RBLUM-264

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-264 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 264 - Gefangennahme Sebastians durch die Friedensgeister. Schneedecke als Sondergericht für Meuterer gegen die Gottesordnung.


1. Die Bischöfe Waldstein und Arko verwundern sich sehr darüber und erheben mit ihrem ganzen demütigen Anhang ihre Augen aufwärts. Als sie kaum den Sebastian ins Auge fassen, ist er samt seinem Anhang schon ein Gefangener der Friedensgeister. Er krümmt sich wie ein getretener Wurm und schleudert einen Fluch um den andern auf das Haupt dieser Geister, die so frevelnd sich an ihm, einem Manne nach dem Herzen Gottes, vergreifen. Aber das kümmert Meine Friedensgeister nicht, und ihre Gemütsruhe lässt sie all das Toben ganz überhören. Sie handeln wie ein Uhrwerk und lassen auch nicht im geringsten mit sich handeln.

2. Bischof Waldstein sagt: „O Herr, das kommt mir geradeso vor, als wenn eine Kreuzspinne die Fliegen in ihrem Netz gefangen hat. So scheinen es auch diese famosen Friedensgeister getan zu haben. Sie müssen schon früher unsichtbar ein Netz weit ausgespannt haben, sonst wäre es kaum begreiflich, wie sie mit Sebastian und dessen Anhang so plötzlich haben fertig werden können. Aber wie der nun flucht und seine Schar mit ihm!“

3. Sage Ich: „Ist nichts Neues von Wesen seiner Art. Hat er doch schon auf der Welt jeden in den Grund der Hölle verflucht, der nicht nach seinen Noten tanzen wollte – wie sollte er dann hier anders handeln können? O das ist ein dummböser Geist, der in grösster Gemütsruhe eine Million Menschen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen mit Wollust hätte verbrennen sehen können. Das macht ihn nun aber so wütend, weil er sich nirgends mehr Luft machen kann.

4. Seht, wie die Geister ihn nun durch die Luft gegen Obersteier hinschieben. Sie werden ihn auf einer Hochalpe versorgen; die geringeren Geister aber auch auf niederen Gebirgshöhen, als da sind der Schöckel, der Rabenwald, der Kulm und noch andere. Nun haben sie schon die Höhen erreicht. Und seht nun, wie die Rücken der Berge grau und nach und nach weisser werden. Wie gefällt euch das?“

5. Sagt Waldstein: „Diese Geschichte sieht wahrlich traurig und düster aus! Wie lange werden diese Geister wohl unter solch einer Kühldecke zu verbleiben haben? Etwa gar ewig?“

6. Sage Ich: „O mitnichten! Sobald sie zur Einsicht aus sich selbst gelangen, dass sie grundfalsch und irrig daran sind, und sich in ihren Herzen an Mich wenden, sollen sie von solch einem Gericht sogleich befreit werden, aber eher nicht um eine Sekunde! Sebastian aber wird noch unters Eis der Gletscher gebracht werden müssen, bis er gehörig abgekühlt wird. Denn der hat des Hochmuts viel in sich und ist dabei so dumm, dass er seinen Hochmut sogar für gottesverdienstlich ansieht. Mit solchen Narren ist schwer weiterzukommen, aber wir dürfen ihnen gegenüber unsere Geduld, Gnade, Liebe und Erbarmung nie auf die Seite setzen, weil sie auch unsere Brüder sind, für deren Heil wir sorgen müssen.“

7. Spricht Robert, der auch die Gefangennehmung und Weiterbeförderung Sebastians und dessen Anhangs betrachtet hatte: „Herr, Du allgütigster, bester Vater! Ich sehe nun, so weit mein Auge reicht, alles mit Schnee bedeckt. Alle höheren Berge Steiermarks, Kärntens, Tirols, Salzburgs sind hoch überschneit. Das kann doch unmöglich alles des Sebastians falscher Grund und Boden sein!“

8. Sage Ich: „Das freilich nicht. Aber solcher Narren gibt es in allen Landen gar viele. Bei diesen Geistern aber geht die Sache wie durch eine elektrische Kraftverbindung: So auch in einem verborgensten Winkel irgendein Geist erregt wird, werden im selben Augenblick alle Geister gleicher Art erregt und in besondere Tätigkeit versetzt. Ist diese Meiner Ordnung schroff zuwider, so werden dann alle solche Geister auf einmal in allen Landen gepackt und zurechtgewiesen durch taugliche Mittel. Aber mit dem Besserwerden geht es dann nicht so gleichartig und plötzlich wie mit dem Erregtwerden zum Bösen; sondern da geht es dann beinahe so, wie wenn auf einem Feld tausend Menschen in Reih und Glied durch einen Erdstoss plötzlich umgeworfen würden. Fallen werden sie sicher alle zugleich; aber mit dem Aufstehen wird es wohl schwerlich so gehen. Einige werden sich gleich wieder aufrichten. Andere hingegen, die sich mehr oder weniger beschädigt haben, werden sich mühsam erst nach und nach langsam emporrichten. Und einige, die dabei schwer verletzt wurden, werden zum Aufstehen wohl sehr viel Zeit und Mühe brauchen, ja einige werden als Totgewordene liegen bleiben. Und gerade so geht es auch bei diesen Sondergerichten! Gefangen werden sie alle auf einmal; aber frei werden sie nicht so, weil das nicht von einer äusseren Macht, sondern rein nur von ihrer eigensten Lebenskraft abhängt.

9. Also ersiehst du nun wie auf einen Schlag alle Berge voll Schnee, der da eine Kühldecke ist für zu hitzige Geister, aber der entsprechenden Bedeutung nach die erscheinliche Kraft der Friedensgeister. Wird diese Kraft dann wieder von den Geistern zurückgezogen, zerfliessen die mitgefangenen Naturgeister als Wasser. Die unter diesen Naturgeistern aber gefangenen wirklichen Geister werden dann wieder frei und können tun, was sie wollen. Wenden sie sich dem Guten zu, so ist es eben gut und wohl für sie; wenden sie sich aber wieder dem Schlechten zu, nun, so ergeht es ihnen auch natürlich wieder nicht anders als schlecht.“


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