RBLUM-229

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-229 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 229 - Lichtrede des ketzerischen Kirchendieners.


1. Sagt ein Kirchendiener: „Ja, ja, sollen nur suchen gehen, werden auch einen Dreck finden! Ich finde das jetzt schon dumm, dass sich Seine Eminenz gerade auf so eine Mutter Gottes kapriziert, als wenn zwischen Maria und Maria ein Unterschied wäre! Der wirklichen Mutter Gottes wird es wohl ganz gleich sein, durch welches Bild sie verehrt wird. Ich muss hier offen gestehen, dass ich nie etwas selbst an den besten Bildern gefunden habe.

2. Ein Bild ist wohl gut, dass man damit an manches Würdige der Religion erinnert wird; aber den Bildern eine Wunderkraft zuzuschreiben, das ist heidnisch! Und wenn es der Papst auch selber mir ins Gesicht sagen möchte, dass die toten Bilder Wunder wirken können, so glaube ich ihm nicht. Können die lebendigen Menschen kein Wunder wirken, wie hernach erst die toten Bilder?

3. In Wirklichkeit ist mir eine Fliege lieber als das schönste Bild! Denn die hat Leben und ist wirklich ein Wunderwerk der göttlichen Liebe und Weisheit. Ein Bild aber ist nichts als ein Werk der menschlichen Dummheit, die einen lebendigen Gott und das ewige Leben durch tote Bilder vorstellen will. Das ist mein Glaube, die Herren können mit mir machen, was sie wollen! Dass ich aber kein altes Bild mehr suchen gehe, das schwöre ich! Ich werde niemand mehr einen Narren machen.“

4. Jetzt fahren alle über diesen Ketzer her und drohen, ihn aufs schauderhafteste zu züchtigen. Und der Grossdienstbare sagt in pathetischem Ton: „So das am grünen Holz geschieht, was wird es mit dem Reisig werden? Darum muss ein solcher Ketzer gezüchtigt und den Teufeln zur ewigen Pein und Marter übergeben werden! Er hat die Heiligtümer der Kirche Gottes beschimpft und ist dadurch ein Sünder wider den Heiligen Geist geworden, der weder hier noch jenseits Vergebung zu erwarten hat. Daher hinaus ins Gerichtshaus mit ihm! Von dort in die geheime Totenkammer und von dieser zu allen Teufeln mit ihm! Fiat!“

5. Hier wird der Kirchendiener ganz rabiat, hebt einen Stock vom Boden und sagt in einem Respekt einflössenden Ton zum Grossdienstbaren: „Heda! (mit dem keulenartigen Stock drohend) Wenn du böser Pfaffe es wagen solltest, mich anrühren zu lassen, so soll jeder mich von einer Seite kennenlernen, dass euch allen Hören und Sehen vergeht! O ihr Lumpen und Spitzbuben erster Klasse, ihr alten Gott-, Kaiser- und Volksschänder! Mir wollt ihr den Tod und die Hölle geben deshalb, weil ich die Wahrheit vor Gott und aller Welt euch ins Gesicht gesagt habe?

6. Wer seid denn ihr? Kann es noch ärgere Teufel geben als euch? Ihr reissenden Wölfe in Schafsfellen! Ihr wollt jene achtbaren Menschen als Teufel aus dieser Kirche treiben und seid selbst die allerärgsten Teufel! Treibt euch selbst aus, aber nicht jene Ehrenmänner, die tausendmal eher als eure schlechten Götzenbilder verdienten, als Heilige auf die Altäre gesetzt zu werden!

7. Heisst denn das Gott dienen, so man vor geschnitzten Bildern die Knie beugt, um dem Volke vorzuspiegeln, dass man selbst daran glaube, während man von hochgeistlicher Seite nicht ein Jota glaubt von allem, was man dem Volk aufbürdet. Ihr seid es, von denen Christus im Tempel sagte: ,Ihr bürdet den Armen und Schwachen unerträgliche Lasten auf, aber ihr selbst wollt sie nicht mit einem Finger anrühren. Ihr schützt den armen Witwen und Waisen lange Gebete vor, auf dass sie könnten ins Himmelreich kommen – ein Reich, an das ihr noch nie geglaubt habt – und verzehrt dafür ihre Häuser und ihr Vermögen! Ihr seid es, die da Mücken säugen und dafür Kamele verschlingen! Dafür soll aber auch desto mehr Verdammnis über euch kommen!‘

8. Euer Gottesdienst muss allzeit ein Greuel vor Gott gewesen sein, denn Christus Selbst hat ausdrücklich gesagt: ,Was ihr den Armen tut, das tut ihr Mir!‘ So ich aber an einem Sonntag nicht in euren Gottesdienst ginge, besuchte aber dafür die Armen und täte ihnen Gutes, so würdet ihr mich richten! Wessen Diener aber seid ihr, so ihr den wahren, von Gott Selbst klar bestimmten Gottesdienst richtet? – O ihr Toren! Was ist denn vor Gott besser: das tun, was Er Selbst geboten hat, oder Ihn mit den Lippen ehren, das Herz aber ferne halten? Wann habt ihr wohl Gott gedient, da ihr Sein Wort und Sein Gesetz noch nie angenommen habt?

9. Ihr habt an Christus nie geglaubt, denn sonst hättet ihr getan, was Er gelehrt hat! Nur eure Satzungen waren euch ein kostbares Bild, zu dem Christus bloss einen abgeschabten Rahmen abgeben durfte. O ihr schändlichen Volksbetrüger, ihr haltet euch Göttern gleich und verdammt das Wort Gottes, so es nicht für euren Beutel taugt!

10. O ihr Heuchler! Warum enthaltet ihr denn das reine Wort Gottes den Gläubigen vor? Seht, des Geldes wegen tut ihr das und aus Furcht, das Wort Gottes könnte dem Volk die Augen öffnen und euch entlarven vor ihm! Darum verbietet ihr es, und weil ihr selbst es nicht glaubt! Aber darum kommt das Wort doch unters Volk, und dieses kennt jetzt nur zu gut, wessen Geistes ihr seid!

11. Greift mich, so ihr es euch getraut! Warum zaudert ihr denn? Ich werde der Eminenz sagen, worin der Grund davon steckt! – Die Eminenz hat nun, da ich so frei war, Ihre Schande und Bosheit vor jenen Ehrenmännern aufzudecken, die sogenannte Spitzbubenangst bekommen und traut sich nichts mehr gegen einen Mann zu unternehmen, der Ihr in Kraft und Verstand überlegen ist!

12. Siehe die Eminenz! Warum hat Sie denn eigentlich diese misslungene Handlung gegen jene Ehrenmänner vorgenommen, die sie als Teufel deklariert hat? Ich werde so frei sein, es Ihr gerade ins Gesicht zu sagen: Diese Ehrenmänner, die dort stehen und unsere unbegrenzte Dummheit in Augenschein nehmen, hat Sie bei sich selbst durchaus nicht als Teufel angesehen, da Sie doch selbst nie an einen Teufel geglaubt hat.

13. Diese Dummheit hat den von der Eminenz erwünschten Erfolg nicht gehabt. Die Ehrenmänner haben Sie geduldig angehört und nur im stillen unter sich Bemerkungen gemacht. Das machte die Eminenz beinahe schäumen vor Wut, und die Eminenz suchte nun durch ein Übermass der Dummheit auf jene Ehrenschar so widrig als möglich einzuwirken, da Sie früher durch alle falschen Höllenspektakel nichts hat ausrichten können. Mit der grossen Plärrmesse ging es, wie Figura zeigt durchaus nicht. Es ward daher zum römisch-katholischen Exorzismus geschritten, der in seiner Art einzig als Krone aller menschlichen Dummheit besteht und daher auf jene weisesten Ehrenmänner einen anekelnden Eindruck hätte machen sollen. Aber die Ehrenmänner müssen sich zum Grundsatz gemacht haben, auch vor der grössten Dummheit nicht zu weichen. So blieben sie denn auch so zu Seiner Eminenz grösstem Ärger hier. Was blieb der Eminenz nun noch übrig?

14. Die Eminenz dachte bei sich: Der Exorzismus ist zwar wohl aller Dummheit Krone. Aber da es dabei so mysteriös zugeht, kann auch der Gebildetste solch ein Spektakel einmal behaglich ansehen; denn es fehlt dieser Handlung das eigentliche fade Element. Das Langweiligste aber ist und bleibt doch eine langsam herabgebrodelte Lauretanische Litanei und ein altes Mirakelbild; das halten diese Weisen nicht aus, da werden sie gehen müssen, so sie nicht von der Langweile getötet werden wollen! Aber oha! hat der gute Zufall dazu gesagt. Das alte, durch den Zahn der Zeit zu sehr entstellte Mirakelbild konnte denn doch nicht mehr vors Tabernakulum (das die Protestanten schon lange den römisch-katholischen Herrgottsarrest genannt haben) gestellt werden. Und damit blieb auch bis jetzt das Fadeste, die Lauretanische Litanei, beiseite, womit diese Ehrenmänner hätten geplagt werden sollen. Wie befinden sich nun Eure Eminenz? Werden Sie mich mit in die Hölle hineinschieben?“


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