RBLUM-239

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-239 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 239 - Fragen und Anliegen aus dem Volk. Geduld des Offiziers wird erprobt.


1. Tritt ein Mensch aus dem Landvolk, ziemlich ältlichen Aussehens und durchaus kein Genius, zum Offizier hin und sagt bäuerlich stotternd: „He, he, Sö san a gwaltig gscheiter Mann! Sö habn gsagt, dass unser lieber Herrgott da wär! He, he, sagen's mir, der welche war's denn? Bitt' um Verzeihung, Euer Gnoden!“ – Der Offizier unterdrückt das Lachen ob der komischen Frageweise dieses Landmannes und sagt darauf: „Mein lieber Freund, da seht hin! Derselbe, der nun dort unter der Ecke des Hauses Sich mit einem gewissen Robert Blum und gleich daneben auch mit dem seligen Kaiser Joseph bespricht, und der sehr schöne, blonde Haare hat wie sonst kein anderer um Ihn herum! Nun, wie gefällt Er euch denn?“

2. Sagt der Landmann: „He, he, was sogen Sö? Das wär' unser liabr Herrgott? Du mein Gott, du mein Gott! Hätt' mir Ihn a ganz anderst vorgstellt! Nit grösser als unsereins und denno so allmächti dabei! Wahrhaftig, das is rar! So a klaner Herrgott, und doch so allmächti! Wer sähet' Ihm das an?! Aber nix für ungut, Euer Gnoden, i red halt, wie i's verstehen tu!“

3. Sagt der Offizier: „Ja, mein lieber Freund, so ist es! Man sieht es Ihm freilich nicht an, aber Er ist es dennoch. – Aber nun begebt euch mit mir samt den andern zu Ihm hin! Ich werde Ihm euch alle vorführen, und Er Selbst wird euch am besten belehren und euch eurer Bestimmung am schnellsten zuführen. Lasst Ihn aber nicht lange warten, weil Ihm sonst die Geduld ausgehen könnte, und das wäre dann wahrlich kein Spass mehr für uns. Versteht das wohl, meine lieben Freunde!“

4. Treten ein paar andere hinzu und sagen: „Wir haben zu Hause, wie wir da den Lärm gehört haben, alles in Unordnung verlassen; die Unsrigen wissen nicht, wo wir hingekommen sind. Wenn wir nur noch einen Sprung nach Hause machen könnten, um den Unsrigen etwas davon zu sagen, sonst werden sie in grossen Sorgen sein um uns!“

5. Sagt der Offizier: „Ihr Toren! So ihr zu Gott dem Herrn kommen könnt, was kann euch wohl noch mächtiger am Herzen liegen? Euer ganzes Haus ist hier ja sowieso nichts anderes als eine eingebildete Chimäre. Die Wahrheit und Wirklichkeit fängt erst hier an, alles Bisherige war nichts als ein eitel nichtiger Traum! Wollt ihr also den Traum pflegen und dafür die heilige Wirklichkeit aufs Spiel setzen? Wenn Gott der Herr uns ruft, müssen wir augenblicklich alles verlassen können und Ihm folgen, sonst sind wir Seiner nicht wert.

6. Hier ruft Gott, der Herr alles Lebens, Selbst und will uns Unaussprechliches für ewig geben! Was könnt ihr wohl verlassen Gott zuliebe, das Er euch nicht tausendfältig wieder zu ersetzen imstande wäre! Versteht doch die Ordnung Gottes und erkennt, was falsch und was wahr ist! Fasst Liebe zu Gott in euer Herz und kommt mir mit keiner Torheit mehr, sondern folgt mir zu Gott dem Herrn hin, sonst lasse ich euch stehen und sitzen in eurem Tale Josaphat!“

7. Sagt noch eine alte Dame, die ein Gebetbuch und einen Rosenkranz in der Hand hält: „Aber Sie, gnädiger Herr Offizier! Glauben Sie nicht, dass man unterwegs zu der allerseligsten Jungfrau Maria beten soll oder zum wenigsten einen halben Rosenkranz vom bitteren Leiden?“

8. Sagt der Offizier: „O Gott, verleih mir Geduld! Jetzt kommt die alte Betschwester auch noch mit ihren Anständen!“ – (Zu der Alten:) „Möchten's nicht auch noch beichten und kommunizieren zuvor? Wenn der wirkliche Herr und Gott da vor uns steht, werden wir doch hoffentlich keinen gebackenen mehr brauchen! Schau, du alte Schlafhaube, mir kommt dein Antrag schon sehr dumm und fade vor. Wie dumm muss er erst vor unserem lieben und weisesten Herrn und Gott erscheinen?

9. Werft von euch alle die Geist und Seele tötenden Pfaffen-Instrumente und geht mit uns zu Dem hin, der allein das Leben ist! Der wird es euch sagen, was ihr fürderhin tun sollt. Der Herr hat mit den Torheiten der blinden Menschen wohl alle Geduld und Nachsicht, aber von Freude und Wohlgefallen kann da doch ewig keine Rede sein. Dulden heisst Leiden aus Liebe, so der göttlichen Weisheit die zweckwidrigsten Sachen vorgemacht werden; und daran kann Gott ewig kein Wohlgefallen haben! Nun sage ich euch zum letzten Mal, wenn mir jemand noch mit einer Dummheit kommt hier in diesem heiligsten und wichtigsten Moment für die Ewigkeit, der wird von dieser Gesellschaft ausgewiesen und kann nach seiner Phantasiebehausung zurückkehren und sich für die ganze Ewigkeit Phantasie- Erdäpfel braten!“

10. Sagt die Alte: „No, no, bitt' um Verzeihung, Herr Offizier! Ich hab ja nicht gewusst, dass das Beten gar so etwas Gefehltes wär'. Ich weiss wohl auch, dass das Beten gerade nichts Angenehmes ist. Aber eben deswegen hab' ich gemeint, weil's Beten was Unangenehmes ist, dass man sich selbst verleugnen, das Kreuz des Betens auf sich nehmen und Christo dem Herrn nachfolgen soll. Und wenn wir am Wegerl dahin auch noch so ein Kreuzerl getragen hätten, hab' ich halt gemeint, hätten wir dann auch noch so ein kleines Verdienst dazu. Aber ich sehe jetzt schon, dass der Herr Offizier die heiligen Sachen besser verstehen. So tun wir denn das, was der Herr Offizier wollen!“

11. Sagt der Offizier: „Bleibt mir mit dem ,Herr‘ weg! Nur Gott allein ist der Herr, wir alle aber sind Brüder und Schwestern. – O Herr, wie entsetzlich dumm sind doch Deine Menschen geworden! Das Gebet, die über alles entzückende Erhebung des Herzens zu Dir, heiliger Vater, halten sie für eine Art Busskasteiung, für ein drückendes Kreuz! Ah, das ist denn doch etwas zu stark! – Aber leider, ihre höchst geist- und sinnlose Art zu beten, wodurch der Geist nur getötet wird, ist auch im Grunde nichts anderes. Die Leute urteilen wenigstens über ihr Beten ganz richtig, und so muss man mit ihnen Geduld haben. Aber ein bisschen aufrütteln muss man sie doch, sonst würden sie schimmelig vor Dummheit. Herr, habe Geduld mit der Dummheit der Armen! Schlecht sind sie gerade nicht, aber dumm wie die Nacht! Das soll aber nichts machen, denn sie lassen sich ja belehren. Nur muss man oft wider Willen einen etwas festeren Rüttler über sie kommen lassen, dann lassen sie ihre Dummheit eher fahren. – Vielleicht kommen noch so ein paar alte Weiber her?“

12. Kaum hat der Offizier diese Worte so mehr vor sich hin ausgesprochen, so kommt schon wieder eine andere Alte mit einem silbernen Reliquienkreuze zu ihm und sagt: „Verzeihen Sie eine Frage! Das Kreuz da, vom Papst selbst dreimal geweiht, hat mir ein hochwürdiger Pater Kapuziner dafür verehrt, dass ich eine Schuld fürs Kloster bezahlt habe. In diesem Kreuz sind Reliquien von Christo, dem Herrn, drinnen. Was meinen Sie, könnte ich dieses teure Kleinod nicht Christo dem Herrn nun als eine Art Präsent vermachen?“ – Der Offizier springt hier förmlich auf vor Ärger und sagt: „Nur so zu in der Dicke! O Gott, o Gott! sind diese Menschen doch unbegreiflich dumm, wie man sich nichts Dümmeres vorstellen kann!“ – (Zum Weib:) „Macht nur immerhin Euer Präsentl! In Gottes Namen!“


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