RBLUM-237

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-237 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 237 - Des Offiziers Herzenszug. Der Vater offenbart Sich dem Liebenden.


1. Robert führt den Offizier zu Mir hin und sagt zu ihm: „Dieser ist es, von dem da zeugen die grossen Schöpfungen, alle Propheten und Sein eigenes, heiliges Wort, das grosse Wort vom Vater, von der ewigsten, reinsten Liebe!“

2. Spricht der Offizier: „Also dieser soll es sein? Das ist ja derselbe, der ehedem den Soldatenstand sehr lobend in Schutz nahm! Ah, der Mann gefällt mir sehr wohl, auch ohne deshalb ein Gott sein zu müssen. Wenn aus eines Mannes Brust Gerechtigkeit, gute Gesinnung, Liebe für Ordnung und Recht und rechte Liebe zum Nächsten hervorquillt durch Wort und Tat, so ist er, wenn auch gerade kein Gott, dennoch sicher erfüllt von einem starken Geist aus Gott. Er verdient daher die höchste Achtung und Liebe eines jeden bieder denkenden Mannes. Und diese zolle ich auch diesem Mann, bei dem ich solche Eigenschaften erfreut entdeckt habe, aus allen Kräften.

3. He, Soldaten, habt acht! Präsentiert vor diesem Mann! Er trägt zwar kein goldenes Portepee auf dem Degengriff, dafür aber ein zehnfaches in seinem Herzen. Derlei Männer sind in der gegenwärtigen Zeit rar geworden. – Komm her, du biederer Ehrenmann! Die Brust eines Kriegers ist zwar rauh anzufühlen; sie ist eine wahre Gesetzesmaschine. Aber hinter der Maschine schlägt oft ein Herz sehr warm für Gott, Kaiser, Vaterland, Recht und Ordnung. Und an so ein Herz in meiner Brust drücke ich auch dich, du Edelster der Edelsten!“

4. Hier umarmt er Mich, küsst Mich und sagt darauf: „Wahrlich, es gibt viel Schönes, was das Herz oft mit Wonne erfüllt. Aber das Herrlichste ist doch der erste Freundschaftskuss zweier Biedermänner! Darum sei du mir auch so warm als nur immer möglich gegrüsst! Deine früheren Worte an Robert haben dich mir als einen Mann gezeigt, der Kopf und Herz am rechten Fleck hat. – He! Soldaten, noch einmal: – dreimal ,Gewehr heraus‘! Grenadiermarsch und präsentiert!“

5. Bei dieser etwas lärmenden Gelegenheit werden mehrere Menschen aus den Häusern gelockt, und die Neugierde treibt sie an zu sehen, was da geschehe. Als wir von Zuschauern aller Art umlagert sind, will der Offizier befehlen, die gafflustige Menge auseinander zu treiben. – Ich aber sage zu ihm: „Freund, lass das! Auch diese Pflastertreter sollen sehen, wie da aussieht das Heil der Welt! Das sind halbtote Wesen, die niemandem nützen noch schaden können. Lassen wir sie daher gaffen!“

6. Der Offizier befolgt Meinen Rat und sagt: „Mein herrlichster Freund, es tut mir leid, dass ich dich verlassen muss! Aber du weisst, dass des Kriegers Zeit auf die Minute berechnet ist und ich daher mit meiner Truppe weiterziehen muss nach dem Ort unserer militärischen Bestimmung. Lebe daher wohl! Meine grösste Freude wird es sein, dich ehestens irgendwo wieder zu treffen!“ – Hier umarmt Mich der Offizier nochmals, küsst Mich mit tränenfeuchten Augen und will sich darauf sichtlich schweren Herzens entfernen.

7. Ich aber sage zu ihm mit weitgeöffneten Armen: „Mein Sohn, du bleibst hier! Du hast nicht umsonst solche Liebe zu Mir empfunden, die dich an Meine Brust gezogen hat. Ich bin ja dein wahrer Vater von Ewigkeit. Die Binde, die deine Augen hinderte, Mich sogleich zu erkennen, sei dir für ewig genommen! Nun freut sich der Vater, einen so lieben Sohn an Seine Brust drücken zu können! Der Sohn muss frei sein, sonst erträgt er nicht die Allmacht des Vaters. Du aber bist nun frei geworden, daher komme her an die langersehnte Brust deines ewigen, allmächtigen, allein wahren Vaters!“

8. Hier erkennt Mich der Offizier, stösst einen Schrei der höchsten Freude aus und fällt vor Mir auf den Boden und sagt: „O Du mein grosser Gott! Ich bin ja ein Sünder, wie soll ich an Deine heilige Brust kommen?“

9. Ich aber sage: „Stehe auf, Mein Sohn! So Ich dich ,Sohn‘ heisse, bist du ohne Sünde. Denn wer so wie du in seinem Herzen Liebe trägt, der hat keine Sünde mehr! Und hätte er Sünden gehabt, so viel des Sandes ist im Meer und des Grases auf der Erde, so sind sie ihm alle vergeben, weil er die Liebe hat in seinem Herzen!“

10. Nach diesen Worten erhebt sich der Offizier vom Boden, sieht wie trunken nach Mir hin und sagt mit hoher Begeisterung: „Warum soll ich mich nun fürchten vor Dir, da ich Dich erkenne! Du bist ja mein lieber, guter, heiligster Vater!“ Hier fällt er Mir wieder an die Brust und ruft: „O welch ein Glück, welche Seligkeit, den wahren Vater gefunden zu haben! O Vaterliebe, du heiliges, grösstes Wort, was birgst du in deinen unergründlich heiligen Tiefen!“ – Hierauf weint er vor Liebe, Ich aber stärke ihn, dass er Meine Liebe ertragen kann.

11. Nach einer Weile lässt der Offizier Mich wieder aus und sagt mit verweinten Augen: „O lieber Vater! Du heilige, ewige Güte! Siehe, ich bin zwar nun so selig, wie nur je ein Wesen selig sein kann. Aber da siehe gnädig hin auf meine recht brave Truppe! Nimm auch sie an und denke nicht ihrer Gebrechen! Sei auch ihr gnädig und barmherzig!“

12. Sage Ich: „Mein geliebtester Sohn, du bist schon zu spät gekommen mit deiner Bitte, denn Ich habe sie schon alle angenommen. Du aber wirst auch in Meinem Reich ihr Führer und Lehrer sein und wirst an deinen Waffenbrüdern Freude haben für ewig. Sie haben viele Schätze in sich, die du erst wirst kennenlernen, so du sie von Stufe zu Stufe höher erheben wirst. Ich sage dir: Einer schon fasst mehr in sich als alles, was dein irdisches Auge je geschaut hat!“

13. Der Offizier bemerkt auch, wie die herbeigeeilte Menge gerührt diese Szene zwischen Sohn und dem wiedergefundenen Vater betrachtet. Denn die Menge meint, dieser Offizier habe seinen natürlichen Vater, den er schon lange nicht gesehen habe, gefunden. Der Offizier sagt daher zu Mir: „Vater, sieh hin! Die Halbtoten scheinen lebendiger werden zu wollen! Wie wäre es, so wir auch sie bei uns bleiben hiessen? Mich dauern sie von ganzem Herzen, und ich möchte sie gleich alle zu mir nehmen. Ist auch irgendein räudiges Schäflein darunter, wird sich das wohl mit rechten Mitteln reinigen lassen.“

14. Sage Ich: „Mein geliebtester Sohn, auch das ist schon geschehen, und du sollst sie alle unter dein Regiment bekommen und ihr Führer und Lehrer sein! Ich liess sie ja deshalb von dir nicht auseinandertreiben. Gehe hin und sage ihnen, was du nun erfahren hast, und sie werden dir folgen.“


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