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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-24 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 24 - Trostvolle Antwort auf Roberts finstere Zweifel. Die Bosheit der freien Menschen straft sich selbst. Erfahrungslehren der Geschichte.


1. Rede Ich: „Lieber Freund, diese deine Kritik nach dem Urteil deines kurzsichtigen Verstandes hat dem Aussenschein nach viel für sich. Und wenn es sich wirklich so verhielte, wie du es nun vor Mir so scharf beurteilt hast, da sähe es wirklich äusserst schlecht mit der gesamten Menschheit aus. Aber zum grössten Glück bist du da mit all deinen Begriffen und somit auch mit all deinen scharfen Urteilen auf dem dürrsten Holzwege!

2. Denn siehe: Erstens sorgt die Gottheit eben für die Menschen dieser Erde so ausserordentlich, als hätte sie in der ganzen Unendlichkeit nahe keine Wesen mehr, die Ihrer Fürsorge bedürften. Und sie führt die Menschen unter allen Verhältnissen ihres Prüfungslebens so, dass fast alle trotz aller Schwierigkeiten jene hohe Bestimmung erreichen müssen, derentwegen sie von der Gottheit einzig und allein ins Dasein gerufen sind!

3. Freilich gibt es ziemlich viele, die ihren Willen trotz aller angewendeten Mittel dennoch nicht unter den besten Willen der Gottheit beugen wollen! - Dass die Gottheit für solche Geister dann auch ernstere und schärfere Mittel gebrauchen muss, um sie unbeschadet ihres freien Willens am Ende dennoch auf den rechten Weg zu bringen, ist begreiflich. Ich meine, dass man darob die Gottheit von deiner Seite denn doch ein wenig zu seicht beurteilt und ihr Ergebnisse unterschiebt, die ganz allein nur in dem verkehrten und hochmütigen Willen der Menschen zu suchen und leicht zu finden wären!

4. Du sprachst wohl viel von der gnädigen Zulassung schlechter Regenten. Aber davon sagtest du nichts, dass es auch schlechte Völker gibt, die nicht durch politische Verfügungen schlechter Regenten, sondern lediglich durch sich selbst schlechter als schlecht geworden sind, - was Ich dir durch zahllose Beispiele handgreiflich dartun könnte und später auch dartun werde.

5. Aber nun siehe zweitens - den Punkt deiner vermeinten ewigen Verdammnis, die nach dem Tod den durch schlechte Regenten verdorbenen, also ohne eigenes Verschulden schlecht gewordenen Menschen zuteil werden solle! Da muss Ich dir, der Ich doch alle Verhältnisse der Geisterwelt genauest kenne, offen gestehen, dass Mir dergleichen Begebnisse noch nie vorgekommen sind. Die ganze Ewigkeit kann dir in Wahrheit auch nicht einen Fall vorweisen, wo nur ein Geist von Gott aus verdammt worden wäre! Aber zahllose Fälle kann Ich dir vorführen, wo Geister nur zufolge ihrer vollsten Freiheit die Gottheit verabscheuen und verfluchen und um keinen Preis von deren endloser Liebe abhängen wollen, da sie selbst Herren sogar über die Gottheit zu sein sich dünken!

6. Da aber die Gottheit nur jenen endloseste Liebefülle in vollsten Zügen zu geniessen geben kann, die sie haben wollen, so wird es hoffentlich klar sein, dass jene, welche die Gottheit samt ihrer Liebe über alles hassen und verachten und ein Gespött aus ihr machen, dieser Liebe darum nicht teilhaftig werden können; eben weil sie auf das entschiedenste ihrer nicht teilhaftig werden wollen!

7. Solche Wesen lieben nur sich allein und hassen alles, was sie nicht für ihr selbstsüchtiges Ich vollkommen tauglich und demselben tiefst ergeben finden. Die Gottesund Nächstenliebe ist ihnen ein Greuel der Verwüstung, ein Fluch in ihrem Herzen! Gott ist ihnen nur pure Faselei eines verbildeten Gemüts, Albernheit eines im höchsten Grade verdummten Verstandes und der Nächste ist eine Canaille, nicht wert, dass man ihn anspuckt.

8. Wenn aber freieste Geister tatsächlich bei dem hartnäckig verharren und durch gar kein gegebenes freies Mittel, also nicht durch sich selbst von ihrem verderblichen Wahne zu heilen sind und sich eher aller Bitterkeit, die sie sich selbst bereiten, für ewig unterziehen wollen, als sich auch nur ein sanftestes Gebot der Gottheit gefallen zu lassen - sage, kann da wohl die Gottheit an solch einer Selbstverdammnis die Schuldträgerin sein?

9. Wenn aber dann die Gottheit aus purster Liebe solche Abtrünnlinge von ihren seligsten Freunden absondert, ihnen aber auf den abgesonderten Zustandsorten dennoch die vollste Freiheit belässt: kann sie dann als unsorgsam, hart und lieblos gescholten werden?

10. Du sagst: Dafür können Menschen und Völker ja nicht, wenn sie so arg werden - denn daran schulde die schlechte Erziehung und ein schlechter Unterricht; dass aber diese schlecht sind, daran schulden schlechte, selbst- und herrschsüchtige Regenten; und endlich an den schlechten Regenten schulde die Gottheit Selbst! Oh, Ich will es gar nicht in Abrede stellen und sagen: Es gäbe keine schlechten Regenten und noch nie sei ein Volk dadurch verdorben worden!

11. Ebensowenig aber wirst du behaupten können, dass die gerechteste Gottheit noch nie irgendeinen schlechten Regenten gezüchtigt habe! Gehe die Weltgeschichte vom Anbeginn des Menschengeschlechts durch, und sie wird dir Tausende von Regenten vorführen, die wegen schlechter Leitung der ihnen anvertrauten Völker auf das empfindlichste gezüchtigt worden sind.

12. Nichtsdestoweniger hat sich in allen Zeiträumen der Erde die alte Erfahrung stets bewährt, dass gerade unter harten Tyrannen das Volk im allgemeinen stets besser und lenksamer war als unter guten und sanften Regenten. Weshalb denn die Gottheit schlechte Regenten zumeist darum über Völker aufstellen lässt, auf dass die Völker, so sie arg geworden, an ihnen eine Zuchtrute haben. Sie sollen dadurch genötigt werden, ein rechtes Busskleid anzuziehen und sich zu bessern, wonach ihnen die Gottheit unfehlbar wieder bessere Regenten geben wird und auch allzeit gegeben hat!“


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