RBLUM-243

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-243 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 243 - Des Herrn Gnade und Barmherzigkeit. Zwei Getrennte dürfen sich wiederfinden vor Gott. Selige Wonne des höchsten Himmels.


1. Rede Ich: „O Weib! O Tochter! Dein Glaube ist gross und viel Liebe wohnt in deinem Herzen! Dir geschehe nach deinem Glauben und nach der Macht deiner Liebe! – Meine liebe Tochter, du stehst nun hungrig, durstig und nackt vor Mir. Denn das, mit dem du auf der Erde deine Seele gesättigt hast, war eine schlechte und magere Kost. Wärst du nicht in der ersten Zeit deines Erdenlebens im Geiste vorgenährt worden, und wäre deine Seele in das Kloakenleben des ekelhaftesten Gewürmes mit ganz stummem Geiste übergegangen, wärst du wohl verloren. Es wäre dann beinahe unmöglich geworden, dich je zu retten. Denn so unmöglich es ist, einen Fisch in der freien Luft am Leben zu erhalten, ebenso unmöglich ist es auch, Seelen, die sich selbst zum Pfützengeschmeiss hinabgelebt haben, in dem Lichtäther der Himmel am Leben zu erhalten. Denn wo der Drache lebt ein totes Leben, da lebt dem Tode auch sein Gewürm!

2. Aber da du in deinem Geiste vorgenährt wurdest, war die nachträgliche Kloakenkost nicht vermögend, deine Seele ganz zu verderben. Denn die Vornahrung deines Geistes würzte nach Möglichkeit die elende Weltkost deiner Seele und benahm ihr das tötende Gift. Dass aber deine Seele bei solcher Kost sich kein Fett sammeln konnte, wirst du hoffentlich einsehen. Nun aber will Ich dir wegen deines Glaubens und deiner Liebe Nahrung aus den Himmeln und ein besseres Kleid geben, das wird dir zu einem besseren An- und Aussehen verhelfen. – Robert, schaffe Brot und Wein und ein neues Kleid her!“

3. Als Ich solches ausspreche, ersieht Robert hinter sich eine Art Krämerbude mit Brot und Wein und einem Bündel, darin sich das verlangte Gewand befindet. Er bringt Brot und Wein und sein Weib Helena bringt das Bündel mit dem Gewand. Ich segne Brot und Wein und lasse es der Mathilde und dem Offizier verabreichen. – Als sie mit unaussprechlichem Dankgefühl mit dem Offizier das Brot und den Wein verzehrt, wird sie augenblicklich voller, bekommt ein schönes, jugendliches Aussehen und weiss sich aus lauter Dank nicht mehr zu helfen. Nun empfängt sie auch ein schönes, azurblaues Kleid mit purpurroter Verbrämung, das sie sehr schön ziert.

4. Als Mathilde nun so wohlversorgt dasteht, beginnt sie laut zu weinen vor Dankbarkeit, Liebe und Seligkeit. Sie fällt, nun schon so schön wie eine Blume der Himmel, vor Mir auf ihre Knie nieder und sagt schluchzend: „O Du heiligster Vater! Mein Herz kann es nur fühlen, aber die matte Zunge nimmer aussprechen, was ich nun für Dich empfinde! Deine Liebe, Deine Gnade sind endlos gross! So weit aber nun das Gefühl dieses mir neu gegebenen und durch Deine Gnade neu erweckten Lebens reicht, empfinde ich Dich als die heilige, ewige, reinste Liebe! O Du lieber Vater! Dein heiligster Name Jesus werde geheiligt ewig, ewig, ewig!!“ – Bei diesen Worten übermannt sie ihre Liebe zu Mir so mächtig, dass sie mit dem Gesicht ganz auf den Boden niedersinkt.

5. Aber auch der Offizier wird so von der Liebe ergriffen, dass auch er zu weinen beginnt. – Ich aber ermahne ihn: „Freund, ermanne dich! Denn die Beseligte wird bald deiner Kraft bedürfen. Du hast sie bis hierher gebracht und wirst daher ihr weiterer Führer sein! Achte ihren Geist!“

6. Spricht der Offizier: „Ja, Du mein bester Vater, Herr und Gott, Dein Wort soll ewig das Leben im Zentrum meines Herzens sein! Es ist zuviel Liebe und Gnade von Dir, o heiliger Vater, auf uns niedergegangen, dass wir im Gemüt noch viel zu schwach sind, solch eine Fülle von Seligkeit zu ertragen. Aber Deines Reiches heilige Zeit wird uns mit Deiner übergrossen Liebe und Huld schon vertrauter machen. Mein ganzes Wesen aber sei ein ewiger Dank für solche Liebe und Gnade von Dir an uns armen Sündern. Grosse Weisheit wird zwar unsere Sache nicht sein, denn dazu hast Du, heiliger Vater, Dir Engel geschaffen aus der Flamme Deines Lichts, dass sie die unendliche Majestät Deiner Werke besingen und lobpreisen. Wir aber wollen Dich in Demut über alles in unseren Herzen preisen, denn Du allein bist all unsere Liebe und unser Leben!“ – Hierauf wendet er sich zu Mathilde und sagt: „Liebste Schwester Mathilde, steh auf und schaue, wie gar so gut, liebevoll und sanft unser wahrer, heiliger Vater ist!“

7. Hierauf erhebt sich Mathilde, sieht wonnetrunken um sich her und erkennt nun in dem Offizier ihren Lehrer Peter. Noch auf ihren Knien am Boden ruhend, ruft sie: „O Gott, o Vater! Du bist doch wahrlich zu gut und liebevoll! Nicht nur hast Du mich hier als unwürdigste Sünderin namenlos selig gemacht durch ein Übermass Deiner Gnade, Liebe und Erbarmung! Sondern ich darf auch den Lehrer hier vor Deinem heiligsten Angesicht treffen, der mir schon auf der Erde die Wege zu Dir gezeigt hat. Diesem Lehrer werde ich nun von Dir zur weiteren Ausbildung übergeben: Wie Herrliches und Erhabenes werde ich von ihm erfahren, reiner und reiner werden, um würdiger anzuschauen Dein göttlich-schönstes Angesicht! Noch bin ich zwar hier in der Stadt, in der ich leiblich wie seelisch unglücklich geworden bin; aber der Ort macht für mich nicht den Himmel aus, sondern Deine sichtbare heiligste Gegenwart. Wo Du bist, o Herr, da ist auch der höchste Himmel! Mein Herz, mein ganzes Wesen sei Dir, o Vater, allein geweiht! Dein heiligster Name Jesus werde geheiligt!“

8. Tritt aus dem Hintergrund Erzbischof Migatzi zu Mir hin und sagt: „Herr und Vater, dieses Wesen, nun so hold wie ein schönster Stern Deiner Himmel, beschämt uns wirklich alle! Diese heilige Reinheit ihrer Sprache, diese unbegrenzte Liebe und Dankbarkeit! Kurz, in all ihren Gebärden liegt eine wahrhaft magische Würde, dass wir alle ganz hingerissen sind. Sie lehrt uns alle, Dich erst so ganz und recht erkennen! O Herr, Du ewige, reinste Liebe! Welch grossen Dank sind wir Dir alle für diese Verklärung schuldig!“

9. Sage Ich zu Migatzi: „Mein Freund und Bruder, das gibt nicht die Weisheit, sondern allein nur die Liebe! Daher haltet euch alle an die Liebe, wollt ihr in den Himmeln bei Mir sein! Ihr werdet zwar in jedem der drei Haupthimmel bei Mir sein und wandeln vor Meinem Angesicht – aber so wie hier nur durch die alleinige Liebe. Diese Mathilde hat den rechten Grad der Liebe und wird demnach auch in den Himmeln bei Mir sein, wohin wir nun bald gelangen werden. Gehe hin und verkünde das allen, die hier sind!“

10. Migatzi dankt Mir inbrünstig für diese Belehrung und geht sogleich hin zu der grossen Menge und verkündet das allen.

11. Der Offizier aber sagt zu Mir in seiner grossen Liebe: „Herr, siehe wir sind nun so selig als nur immer möglich; aber dort stehen noch in Reih und Glied meine Soldaten! Was soll nun mit ihnen geschehen?“ – Sage Ich: „Lasse sie die Gewehre ablegen, denn fortan werden sie diese Waffen nicht mehr gebrauchen. In Meinem Reich kämpft man allein nur mit den Waffen der Liebe!“


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