas ganz verblüfft: „Ah, das ist stark! Ja, wie sind wir denn so plötzlich hierhergekommen? Wie ein Blitz sind wir vom Reinerhügel hierher übersetzt worden. Ja, jetzt fängt mir schon ein Licht an aufzugehen. Wir alle siebzehn sind wirklich schon vor vielen Jahren leiblos geworden. Aber dass uns das nicht früher eingefallen ist! Wir hätten es doch dem entnehmen können, dass dieses Stift doch nie mehr als nur einen Prälaten gehabt hat; und wir waren unser siebzehn, die später dazugewachsen sind. Ist aber doch merkwürdig, wie man so dumm und blind sein kann! – Und jetzt merke ich wohl, dass es noch viel höhere Berge gibt als diesen Schöckel da – und von Hexen und bösen Geistern keine Spur! – Ja, wir müssen jetzt aber diesem wunderbaren Führer sehr danken! Ist er etwa auch nicht Christus, der Herr Selbst, so wird er dennoch ein sehr mächtiger Geist sein, der von Gott aus an uns gesandt ist.“ Hier fallen alle vor Mir auf ihr Angesicht und loben Gottes Kraft in Mir.

19. Robert aber fragt: „Herr! Was habe ich denn eigentlich mit diesen gemein?“ – Sage Ich: „Es sind auch Uraniden wie du und darum sehr hartnäckig. Und du musst sie darum auch aufnehmen in dein Haus. Kennst du nun den Grund dieser Erscheinung?“

20. Spricht Robert: „Ja, Herr und Vater! Jetzt verstehe ich es freilich wohl. Sind etwa die früheren Geister, mit denen wir auf jener Höhe dort unten waren, auch meine Ur- Landsleute?“ – Sage Ich: „Nein, das gerade nicht; aber sie sind dir in der Liebe gleichartig und gehören deshalb auch in deinen Verein. Denn Ich sage dir: Du bist von nun an ein Hauptpfeiler eines neuen Vereins. Das ist ein Lohn, der allen jenen zuteil wird, die auf der Welt aus einem redlichen und guten Grunde in Meinem Weinberge gearbeitet haben.“

21. Bemerken die beiden Bischöfe ganz demütig: „Herr! Wir haben ja doch auch in Deinem Weinberge gearbeitet. Sollen wir hier denn nicht auch irgendein Ämtchen zu versehen bekommen?“ – Sage Ich: „Ihr wart zwar auch Arbeiter, aber die Welt gab euch bereits einen guten Lohn. Dieser aber arbeitete ohne weltlichen Lohn. Für seine Mühe ward er von der Welt mit dem Tode bezahlt, und das macht einen grossen Unterschied zwischen euch und ihm. Er ist ein Märtyrer; seid ihr es auch? Er ist gefallen als ein Opfer seiner Liebe für die Brüder; seid es auch ihr?“


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