RBLUM-240

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-240 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 240 - Noch einige Lebensgeschichten. Weitere Geduldsproben für den Offizier.


1. Es kommt sogleich ein drittes Weibsbild zum Offizier hin und sagt: „Sie, Herr Offizier!“ – Der Offizier: „Was gibt es noch in Gottes Namen?“

2. Spricht das Weibsbild: „Sehen Sie, ich bin gestorben auf der Welt in meinem siebenundzwanzigsten Lebensjahr, und zwar im Kindbett. Aber ich war nicht verheiratet, sondern war nur Köchin und Stubenmädl bei einem alten Witwer. Und bei der Nacht hab' ich dann dem Witwer auch müssen ein Weib abgeben. Ich hab aber auch einen andern jungen Liebhaber gehabt und hab' ihm das getan, was er gerne gehabt hätt'. Da bin ich hernach schwanger worden, und hab' dann die Schuld auf den Alten geschoben, damit er mich heiraten soll. Der alte Schippel hat's auch geglaubt, aber da hat der liebe Herrgott einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin im Kindbett gestorben, und der Alte hat sich nachher gewiss eine andere genommen.

3. Wie ich aber in diese Welt gekommen bin, da hat mir gleich eine andere gesagt: ,Du, nimm dich zusammen! Denn du bist gestorben auf der Welt, auf der du bis jetzt in jeder Hinsicht schlecht genug gelebt hast. Fasse, dass du nun für alle Ewigkeit eine arme Seele bist, voll Sünden gross und klein! Was wirst du nun tun?‘ – Nach dieser schrecklichen Frag' bin ich ohnmächtig geworden, aber nach einer Weil ist mir die Besinnung wiedergekommen. Die Person, die mir eine solche Nachricht gegeben hat, war verschwunden, und ich hab' mich wieder auf der Erd', und zwar in Wien wie jetzt befunden. Nur das kam mir spassig vor, dass ich mein Quartier und meinen Dienstgeber noch bis zur Stund nicht hab ausfindig machen können. Ich war bis jetzt so halb hin, halb her. Ich weiss, dass ich in der Geisterwelt bin, und doch weiss ich es wieder nicht! Denn manches befremdet mich immer, manches ist dagegen wieder ganz natürlich. Jetzt aber, mein bester Herr Offizier, kommt erst das Wahre!“

4. Sagt der Offizier: „Was?! Noch nicht gar? Nun, so rede nur zu!“ – Spricht sie: „Sehen Sie, ich bin eine grosse Sünderin worden, und da hab' ich halt die Höll' verdient und den Himmel verscherzt! Denn ich hab' das Handwerk der schlechten Lieb' schon in meinem dreizehnten Jahr ganz heimlich ang'fangen mit einem Soldaten von der Artillerie. Wie ich g'storben bin, ist die Geschicht' aber so g'schwind gegangen, dass ich nicht einmal mit den Sterbesakramenten hab' können versehen werden. Hier in dieser Welt bin ich nun schon in allen Kirchen herumgerennt und hab' beichten und kommunizieren wollen; aber da ist nirgends ein Geistlicher anzutreffen gewesen. Und so bin ich halt noch voller Sünden da und trau' mir nicht zu unserem lieben Herrgott hin. Ich hab' wohl schon oft die lebendigste Reu' und Leid erweckt, aber was hilft das, wenn man nicht gebeichtet und kommuniziert hat und auch keine letzte Ölung hat kriegen können? O du mein Gott! Was wird jetzt aus mir werden?!

5. Das tut mich halt am meisten drucken, dass ich meinen guten Liebhaber hinterlistig hab' aufsitzen lassen wegen dem alten Schippel! Schaun's, Herr Offizier, ein arm's Madl ist und bleibt halt a dumm's Vieh bis an ihr letztes End'! O ich arme Seel', wer wird mir jetzt helfen? Wann nur unser lieber Herrgott solchen alten, gewissenlosen Saukerl'n schon auf der Erd' a rechte Straf schickte, weil sie sich gar kein Gewissen daraus machen, ein armes Mädel mit ihrem verfluchten Geld unglücklich zu machen.

6. Hätt' dieser alte Saumagen mich denn nicht so heiraten können, ohne dass er zuvor eine Todsünd' als Bedingung hat setzen müssen? Wie ich nachher schwanger war, da hat er vom Heiraten kein Wort mehr gered't. Wenn ich ihn daran gemahnt hab', da hat er sich immer mit allerlei entschuldigt – wegen der Welt, wegen seiner Stellung, wegen seinen Verwandten, und dann hätt' er einen Prozess, den er noch eher gewinnen müsst. Aber ich bin dann eher gestorben, als bis die erlog'ne Tagsatzung gekommen ist.

7. Ich sag' Ihnen, Herr Offizier, mich hat eigentlich mehr die Gall' über diesen alten Lumpen umgebracht als das Kindbett! Und glauben Sie, dass ihm etwa leid war um mich? Er hat eine grosse Freud d'ran g'habt, dass er meiner auf so eine unschuldige Art los worden ist! – Na, ich bin noch so giftig auf diesen Saukerl, dass ich ihn zerreissen könnt', wenn ich ihn nur erwischen könnt'. Wann ich mit ihm in die Höll fahren könnt', ich machte mir aus der ganzen Höll' nichts draus!“

8. Sagt der Offizier, schon halbsteif vor Ungeduld und zugleich auch vor Ärger über den Alten, der dieses Mädel so missbraucht hatte: „Ich bitte dich um Gott, des Herrn, willen, hört einmal auf! Dass es dir unrecht ergangen ist, ist ganz klar; aber ganz unschuldig bist du denn bei dieser Geschichte doch auch nicht. Für deinen schlechten Teil bist du bereits durch die Zulassung Gottes gezüchtigt worden, und ihm, dem Alten, wird der Herr auch nicht ein Haar schuldig bleiben. Daher vergib ihm von ganzem Herzen und komme nun mit mir zu Gott dem Herrn hin, Er wird schon alles wieder gut machen! Aber Zorn darfst du nicht haben im Herzen, sondern Liebe sogar zu den grössten Feinden! Dann wirst auch du volle Liebe bei Gott finden.“

9. Sagt das Mädchen: „Ja, ja, Herr Offizier, Sie sind wohl ein guter und gescheiter Herr! Es ist halt doch gut, dass ich mich vor Ihnen so recht ausgered't hab', denn jetzt ist mir viel leichter um's Herz, und ich hab' auf den dummen Alten auch gar keinen Zorn mehr. Unser lieber Herrgott wird schon wissen, was Er mit ihm tun wird. Ich bedank' mich gehorsamst für die schöne Lehr', die Sie mir gegeben hab'n!“ – Sagt der Offizier: „Schon gut, schon gut! Sehen wir jetzt nur, dass wir zum Herrn kommen! So ihr alle bereit seid, da gehen wir; denn ich stehe schon auf Nadeln vor Ungeduld!“

10. Es kommt aber noch eine vierte Alte hin zum Offizier und sagt: „Monsieur! Je vous prie!“ – Sagt der Offizier: „Nur deutsch und kein Wort französisch mehr! Wir sind in Wien und nicht in Paris!“

11. Sagt die Alte: „Ja, Herr Offizier, es ist nur so meine Gewohnheit! Ich kann sowieso weiter kein Wort französisch mehr. Sehen Sie, Herr Offizier, wie ich noch auf der Welt war, habe ich ein Hündchen gehabt, und das habe ich förmlich geliebt und habe es im Winter sogar bei mir im Bett schlafen lassen. Ich hätte es mir nie einfallen lassen, dass so etwas eine Sünde sein solle. Aber da ist einmal ein Pater zu mir gekommen und hat das Hunderl im Bett liegend gefunden. Na, da war's aus! Ich habe müssen das Hunderl gleich wegtun, beichten und kommunizieren und zehn schwere Messen zahlen. Ich habe das alles getan und habe meine Sünd bereut, aber manchmal ist's mir denn doch um's Hunderl leid gewesen. Und da meine ich, dass dieses Leidsein eine Sünde wäre. Sagen's mir, was ich tun soll, um ein ruhiges Gewissen zu bekommen?“

12. Der Offizier springt hier vor Ungeduld auf und sagt: „O Herr, Du hast wahrlich kuriose Kostgänger! Nein, das ist für einen ehrlichen Menschen auf einmal zu viel! Eine Hundskomödie ist schon da, am Ende kommt auch noch eine Katzenmusik zum Vorschein! Ich gehe! Macht ihr alten Weiber, was ihr wollt! – O du verzweifelte Hexengeschichte! Jetzt macht die sich ein Gewissen daraus, dass es ihr um ein Hündchen leid war, trotzdem sie gebeichtet, kommuniziert und sicher eine gute halbe Million Rosenkränze heruntergeschnattert hat! – (Zum Weibe:) „Geht zum Plunder mit Eurem Hunderlgewissen und werdet gescheiter, sonst muss man einen Ekel vor Euch bekommen! – Jetzt gehen wir, sonst kommen wir richtig noch auf eine Katzengeschichte, denn da hinterher lugt schon wieder eine Alte auf mich. Wer mir folgen will, der folge, denn von nun an harre ich keine Sekunde mehr!“

13. Der Offizier schickt sich zum Gehen an, aber eine fünfte Alte vertritt ihm den Weg und bittet, nur sie noch gütigst anhören zu wollen; sie habe ihm etwas ganz Wichtiges anzuvertrauen.


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-240 Kapitel