RBLUM-221

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-221 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 221 - Migatzi gibt für Josephs Tod eine andere Erklärung. Er verlangt Beweise über Jesus. Josephs Rede über den Geist der Liebe als einzigen Gotteszeugen.


1. Spricht Erzbischof Migatzi: „Mein lieber, guter Freund! Du kannst zwar reden, was du willst und magst, das macht mir nichts! Alles, was du mir gesagt hast, beleidigt mich nicht. Aber dass du mich gewisserart eines Attentats auf deine Person beschuldigst, das ärgert mich! Denn ich meine, dass ich wohl dein intimster Freund, und inkognito ebenso ein Freimaurer war wie du es warst, und daher auch wusste, warum ich mit deinen Neuerungen einverstanden war. Ich erkläre dir daher als ein allzeit helldenkender Ehrenmann, dass du mit deiner Vermutung auf dem Holzweg bist!

2. Sieh, das ganze Wesen deines Übels war fürs erste schon ein angeborener Organfehler, bestehend in einer Art Kopf-Skrofeln, die dir so lange keine besonderen Anstände machten, als du hinsichtlich der Venus dich mehr zurückhaltend benahmst. Als du aber dieser sehr zu huldigen anfingst und in letzter Zeit auch von einer gewissen Reizendsten so comme il faut angesteckt wurdest, da hat dein Kopfübel von diesem Gift etwas eingesogen. Du beachtetest die Sache zu wenig, und die Ärzte haben wie gewöhnlich das Übel nicht erkannt und dich falsch behandelt. So war es auch nicht anders möglich, als dass du am Ende ein Opfer deines Übels werden musstest. Du selbst also und niemand anders war schuld an deinem entweder eingetretenen Irrsinn oder, so du schon gestorben sein willst, an deines Leibes Tod! Beschuldige fortan die Kirche nicht mehr, denn sie ist unschuldig an deinem Übel, das dich so oder so zugrunde gerichtet hätte.

3. Mir wäre es im höchsten Grade angenehm gewesen, wenn wir noch viele Jahre miteinander Österreichs Völker hätten leiten können. Aber ein Fatum hat es so gewollt, dass du und ich vom Schauplatz unseres Wirkens haben abtreten müssen. Und so sind wir beide entweder, wie du behauptest, gestorben oder, nach meinem Dafürhalten, pensioniert und in eine geheime Irrenanstalt gebracht worden, aus der wir alle Jahre ein paarmal ins Freie hinaus einen Spaziergang machen und da etwas geniessen dürfen. – Joseph, sei gescheit, und halte diese Juden doch nicht für mehr als sie sind! Sollte dies aber wirklich die Geisterwelt sein, und auch an Christus etwas gelegen sein, so wird sich dieser gegenüber einem Kaiser und einem Kardinal doch anders präsentieren als wie ein gemeinster Binkeljude! Was für Beweise hast du denn für deine Behauptung? – Christus, ein Binkeljude! Aber ich bitte dich!“

4. Spricht Joseph: „Aber auch ich bitte dich, in der allerhöchsten, persönlichen Gegenwart Jesu, des Herrn, dich ein wenig anders zu benehmen, sonst wird es mit deiner Kardinalschaft bald aus sein! Die Geduld des Herrn muss zwar unergründlich gross sein, dass Er so gelassen solch einen Unsinn anhören mag. Aber ob sie ohne alle Grenzen ist, möchte ich wohl stark bezweifeln. Denn so oft Menschen und Geister zu lange und zu hartnäckig sündigen und sich von ihren törichten Bosheiten nimmer abwenden wollen, wird Er sich solch Verhalten wohl nicht zu lange gefallen lassen. Hätte z.B. ich selbst auf der Erde den Anreizungen der Venus ein paar Jahre früher schon kein Gehör gegeben, als der gute himmlische Vater mich durch allerlei Vorkommnisse meines Lebens davor wohl zu öfteren Malen deutlich mahnte, so hätte ich vielleicht trotz aller Nachstellungen meiner Feinde um etliche zehn bis zwanzig Jahre länger leben und die Völker im Namen Gottes regieren können. Aber da ich die heilsamen Mahnungen des Herrn in den Wind schlug, ist dem Herrn die Geduld um ein geringes ausgegangen, und ich musste ohne Gnade und Pardon dem Leib nach ins Gras beissen, und das schmerzlich und bitter genug. Also, Freund, stelle die Geduld des Herrn nicht auf eine zu lange Probe!“

5. Sagt Erzbischof Migatzi: „Aber lieber Freund, bevor ich mich vor Christus dem Herrn gehörig zusammennehmen kann, muss ich ja doch erst einsehen, dass er es wirklich ist! Beweise mir das zuvor, dann werde ich anders zu denken und zu reden anfangen. Ich habe dich ja nicht gebeten, dass ich von dir erführe, wie kurz oder wie lang die Geduld des Herrn ist. Gib mir Beweise, und es soll sich dann zeigen, ob ich da auch noch so dumm in den Tag hinein reden werde.“

6. Spricht Joseph: „Solange dir dein eigenes Herz durch den Geist der Liebe nicht sagen wird: Dieser ist es! – so lange nützen dir auch alle Beweise nichts. Wird es dir aber dein Herz sagen, dann bedarfst du auch keines anderen Beweises. Wer Jesus erkennen will, muss Ihn lieben. Wer aber Jesus liebt, der hat Ihn auch lebendig in sich. Und das ist der alleinige Beweis, durch den jedermann Christus am ungezweifeltsten erkennen kann. Liebe Christus in diesem dir so gering vorkommenden Juden zuvor aus allen deinen Lebenskräften, dann wird sich zeigen, ob hinter diesem Juden vielleicht doch etwas mehr steckt.“

7. Sagt Erzbischof Migatzi: „Du bist doch ein närrischer Kauz! Wie kann ich denn in diesem Juden Christus lieben, bevor ich weiss, dass er es wirklich ist! Hiesse denn das nicht die Gottheit Christi tiefst herabsetzen, so man ohne alles weitere Forschen in jedem nächstbesten Juden Christus den Herrn zu verehren anfinge? Christus unter Gestalt des Brotes und Weines zu lieben, zu verehren und anzubeten, das tut sich, da Er Selbst diese Gestalten an Seiner Stelle als gleichwertig eingesetzt hat. Aber Christus in einem ganz gewöhnlichen Menschen und Juden noch dazu anzubeten, das, Freund, hiesse mit der Liebe zu Christus wahrhaftig Schindluder treiben. Das werde ich wenigstens nicht tun! Ist Christus nur eine fromme Volksfabel, so ist das eine wie das andere eine Dummheit. Ist aber Christus im Ernst das, was uns die Mythe von ihm überliefert, so wäre ein Nachkommen deiner Aufforderung doch die grässlichste Gotteslästerung, die mit der untersten Hölle bestraft werden müsste.“

8. Spricht Joseph: „Wäre nicht übel! Was lehrt denn Christus Selbst? Sieh, du echter Pharisäer Roms, Er sagt: ,So aber jemand einen armen Bruder aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf. Wer aber Mich aufnimmt, der nimmt auch Den auf, der Mich gesandt hat!‘ – Wenn also der Herr Selbst sich mit unseren Brüdern gleichstellt, wie sollten dann wir eines andern Sinnes sein? Ich sage dir, nichts als unser Hochmut ist es, der sich einen glänzendsten und allergrösst erhabenen Gott einbildet und Christus in einer niedrigeren Bekleidung fahren lässt, weil des Menschen hochmütige Seele nichts Niederes und demütig Aussehendes ertragen kann! Der Hochmütige nur wünscht sich Gott mit Krone und Zepter. Der Demütige aber so, dass auch er sich's getrauen könnte, die Augen zu einem freundlich und mehr ihm gleich aussehenden Gott zu erheben und zu sagen: ,O Herr! Wohl kommst Du im Kleid der herzlichsten Demut zu mir armem Sünder; aber dennoch bin ich nicht wert, meine Augen zu Dir emporzuheben.‘ Was meinst du wohl, welcher von beiden dürfte Christus dem Herrn der bei weitem Angenehmere sein?“


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