RBLUM-238

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-238 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 238 - Der Offizier als Heilverkünder. Er treibt ihre Zweifel aus und führt sie zum Herrn.


1. Der Offizier verneigt sich tief vor Mir, geht unter die Menge und verkündet ihr das Heil auf eine sehr energische Weise, so dass alle ordentlich in eine Art Schwindel geraten, und die Weiber zu schluchzen und zu weinen anfangen. Denn einige Schwache meinen, es werde nun der Jüngste Tag kommen, an dem sie erweckt und gerichtet werden.

2. Aber der Offizier herrscht sie kräftig an und sagt: „O ihr albernen Weiber und Betschwestern! Wie fällt euch denn gar so etwas Dummes ein? Glaubt ihr denn, dass der Jüngste Tag so aussehen muss, wie die Pfaffen ihn euch vorgemalt haben? Es ist hier allerdings ein jüngster Tag für uns alle, weil wir bis jetzt in der finstersten Nacht gelebt haben. Aber Gott der Herr Selbst hat uns aufgeweckt an diesem Tag und das ist ein rechter jüngster Tag, an dem uns Heil für ewig widerfahren ist. Es gibt wohl auch ein Gericht zum Tod, in dem wir bis zur Stunde mit Haut und Haar gesteckt sind; aber das ist ein Gericht aus uns selbst und nicht aus Gott. Das Gotteswort selbst und die uns verliehene Willensfreiheit sind das, was uns richtet, ansonsten wir Steine ohne Leben wären. Haben wir uns aber aus freiem Willen den Todesstoss gegeben und können uns dann von selbst nimmer helfen – so kommt der Vater, von oben mit Seinen Engeln und hilft den Toten wieder zum Leben! Wenn die „Toten im Geist“ dann wieder zum ewigen Leben erwachen in und bei Gott, so ist das für jeden Erwachten ein wahrhaft jüngster Tag. Darum fürchtet euch nicht mehr so albern vor einem gewissen Schreckenstag, der in dieser geistigen Welt nimmer zum Vorschein kommen wird. Heisst es denn nicht in der Schrift, soviel ich mich noch entsinne: ,Und ich, spricht der Herr, werde ihn am Jüngsten Tage erwecken!‘ – und nicht: ,Ich werde ihn am Jüngsten Tage umbringen und verdammen!‘

3. Uns Menschen hat Gott der Herr fürs Licht erschaffen und nicht für eine ewige Todes- und Qualnacht. Und so erweckt Er Selbst auch alle, die im Tod noch begraben liegen. Seid daher weise und lasst euch belehren! Der Herr hat allen Menschen durch Seine göttliche Lehre das Beste gegeben. Dass sie die Menschen aus Torheit und Habsucht grundfalsch ausgelegt haben, dafür kann der Herr nichts. Also weg mit allen Skrupeln und folget mir zum Herrn hin! Er wird euch alle selig machen nach dem Masse der Fähigkeit eines jeden von euch.“

4. Sagen die Weiber: „Aber lieber Freund, es steht ja ausdrücklich in der Heiligen Schrift, dass nach der Auferstehung alle im Tal Josaphat zusammengetrieben werden – von Adam an bis auf den letzten Menschen. Dort werden sie den Sohn Gottes ankommen sehen in der Mitte Seiner heiligen Apostel, aller Heiligen und Märtyrer, begleitet von zahllosen Engelscharen. Und da wird sich dann der schreckliche Richter auf den Richterstuhl setzen und richten die Toten und die Lebendigen. Siehe, das steht auch in der Heiligen Schrift! Wie erklärst du dir solche Schreckensworte?“

5. Sagt der Offizier: „Meine lieben Weiber! Könntet ihr glauben, dass unser Gott und Vater machen kann, dass ein Kinderröckchen, ohne grösser zu werden, einem Riesen am Leibe schlottere? Ohne den Riesen so klein zu machen wie ein Kind oder das Kleid riesenhaft auszudehnen, wird es sich nicht tun! Was meint ihr?“ – „Ja, ja“, sagen die Weiber und Männer, „das möchte sich freilich nicht tun!“

6. „Gut“, sagt der Offizier weiter, „wir sind nun schon Geister in der Geisterwelt. Kommt ihr euch grösser oder kleiner vor, als ihr auf der Welt waret?“ – Sagen alle: „Da finden wir keinen Unterschied, vorausgesetzt, dass wir in Gottes Namen schon wirklich gestorben sein sollen.“ – Sagt der Offizier: „Nun gut, jetzt werden wir bald das Tal Josaphat besser begreifen! – Dass wir uns alle wirklich in der Geisterwelt befinden, ist nun schon klar und bedarf keines Beweises mehr. Aber ob wir auch wirklich so gross sind, wie wir auf der Welt waren, kann ich vergleichsweise erörtern.

7. Seht, da steht der Stephansturm, der Dom, die Häuser alle noch gerade so vor uns, wie wir sie auf der Welt tausend Male gesehen haben. Und wir stehen hinsichtlich unserer Grösse im selben Verhältnisse zu ihnen, wie es auf der Welt der Fall war. So bemerke ich auch bei euch die ganz natürliche Grösse, wie ihr sie auf der Welt hattet. Kurz, wir sind hier der Gestalt nach eher grösser als kleiner geworden. Der grösste Beweis aber liegt darin, dass dort Gott der Herr Selbst, dessen Gestalt sicher kein Trug ist, ebenso gross ist, wie wir es sind. Jetzt aber gebt acht, denn nun werden wir ein wenig rechnen!

8. Ich war einmal bei einer Expedition in Asien und habe das gute Tal Josaphat gesehen. Es liegt nicht ferne von Jerusalem. Die Täler des Gelobten Landes sind schmal, ziemlich steinig und gar nicht lang. Ein Tal von mehreren Meilen Länge und etwa von einer halben Meile Breite gehört dort zu den grössten Seltenheiten. Selbst das Tal am Jordan, eines der ansehnlichsten, ist durchaus nicht breit und lang, und so auch das Tal Josaphat.

9. Wenn ich in das Tal zweitausend Mann lege, so darf die Mannschaft sich schon um einen Platz umschauen. So ich aber erst eine ganze Armee von sechsmalhunderttausend Mann hineinlegte, würden die Soldaten wie die Pökelheringe das ganze Tal so ausfüllen, dass sich wegen des Gedränges kaum jemand würde umdrehen können. Eine Million Menschen im Tal Josaphat müsste vor lauter Gedränge Blut zu schwitzen anfangen. Nun denkt euch aber hundert Millionen Menschen in dieses Tal hinein, wo würden diese Platz finden? Wir rechnen aber jetzt wenigstens fünftausend Jahre, während welchem Zeitraum auf der Erde wenigstens zwei- bis dreimalhunderttausend Millionen Menschen gelebt haben – und wie viel noch darauf leben werden, das wird unser lieber Herrgott wohl am besten wissen – und diese schreckliche Menschenmasse soll im Tälchen Josaphat am Jüngsten Gerichtstag natürlichermassen Platz haben?

10. Leutchen, denkt nur ein bisschen nach und euch muss doch die grosse Ungereimtheit auffallen! Wenn so etwas möglich sein soll, müssten die Menschen in die Grösse der Infusionstierchen zurückgedrängt werden, um im Tal Josaphat auf einmal Platz zu haben. Den Engeln Gottes müsste dann geraten werden, sich mit den besten Himmelsmikroskopen zu versehen, um bei dem Absonderungsgeschäfte nach dem ergangenen Urteil die Guten von den Bösen zu scheiden. Das wäre wirklich eine kurios saure Arbeit für die guten, lieben Engel Gottes! Würde aber die ganze Erde zum Tal Josaphat umgewandelt, da könnten ja nicht alle zugleich den gestrengsten Richter sehen und das schreckliche Urteil auch nicht auf einmal vernehmen. Der Herr müsste da das Urteil wenigstens alle Sekunden einmal aussprechen mit ungeheuer starker Stimme, denn die Erde macht in jeder Sekunde eine Umdrehung von ungefähr fünf deutschen Meilen. Und es gehört, wenn man die ganze Sache materiell auslegen will, ein hübsches Kanonenstimmchen dazu, um auf nur wenigstens drei Meilen vernommen zu werden.

11. Ihr seht nun ein, welche Albernheiten herauskommen müssen, wenn man das Wort Gottes ganz buchstäblich und materiell nimmt. Man muss das Wort Gottes, weil es durchgängig geistig ist, auch stets geistig nehmen, so man zur Wahrheit gelangen will, die allein das menschliche Gemüt von allen unsinnigsten Dummheiten frei macht.

12. Seht, das Tal Josaphat ist seiner besonderen Eigenart wegen häufig zu Begräbnissen von angesehenen Familien benützt worden. Und wie man bei uns sagt: ,Am Friedhof kommen am Ende alle zusammen, gross und klein, reich und arm, Freund und Feind!‘ – das gleiche sagte man auch von dem ,Tal Josaphat‘. Auch bezeichnet im engeren Sinn dieses Tal wegen seiner Enge und Unwirtlichkeit das Grab selbst; und im geistigen Sinn die Geisterwelt insoweit, als wir uns bis jetzt darin befunden haben. Denn auch die Geisterwelt ist so lange ein Totengrab für den Geist des Menschen, bis diesen Gott der Herr durch Seinen heiligen, allmächtigen Liebewillen (wie nun uns) daraus erweckt hat.

13. Wir waren also bis jetzt im eigentlichen Tal Josaphat. Nun kam aber der Herr mit Seiner unbegrenzten Liebe und Erbarmung und hat uns durch Seine Gnade eine lebendige Richtung gegeben. Daher sollen wir nun auch denken, wie wir Ihm danken sollen für solche endlose Gnade. Kommt daher mit mir und gebt dem Herrn die Ehre, da Er euch nun aus dem Tal des Todes und Gerichts erlöst hat!“


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