RBLUM-245

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-245 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 245 - Liebe als Grundquell aller Weisheit und Ausdruckskraft. Dichtkunst des Verstandes und des Gemüts. Des Offiziers Bitte um mehr Liebe und des Herrn Antwort.


1. Sage Ich: „Mein Freund, hast du nie gemerkt, dass Menschen, die so recht in der Liebe stecken, die zartesten Dichter sind? Also ist die Liebe die beinahe stets alleinige Mutter der wahren Lyrik. Ein David brannte vor Liebe zu Mir wie auch zu den Menschen und war darum auch einer der grössten Lyriker. Sein Sohn Salomon war, solange er liebte, auch weise im wahren Sinn des Wortes. Als er aber dann seine rechte Liebe in das Fleisch der Weiber versenkte, ward er bald dumm und schwach in Wort und Tat.

2. Betrachte Meinen Johannes! Dieser Apostel hatte die mächtigste Liebe zu Mir und darum auch die grösste Glut in der Darstellung Meines Wortes. Und in seinen Worten liegt auch die grösste Weisheit wie bei keinem andern Apostel. Ihm ward darum auch die tiefste Offenbarung gegeben. So kannst du die ganze Geschichte der Erde durchgehen und wirst bei jenen Menschen die wahre Lyrik und Weisheit antreffen, die das Herz am rechten Fleck haben.

3. Wohl dichten auch die Verstandesmenschen und machen ein Langes und Breites, aber darin steckt nichts als ein höchst mühevolles Suchen eines verlorenen Groschens in der Nacht ihres Herzens. Sie kommen wohl manchmal dem Groschen auf die Spur, so sie ihn aber ergreifen wollen, da gleiten sie aus, weil der Grund, auf dem sie stehen, ein höchst lockerer ist.

4. Daher ist denn auch die sogenannte Weltweisheit eine grösste Torheit vor Mir. Was der Mensch mit dem Verstande in hundert Jahren bei aller Mühe kaum erreicht, gibt dir die rechte Liebe in einer Sekunde. Denn die Liebe bin Ich Selbst im Menschen! Je vollkommener seine Liebe wird, desto mehr entfaltet sich Mein Ebenbild in ihm.

5. Der Verstand aber ist nur ein Schrank, in dem die Liebe ihre erworbenen Schätze aufbewahrt. Was kann aber die Seele dort finden, so das, was irgendeine erloschene Liebe früher in einer besseren Zeit hineingelegt hatte, in solch unerleuchteten Gemächern so zerstreut und verrostet daliegt, dass auch die mühevollste Arbeit der Seele nur höchst wenig oder auch gar nichts ausrichten kann? – Gehe du in einen finstern Keller, suche darin einen verlorenen Groschen, und du wirst ihn nicht finden. So du aber ein gutes Licht anzündest, wirst du den Groschen bald finden, wenn du eine rechte Geduld im Suchen hast.

6. Siehe, dieser Feldwebel hatte allezeit eine rechte Liebe zu Gott, den er jedoch nur so kannte, wie er Ihn aus der Schrift des Vorbundes kennen konnte. Er liebte also die Gottheit, ohne Sie zu kennen, schon über die Massen. Wie gross muss dann erst seine Liebe werden, so er mit der Gottheit persönliche Bekanntschaft macht, wie es nun der Fall ist! Und eben diese Liebe gibt ihm solch lyrische Weisheit. Willst du aber auch eine solche, musst auch du die gleiche Liebe dir aneignen. Du liebst Mich wohl mächtig, aber der Feldwebel liebt Mich noch mehr. Wie dies aber möglich ist, das alles wird dir die nächste Folge klar darstellen.“

7. Sagt der Offizier: „Herr, ich verstehe wahrlich nicht, wie es möglich sein könnte, Dich noch mehr zu lieben. Denn bei Deinem heiligsten Namen, ich liebe Dich doch aus allen meinen Kräften! Und so wäre es mir rein unmöglich, Dich, o Herr und Vater, noch mehr über alles zu lieben. Herr, erweitere darum mein Herz und vermehre die Liebelebensflamme, dann werde auch ich in der Liebe zu Dir gleich einem Atlas werden, der den ganzen Himmel auf seinen Schultern trägt!“

8. Sage Ich: „Mein lieber Freund, was du von Mir willst, ist dir selbst anheimgestellt! Denn von nun an wirst du allein der Schöpfer und Umgestalter deines Wesens und deiner Liebe sein. Frage aber den Feldwebel: wie? – und er wird es dir sagen.“


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