RBLUM-257

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-257 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 257 - Gespräche über alte und neue Zeit. Die Welt war nie gut, immer nur wenige Menschen in ihr.


1. Wir bewegen uns wieder weiter bergabwärts und erreichen den Ort Spital am Fuss des Semmering.

2. Kaiser Karl tritt abermals hervor und sagt: „O Herr und Vater, der Du heilig bist, überheilig! Zu meiner Zeit war dieser Ort wirklich ein Asyl für arme Leidende. Ich selbst habe ihn öfter bei meinen Reisen nach dem Süden besucht und beschenkt. Aber mit mir hat sich bald alles verloren, und der Wohltätigkeitssinn der bemittelteren Steirer hat sich nur zu schnell in einen Gewinnsinn verwandelt. Die Leute wollten reich werden und vergassen nur zu bald, dass der Arme nichts hat und sonach auch nicht leben kann. Es hat aber das dem Lande wenig Segen gebracht. Zu meiner Zeit war es eines der reichsten Länder des ganzen Reiches, und nun wird es bald zu den ärmsten gehören.“

3. Sage Ich darauf: „Ja, da hast du nicht ganz unrecht. Es gibt wohl einige, die noch Erkleckliches leisten; aber im allgemeinen wird es nicht bald in einem Lande so viele Selbstsüchtler geben wie eben in diesem. Sein Hochlandsteil ist noch der bessere Teil, aber das Unterland ist schlecht bestellt. Gewinnsucht, Unzucht, Unglaube auf der einen, der krasseste Aberglaube auf der anderen Seite! Eigennutz, oft starre Gefühllosigkeit gegen die arme Menschheit, Geiz und Neid und stete Missachtung des Nächsten sind so die Hauptgrundzüge dieses Landes. Darum aber besuchen wir dies kranke Völkchen, um es möglicherweise ein wenig gesünder zu machen. In der Stadt dieses Landes wird es uns nicht leiden, daher werden wir auch für die kurze Weile unseres Aufenthalts ausserhalb herum unser Quartier suchen.“

4. Sagt Karl: „Herr! Da schlage Donner und Blitz in diese Stadt! Das müssen ja rechte Teufel von Menschen sein! Gibt es denn keine Beamten, kein Militär, keine Polizei darinnen?“

5. Sage Ich: „O genug, aber wenige Menschen darunter! Die Beamten möchten nur zu bald schon grosse Herren sein, um mehr Geld zu bekommen. Daher sind ihre Herzen auch meistens aus Stein, und sie üben häufig ihr Amt unerbittlich strenge, auf dass man bei einer Vorrückung ihrer als tüchtige Männer gedenken möchte. Wenige nur sind mit dem zufrieden, was sie sind und was sie haben. Die meisten wollen nur steigen und steigen, und siehe, das ist ein grosses Übel; da sieht ganz entsetzlich wenig Liebe und noch weniger wahre Gerechtigkeit heraus.

6. Wäre in dieser Stadt nicht so manche militärische Gewalt vorhanden, ginge es dem Beamtenstande im allgemeinen schlecht, denn er ist durchaus nicht beliebt. Soll der Beamte Segen streuen im Staat, so muss er viel Liebe haben! Hat er diese nicht, so sät er nur Unkraut und Disteln, wo er wirkt, und erzeugt Hass und Verachtung bei den Untertanen.“

7. Sagt Rudolf von Habsburg: „Aber Herr, da sieh an die zwei breiten Strassen! Die eine fürs Fuhrwerk und die andere für die eisernen Wagen. Wie viel schönes Land nehmen sie ein, während zu meiner Zeit alle Strassen nur enge sein und über sonst unverwendbare Landesstellen gehen mussten. Ich hatte keine Staatsschulden und hatte doch auch manchen Krieg zu führen. Die aber nun auf so breiten Strassen einherfahren und ihre Sachen schnell weiterschaffen, sind nun aller Welt schuldig. Wahrlich, das begreife ich nicht!“

8. Sage Ich: „Das besteht einfach darin: Weil sie keine Liebe haben, so können sie auch unmöglich ein rechtes Licht haben. Wenn die Menschen lebten nach dem Bedürfnis, hätten sie alle genug. Weil sie aber dem Luxus leben und der Hoffart, so leiden sie Not und Elend und werden aller Welt Schuldner. Verstehst du diese einfache Grundwahrheit?“

9. Sagt Rudolf: „O Herr, leider verstehe ich sie! Es wird wohl nun die Zeit auf Erden sein, von der Du vorausgesagt hast, dass in ihr die Liebe erkalten und kein Glaube bestehen wird. Aus all den Einrichtungen, die ich bis jetzt gesehen habe, geht das nur zu klar hervor. Nichts als eitle Pracht, Hoffart und Luxus! Ein jeder will sich vor dem andern hervortun.

10. Wenn ich auf meine Zeit zurücksehe, so war da auch in der Tracht eine Ordnung. Ein jeder musste nach der Vorschrift seinem Stande gemäss sich kleiden, und dadurch war dem Hochmut und der verschwenderischen Luxuspracht sehr gesteuert. Jetzt aber hat die gegenseitige Achtung, die Liebe, der Glaube, die Barmherzigkeit aufgehört, und der kalte, gefühllose Verstand beherrscht die Herzen der Menschen überall, wohin man nur immer sein Auge wendet.

11. Zu meiner Zeit waren an den Strassen freie Herbergen eingeführt, in denen arme Reisende unentgeltlich verpflegt wurden. Jedermann hatte rechtlichen Anspruch auf die Gastfreundschaft seines Glaubensbruders, nur Juden und Heiden mussten dem Wirt einen kleinen Tribut entrichten. Der Tavernenwirt hatte das Recht, in die benachbarten Gemeinden Sammler auszusenden, die ihn reichlich mit allem versahen. Und das war gewiss eine gute Einrichtung. Jetzt ist von so etwas keine Spur mehr. Hat der Reisende kein Geld, ist er dem Hungertod verfallen. O Menschheit, wie weit vom Wege zum Himmelreich Gottes hast du dich entfernt!

12. O Herr! Ich glaube, mit diesen gegenwärtigen Menschen wird wenig mehr zu richten sein. Denn da trägt ja schon fast ein jeder das Gericht des Todes auf seiner Stirne geschrieben. Wo niemand mehr die Not seines Nächsten einsieht, wo die laute Klage des Elends überhört wird vor dem lauten Prunkgeräusch der Welt, da ist Grün und Gras beim Kuckuck. Daher meine ich, dass man da mit dieser geistig beinahe toten Menschheit keine besonderen Umstände mehr machen, sondern sie naturmässig ganz aussterben lassen sollte durch allerlei Seuchen. Nur die wenigen Guten, die hie und da zerstreut leben, sollte man erhalten, dass durch sie dann die Erde doch wieder zu besseren Bewohnern käme.“

13. Sage Ich: „Mein lieber Freund, du hast wohl ganz recht; es ist wahrlich ein Elend, wie es nun in der Welt aussieht! Ich sage dir, um ein bedeutendes ärger als zu Noahs und Lots Zeiten. Aber was kann man da anderes tun, als Geduld über Geduld haben? Lass sie heute alle sterben, so werden sie im Geisterreich um kein Haar besser sein als auf der Erde. Lässt du sie aber auf der Erde eine Zeitlang zappeln und sie durch ihre Torheit recht elend werden, gehen dann doch viele wieder in sich und kriechen zu Kreuze.

14. Hie und da gibt es aber auch heute noch recht wohltätige Menschen, die ihren armen Brüdern und Schwestern recht viel Gutes tun. Es waren zu deiner Zeit, mein lieber Rudolf, wohl manche gute Einrichtungen, aber dafür auch manche wieder recht schlechte. Und so ist es auch jetzt noch der Fall.

15. Ich sage dir: Die Welt war nie gut, sondern stets nur einige wenige Menschen in ihr! Was einmal schlecht ist, das ist und bleibt schlecht. Auf Dornen und Disteln wachsen keine Trauben und Feigen, auf Reben und Feigenbäumen aber wirst du stets edle Früchte ernten. Kümmern wir uns daher der Welt wegen gar nicht! Je toller und bunter sie ihre Sachen treibt, desto ärger wird sie sich am Ende selbst strafen. Wer hoch steigt, dem werden die Felsspitzen bald selbst erzählen, wie hoch und wie lebensgefährlich sie sind. – Wir aber besuchen jetzt nur kranke Menschen. Gehen wir daher nur wieder weiter!“


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