RBLUM-223

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-223 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 223 - Migatzis Amtsbrüder. Der eselhafte Präsident. Migatzis Bekenntnis zum Herrn. Dessen Urteil über Rom. Antwort der Bischöfe.


1. Nun stürzen auf einmal bei hundert skelettartige Wesen in zerfetzten Vespermänteln und zerquetschten Bischofsmützen aus allen Winkeln hervor und erheben in grösster Aufregung ein Zetergeschrei. Einer, mit einem mehr einem Esel als einem Menschen ähnlichen Gesicht, der ihr Präsident ist, tut sich besonders hervor. Er ist zwar der dümmste von allen, aber das macht dort nichts. Denn sie ernennen deshalb immer den Dümmsten, damit sie selbst desto unumschränkter tun können, was sie wollen. Solch einer springt hastig zu Migatzi hin mit einem ernsten Gesicht, das aber in solcher Position am allerdümmsten auszusehen anfängt, so dass darüber die ganze Gesellschaft des Herrn in helles Lachen ausbricht. Als der hervortretende Präsident dies sieht, wird sein Gesicht noch ernster und daher auch noch lächerlich dümmer anzusehen.

2. Er reisst nun das Maul weit auf und strengt sich an, einen echt römischapostolisch kräftigen Fluch auszustossen. – Aber Ich mache ihm einen kleinen Strich durch die Rechnung und der Herr Präsident bringt nichts als ein heiser knurrendes „J-a, J-a, J-a“ heraus. Helena und Robert ersticken fast vor Lachen. Sogar Petrus, Paulus und Johannes können sich des Lachens nicht ganz enthalten. Die Monarchen lachen auch aus vollem Hals. Und Joseph bemerkt, dass ihm sein ganzes Leben nie eine lächerlichere Visage untergekommen sei als die dieses zornvollen Präsidenten.

3. Robert sagt zu Mir: „Herr, ich begreife nicht, wie ich mich beim Eintritt in diese Gruft so habe fürchten können! Und nun muss ich fast zum Zerbersten lachen über diese unendlich dumme Physiognomie und über das echteste Eselsgeplärr! Das ist aber in der Entsprechung höchst bezeichnend, dass man sich nichts Treffenderes vorstellen kann. Wie mächtig hat Rom geschrien vor Grimm und Wut zu Luthers Zeiten, und wie mächtig schreit es nun den Neukatholiken gegenüber! Aber das Geschrei ist immer unverändertes Eselsgeplärr und dieser Präsident ein gelungenes und getreuestes Bild des Papsttums.“

4. Sage Ich: „Das wird auch der Erfolg der gegenwärtigen Mühe des Papsttums sein. Die Menschen werden die Diener weidlichst zu belachen anfangen. Und je mehr sich diese ärgern, desto mehr werden sie verlacht werden, bis sie am Ende ihr eigener Grimm verzehren wird. Was du hier siehst im kleinen, wird auf der Erde geschehen im grossen! Die Diener Bileams werden alles aufbieten, werden Wundermagie treiben und schreien und plärren wie dieser hier. Das Volk aber wird sich erbauen, wie unsere Gesellschaft nun hier im Angesicht dieses ,J-a‘ plärrenden Esels. Und diese Demütigung wird das beste Heilmittel für jene Narren sein.

5. Aber du wirst auch bald sehen, warum du dich ehedem so gefürchtet hast. Bald wird das Innere dieser Pfaffen heraustreten, und du wirst hoch erstaunen über die Trugkünste, die diese Wesen produzieren werden. Ich aber werde die Gesellschaft dahin beleben, dass sie sich dabei wie ein mutwilliges Publikum in einer misslungenen Komödie benehmen wird. Und das wird von gutem Erfolg sein.“

6. Hier tritt Migatzi vor Mich hin und sagt: „Herr Jesus, Du bist es wahrhaftig! Nun erst erkenne ich Dich vollkommen! Ehre sei Dir allein ewig!!“ – Ich aber fasse ihn bei der Hand und sage: „Bruder, werde vollkommen!“ Und Migatzi bekommt sogleich ein recht gutes und gesundes Aussehen.

7. Migatzi fühlt sich nun ganz leicht und gestärkt, und heller und heller wird sein Auge. Nur das Gewand bleibt noch dasselbe zerlumpte, erzbischöfliche, was ihn sichtlich stört. Er beschaut sich und sagt nach einer Weile zu Mir voll innigster Liebe und festen Vertrauens: „Herr Jesus, Du wahrhaftigster Gott und Sohn Deines ewigen Vaters! Da Du mir schon ohne alle Verdienste um Deinen allerheiligsten Namen so gnädig bist und hast mich erlöst aus diesem Pfuhl des Verderbens, so erlöse mich auch von dem Rest, der einen widerlichen Anblick meinen Augen und einen ekligen Geruch meinen Nüstern bereitet! Sieh dieses mich anwidernde Gewand des Hochmuts und Trugs und befreie mich davon! Gib mir dafür ein gemeinstes Bettlergewand, und ich werde mich darinnen selig fühlen!“

8. Sage Ich: „Mein lieber Bruder, dies Gewand ist ein Gewand des Hochmuts und des Trugs zwar gewesen für den, der es hochmütig und übellustig trug. Du aber hast es getragen nur des vorgeschriebenen Ritus wegen, weil es die römisch-kirchliche Regel so vorschreibt. Und so war es für dich ein wahres Ehrenkleid und somit nicht verächtlich, wie du meinst.

9. Denn alles ist nicht schlecht an der Römerin! Nur das ist ein Greuel, so sie des irdischen Mammons wegen Mittel ergreift, die rein höllischer Natur sind – als da sind: falsche Wunder, falsche Heilmittel, Ablässe, Reliquien und Bilderdienst, Amulette, fromm klingende Zaubersprüche, blinde Zeremonien, Gnadenwallfahrtsorte, Kirchenschätze für leeren kirchlichen Luxus, hohe Ämter und Ehrenstellen, die ausgedehnteste Herrschsucht und die hartnäckigste Alleinrechthaberei. Ich will von ihren Messopfern nichts sagen, nichts von ihrer Ohrenbeichte, von ihren Tempeln, Glocken und Orgeln, nichts von würdigen Kunstwerken, nichts von der Heilighaltung ihrer Bethäuser und nichts von den Begräbniszeremonien für die Verstorbenen. Denn dies alles im reinen Sinn würdig benützt ist nicht untauglich, das menschliche Gemüt zu erheben und zu veredeln. – Aber dass die Römerin diese an und für sich reinen Dinge dazu gebraucht, das menschliche Herz zu verdummen und blind glauben zu machen, dass man durch sorgfältigen Gebrauch alles dessen zum Leben in den Himmeln und nur durch sie zu Meiner Gnade gelangen könne – das ist schlecht! Denn dadurch werde Ich bei den Kindern als Vater zu einem Tyrannen gemacht, den die Dummheit wohl fürchtet, aber nie liebt. Die Verständigen und Weltläufigen aber fangen dann an, Meiner sich zu schämen. Sie wollen dann oft von einem solchen Erlöser, wie Ihn die Römerin schildert, nichts mehr hören und verwerfen damit das Kind samt dem Bad. Und das bewirkt die römische Kirche durch ihre eigenmächtigen Lehren, Satzungen, Zugeständnisse und Privilegien, die sie als von Mir empfangen vorgibt, und durch allerlei geduldeten und gepredigten Aberglauben. Das ist es aber, wodurch sie selbst sich zugrunde richtet und eigentlich schon zugrunde gerichtet ist.

10. Das alles liegt also nicht am Kleid, sondern an seinem gewaltigen Missbrauch. Daher behalte nur unterdessen dein Gewand! So wir bald von diesem Wien uns hinwegbegeben und unterwegs noch einem Ort geistig einen Besuch abgestattet haben werden, wird sich dein Kleid schon in ein anderes umgestalten!“ – Damit gibt sich Migatzi zufrieden und dankt Mir sehr über diese ihn tröstende Belehrung.

11. Zugleich aber ertönt aus den finsteren Winkeln ein gellendes Geschrei: „Hinaus mit diesen Ketzern, mit diesen Gottesleugnern, mit diesen Vermaledeiten in Ewigkeit!“ – Migatzi fällt förmlich in Ohnmacht und sagt bebend: „Aber Herr, kannst du das anhören, ohne sie alle mit Feuer und Schwefel zu vernichten? Um Deines heiligsten Namens willen – was wird daraus werden?“

12. Sage Ich: „Gar nichts! Denn Ich bin ja nicht wie ein Mensch, der gleich alles mit Feuer und Schwefel verheeren möchte! Was für Menschen und Geister trägt die Erde! Und dennoch lasse Ich täglich die Sonne auf- und niedergehen und beleuchten und erwärmen die Erde an allen ihren Punkten nach dem Mass der natürlichen Notwendigkeit. Sieh, in der Geduld und Liebe liegt die grösste Kraft! Wer diese nie aus den Augen lässt, wird grosse Dinge erreichen! So müssen denn auch wir Geduld und Liebe haben mit allem, was schwach ist, so wird unsere Mühe stets der beste Erfolg belohnen. Lassen wir sie schreien! Sie werden schon aufhören, so sie genug geschrien haben. – Und somit keine Furcht und keinen Ärger mehr!“

13. In diesem Augenblick fängt es im Hintergrund zu blitzen und gewaltig zu donnern an. Glühende Riesenschlangen beginnen aus verschiedenen Winkeln hervorzukriechen und wütend Krümmungen zu machen. Feurige Totengerippe klappern, auch Nachteulen und Fledermäuse fehlen nicht. Und im Hintergrund ist ein grässlich aussehender, riesiger Rachen mit furchtbar grossen, nahezu weissglühenden Hauzähnen zu erschauen. Aus dem Rachen schlagen fortwährend Rauch und Flammen empor. Und auf der Stirn dieses Höllendrachen steht mit rotglühender Schrift geschrieben: ,Ich bin der ewige Höllendrache, zu verschlingen alle frechen Ketzer! Alle, die auf die römische, alleinseligmachende Kirche nichts halten und ihre heiligen Gebote belachen, werden von mir auf ewig gefressen!‘

14. Über solche Inschrift geschieht schon ein gewaltiges Lachen. Sogar die anfangs sehr furchtsame Helena sagt: „Diese Szene würde im Affentheater viel Aufsehen machen. Aber der Stephansdom steht ja auf einem recht schönen Grund! Hätte ich davon auf der Welt nur eine schwache Ahnung gehabt, so wäre ich die erste gewesen, die so einen Tempel mit einer brennenden Fackel heimgesucht hätte! Da schaut einmal diese Kerle an, was die alles treiben, um arme und schwache Geister in ihre hab- und herrschsüchtigen Netze zu treiben! Ah, da kommen sie nun in grosser Schar in ihren erzbischöflichen Ornaten und eine Menge Dienerschaft mit ihnen. Was sie wohl nun tun werden?“ – Sage Ich: „Sei ruhig, Meine Tochter, hör und sieh!“


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