RBLUM-228

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-228 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 228 - Der grosse „Exorzismus“ und die säumende Hilfe der „Schmerzhaftesten“.


1. Joseph fortfahrend: „Aber nun, o Herr, bin ich auf dem rechten Weg! Jetzt verstehe ich Dein heiliges Wort, und Du, o Herr, bist mir nun die Liebe aller Liebe! – Aber nun geht das Messopfer dieser Pfaffen zu Ende. Was wird darauf etwa geschehen?“

2. Sage Ich: „Mein lieber Bruder, du wirst es sogleich sehen, wie sie nun einen sogenannten Exorzismus (Teufelsaustreibung) an uns ausüben wollen. Aber wir werden dafür einen sonderbaren Gegenexorzismus in Anwendung bringen und da wirst du deine Wunder sehen, was da alles zum Vorschein kommen wird! Aber nur keinen Ärger dabei! Das ist eine Grundbedingung, ohne die wir wenig oder nichts ausrichten würden.“

3. Nun ist der letzte Monstranzensegen zu Ende und wir, als die vermeintlichen bösen Geister, sind nicht geflohen. Das ärgert nun die Pfaffen entsetzlich, und ihre zahlreiche Dienerschaft fängt an, gegen dies gehaltene Hochamt Verdächtigungen zu erheben. Einige meinen, das heilige Geschirr sei von ungeweihten Händen angerührt worden, und deshalb könne das ganze Amt vor Gott keine Kraft haben. Ein anderer sagt, vielleicht habe etwa eine Ehebrecherin oder gar eine Lutheranerin die heilige Wäsche gewaschen und dadurch das heilige Messgerät tiefst entheiligt. Ein anderer meint, man solle noch ein Amt halten, aber mit viel tieferen Reverenzen, was der allerseligsten Himmelskönigin am besten gefiele, und er stehe dafür, dass bei einem solchen Amt die Teufel nicht gegenwärtig bleiben werden.

4. Ein anderer wieder will bemerkt haben, dass sich ein Ministrant beim „Mea culpa“ zu wenig an die Brust geschlagen habe. Ja, einen Schlag habe er sich etwa eines teuflischen Flohs wegen auf den Bauch gegeben, und das zerstöre auch die Wirkung der Messe. Denn man solle es kaum glauben, von welcher Kleinigkeit oft die Nichtwirkung einer Messe abhänge. Ihm habe das einmal ein alter, frommer Kapuziner haarklein auseinandergesetzt.

5. Einer bemerkt gar etwas Lächerliches: Das Epistelpolster sei beim Infundieren verkehrt worden, und wenn so etwas geschieht, so ist die Messe ohne Kraft; denn aufs Epistelpolster legt die glorreiche Mutter, so das heilige Messbuch auf das Evangeliumspolster übertragen wird, das Christkindlein. Wird aber das Polster verkehrt, so nimmt sie das Christkindlein wieder weg, und die Messe ist ohne Wirkung.

6. Ein Zeremoniarius fragt, ob nicht etwa jemand die Stola verkehrt übers Kreuz mit dem Zingulum überbunden habe? Und ein Kapuzinerprior sagt: „Ja, wenn man bei der heiligsten Handlung so unvorsichtig wäre, da könnte sich unsereiner zu Tod ministrieren, so würde das dennoch nichts nützen. Nein, die Stola verkehren! Das ist ja schon etwas Altes, dass da sogleich alle Engel, die unsichtbar bei der heiligsten Handlung ministrieren, vom Altar zurücktreten und ihre Gesichter abwenden. Und die heiligste Mutter Gottes kann da gar nicht zum Altare kommen, weil durch eine solche Unvorsichtigkeit sie alle ihre sieben Schmerzen wieder empfindet.“

7. Hier wird es Meinem lieben Joseph förmlich unwohl. Robert und Helena können sich eines hellen Lachens kaum mehr enthalten. Und Kaiser Franz tritt zu Mir hin und sagt: „Herr, ich habe zwar nie viel auf die Pfaffen gehalten, aber hätte ich diese Dummheiten je auf der Erde gehört, da hätte ich sicher das vollendet, was mein Onkel Joseph begonnen hat!“

8. Sage Ich: „Das ist alles noch nichts! Bei dem bald über uns ergehenden Exorzismus werdet ihr erst die grossartigsten Wunder der Dummheit kennenlernen. Denn von der römisch-katholischen Teufelsaustreiberei habt ihr alle keinen Begriff. Die Sache wird für euch alle sehr belehrend sein. Denn ihr Kaiser müsst das vorzugsweise sehen, weil ihr solche Dummheiten geduldet und hie und da sogar kräftig gefördert habt. Gebt jetzt nur acht, der famose Exorzismus wird sogleich beginnen!“

9. Ein Levit entfernt sich nun mit einigen Dienstbaren. In wenigen Augenblicken bringt er ein schwarzes Buch, das auf beiden Deckeln mit einem Totenkopf geziert ist. Die Diener bringen eine Menge schwarzer sogenannter Requiem- und Exequien- Gewänder. Die Gewänder werden nun unter lateinischen Murmeleien gewechselt, und in wenig Augenblicken steht die ganze Hohepriesterschaft ganz schwarz vor uns. Auch wird ein Katafalk verkehrt aufgerichtet, und eine Menge schwarzer Kerzen werden auf schwarze Leuchter gesteckt. Ein Rauchfass und ein ebenso schwarzer Weihbronnkessel fehlt nicht samt einem schwarzborstigen Sprengbartstocke.

10. Nun tritt der Hauptpriester vor und murmelt aus dem ihm ehrerbietig vorgehaltenen Buch, und die andern sagen alle Augenblicke Amen dazwischen. Danach wird die Hälfte der Kerzen angezündet, mit dem Rauchfasse beraucht und mit Weihwasser besprengt. Dies Murmeln, Rauchen und Besprengen geschieht noch zweimal. Darauf wird ein schwarzer Strick hingelegt. Der Hauptdienstbare tritt im Namen Mariä auf den Strick, andeutend, dass er nun der Schlange den Kopf zertritt. Darauf wird eine schwarze Schüssel mit glühenden Kohlen herbeigeschafft. Das Feuer wird dreimal verflucht, der Strick wird darauf in das Feuer geworfen und selbes mit dem verbrannten Strick aus der Kirche geschafft. Nun werden eine Menge Knittel aus der Sakristei gebracht; ein jeder nimmt einen solchen in die Hand. Bei dieser Gelegenheit wird auch die andere Hälfte der Kerzen angezündet. Nach diesem Akt werden die Knittel geweiht, beräuchert, besprengt und angerührt. Als dies beendet ist, sagt der Hauptdienstbare: ,Hiscum fustibus percutiantur omnia!‘ Das heisst: Mit diesen Stöcken muss jetzt alles zerschlagen werden, was die Teufel entheiligt haben. Nun werden zuerst die Leuchter umgeschlagen, darauf wird der Katafalk zertrümmert und das Bahrtuch in Stücke zerrissen. Zugleich macht auch der Hauptdienstbare einen kleinen Riss in das weisse Unterkleid. Darauf beginnt ein wilder Lärm; ein jeder schreit, um uns Quasiteufel aus der Kirche hinaus zu verfluchen. Daneben wird mit diesen Knitteln auf allen Bänken herumgeschlagen und solange die Knittel nicht ganz zerschlagen sind, wird mit dieser Aktion nicht innegehalten.

11. Aber als wir trotzdem noch fest dastehen und nicht weichen wollen, beruft der Hauptdienstbare alle Teufelsaustreiber zu sich und sagt: „Hört! Wir haben nun alles getan, aber leider hat unsere Mühe nichts gefruchtet. Ich bin daher der Meinung, dass wir noch die grosse lauretanische Litanei beten sollen, und zwar vor dem Bilde der schmerzhaftesten Mutter Gottes. Holt es aus der geheimen Kammer der Schätze Marias und stellt es vor das Tabernakulum hin! Zündet alle Kerzen an, auf dass wir mit der Litanei sogleich beginnen können! Maria ist und bleibt unser Schutz und unsere letzte Zuflucht!“

12. Sagt einer aus der Mitte: „Wenn aber das auch nichts nützen sollte, was werden wir dann tun? Denn so dieser Generalexorzismus nichts gefruchtet hat, der doch ganz auf dem Namen der allerseligsten Jungfrau fusst, was wird dann das tote Bild der Schmerzhaftesten und die grosse Litanei fruchten? Ich bin gar nicht mehr dafür! Übrigens kommen mir diese Wesen auch gar nicht als Teufel vor. Man betrachte sie nur genauer, und man wird sich bald überzeugen, dass da hinter ihnen gar nichts Teuflisches zu stecken scheint.“ – Sagt der Hauptdienstbare: „Teufel können auch Engelsgestalten annehmen! Darum heisst es hier alles versuchen. Geht nur geschwind, und bringt mir die Allerschmerzhafteste herbei! Amen dico vobis!“

13. Als ein paar Diener das hölzerne Bild herbeischaffen, zeigt es sich, dass es schon ausserordentlich schadhaft ist. Es fehlen dem Bild die sieben Schmerzen, die gewöhnlich durch sieben in den Leib der Maria hineingestossene Schwerter ausgedrückt werden. Dann fehlt dem Bild die Krone, der halbe Kopf, eine Hand und der ganze tote Heiland, den sie auf ihrem Schoss trägt. Von einer Farbe und Vergoldung ist keine Rede mehr. Dafür aber ist das, was noch von der Allerschmerzhaftesten da ist, desto wurmstichiger, und die ganze Figur wäre kaum mehr zur Beheizung zu gebrauchen.

14. Als der Grossdienstbare das zerstörte Bild sieht, sagt er verdriesslich: „Aber um Himmels willen, was ist denn mit diesem glorreichen Gnadenbild geschehen? Das sieht so jämmerlich aus wie die sieben teuren Zeiten von Ägypten. Mein Gott und mein Herr! Wie hast denn Du dies heilige Bild Deiner allerseligsten Mutter so zugrundegehen lassen können! Was wird da zu machen sein? Gibt es denn nirgends eine andere, denn mit dieser ist nichts mehr zu machen.“

15. Sagt ein Diener: „Eure Eminenz! Unten in einer Seitenkapelle ist noch eine zur öffentlichen Verehrung Ausgestellte. Wie wäre es, so wir uns dahin begäben?“ – Sagt der Grossdienstbare: „Das ist nichts! Es muss eine Übertragbare sein, damit man sie vors Tabernakulum stellen kann. Tragt dies Bild weg und seht, dass ihr mir ein anderes herbeischafft! Das wäre nicht übel, wenn in diesen weiten Räumen nicht noch eine besser erhaltene Schmerzhafteste aufzufinden sein sollte! – Geht und durchsuchet mir alle Winkel!“

16. Die Diener tragen das zerstörte Bild wieder hinaus, kommen nach einer Weile mit betrübten Gesichtern zurück und vermelden, dass sie alle Winkel durchsucht und nichts Schmerzhaftes irgendwo haben antreffen können. – Darob wird der Grossdienstbare ganz unwillig und schmäht die Dienerschaft: „So ist es, wenn man lauter Esel zu Kirchendienern hat! Wie die Ochsen rennen sie und finden nichts! Dumme Tölpel! Gehe jemand anderer suchen, es muss doch noch etwas geben!“


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