RBLUM-263

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-263 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 263 - Drei Bischöfe von Graz auf Wolken. Ein Jesuit als Sendbote. Der herrschsüchtige Sebastian und seine zwei besseren Kollegen. Gericht über die Hochmutsrotte.


1. Sagt nun Kaiser Joseph: „O Gott! Drei Bischöfe auf einmal, und das aus Graz auch noch dazu! Armer Hügel! Diese Last wird dein Haupt vom Angstschweiss triefen machen. O Herr, gedenke der Spektakel in den Katakomben des Doms zu Wien, und das waren bis auf meinen Migatzi noch lauter Gleichgesinnte! Das aber ist bei den Grazer Bischöfen von jeher der Brauch, dass ein Nachfolger stets ein abgesagter Feind seines Vorgängers war. Nun drei solche hund- und katzische Bischöfe mit ihren Leibgarden auf einmal! O Herr und Vater, greife jetzt nur recht tief in Deinen Schatzkasten der Gnade und Erbarmung! Sie wird uns allen im höchsten Grade vonnöten sein.“

2. Sage Ich: „Ja, Mein lieber Freund, du dürftest zwar nicht ganz unrecht haben, aber unter den dreien gibt es nur einen Hauptrenitenten, die anderen zwei sind ganz gute Geister. Da kommen sie schon in einer auch für Fleischesaugen ersichtlichen Wolke, deren besonders dunkle Färbung deutlich bekundet, welcher Beschaffenheit ihre Passagiere sind. Die beiden Besseren haben zwar nur eine kleine Leibgarde, die aber fest bei der Hand ist.

3. Aber der eine im Hintergrund des nächtlichen Dunkels hat eine starke Leibwache bei sich, die geradeso fühlt, denkt und will, wie er selbst. Beobachte ihn nur, wie stolz er daherfährt auf seiner dunklen Wolke, als ob er über Himmel und Erde zu gebieten hätte! Er ist nun bei drei Jahre ein Bewohner dieser Welt und weiss es, ansonsten er nicht auf den Wolken einherführe. Aber er hat von seiner ultramontanen Gesinnung noch um kein Haarbreit etwas nachgegeben. Er ist noch immer ein päpstlicher Hausprälat, und diese Würde nimmt ihm so leicht niemand. Und in einem solchen Hochwertsgefühl fährt er nun langsam zu uns herüber und erwartet von uns die ehrerbietigste Aufnahme. Wie gefällt dir dieser Geist?“

4. Sagt Joseph: „Wahrlich ein nettes Exemplar von borniertester Dummheit! So ein Kerl gäbe eine sehenswerte Rarität in einem Museum ab. Nein, ist aber das ein Kerl!“

5. Sagt auch Robert: „Ich habe von diesem Zeloten sogar bis nach Sachsen die seltsamsten Stücke vernommen und bedauerte sehr diese Stadt und dies schöne Land, dass es von solch einem Finsterling in kirchlicher Hinsicht beherrscht und noch dümmer gemacht wird, als es ohnehin schon war. Dieser verschmitzte Kerl wusste sich bei dem Hofweibervolk einzuschmeicheln, setzte auf diesem Weg alles durch und bildete sich nach und nach zu einem förmlichen Kirchentyrannen aus. Er vergrösserte seinen Hofstaat mit vielen in diesem Lande schon lange aufgehobenen Orden, die er wieder einführte. Er hat zu dem Aufstand des Jahres 1848 nicht Geringes beigetragen, und es ist jammerschade, dass er auf der Welt den vollen Ausbruch nicht erlebt hat, denn so ein paar Katzenkonzerte hätten ihm durchaus nicht schaden können.

6. Jetzt aber schwebt er schon über uns und tut, als bemerke er uns gar nicht. Was will er denn mit seiner fortwährenden Kreuzschlagerei? Und was sollen seine roten Strümpfe, seine weisse Bischofsmütze, sein goldener Mantel und sein silberner Hirtenstab bedeuten? Auf der Erde war das wohl ein Blendwerk für blinde Menschen, aber wen will er denn hier im Geisterreiche damit breitschlagen?“

7. Sage Ich: „Nur eine kleine Ruhe nun, Meine lieben Kinder, Freunde und Brüder! Wir werden ihn bald hier haben, und er wird uns zu tun geben. Seht, er entsendet schon einen Dienstbaren! Aus seiner Frage werdet ihr leicht erkennen, wie der hoch über der Erde schwebende Bischof über uns denkt. Er ist da, daher jetzt aufgepasst!“

8. Ein unverkennbarer Jesuit und noch ein Helfershelfer treten keck vor uns hin, und der erste fragt: „Was seid ihr denn für ein elendes Zigeunergesindel, dass ihr vor einem von Gott mit aller Macht ausgerüsteten Kirchenfürsten, so er auf den Himmelswolken segnend einherzieht, nicht einmal die Hüte abnehmt und auf eure verdammlichen Knie niedersinkt?“

9. Sage Ich: „Du sagst, dieser Bischof sei mit aller Macht von Gott ausgerüstet? Wenn es so wäre, müsste Ich doch etwas davon wissen! Und ob die Wolke, auf der er schwebt, gerade eine Himmelswolke ist, auch davon sollte Ich am ersten wissen.“

10. Spricht der Jesuit: „Warum gerade du, Zigeunerbub? Dir wird es der grosse Gott gerade auf die Nase binden, du dummer Zigeuner! Weisst du denn nicht, dass alle Zigeuner von Gott schon auf der Welt für ewig verdammt sind?“ – Sage Ich: „Nein, Mein Lieber! Auch davon weiss Ich keine Silbe und sollte doch am allerersten davon wissen. Merkwürdig, was du doch alles weisst und Ich nicht! Sage Mir, warst du denn zugegen, als Gott diesem Bischof solch eine unbegrenzte Macht über die Erde eingeräumt hat?“

11. Sagt der Jesuit: „Gott erteilt solche Macht stets unsichtbar. Man muss ihre Gegenwart aus den mannigfachen Wirkungen erkennen. Gott aber wohnt im unzugänglichen Licht, und ausser den heiligen ersten Engeln, die stets um Seinen Thron auf Seine Befehle harren, darf niemand sich Ihm nahen. Verstehst du die Tiefe dieser Weisheit?“

12. Sage Ich: „Scheint eben nicht sehr tief zu sein, deine Weisheit! Und Ich muss dir wieder gestehen, dass Ich von all dem nichts weiss. Merkwürdig! Aber das weiss Ich wohl, dass dein Bischof Sebastian ein Ochs ist und du ein Esel! Tiere, eben nicht böser Art, aber über alle Massen dumm. Für uns alle, wie wir da sind, ist Gott sehr sichtbar und wohnt in einem durchaus sehr zugänglichen Lichte. Nur den auf der Welt noch stark im Fleisch Lebenden muss Gott wegen deren Willensfreiheit unsichtbar bleiben, solange sie nicht des Geistes volle Wiedergeburt erlangt haben. Er bleibt aber auch Geistern eures Gelichters unsichtbar, weil ihr nicht rein und wiedergeboren seid. Und Er wird es noch hübsch lange bleiben.“

13. Sagt der Jesuit: „In welcher Gegend seht ihr denn Gott?“ – Sage Ich: „Gerade in derselben, in der ihr Ihn nicht seht und noch lange nicht sehen werdet. Und so Er euch schon auf der Nase sässe, werdet ihr Ihn dennoch nicht erkennen. Gehe hin zu deinem blinden Bischof und sage ihm: Hier wohnt das Heil der Menschen! So er auch ein Mensch ist, komme er her, gebe Gott die Ehre und nehme teil am Heile, sonst dürfte er samt euch allen zum Anteil des Todes gelangen! – Sage ihm: Gott der Herr braucht keinen Seine Macht ausübenden Weltsegner. Er segnet die Welt schon Selbst. Der Bischof soll nur sein eigenes Herz mit Demut segnen und nicht hochtrabend auf den Wolken herumfahren. Sage ihm, Gott der Herr Selbst wandle nun auf der Erde umher, und es schicke sich daher nicht, dass sich ein schlechter Knecht der Wolken bedient!“

14. Sagt der Jesuit: „Wer bist denn du zigeunerähnliches Wesen, dass du es wagst, dich gegen mich, einen Gottesdiener, und gegen eine kirchenfürstliche Autorität so keck zu gebärden, als ob du selbst die Kirche eingesetzt hättest? Ich frage dich, du unheimlicher Zigeuner, wer du bist und wer diese Gesellschaft?“

15. Sagt Joseph geheim zu Mir: „O Herr, du lieber Vater, meine Geduld wird nun schon so dünn wie ein Spinnfaden! Sie reisst im nächsten Augenblick, so sich dieser Feind des Liebelebens in Dir nicht bald aus dem Staube machen wird.“

16. Sage Ich: „Lieber Freund, sei nur ruhig und ärgere dich nicht! Kannst du von einem Esel etwas anderes verlangen als das, was in seine Tätigkeitssphäre gehört? Er hat nun vernommen, was er tun soll. Will er das, so ist es gut, und will er es nicht, so wird es wohl noch ein Mittel geben, dieses Lasttier loszuwerden.“

17. Sagt der Jesuit: „Bekomme ich eine Antwort oder nicht?“

18. Sage Ich zu ihm ziemlich gewaltig: „Nein, hebe dich, sonst wirst du gehoben werden!!“

19. Auf diese Worte macht er ein saures Gesicht und entfernt sich zu seinem Bischof hin. Er gibt ihm, beinahe bis zur Zehenspitze gebeugt, alles kund, was er zu seinem Überdruss gesehen und gehört hat. – Sehet aber nun den Bischof an, was der nun für ein gelehrtes Gesicht macht, als ob er beschlösse: ,Soll ich die Erde noch leben lassen oder nicht? Gibt es keine Blitze mehr, dass ich sie schleudere unter diese frevelnde Menge?‘ – Es fällt ihm aber nichts Brauchbares zur Rache ein, daher macht er Miene, unverrichteter Dinge weiterzuziehen.

20. Aber nun umringen ihn die zwei anderen Bischöfe mit ihrem ganz ehrenhaft aussehenden Gefolge. Und der grosse, namens Waldstein, sagt zu ihm: „Freund, Kollege! Was ist es mit dir? Was willst du tun? Erkennst du die lichte Schar denn nicht, die da unten die Kuppe des Hügels mit ihrer Gegenwart segnend deckt? Siehst du denn nicht klar wie eine Sonne am Mittag Christus, den Herrn, drei Seiner ersten Apostel, alle Kaiser aus dem Hause Habsburg, den berühmten Erzbischof Migatzi und noch eine grosse Menge vollendeter Geister?“

21. Hier wird Bischof Sebastian ganz glühend vor Zorn und sagt: „Ich kenne euch beide Ketzer! Das kirchliche Verderben, das ihr in diesem Lande angerichtet, habe ich zwanzig Jahre hindurch nicht auszumerzen vermocht – und ihr wollt mich Christus kennen lehren?! Mich, der ich erfüllt bin von Seinem heiligen Geiste und die Schlüssel zum Himmel und zur Hölle in meinen Händen trage! Wer kann Christus wohl besser kennen als ich?“

22. Sagt Waldstein: „Freund! Ich sage dir, wenn du eine solche Rede führst, so hast du Christum nie gekannt, denn mit solch einem Hochmut wandelt der Geist des Herrn nimmer. Du bist nichts als ein herrschsüchtiger, stolzer Pfaffe und hattest dich auch mit einer schwärzesten Pfaffenrotte umgeben, um durch die Masse zu deinem Ziel zu gelangen. Aber der Herr machte dir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Und du hast durch deine Mühe gerade das Gegenteil erreicht von dem, was du hast wollen, nämlich eine absolute Pfaffenherrschaft über die ganze Erde! Und du gibst uns vor, Alleinbesitzer des Heiligen Geistes zu sein! – O du elender Wicht! Du bist wohl im Alleinbesitz des Höllengeistes, der Lüge und Hochmut heisst; aber den Geist Christi hast du noch nie erkannt, denn du bist ja ein abgesagter Feind dieses Geistes!“

23. Auf diese energische Rede Waldsteins wird Sebastian stets glühender und ebenso sein zahlreiches Gefolge. Waldstein und Arko aber senken sich nun zur Erde nieder. Als sie die Erde berühren, entsende Ich sogleich den Robert, dass er sie zu Mir führe. Sie gehorchen sogleich und begeben sich in tiefster Ehrfurcht zu Mir hin. Ich gehe ihnen bis zum halben Weg entgegen und führe sie Selbst auf die Kuppe des Hügels.

24. Da angelangt wollen Waldstein und Arko auf ihr Angesicht zu Boden sinken. Ich aber verhindere sie daran und sage: „Freunde, das ein anderesmal, nun haben wir viel wichtigere Dinge vor uns! Dieser Sebastian hat recht böse Absichten und will der Erde Übles zufügen. Heute ist Donnerstagabend; am Mittwoch ruhte er und auch wir. Heute noch will er auf der Erde der ihm angetanen Beleidigung wegen alles ihm Unterkommende verheeren. Aber Ich habe bereits schon den starken Friedensgeistern einen Wink gegeben: In dieser Nacht noch wird er geknebelt samt seinem grossen Anhang zur Erde niedergeschleudert und dort gehörig abgekühlt werden.“

25. Spricht Waldstein: „O Du heiligster Vater! Wie wird das wohl zugehen, und wie werden wir es erkennen, da wir noch sehr viel Blindheit in uns haben?“

26. Sage Ich: „Hebt eure Augen empor und seht die weissen Geister des Friedens, wie sie schon von allen Seiten her sich in bester Ordnung aufstellen! In Blitzesschnelle werden jene Wüteriche samt Sebastian geknebelt auf den Boden geschleudert werden. So ihr morgen die hohen Berge rings umher mit Schnee bedeckt erschauen werdet, so wisst: Da liegt Sebastian in seinem Triumph auf dem besten Zornfeuer-Abkühlungsapparate, nämlich unter der Decke, die ihm die Friedensgeister vom Norden zu einem nützlichen Präsent hergebracht haben.“

27. Sagt Waldstein: „Also hat der Schnee auch eine geistige Bedeutung?“

28. Sage Ich: „O sicher! Was immer auf der Erde in Erscheinlichkeit tritt, hat durchgängig zuerst geistige Wichtigkeit, dann erst auch naturmässige. – Nun aber gebt acht, die wilde Jagd wird sogleich beginnen!“


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