RBLUM-247

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-247 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 247 - Gottesliebe und Weiberliebe. Alle Liebe soll von der Gottesliebe ausgehen.


1. Sagt der Offizier: „Ich danke dir, lieber Bruder, für deine herrliche Erklärung. Ja, du hast vollkommen recht, die geschöpfliche Liebe ist bei mir noch bei weitem stärker als die Liebe zu Gott dem Herrn, der doch der Urgrund aller Liebe ist! – Die Weiber aber haben es auch mit der Liebe zu Gott viel leichter als wir männlichen Wesen, denn sie lieben in Gott wohl auch den endlos vollkommensten Mann, was sich mit ihrer Polaritätsnatur sehr wohl verträgt. Aber bei uns Männern ist die Sache ein wenig anders: Wir können in ein noch so vollkommenes Mannswesen nie so verliebt werden wie in ein weibliches Wesen, weil das so in der Natur begründet ist.

2. Daher meine ich, dass da zwischen der Liebe zum Weibe und der zu Gott ein bedeutender Unterschied sein muss. Man wird Gott, das höchste Urwesen doch ganz anders lieben müssen als ein Weib. Und so glaube ich denn, dass eine bescheidene Liebe zu einem wunderlieben Weibe gar wohl neben der mächtigen Liebe zu Gott bestehen kann. Die Liebe zu Gott muss von höchster Reinheit sein, während die Liebe zum Weibe immer etwas sinnlich sein kann. Die Liebe zum Weibe hängt grösstenteils an der Form, während die Liebe zu Gott eine rein innerste Beschauung der unendlichen Vollkommenheiten der Gottheit ist und ein erhabenes Lob ihrer reinsten Liebe und Güte! Ich meine, dass es im Grunde eine wahre Gottesbeleidigung wäre, so man Gott mit der gleichen Empfindung liebte, wie ein Weib.

3. Ich bin daher der Meinung, dass die nun gerettete Mathilde mir in der Liebe zum Herrn nicht den geringsten Eintrag machen, im Gegenteile mir nur zu noch grösserer Liebe zu Ihm verhelfen kann.“

4. Spricht der Feldwebel: „Glauben macht zwar auch selig, ich aber halte es mit der Seligkeit der reinen Liebe zu Gott ganz allein. Der Mensch hat nur ein Herz und kann somit auch nur eine rechte Liebe haben, aus der hernach, so die Hauptliebe reif geworden ist, alle anderen Seitenliebearten in der göttlichen Ordnung hervorgehen können. Und so bin ich der Meinung, man müsse zuvor in der Liebe zu Gott völlig feststehen; dann erst lässt sich alles andere in der schönsten Harmonie ergreifen. Ist man aber in der Liebe zu Gott noch schwankend und weiss kaum, wie man Gott mehr lieben kann als ein schönst gestaltetes Weib – da, Freund, ist die rechte Weisheit des Geistes noch etwas fern!

5. Sieh, das Herz hat nur eine Kammer für die Liebe, und diese muss zugleich sein für Gott wie auch für den Nächsten und umgekehrt. So du recht liebst, da kannst du Gott nicht anders wie ein Weib lieben, und ein rechtes Weib nicht anders wie Gott, weil das Herz des Menschen nur einer rechten Liebe fähig ist. Was daneben ist, gehört zur Selbstliebe und taugt nicht in das Reich Gottes.

6. Wie hat denn ein Johannes, ein Jakobus, ein Petrus, wie auch ein Paulus den Herrn geliebt? Wie liebte Ihn eine Magdalena und tausend andere mehr? Siehe, diese waren in den Herrn vollkommen verliebt, noch um einige Grade stärker als du in deine holdeste Mathilde. Und eben solch ein Verliebtsein in den Herrn hat in diesen Wesen den Grund gebildet, dass sie als rechte Liebhaber des Herrn ehestmöglich zu Seinen innigsten Freunden und zu Meistern der Liebe und Weisheit geworden sind. – Dort hinter dem Herrn stehen Petrus, Paulus und Johannes. Gehe hin und frage sie, ob ich nur eine Silbe unwahr geredet habe!“

7. Sagt der Offizier: „Was sagst du? Paulus, Petrus und Johannes, der die berühmte Offenbarung geschrieben hat, wären da? Und zwar die drei ernsten Männer hinter dem Herrn?“ – Sagt der Feldwebel: „Ja, sie sind es, wie sie geleibt und gelebt haben.“ – Spricht der Offizier weiter: „Nun, da muss ich ihnen freilich gleich mein Kompliment machen gehen! Ich halte zwar nichts auf Komplimente, aber wo sie einen Grund haben, da sind sie ganz in Ordnung und dürfen nicht ausbleiben. Ehre dem, dem sie gebührt!“

8. Sagt der Feldwebel: „Freund! Hier aber, soviel mir mein Herz sagt, gibt es nur ein Kompliment, und das besteht für alle in der reinen Liebe! Hast du aber Liebe zu Gott dem Herrn, so fassest du in dieser Liebe auch Petrus, Paulus, Johannes wie auch alle Himmel mit ein. Mit irdisch gearteten Komplimenten aber ist's hier nichts. Daher meine ich, dass du allein dem Herrn die Aufwartung zu machen hast, alles andere macht sich dann von selbst.“

9. Sagt der Offizier: „Ja, du hast vollkommen recht! Und du musst auch in allem recht haben, weil du in die wahre Weisheit so tief eingeweiht bist. Aber schaden könnte es nicht, so man sich mit jenen drei ersten Aposteln des Herrn in freundlichstes Einvernehmen setzte. Denn wir müssen doch annehmen, dass diese drei nach Gott dem Herrn die ersten Geister in der ganzen Unendlichkeit sind. Daher würde es sich meiner Meinung nach doch schicken, sich ihnen wenigstens vorzustellen und sie als die ersten Freunde des Herrn zu begrüssen!“

10. Spricht der Feldwebel: „Tue, was du willst! Ich habe dir nur gesagt, was hier allein nottut. Nun winkt dir aber der Herr Selbst. Gehe hin! Aus Seinem Munde allein strömt die höchste Weisheit. Fasse sie recht ins Herz und lebe danach!“


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