RBLUM-227

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-227 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 227 - Aufklärungsrede des Herrn über die „unübersteigliche Kluft“ und die Vergebung von „Todsünden“.


1. Spricht Joseph: „O Herr, das habe ich wieder vollkommen verstanden. Aber noch einen kleinen Punkt in der Schrift verstehe ich nicht ganz. Und das ist die ,unübersteigliche Kluft‘ in der Gleichniserzählung vom reichen Prasser, den Du vor den Augen der Welt in die Hölle gestellt hast. Wenn zwischen denen, die sich im Schosse Abrahams im Himmel befinden und denen, deren schreckliches Los die Hölle ist, eine nimmer übersteigbare Kluft besteht, wie wird dann wohl eine Erlösung aus der Hölle möglich sein? Dass aber daraus schwerlich je eine Erlösung stattfinden dürfte, geht auch noch aus einem andern Lehrtext der Schrift hervor, wo nämlich den sogenannten Sündern gegen den Heiligen Geist entweder eine nur sehr schwere oder gar keine Vergebung zugesichert ist, und das, o Herr, aus Deinem höchsteigenen Munde! Was hat es sonach mit all dem für eine Bewandtnis?“

2. Sage Ich: „Dasselbe, wie die Rechtsgelehrten in der Welt sagen: „Wer etwas selbst so will, dem geschieht kein Unrecht!“ – Die Kluft aber bedeutet wieder den nie übersteigbaren Unterschied zwischen Meiner freiesten Ordnung in den Himmeln und der ihr in allem widerstrebenden Unordnung der Hölle. Dieser Text bezeichnet also nur deren Unvereinbarkeit, nicht aber eine ewige Torsperre für denjenigen, der sich darin befindet.

3. Dass aber einer, der in sich selbst schon vollkommen zur Hölle wird vermöge seines freiwilligen Austrittes aus Meiner freiesten Ordnung in die notwendig gerichtete Widerordnung – dass ein solcher nicht gar zu bald und zu leicht aus der Hölle kommen wird, versteht sich von selbst. Es ist nur zu bekannt, wie hart es einem Bösestolzen und in allem Herrschsuchts-Hochmut Gefangenen ankommt, in die Sanftmut und Demut der Himmel überzugehen. So etwas ist wohl keine Unmöglichkeit, aber dennoch eine grosse Schwierigkeit. Du wirst in Zukunft oft noch erfahren, wie schwer es geht, jemanden völlig aus der Hölle zu heben. Der Stolze kehrt immer wieder zum Stolz zurück, der Unkeusche zur Unkeuschheit, der Träge zur Trägheit, der Neider zum Neid, der Geizhals zum Geiz, der Lügner zur Lüge, der Räuber zum Raub, der Mörder zum Mord, der Rohe zur Roheit usw. Wenn man ihnen diese Eigenschaften auch tausendmal rügt, verfallen sie doch immer wieder in die gleichen Leidenschaften, sobald ihnen die fürs ewige freie Leben bedungene Freiheit gegeben wird. Und je öfter sie wieder in einen Rückfall kommen, desto schwächer werden sie stets und desto schwerer wird es ihnen, sich aus den bösen Sünden zu erheben und als lautere Geister in Meine göttliche Freiheit überzugehen.

4. Aber verstehe, bei den Menschen-Geistern ist vieles unmöglich, was Mir dennoch gar wohl möglich ist. Denn bei Mir sind alle Dinge möglich!“

5. Spricht Joseph: „Ja, mein heiliger Vater, jetzt sind mir jene Texte klar, die ich auf der Erde wohl geglaubt habe. Aber sie haben auf mich nie einen wohltätigen Eindruck gemacht, obschon ich als Kaiser alles auf die gewissenhafteste Gerechtigkeit halten musste und nicht Gnade üben durfte, wo mir irgendein harter Sünder unterkam.

6. Merkwürdig aber war, dass ich keine harten Richter leiden konnte. Wer von meinen Amtsrichtern die Sünder zu scharf richtete, dem war meine Gunst ferne. Wer aber die Sünder so richtete, dass er dem Sünder wohl die Grösse und Schwere seiner Sünde recht genau zeigte, aber bei den Reuigen auf meinen Namen hin den Akt der Gnade übte und dem Sünder nur mildere und leichtere Besserungsstrafen gab, der hatte an mir einen sicheren Freund.

7. Und so war es auch, wenn ich das Evangelium las. Wenn ich die Verse durchging vom verlorenen Sohn, vom guten Hirten, von der Ehebrecherin im Tempel vor Dir, wenn ich Dich den Zachäus vom Baum herabrufen hörte, den gerechtfertigten Zöllner im Tempel vernahm und Dich mit dem samaritanischen Weib am Jakobsbrunnen heilige Worte tauschen vernahm, da konnte ich mich nie der Tränen erwehren. O welch ein Gefühl hat Dein Wort am Kreuz: ,Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!‘ in mir stets rege gemacht! – Aber die Stellen, wo Du, wennschon gerechtestermassen, die Sünder mit scharfen Fluch-Sentenzen zur Hölle wiesest, machten auf mein Gemüt wahrlich keinen Eindruck. Ich sah darin wohl einen gerechten Gott walten, aber Ihm gegenüber nichts als ohnmächtigste Wesen, die sich die Machtschwere ihres Schöpfers und Richters gefallen lassen müssen.

8. Ich zwang wohl mein Herz, diesen allmächtigen Gott aus allen Kräften zu lieben, aber muss jedoch zu meiner Schande gestehen, mein Herz wollte sich in diese Liebe nicht finden. – Ich wurde durch solche Selbstprüfungen dann ein Freimaurer, um da zur tieferen Kenntnis Gottes zu gelangen. Ich habe dabei wohl recht viel gewonnen und las viel von der reinen Liebe zu und in Gott; aber der unerbittliche Richter wollte durchaus nicht untergehen und die Hölle nicht verlöschen.

9. So stellte ich mir auch oft lebendig vor, wie Du, der Du aus Liebe zu den Menschen so viel gelitten hast, um sie glücklich zu machen, eine gerechte Ursache hättest, mit den Sündern unbarmherzig zu sein und ihre Sünden unerbittlich strenge zu ahnden. Aber mein dummes Herz wollte sich dessenungeachtet in die höchste Liebe zu Dir nie ganz finden.“


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