RBLUM-231

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-231 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 231 - Der Kirchendiener über christliche Gleichheit und kirchliche Ungleichheit. Der Grossdienstbare verdammt den „Ketzer“.


1. Nach dieser Rede kratzt sich die Eminenz, aber nicht der Grossdienstbare, bei den Ohren und sagt nach einer Weile zu seinen Kollegen: „Dieser Kirchendiener ist ein ganz verdammter Kerl! Bei meiner armen Seele, so ich kein Kardinal wäre, möchte ich ihm beinahe recht geben. Aber als Kardinal kann man sich doch nicht von einem Mesner belehren lassen!“ – Spricht der Mesner: „O meine liebe Eminenz! Wir sind hier, so wahr ein Gott lebt, nicht mehr auf der Erde, sondern wie ich schon einmal erwähnt habe: wir sind samt und sämtlich in der Welt der Geister, was Eure Eminenz aus mancherlei Erscheinungen leicht hätten merken können, so Sie es hätten wollen.“

2. Sagt die Eminenz: „Wie hätte ich denn das merken sollen? Ich müsste doch etwas davon verspürt haben, dass ich gestorben bin – was doch vorausgehen muss, ehe man in die Geisterwelt kommt. Und da würde man sich doch dort als ein Geist, nicht aber als ein materieller Mensch mit Haut, Haaren und Knochen befinden! Das alles trifft bei keinem von uns zu. Wie könnten wir uns dann in einer Geisterwelt befinden? Mein lieber, hochweiser Mesner! Wie es mir immer klarer wird, so ist Er ein Narr und gehört in ein Narrenhaus!“

3. Sagt der Mesner: „Das hat nicht not, denn solange ich mich unter euch befinde, bin ich in einem ganz vollkommen ausgebildeten Narrenkollegium. Denn wenn Sie nicht einsehen, dass Sie sich schon lange in der Geisterwelt befinden, so müssen die Eminenzen stockblinde und begriffsunfähige Narren sein!

4. Sagen Sie mir: Wieviele Erzbischöfe und Kardinäle waren denn auf der Welt auf einmal am Stefansdom zu Wien angestellt? Hier seid ihr als Hochgeistliche allein nahe an Hundert beisammen! Wann wären denn in Wien so viele Erzbischöfe und Kardinäle tatsächlich auf einmal angestellt gewesen? Von mehreren auf einmal meldet die Geschichte, auch die der römischen Kirche und Päpste, nicht eine Silbe! So die Eminenzen aber hier nun schon einige hundert Erdjahre beisammenhocken wie die Frösche in ihrem Winterschlaf, wird das doch nicht etwa auf der natürlichen Welt stattfinden können, sondern rein nur in der Geisterwelt!

5. Und da sage ich als ein von Eurer Eminenz deklarierter Narr: Hier sind wir uns alle gleich, wenn auch die Narrheit der Welt uns auf der finstern Erde dem Stand nach ausserordentlich geschieden hat – was freilich nach der reinen Lehre Jesu auch nie hätte geschehen dürfen. Denn Jesus der Herr hat Seinen Jüngern, als sie Ihn töricht genug angingen, wer da unter ihnen der Erste sein solle, ausdrücklich gesagt: ,Wer unter euch der Geringste ist und euch dient, der ist vor Mir der Erste. Nur einer ist euer Herr! Ihr alle aber seid ganz gleiche und unterschiedslose Brüder! Daran aber wird man euch erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, so ihr euch untereinander als völlig gleiche Brüder liebt. Ein jeder aber, der den Nebenmenschen als Bruder liebt und sich über ihn nicht erhebt, ausser allein in der Liebe zu ihm, der ist Mein Jünger und hat das Reich Gottes schon in sich!‘

6. Meine Eminenzen, das sind Worte Christi, in denen klar dargetan ist, dass es auf der Erde besonders in geistigen Dingen nie hätte Standesunterschiede geben sollen. Nie hat Christus, der Herr, von einer geistlichen Eminenz etwas gesagt, noch weniger je etwas von einem Papst! Alle sollen gleich sein vor Ihm, indem Er allein der Herr ist über die ganze Unendlichkeit materiell und geistig.

7. Woher und wie entstanden denn in der sogenannten allein wahren Kirche so ungeheure Standesunterschiede, wie sonst in der ganzen Welt nirgends – während doch das offenbare Gebot des Herrn jeden Standesunterschied zwischen Seinen Jüngern verbietet? – Sehen die Eminenzen, das bewirkte die Hölle! – Der von oben kam, Der diente allen und opferte Sich für alle. Und das war Gott-Jesus, der Herr der Ewigkeit Selbst! Der aber als schroffster Gegner des heiligsten Ersten von unten heraufkam, der will von allen bedient sein und macht solche Standesunterschiede, damit sein Stand desto höher und unerreichbarer erscheine.

8. Die Macht, die sich die Päpste selbst gegeben haben, ist nicht von oben, sondern von unten her! Denn sie sind eben die ersten, die die heiligsten Brudergesetze mit den Füssen zertreten. Denn wer darf sich einem Papst gleichstellen und zu ihm ,Lieber Bruder‘ sagen? Muss nicht ein jeder Katholik den Namen des Papstes gleich dem Gottesnamen mit grösster Hochachtung und Ehrfurcht aussprechen und, wenn er nach Rom käme, sich's zur allerhöchsten Gnade rechnen, zur Audienz zugelassen zu werden? Wo sind da die Gebote Christi?

9. Die Eminenzen werden daraus ersehen, dass sie auf der Erde von der grössten antichristlichen Torheit gefangen wurden und in dieser Torheit denn auch Bürger der Geisterwelt geworden sind. Diese ihnen noch fest anklebende Torheit ist hauptsächlich der Grund, aus dem sie noch immer in dem Wahn leben, als wären sie nicht gestorben. Ich aber sage Ihnen, legen Sie diesen Wahn ab, welcher der heiligsten Absicht des Herrn schnurgerade zuwider ist!

10. Sie werden dann auch leicht einsehen, dass ein schlichter Mesner ebensogut eine Eminenz belehren kann wie eine Eminenz einen Mesner. Und ich möchte behaupten, dass ein Mesner nach der heiligsten Lehre ein grösseres Recht hat, einen Kardinal zu belehren, der so lange blind und dumm bleibt, als ihm an der grossen Würde etwas gelegen ist, die er widerchristlich auf der Welt bekleidet hat. Der Mesner hingegen ist tief genug unter der Würde eines Kardinals und daher auch der christlichen Anforderung um gar vieles näher als eine hochmütige Eminenz.“

11. Sagt die Eminenz: „Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden! Das steht auch geschrieben! Versteht Er das, Er naseweiser Mesner?“ – Sagt der Mesner: „O ja, ich habe es schon lange an mir selbst praktisch verstanden, denn bei mir war von einer Erhöhung wohl nie die Rede. So ich aber Christus und Sein heiliges Wort Eurer unchristlichen Eminenz gegenüber rühme, ist das doch sicher keine Erhebung meiner selbst. Sie lassen sich noch immer Eminenz titulieren und wissen, dass Christus, der Herr, doch ewig nie eine Eminenz eingesetzt hat! Das ist eigenmächtige Selbsterhöhung und somit ein Greuel vor Gott! Verstehen Sie das?“

12. Spricht der Grossdienstbare: „Ich bitte euch, meine lieben Brüder, die ihr samt mir auf der Erde schon auf den goldenen Thronen der Himmel sitzet, lasst ab, mit diesem Ketzer euch zu zanken! Ihr wisst ja, welche Macht ihr habt. Was nützt es dem Juden, so er uns höhnt und lästert? Wir verdammen ihn im Konklave und er ist für ewig des Teufels. Was nützt es allen Protestanten, dass sie wider uns sind? Was hat Martin Luther davon, dass er sich von uns losgemacht und das Ketzertum gestiftet hat? Millionen, die seiner Lehre wegen gefallen sind, schreien fortwährend um Rache gegen ihn, und er sitzt in der ärgsten Hölle und verflucht fortwährend den Tag, an dem ihm das Dasein gegeben ward. Warum ist er in der Hölle? Weil wir ihn im heiligen Konklave für ewig dahin verdammt haben. Kurz, was nützt es all unseren Widersachern, dass sie wider uns sind? Sie sind alle von uns verdammt und können daher unmöglich je in das Himmelreich gelangen!

13. Also verdammen wir denn auch diesen verfluchten Ketzer, und er soll dann sehen, wie er in die Himmel Gottes kommen wird. Ich sage nun in eurer Mitte: ,Verfluchter Ketzer! Sei verdammt auf alle Zeiten der Zeiten!‘ Ihr habt dazu Amen gesagt, und er hat schon seinen Teil in der Hölle! – Seht, so müssen wir handeln und nicht irdisch zanken, sondern sogleich von der uns von Gott verliehenen geistigen Waffe ohne alles Bedenken den vollsten Gebrauch machen! In der anderen Welt aber werden sie in der Gesellschaft der Teufel schon zu verspüren anfangen, was die alleinseligmachende Kirche ihnen hätte nützen können, so sie ihr treu geblieben wären. Da werden sie dann ihre Hände nach uns ausstrecken, dass wir ihnen helfen. Wir aber werden zu ihnen sagen: ,Nichts da! Ihr habt uns auf der Welt nicht hören wollen, und nun hören wir euch auch nicht! Weicht von uns auf ewig, ihr Verfluchten!‘ – Dann werden sie schreien: ,Nun sehen wir erst ein, was heilig Grosses ihr bei Gott seid und was für ein elendes Nichts wir vor euch sind. Gebt uns auf hunderttausend Jahre ins ärgste Fegfeuer, nur die schrecklichste Hölle erlasst uns!‘

14. Aber dann werden wir sagen: ,Wir haben euch auf der Welt genug ermahnt! Wir sandten einen Hirtenbrief um den andern an euch, gaben euch um kleine Opfer Ablässe in Hülle und Fülle und wiesen euch ernstlich zu den Beichtstühlen und zur Busse! Aber ihr habt uns nur ausgelacht und tatet, was ihr wolltet! Hier in der Geisterwelt aber sind wir zu allmächtigen Herren geworden und könnten euch helfen, so wir wollten. Aber wir wollen es nicht, und so will es auch Gott nicht. Und somit weichet von uns in das ewige Feuer, das den Teufeln und all seinen ketzerischen Dienern bereitet ist!‘ – Da wird sich der Boden unter ihren Füssen öffnen und der ewige Abgrund wird sie samt den Teufeln verschlingen und ihrer Namen wird dann fürder nicht mehr gedacht werden. Seht, das tun wir und das haben wir auch bereits getan an diesem vermaledeiten Ketzer. Er soll nun schauen, wie er der Hölle entrinnen wird!“

15. Sagt darauf der Mesner: „Aber ein bisschen werdet ihr doch handeln lassen mit euch? Ich nehme ja auch ein hunderttausendjähriges Fegfeuer anstatt der grossen Hölle! Gebt mir also das Fegfeuer statt der Hölle! Was wird's denn sein, ob so ein Kerl wie unsereins mehr oder weniger in der Höhle bratet!“ – Schreit der Grossdienstbare: „Aha, das Höllenfeuer fängt schon an seiner Seele zu lecken an, das verspürt er und möchte nun eine Erlösung von uns. Aber nichts da! Fort mit ihm zur Hölle und zu allen Teufeln!“


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