RBLUM-220

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-220 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 220 - Joseph weist Erzbischof Migatzi an den Herrn. Migatzi erklärt das Jenseits für Trug und Joseph für geisteskrank. Joseph über die Ursache seines Todes.


1. Sagt Joseph fortfahrend: „Schau, Freund, wie dumm und gehaltlos deine Gründe sind, mit denen du deine Kirche beschönigen willst, erhellt allein schon zur Übergenüge, dass wir beide dem Leib nach schon vor sechzig Erdjahren gestorben sind und nun hier ganz frisch und gesund fortleben! – Würde das Volk im wahren Glauben unterwiesen, so würde es sich auch leichter leiten lassen und wäre emsiger in allem Guten, Wahren und Schönen. Da es aber, statt alle Dinge in ihrer Wirklichkeit zu schauen, nur schläft und sich von einem Traum in den anderen hineinschnarcht, ist bei solch einem Volk an einen geistigen Fortschritt nicht zu denken. Was hatten wir in Österreich unter der Regierung meiner Mutter aufzuweisen? Nichts und tausendmal nichts!

2. Einst habe ich in Erfahrung gebracht, wie ein Kapuziner gegen den Gebrauch von Stecknadeln mit höllischem Mord und Brand auf der Kanzel geeifert hatte, da er sie als reine Zauberei ansah. Denn es sei der leibhaftige Gottseibeiuns zu ihm gekommen und habe gesagt: ,Verschreib' mir deine Seel', und ich will dich die Kunst lehren, Stecknadeln tausendweise zu machen!‘ Darüber habe er sich so gewaltig erschreckt, dass er vor Angst umgesunken sei. Und wäre ihm nicht die allerseligste ,Maria auf der Stiege‘, die er stets am meisten verehrt habe, zu Hilfe gekommen, so wäre er offenbar verloren gewesen.

3. Wenn nun das arme Volk solchen Ochsen von Geistlichen überlassen ist, frage ich: welche Früchte lassen sich von solch einem Volk erwarten? Und siehe, zehntausend ähnliche Anlässe sind mir zu Ohren gekommen und bestimmten mich dann, solchem krassen Unfug für alle Zeiten ein Ende zu machen. Gottlob, der Herr hat meine Mühe gesegnet und sie mir zu keiner Sünde gerechnet! Der Papst bekommt nun eine Ohrfeige um die andere von der lieben Welt und hat bei Millionen bereits alles Ansehen weidlich verloren. Dazu habe ich den ersten Grundstein gelegt, den früher ein Luther, Calvin, Huss und Melanchthon schon behauen haben. Ich bin dafür von Rom freilich bis in die unterste Hölle verdammt worden, aber es brachte mir gottlob keinen Schaden. Denn da sieh her: Der hier neben mir steht, ist Christus, der Herr Himmels und der Erde Selbst! Und ich glaube, wer so wie ich bei Ihm ist, der wird doch wohl ein bisschen selig sein!“

4. Sagt der Erzbischof ganz aufgeregt: „Du warst schon im Mutterleib ein Ketzer und wirst als solcher auch in der Hölle verbleiben in Ewigkeit! Du meinst, dass wir schon gestorben sind? O du Narr! Für die Welt, politisch genommen, sind wir freilich gestorben, weil wir uns in den Ruhestand zurückgezogen haben; aber nicht so in der Wirklichkeit, da wir doch noch alle in dem sichtbaren Wien leben und herumgehen und - fahren, so wir eine Gelegenheit bekommen. Das wird doch nicht etwa in der Geisterwelt sein! Lass dich nicht auslachen! Ich als ein Erzbischof werde es doch besser wissen, was es mit der Geisterwelt für eine Bewandtnis hätte, so es eine gäbe! Aber da es nach dem Tod kein Leben mehr geben kann, fällt die ganze Geisterwelt von selbst ins Blaue hinein. – Und mit der Gottheit Christi wird's auch den allmächtigsten Faden haben! Wie weit musst du es in deiner Narrheit gebracht haben, dass du einen polnischen Binkeljuden für den Nazarener hältst, der am Kreuz lange gestorben ist und in Ewigkeit nimmer lebendig wird. Es ist wirklich viel, dass du dich nicht selbst schon für Christus gehalten hast, denn Narr zur Genüge wärst du schon lange dazu gewesen.

5. Hat dein leidender Zustand dir dein Erinnerungsvermögen so ganz und gar verstört, dass du dich nimmer entsinnen kannst, dass du als ein Narr in die geheime k. k. Irrenanstalt gekommen bist? Dieses Ereignis wird dir wohl das Gefühl gemacht haben, als seiest du gestorben! Aber dem ist nicht so: Du bist nur irrsinnig geworden, und das erzeugt in dir das Gefühl des schon Gestorbenseins. So du aber wolltest, könnte ich dich bald heilen, auf dass du dann wieder des Lebens goldene Freiheit geniessen könntest. Du weisst ja, dass ich nie ein Zelote war, am wenigsten dir gegenüber. Geh, biederer Freund, komm und lass dich kurieren!“

6. Spricht Joseph: „Mein Freund, ich habe schon so manches über mich lügen gehört, aber so etwas ist mir noch nicht vorgekommen. Dass du an die Unsterblichkeit und an Christus nicht glaubst und nie geglaubt hast, geniert mich eigentlich gar nicht. Ich will mir auch keine Mühe geben, dich in diesen Glauben einzuführen. Aber dass du behauptest, ich sei auf der Welt irrsinnig geworden, das geniert mich, indem ich nur zu bestimmt weiss, auf welche Weise ich eigentlich das Zeitliche mit dem Ewigen vertauschen musste.

7. Siehe, durch Fürsorge von eurer kirchlichen Seite habe ich nach dem Beriechen eines Blumenbuketts ein Übel in meinem Kopfe wahrzunehmen angefangen, das sich wie ein starker Katarrh zu äussern begann. Ich achtete dieser Sache nicht und dachte, dieser Schnupfen wird schon vergehen, aber dem war nicht so. Als es nun statt besser von Tag zu Tag schlimmer ward, liess ich meinen Hofarzt kommen, der aber auch nichts anderes sah als einen recht hartnäckigen Kopfkatarrh. Aber einen gewissen Druck wie aufs Gehirn im Oberhaupt verspürte ich von Tag zu Tag fühlbarer, den ich anfangs auch zu wenig beachtete. So lange, bis sich an derselben Stelle auch äusserlich ein Tuberkulum malum, wie es meine Hofärzte nannten, zu entwickeln begann, das trotz aller ärztlichen Behandlung stets schlimmer wurde.

8. Endlich berief man ein Ärztekonzil zusammen. Das Konzil erkannte an meinem Kopfabszess nichts Gefährliches bis auf einen schlichten Arzt namens Quarin. Dieser wurde von mir gefragt, ob das Übel zu heilen sei. Und Quarin sagte entschieden: Nein, wofür er von mir geadelt und bestens dotiert wurde. Von da an ging es mit meinem Leib von Stunde zu Stunde schlechter, und ich starb bald danach bei vollstem Bewusstsein, ohne die geringste Furcht vor dem Tod. Als ich starb, kam es mir vor, als ob ich ganz süss eingeschlafen wäre. Bald darauf erwachte ich, nur gottlob nicht mehr in der materiellen, sondern in der geistigen Welt.

9. Ich meine, aus dem dürfte dir denn doch klar werden, dass mein Erinnerungsvermögen nicht ganz und gar erloschen ist, wie du es behauptet hast. Was meinst du? Rede nun!“


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