RBLUM-226

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-226 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 226 - Der Herr über das Messopfer und die ewige Verdammnis.


1. Joseph fortfahrend: „Herr, Du bester Vater, sage mir doch, ob denn an dem sogenannten Messopfer, von dem in keiner Heiligen Schrift etwas steht, denn doch etwas daran sei? Besonders wenn stillen Ortes ein herzlich guter Priester, gläubig und in bester Meinung Dir, Gott dem Herrn, ein wahrhaft andächtiges, stilles Messopfer darbringt. Und zwar umsonst, weil er es als zu heilig erachtet und seinen lieben Heiland um keine Silberlinge mehr verkaufen will. Ich meine, so ein Messopfer dürfte bei Dir, o Herr, denn doch nicht ganz ohne Wert sein!“

2. Sage Ich: „Mein liebster Freund! Was kann bei Mir wohl ohne Wert sein, so es im rechten Sinn verrichtet wird? So Ich einen jeden Becher frischen Wassers, den du einem Durstigen reichst, hundertfach belohnen will – um wieviel mehr werde Ich ein andächtiges Messopfer eines wirklich edelherzigen Priesters mit wohlgefälligstem Herzen ansehen und werde segnen den Priester wie sein Opfer! Ich sehe allezeit nur aufs Herz und nie auf die Form. Und durch ein liebevolles und gerechtes Herz wird jede äussere Form, wie immer beschaffen, gerecht und gut vor Mir – obschon an der Form gar nichts liegt und sie weder äusserlich noch innerlich einen Wert haben kann.

3. Ich habe nur einmal, und das für alle Menschen, Mich Dem geopfert, der in Mir ein heiliger Vater von Ewigkeit ist. Von diesem einigen und einzigen Opfer an gibt es für ewig kein zweites ähnliches mehr. Durchs Messopfer wird nichts zuwege gebracht, aber durch ein edles Herz dessen, der es verrichtet, sehr vieles! Denn da wird es von Mir wahrhaft gesegnet, nicht etwa als ein Opfer, sondern als Szene Meines Erdenlebens. Denn ein neues Opfer kann es nimmer geben, weil dieses schon einmal für ewig gültig vollbracht wurde, weshalb Ich auch am Kreuz zum letzten Male ausrief: ,Es ist vollbracht!‘ Was aber einmal vollendet ist für alle Zeiten, kann dann nie wieder noch einmal vollbracht werden.

4. Ist ein rechtschaffener Priester vermöge des erhaltenen Unterrichts dennoch der Meinung, dass er ein gleiches Opfer in seiner Messe verrichte, wie Ich es verrichtet habe am Kreuz. so werden wir ihm das wohl zu keiner Sünde anrechnen, sondern zu ihm sagen: ,Es sei dir vergeben, denn du wusstest ja nicht, was du getan hast!‘ – Wohl aber soll es jenen angerechnet werden, die bei sich über das ganze Opfer lachten und sagten: „Die Welt will betrogen sein, so werde sie denn betrogen!“ Denn wer jemanden des eigenen Vorteils wegen etwas glauben machen will, worüber er bei sich selbst lacht, der ist kein Priester, sondern wahrhaft ein Teufel. Dessen Lohn aber wird gleich sein seinem falschen Eifer! – Hast du das wohl verstanden, Mein lieber Bruder Joseph?“

5. Spricht Joseph: „Ja, mein Herr und Vater, wie sollte ich das auch nicht verstanden haben, nachdem Du die Sache mir so wahr gezeigt hast. So ist es und kann unmöglich anders sein! O ich danke Dir, dass Du Deine Ordnung gerade so eingerichtet hast, wie ich sie mir bei meinen irdischen Lebzeiten oft vorgestellt habe!

6. Nur eines geht mir noch ab, eine Aufhellung über den fast in allen christlichen Religionssekten vorkommenden Begriff der sogenannten ewigen Strafe. Gibt es eine solche, oder gibt es keine? So man für die irdischen Tage ehrlichen und rechtlichen Lebenswandels eine ewige Belohnung erhält, so kann man auch annehmen, dass es füglich auch eine ewige Strafe geben müsse. Denn gebührt hier im Reich der Geister einer kurzen, edlen Tat ein ewiger Lohn, so gebührt demgegenüber auch für eine kurze, böse Tat ein ewiger Strafzustand in der Hölle. Ich finde diese Annahme ganz logisch.“

7. Sage Ich: „Du schon, aber Ich nicht – weil Ich mit all dem, was Ich geschaffen habe, unmöglich mehr als nur einen Zweck vor Augen haben konnte! Da Ich Selbst aber das ewige Leben bin, so kann Ich doch nie Wesen für den ewigen Tod erschaffen haben! Eine sogenannte Strafe kann daher nur ein Mittel zur Erreichung des einen Hauptzwecks, nie aber eines gleichsam feindseligen Gegenzwecks sein, daher kann denn auch von einer ewigen Strafe nie die Rede sein.“

8. Spricht Joseph: „Herr, Dir ewig Dank, Liebe und Ehre, das verstehe ich nun ganz! Aber in der Heiligen Schrift steht doch deutlich geschrieben von einem ewigen Feuer, das nimmerdar erlischt, von einem Wurm, der nimmer stirbt! Auch steht geschrieben: ,Weichet von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Dienern bereitet ist!‘ – Ja, Herr, ich kenne eine Menge Texte, wo der Hölle und ihres ewigen Feuers sehr handgreiflich gedacht wird. So es aber keine ewige Strafe gibt und es sogar von dem Sträfling selbst abhängt, in ihr zu verbleiben, so lange er will – da sehe ich dann durchaus nicht ein, wie von einem ewigen Feuer in der Schrift die Rede sein kann!“

9. Rede Ich: „Mein liebster Freund, es steht wohl geschrieben von einem ewigen Tod, der da ist ein ewig festes Gericht, und dieses geht hervor aus Meiner ewigen Ordnung. Diese aber ist das sogenannte Zorn- oder besser Eiferfeuer Meines Willens, der natürlich für ewig unwandelbar verbleiben muss, ansonst es mit allem Geschaffenen auf einmal völlig aus wäre.

10. Wer sich nun von der Welt und ihrer Materie hinreissen lässt (die doch notwendig gerichtet bleiben muss, weil sie sonst keine ,Welt‘ wäre), der ist freilich so lange als verloren und tot zu betrachten, als er sich davon nicht trennen will. Es muss also der Geschaffenen wegen wohl ein ewiges Gericht, ein ewiges Feuer und einen ewigen Tod geben. Aber daraus folgt nicht, dass ein im Gericht gefangener Geist so lange gefangen verbleiben muss, als dieses Gericht an und für sich dauert – so wenig wie auf Erden, so du ein festestes Gefängnis erbaut hättest, die Gefangenen deshalb auch auf die ganze Dauer des Gefängnisses verurteilt werden sollen.

11. Ist denn nicht ,Gefängnis‘ und ,Gefangenschaft‘ zweierlei? Das Gefängnis ist und bleibt freilich ewig, und das Feuer Meines Eifers darf nimmer erlöschen. Aber die Gefangenen bleiben nur so lange im Gefängnis, bis sie sich bekehrt und gebessert haben.

12. Übrigens steht in der ganzen Schrift nicht eine Silbe von einer ewigen Verwerfung eines Geistes, sondern nur von einer ewigen Verdammnis der Nichtordnung gegenüber Meiner ewigen Ordnung, die notwendig ist, weil sonst nichts bestehen könnte. Das Laster als Widerordnung ist wahrlich ewig verdammt, aber der Lasterhafte nur so lange, als er sich im Laster befindet! Also gibt es auch in Wahrheit eine ewige Hölle, aber keinen Geist, der seiner Laster wegen ewig zur Hölle verdammt wäre, sondern nur bis zu seiner Besserung! – Ich habe wohl zu den Pharisäern gesagt: ,Darum werdet ihr eine desto längere Verdammnis überkommen!‘, aber nie: ,Darum werdet ihr auf ewig verdammt werden!‘ – Verstehst du nun deine so gefährlich aussehenden Schrifttexte?“


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