RBLUM-224

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-224 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 224 - Ohnmächtige Wut der Römlinge. Ihre Unbarmherzigkeit, Habgier und Schwindelei. Donnerworte des „Ketzerkaisers“.


1. Hier weicht auch der vielbelachte J-a-Schreier vor uns zurück. – Alle machen vor ihm eine tiefe Reverenz und sagen: „Allerhochwürdigster apostolischer Nuntius des Heiligen Vaters aus Rom! Wie kannst du mit diesen Ketzern noch zaudern? Verfluche sie und treibe sie alle in die Hölle ohne Gnade und Erbarmen!“

2. Sagt jener Schreier mit hässlich kreischender Stimme: „Ich hab's ja schon getan, aber die Teufel sind entsetzlich hartnäckig und wollen nicht tun, was ich ihnen gebiete, sondern lachen mich obendrein noch tüchtig aus! Auch vor unseren Blitzen und Donnern, wie auch vor unserer Hölle, haben sie keine Furcht, sondern schauen sich diese doch schrecklichen Dinge so gleichgültig an, als wenn gar nichts daran wäre! Oh, das sind harte und unverbesserliche Teufel!

3. Und einen haben sie uns doch weggefischt! O du Armer, wie bist du jetzt auf ewig verloren! Wenn du dich auch jetzt eine Zeitlang wehrst, wirst du mit der Zeit dennoch ohne Gnade samt deinen Gesellen hinein müssen auf ewig! Ja, hinein werden sie alle müssen, da ist keine Gnade und kein Erbarmen mehr!“

4. Hier tritt Kaiser Joseph vor und sagt: „Hört, meine Hochwürdigen! Wäre es denn nicht genug, so ihr uns nur auf einige Erdentage ins Fegfeuer werfen möchtet? Denn seht, uns sogleich in die Hölle verdammen, von der ewig kein Auskommen mehr sein soll, ist denn doch von euch zu hart. Habt daher Gnade und Erbarmen mit uns! Bedenkt doch, wie einem armen Teufel das höllische Feuer unbeschreibliche Schmerzen bereitet! Es geht einer armen Seele im Fegfeuer zwar auch nicht gut, aber von da heraus ist doch eine Erlösung zu erhoffen, aus der Hölle aber ewig keine. Darum erbarmt euch unser und befreit uns von der Hölle!“

5. Schreien darauf alle: „Nichts da, ihr Vermaledeiten! Nur hinein mit euch in die unterste Hölle, wo vor lauter Hitze der Diamant schmilzt. Bei uns ist kein Erbarmen für Teufel. Wir werden euch schon lehren, was es heisst, die heilige römische, alleinseligmachende Kirche zu verlachen! Darum nur hinein mit euch allen!“ – Spricht Joseph: „So wir für uns aber zehntausend allerkräftigste sogenannte Hundert-Dukaten-Messen zahlten, ginge da die Geschichte auch nicht mit der Höllenbefreiung?“ – Schreien alle: „Das ist viel zuwenig, um von der Hölle befreit zu werden! Da müsstet ihr zehnmal soviele Papstmessen lesen lassen, da wäre vielleicht noch etwas zu machen! Denn wir wissen, was es heisst, einen Teufel aus der Hölle zu erlösen!“

6. Spricht Joseph: „Was müssten denn unterdessen wir tun, bis solche Messen könnten gelesen werden? Etwa hierbleiben?“ – Schreien wieder alle: „Dummer Teufel! Wenn ihr da verbliebet, wie könnten wir euch dann aus der Hölle erlösen? Wenn ihr erlöst werden wollt, so müsst ihr zuvor drin sein! Zahlt also zuerst die hunderttausend kräftigsten Papstmessen und geht dann geschwind in die Hölle, sonst könnt ihr nicht erlöst werden!“

7. Spricht Joseph: „Aber wie lange wird es denn hergehen, bis die hunderttausend Messen gelesen werden?“ Schreien die Pfaffen alle: „Von solchen allerheiligsten Messen können nur drei in einem Jahr, und zwar vom Heiligen Vater selbst, gelesen werden. Nur er allein hat da das Recht und die Macht dazu. Jetzt rechnet selber, wie lange es da hergehn kann! Unter dreissigtausend Jahren ist gar keine Rede! Die Hölle ist und bleibt Hölle, und wer einmal drinnen ist, kommt nicht so leicht wieder heraus!“

8. Sagt Joseph: „Nun, jetzt bin ich schon im klaren mit euch. Nur möchte ich noch wissen, warum denn gerade die drei Papstmessen von einer so ungeheuren Kraft sind? Man sollte doch glauben, dass, was die Würde und den Wert eines Messopfers betrifft, eine Messe so gut ist wie die andere.“ – Sagt nun der frühere Plärrpfaffe: „Das ist so: Bei der Messenlesung durch die andern Geistlichen opfert sich nur der Gottsohn Seinem himmlischen Gottvater auf für die armen Seelen im Fegfeuer und für bussfertige Sünder auf Erden. Bei der Papstmesse aber tritt die ganze allerheiligste Dreifaltigkeit in die Hostie! Und darin liegt die ungeheure Kraft einer Papstmesse, bei der nur die Erzengel ministrieren dürfen, wann sie von der allerseligsten Jungfrau Maria zu diesem Dienst auserkoren werden! So ist es! Hat mich der Herr Kaiser verstanden?“

9. Sagt Joseph: „Noch nicht ganz! Darum möchte ich auch noch wissen, warum ein Papst nicht mehr als drei Messen lesen darf, wobei er eigentlich nicht selbst die Messe liest, sondern nur bei derselben, die entweder von einem Kardinal oder einem kardinalisierten Erzbischof gelesen wird, assistiert.“ Sagt der Nuntius: „Ist das eine verfluchte ketzerische Frage! Merke sich der Herr Kaiser: Der Papst kann deswegen nicht mehr als drei Messen lesen, weil dadurch die heiligste Dreifaltigkeit lebendig für alle Zeiten auf der Erde in der alleinseligmachenden Kirche dargestellt wird. Dass aber der Papst nicht unmittelbar selbst die heiligste Dreifaltigkeits-Messe liest, sondern dabei pontifiziert und assistiert, kommt daher, weil er der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden ist, der allen dient und sich selbst nicht bedienen lassen darf. Jetzt wird Er's doch verstehen?“

10. Sagt Joseph: „Ja, jetzt bin ich im klaren und weiss nun vollkommen, was ich vom Papsttum zu halten habe!“ – Sagt der Nuntius: „Nun, und was hält man denn vom Papst?“ – Sagt Joseph: „Nichts anderes, als dass er der vollkommene Antichrist ist und ihr alle seine getreuesten Helfer seid! – Denn wäret ihr wahre Christen, so würdet ihr Christus den Herrn, der hier neben mir steht, sicher sogleich erkannt haben. Aber da ihr in aller Fülle vollendetste Antichristen seid, verdammt ihr uns samt Christus in die Hölle, während ihr selbst euch schon lange mit Haut und Haaren darin befindet.

11. O ihr elenden Schurken! Euer Christus, den ihr ehrt und begehrt, heisst Gold und Silber! Der wahre aber, der am Kreuz für alle Menschen blutend Seine göttlichen Arme ausgestreckt hat und allen Seinen Feinden vergab und den ewigen Vater in Sich Selbst um Vergebung für sie bat, – ist euch zum Ekel geworden. Derart, dass ihr, die ihr euch frech Seine Diener nennt, alle, die Ihm und nicht euch anhangen, ohne Bedenken mordet und am Ende noch in die unterste Hölle verdammt! O ihr Schlangen und Otterngezücht, welcher Teufel hat euch denn gezeugt? Wahrlich, wäre der Herr nicht von einer endlosen Geduld, Sanftmut und Liebe, welche Hölle gäbe es denn, die grausam genug wäre, euch aufzunehmen!

12. Ich will und darf euch kein Richter sein; der Herr tue euch nach euren schändlichen Verdiensten! Würde ich euch aber richten, wahrlich, ich sage es hier laut im Angesicht Gottes: ich würde über euern Nacken eine Züchtigung verhängen, dass sich die ganze Unendlichkeit verwundern sollte! Bei Deinem allmächtigsten Namen, o Herr, Du kennst mich, ich habe allezeit alle Geduld und Nachsicht gehabt mit den Schwächen meiner mir untergebenen Brüder. Aber bei dieser Brut der Hölle schaudere ich, und alle meine Geduld und Nachsicht hat da ihr Ende gefunden!

13. Schon auf der Erde, wo sich diese reissenden Wehrwölfe in Schafspelze verkrochen und nur im geheimen ihr schnödes Unwesen trieben, habe ich sie von einer Seite kennen gelernt, die vollkommen der untersten Hölle glich. Auf der Erde aber sah nach der Zurechtweisung doch bei manchem Pfaffen noch ein Stückchen Mensch heraus, und man hatte mit ihm denn auch eine gerechte Geduld. Hier aber zeigt sich diese Brut in ihrer wahren Gestalt und ist grässlich anzuschauen und anzuhören. – Herr, Dein Wille geschehe, meine Geduld ist da zu Ende!“

14. Sage Ich: „Mein Bruder, sei ruhig und ärgere dich nicht! Denn siehe, es muss alles so kommen, sonst wären Daniel und Jesajas ja Lügner. Diese haben von ihnen geweissagt, und ihre Weissagung muss erfüllt werden! In der Folge wirst du einsehen, warum all dieses so kam und kommen musste! – Nun aber gib weiter acht, denn es wird gleich eine andere Szene zum Vorschein kommen, von der du vieles lernen wirst! Aber ärgern darfst du dich fürder nicht!“

15. Auf obige energische Rede Josephs haben sich die Pfaffen allesamt in ihre Winkel zurückgezogen, um sich da zu beraten, mit welch einer ausführbaren Rache sie uns für den ihnen angetanen Frevel bedienen sollten, und wie sie uns wirksam in ihre vermeintliche Hölle hineinbringen könnten.


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