RBLUM-260

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-260 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 260 - Eine andere Geisterszene. Der Herr mit den Seinen am Reinerkogel. Heilsuchende Geister aus den Bergeshöhen.


1. Auf dem Weg von Frohnleiten bis Graz machten wir jedoch noch eine kleine Rast, wo uns eine Menge von allerlei bunt durcheinandergemengten Geistern unterkommt, meist frühere Aufsichtsbeamte, Seelen verstorbener Aufseher, Grenzwächter, Polizeiknechte und Gerichtsdiener. Diese stellen sich auf und fordern von uns die Pässe, ansonsten sie uns ergreifen müssten. Man sei jetzt der Fremden wegen äusserst streng, und weil ihr Gesetz so laute, könnten sie bei Verlust ihres Amtes unmöglich anders, als das Gesetz strengstens handhaben.

2. Hier treten von Rudolf von Habsburg angefangen alle Kaiser ganz als Kaiser orniert vor und sagen zur Wachmannschaft: „Reisen bei euch auch Kaiser mit Pässen und Passierscheinen?“ – Hier prallt die Wache zurück vor Schreck und Entsetzen; nur einer fragt ganz schüchtern: „Ja, aber wieviele Kaiser regieren denn jetzt auf einmal? Um Gottes willen! Da gibt es ja beinahe mehr Kaiser als Untertanen. Ja, da ist's freilich nichts mit dem Passabverlangen. Es könnte leicht der Kaiser von Russland dabei sein, und da kämen wir in eine schöne Wäsche!“

3. Sagt ein anderer: „Aber das kommt mir doch ein bisschen verdächtig vor, dass diese grossen Herren zu Fuss daherkommen.“ – Sagt der erstere: „Dummer Kerl! Sie werden die Bahnstrecke besehen wollen und gehen deshalb zu Fuss.“ – Sagt ein anderer: „Ja, so wird es sein! Aber wer wohl die anderen sind? Es müssen ihrer gut bei dreitausend sein.“

4. Sagt der erste: „Nur keine dumme Frage mehr! Es wird halt wo ein grosser Kongress sein und darum kommen jetzt alle Potentaten zusammen und werden sich beraten. Seid nur alle schön stille und rührt euch nicht, sonst können wir morgen alle miteinander hoch über der Erde ohne Atem in freier Luft schweben. Ich allein werde hingehen und sagen, dass die Majestäten sogleich ungehindert Ihre hohe Reise fortzusetzen geruhen wollen.“ – Die anderen ziehen sich nun zurück, nur der erste geht hin in gebeugter Stellung und macht stotternd seine obige Anrede.

5. Kaiser Joseph aber sagt zu ihm: „Du bist wohl bloss darum so amtsstrenge, weil dir dein Amt ein Brot verschafft! Am Gesetz selbst scheint dir wenig gelegen zu sein. Ich sage dir: Du bist ein schlechter Diener deines Herrn. Wer das Gute nicht des Guten wegen tut, ist nie eines Lohnes wert! Merke dir das! In der Zukunft beachte das Gesetz des Gesetzes und nie deines Amtsbrotes wegen, so wirst du ein rechter Diener Dessen sein, der das Recht hat, Gesetze zu geben. Und nun Gott befohlen! Sehe Er, dass Er weiterkommt!“

6. Der Amtsdiener entfernt sich nun, holt seine Gehilfen ein und erzählt ihnen, was zu ihm ein sehr strenger Kaiser gesagt hatte. – Die anderen aber sagen: „Seien wir froh, dass wir so gut davongekommen sind! Sie ziehen nun gottlob weiter.“ – Von diesen Geistern war auch noch keiner reif. Aber durch diesen Zusammenstoss haben sie wenigstens einen geheimen Wink erhalten, der sie nachgiebiger macht. Sie ziehen sich nun mehr auf die Berge zurück, wo sie zur Einsicht gelangen werden, dass sie sich nunmehr in der Geisterwelt befinden.

7. Nach dieser Begebenheit ziehen wir gemach unter mannigfachen Besprechungen weiter und gelangen genau um sechs Uhr abends, den 4. Oktober 1850, zu dem vorbestimmten Platze – um welche Zeit ihr, Meine Freunde, euch am Schlossberge befandet. Dort habt ihr durch allerlei Zeichen in Form von Sternchen, dann durch ein euch stärkendes Gefühl, durch die Ruhe der Natur, durch die ehrfurchtsvolle Stellung der Wolken wie auch durch die freundliche Beleuchtung des Hügels Meine Ankunft gut und wohl verspürbar merken können.

8. Gleich bei Meiner Ankunft fingen Massen von Geistern aller Art an, sich an den Hügel zu drängen. Viele darunter ganz böser Art, die jedoch schnell gegen Abend hin gedrängt wurden. Die Verdunklung des Plabutschberges durch schwarze Dünste benachrichtigte sogar eure Sinne davon. Ja sogar Satana war unter diesem Auswurf. Mehr um den Fuss des Hügels lagerten sich bessere Wesen und baten um eine Verbesserung ihres Loses. Als diese ihnen gewährt wurde, zogen sie dankbar ab.

9. Darauf kam vom Schöckelberg her eine ganze Legion Geister, noch sehr dem Naturreich angehörend. Ihre Ankunft mochtet ihr durch eine Feuerröte an der rechten Seite gegen sieben Uhr recht deutlich wahrnehmen. Diese verlangten ganz ungestüm die Erlösung vom beschwerlichen Bergdienst, was ihnen zum Teil gewährt wurde. Und sie gaben sich zufrieden, was ihr durch das Verschwinden dieser Helle habt entnehmen können.

10. Darauf kam eine Menge Geister von der ganzen Umgebung dieses Ortes und bat um die Segnung dieser Gegend. Sie wurde ihnen auch noch vor der siebenten Stunde gewährt. Ihr habt diese Segnung mitempfangen und habt sie durch einen regenbogenfarbigen Lichtausguss übers flache Land sehr wohl merken können.

11. Der Freund And.h. W. hat auch in Gestalt von Sternchen die Anwesenheit der vielen Monarchen gesehen, die sich gegen Süden hin am Berge gelagert haben. Du, Mein Knecht, aber hast gegen Osten hin ganz auf der Höhe einen weissen Lichtschimmer gesehen. Das war Ich zwischen den vier Quartiermachern und den drei Aposteln.

12. Während der Nacht ist noch eine Menge unzufriedener Geister beruhigt und abgefertigt worden. Sie haben sich auch mehr zur Ruhe begeben, was für euch sichtbar die heitere Nacht zur Folge hatte wie auch den heutigen reinen Morgen und darauffolgenden Tag. Es werden sich zwar immer noch Wolken zeigen. Das sind Geister, die noch immer etwas mehr wollen, als sie schon empfangen haben. Aber ihre Liebe ist noch schwach, daher auch ihr Gewinn nicht stärker.

13. Heute, den 5. Oktober, um halb zehn Uhr, kam eine Schar starker Geister durch die Luft, gab Mir Ehre, Lob und Preis und errichtete Mir schnell ein erhabenes Wohnhaus. „Denn“, sagte ihr Anführer, „es ist nicht fein, den Herrn der Herrlichkeit auf dem schmutzigen Erdgrunde weilen zu lassen.“

14. Ich aber sagte zu ihnen: „Lasset ab von eurem Eifer! Ich weiss, warum Ich so handle und nun die Erde berühre mit Meinen Füssen. Zieht ein dies Gezelt! Wollte Ich eine Wohnung, stünde sie sogleich Meiner würdig da. Erbaut Mir dafür lieber in eurem Herzen ein rechtes Haus, das werde Ich dann zur Wohnung nehmen. Aber dieses luftige Taubenhaus ist Mir durchaus nicht genehm, daher reisst es sogleich wieder ab!“

15. Diese Geister taten wie ihnen geboten und fuhren dann wieder etwas unvergnügt ab. Du, Mein Knecht, hast es auch gesehen und schnell aufgezeichnet. Die violettfarbigen Wölklein zu beiden Seiten dieses Taubenhauses waren eben diese Geister, die sich darauf bald zurückzogen.

16. Robert macht soeben die Bemerkung, es befremde ihn sehr, dass sich hier Massen von allerlei Geistern fortwährend an den Hügel drängen, während man in Wien sie eigens habe aufsuchen müssen, um mit ihnen irgendeine Verhandlung vornehmen zu können. Woher denn das komme?

17. Ich aber sage zu ihm: „Sieh, das ist ein Gebirgsland. Geister, die sich auf den Höhen der Berge lagern, haben schon eine hellere Schau und wissen, woran sie sind. Sie kommen daher scharenweise zu Tausenden und bitten um eine baldige Verbesserung ihres Zustandes. Aber es ist noch in manchen eine tüchtige Portion Selbstsucht; daher darf man ihnen nur soviel tun, als zu ihrem Heil unumgänglich nötig ist. Würde man ihnen zu viel gewähren, so würden sie übermütig und fingen allerlei Spektakel an. So aber, wenn sie mehr in Dürftigkeit gehalten werden, bleiben sie nüchtern und reifen der Vollendung schneller entgegen. Du wirst noch so manches in aller Kürze erfahren, was dir bisher noch ganz fremd war. Jetzt aber nur wieder ruhig! Es kommen schon wieder neue Scharen an!“


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