RBLUM-244

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-244 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 244 - Der jüdische Feldwebel, ein feuriger Messiasfreund im Geiste Davids.


1. Der Offizier geht nun hin zu den in Reih und Glied stehenden Kriegern und sagt: „Habt acht, Brüder! Bisher war ich noch immer euer Hauptmann und ihr gehorchtet mir, wie es biederen und rechtlichen Kriegern gebührt. Weil ihr aber in der Tugend des Gehorsams gross wart, so hat es Gott dem Herrn gefallen, dass Er euch auch nach eures Leibes Tod in der Geisterwelt unter meinem Kommando beliess, so lange, bis ihr durch meine Lehren und Ermahnungen auf den Punkt gebracht wurdet, wo ihr einer freieren Lebensanschauung fähig wurdet.

2. Wir waren alle noch von den Pflichtverhältnissen der Welt gefangengehalten, obschon wir wohl wussten, dass wir uns schon seit geraumer Zeit in der geistigen Welt befanden. Wir dienten noch dem Kaiser, obschon wir keine Pflicht mehr gegen ihn zu beachten gehabt hätten. Und wir leisteten ihm sogar gute Dienste, denn die geheimsten Verschwörungen entdeckten nur wir zuerst und wirkten dann auf die noch auf der Welt lebenden Amtspersonen so ein, dass diese dann bald auf die heimlichen Machenschaften bösgesinnter Ordnungsfeinde stossen mussten. Und so übten wir noch als Geister für den irdischen Staat einen guten Dienst bis zu diesem Zeitpunkt, in dem wir uns jetzt befinden.

3. Aber von nun an tritt für uns alle ein ganz anderes Lebensverhältnis ein. Der Weltdienst hört nun auf, und ein rein geistiger im Namen Gottes des Herrn tritt für ewig an seine Stelle. Wir werden zwar fortan auch kämpfen im Reich Gottes, aber nicht mehr mit den Waffen zum Tod, sondern mit Waffen zum Leben. Und diese herrlichen und mächtigsten Waffen heissen: Die Liebe zu Gott dem Herrn und die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, die noch in grosser Armut ihres Geistes stecken. Legt daher nun diese Waffen ab! Sie sind ohnehin nichts als pure Gedankenstriche unserer noch von der Erde her mitgenommenen Einbildungskraft, und es liegt daher nichts an ihrem scheinbaren Verlust.

4. Dort aber seht hin! Ein herrlich gestalteter Mann, der sich soeben mit einer himmlischen Jungfrau bespricht, die überselig vor Ihm steht: dieser Mann ist Jesus, der grosse Heiland der Welt, und ist zugleich in derselben Person Gott, das allerhöchste Wesen Selbst, der alleinige Schöpfer aller Geister und Materiewelten! – Dieser ewige Herr der Unendlichkeit lässt euch nun durch mich zu Sich rufen, auf dass Er euch gebe das ewige Leben. Legt also sogleich diese Waffen ab und folgt mir zu Gott, dem allmächtigen Vater und Schöpfer der Unendlichkeit!“

5. Auf diese kräftige und geistvolle Rede des Offiziers legen alle die Waffen vor sich auf den Boden und begeben sich mit dem Offizier zu Mir hin. – Als sie sich in einem Halbkreis um Mich gestellt haben, segne Ich sie sogleich alle. Und alle loben Mich einstimmig mit den rührendsten Lebensworten – ganz besonders ein Feldwebel, der bei dieser Gelegenheit einen vollendeten Vorredner macht.

6. Dieser Feldwebel war auf der Erde seinem Glaubensbekenntnisse nach ein Jude und hielt fest daran, dass der Messias erst kommen werde. Und dass nach einer mystischen Berechnung der jüdischen Kabbala nun eben die Zeit da sei, in welcher der Messias in der Welt erscheinen müsse, um Sein Volk, die Juden, wieder zusammenzubringen in das Gelobte Land, um es da zum mächtigsten Volke der Erde zu erheben. Mit solchem Glauben war also unser Feldwebel in die Geisterwelt übergegangen und wartete da sehnsüchtig auf den grossen Messias. Als der Offizier aber seiner Mannschaft die Kunde ihrer Berufung in Mein Reich überbrachte, meinte der Feldwebel anfangs, dass Ich der erwartete grosse Messias der Juden sei; nur machte ihn stutzig, dass Ich auch die anderen berief, die keine Juden waren.

7. Als aber der Offizier vor der Truppe Meinen Namen nannte, da ging dem Feldwebel ein mächtiges Licht auf, und er sagte zu einem Kameraden, der auch Jude und eifriger Erwarter des Messias war: „Du! Mir scheint jetzt nur zu klar – wir haben Ihn denn doch verpasst. Auf den Jesus trafen doch am leichtesten die Weissagungen zu! Aber die Dummheit: ,Aus Galiläa steht kein Prophet auf!‘ hat Millionen geblendet. Der Messias ist nach David Jehova Selbst und braucht nicht unter dem Mantel eines Propheten zu Seinem Volke zu kommen. Und dazu kann Er gerade Galiläa wählen, damit die dummen Menschen nicht verleitet werden, am Ende auch den Herrn aller Propheten für einen Propheten zu halten, weil Er gerade von dort herkam, von woher nie ein Prophet kommen kann. Kurz und gut, Jesus, aus Nazareth in Galiläa gebürtig, war der erwartete Messias! Wir haben ihn allezeit verpasst, aber wir beide werden Ihn jetzt nicht mehr verpassen! So wir vor Ihn treten werden, da lasse mich reden! Ich werde Ihm unsere grobe Blindheit darstellen und dann für alle ein Lob ganz nach Davids Art aussprechen.“

8. Darnach machte dieser Feldwebel denn auch für die anderen Soldaten den Hauptvorredner und ist nunmehr einer Meiner glühendsten Anbeter, so dass sich alles hoch verwundert über seine echt orientalisch-erhabene Wohlrede.

9. Der Offizier sagt nach einer Weile: „Ich war auf der Erde und auch hier in dieser Welt sein Vorgesetzter. Nun ist er in der Weisheit ein Seraph, und ich bei all meiner auf der Erde erworbenen theosophischen Kenntnis glattweg ein Esel! Seht nur diese herrlichen Bilder, so man ein Stein wäre, müsste man bei solch einer Rede ätherweich werden! Hätte er diese Rede nur aufgeschrieben, ich könnte sie tausendmal nacheinander lesen. Wie herrlich ist z.B. der Satz:

10. ,Dorthin, Du ewiger Vater, wo der Sterne zahllose Myriaden von heiligem Schauer gedrungen ihr reines Angesicht mit dem dunklen Schleier der Nacht umhüllen, wo der lichte Aar und der glanzvolle Schwan an dem Gottesweg ewige Wache halten und ewig erstaunt in die nie gemessenen Tiefen Deiner Werke schauen – dorthin war auch oft mein mattes und von heiliger Wehmut tränenfeucht gewordenes Auge gerichtet und harrte also mit Adler und Schwan am grossen Wege Jehovas, des grossen Verheissenen!‘

11. Dieses eine Bild habe ich mir gemerkt und fand eine so hohe Weisheit und Wahrheit darin, dass es mich zu schaudern begann! O Herr, wie kam denn dieser Jude auf einmal zu solch einer Weisheit und echt himmlischen Lyrik? Auch das Bild von der alten Zeder Libanons, von der Zinne Ararats, vom Euphrat und Ganges, von der Wiege Judas, von der Blume der Wüste – o Gott, was liegt in solchen Bildern! – O Herr, gib mir auch nur ein wenig von der Weisheit meines früheren Feldwebels!“


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