RBLUM-215

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-215 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 215 - Des stolzen Karls Lebensbericht. Paulus rüttelt den Hochmütigen. Zwiegespräch Karls mit Jesus. Endlich Gnadenbitte und Befreiung.


1. Spricht Karl: „Wo ist der Je-Je-Je, na, jetzt bringe ich den Namen nicht heraus! Wie heisst er denn noch anders?“ – Spricht Paulus: „Jesus Christus, das heisst der Heiland, der Gesalbte! Du kannst diesen Namen deshalb nicht aussprechen, weil nichts von Ihm in deinem Herzen ist. Du brauchst aber nicht stolz zu sagen: ,Wo ist denn Jesus, zu dem ich hingehen soll?‘ Denn Er steht ja ohnehin hier bei mir und ist mir stets der Allernächste! Du brauchst dich nur an Ihn zu wenden und du bist dann schon bei Ihm, so gut es dir in deinem Zustand möglich ist. Sage wenigstens in deinem Herzen: ,Herr, sei mir grossem Sünder gnädig und barmherzig! Nicht wert bin ich, meine Augen zu Dir emporzuheben!‘ Und der Herr wird dir tun, was da des Rechts und der milden Gerechtigkeit ist.“

2. Sagt Karl: „Also dieser ganz ordinäre Jude soll der Herr sein?“ – Sagt Paulus: „Ja, dieser ist es, einzig und allein!“

3. Hier fängt Karl an, sich hinter den Ohren zu kratzen und sagt bei sich: „Das soll der Herr und Schöpfer Himmels und der Erde sein! Nicht übel, gar nicht übel! Dem hätte ich ja gleich einem gemeinen Bettler etwas geschenkt! Und das soll wirklich Gott der Herr sein? Zwar reisen manchmal auch die hohen Regenten der Erde im strengsten Inkognito. Warum sollte so etwas Gott unmöglich sein? Auf dieses Paulus Verantwortung will ich es annehmen, obschon mir diese Annahme äusserst bedenklich vorkommt, wie mir auch auf der Welt jeder gemeine Kerl unendlich fad vorgekommen ist. Ich habe deshalb auch nur einer Messe beiwohnen können, wo kein Plebs in die Kirche eingelassen wurde. Ich erteilte darum dem gemeinen Volk des Jahres auch nur eine bis höchstens vier Audienzen, weil mir dies gemeine Gesindel über alles zuwider war. Ich verlieh auch dem Hof den grössten Glanz, um mich vor der unerträglichen Fadheit zu verwahren. Und nun soll ich mich wieder in die Fadheit hineinwerfen? In Gottes Namen, so sei es denn! – Dieser gemeine Jude – überhaupt ein Jude – das ist mir schon das Unerträglichste! Ich hätte als Kaiser alle Juden können hinrichten lassen, und jetzt soll ich einen gemeinen Juden als Gott den Herrn anerkennen und anbeten? O du entsetzliche, furchtbarste Fadheit!“

4. Sagt Paulus: „Siehe zu, dass dir am Ende nicht etwas anderes fade wird! Meinst du denn, der Herr ist auch ein solcher Erzaristokrat und findet alles fade, was sich nicht als hochadelig legitimieren kann? Ich aber sage dir: Sieh zu, dass du dem Herrn nicht unerträglich wirst, denn da wärest du das unglücklichste Wesen unter allen! Denn wer Gottes Einrichtungen fade findet, ist ein Kind des Hochmuts und Stolzes und somit ein Greuel vor Gott! Der Herr ist stets dem Kleinen zugewendet. Wer da nicht wird wie das Kind eines gemeinsten Bettlers, wird nie an dem Reich Gottes teilhaben!

5. Meinst denn du, der Herr liebe die Regenten der Erde? – O da irrst du dich sehr! Sieh, der Herr duldet sie wohl als ein Übel der Völker, die selbst übel und böse sind, aber Seine Liebe sind sie nicht! Nicht in der Liebe, sondern im Zorn gab Gott den törichten Juden, die auch durch eines Königs Glanz ein grosses Volk sein wollten, einen König, der sie hernach knechtete und zu Sklaven machte. Daraus aber geht hervor, dass die Könige dem Volk nicht so sehr ein Segen, als vielmehr eine Strafe sind, weil die Menschen noch immer die Welt mehr als Gott lieben.

6. Was bildest du dir hernach gar soviel ein auf das, dass du auf der Erde ein Regent warst? Gott allein ist Regent! Alle Menschen aber sind Brüder und Schwestern! Gehe hin und bekenne vor Gott deine Schuld, sonst sieht es schlimm aus mit dir!“

7. Sagt Karl: „Warum sollte es übel mit mir aussehen? Ich habe als Regent so gehandelt, dass mir alle Weltgeschichte ein rühmendes Zeugnis vor Gott und den Menschen geben muss. Besass ich nicht die Liebe meiner Völker, und zwar in dem Mass, dass ich sie buchstäblich mit ins Grab nehmen konnte? Und wurden meine Anordnungen nicht pünktlich befolgt? Was Arges habe ich denn hernach angestellt, dass ich ein Übel zu erwarten haben sollte!“

8. Sagt Paulus: „Wir wollen darüber keine weitere Kritik anstellen. Es handelt sich hier weniger darum, was du deinen Untertanen gegenüber, als vielmehr, was du dir und deinem innersten Leben selbst warst! Sagst du: ,Ich habe geherrscht aus meiner Macht!‘ – dann war deine ganze Herrschaft schlecht. Sagst du aber: ,Gottes Kraft und Macht hat mich so und nicht anders zu herrschen bestimmt!‘ – dann hat die Sache gleich ein anderes Gesicht. Denn der Herr sieht nie auf die Handlung allein, sondern hauptsächlich auf den Grund und die Absicht der Handlung.

9. Mag eine Handlung an und für sich noch so gerecht sein, der Handelnde aber verrichtet sie zu seiner eigenen Ehre, so ist sie schlecht für ihn. Denn der Herr sagt: ,Und so ihr alles getan habt, so bekennet: Wir sind unnütze und faule Knechte gewesen!‘ So du sagst: ,Ich war ein Regent!‘, da handelst du schon wider Gott und gibst dir selbst ein arges Zeugnis. Sagst du aber: ,Ich war nur ein schlechtes Werkzeug in der Hand Gottes, und der Herr war der Regent durch meinen Willen!‘ dann bist du gerechtfertigt vor Gott.

10. Du besassest wohl deines Volkes Gunst, besonders des hochadeligen, aber es wäre besser gewesen, so du die Gunst und Liebe des Herrn besessen hättest! Also Freund, nicht wir, sondern der Herr allein ist alles in allem! Dies fasse in deinem Herzen und wende dich an den Herrn, so wird es mit dir vorwärtsgehen! Ich habe nun geredet. Der Herr sei mit dir!“

11. Karl, durch diese Worte sehr zum Denken getrieben, wendet sich nach einer Weile zu Mir und sagt: „Du wärest nach der Aussage dieses Paulus also wirklich Christus, der Herr. Jener, der einst zu Jerusalem gekreuzigt wurde von den bösen Juden, die mir deshalb im höchsten Grad zuwider sind, derart, dass es mir noch jetzt leid tut, diese Brut wenigstens in Meinem Reich nicht vertilgt zu haben!“ – Sage Ich: „Ja, der bin Ich! Hast du aber dagegen etwas einzuwenden, so sage, was Mir noch abgeht, um vor dir, du grosser Herr, würdig als Christus auftreten zu können!“

12. Sagt Karl: „Das ist eine sonderbare Frage! Nach irdischer Art zu urteilen, ginge dir wohl gar vieles ab, um vor mir würdig als Christus anerkannt zu werden. Aber hier bin ich nun nicht mehr so delikat und nehme bald einen Prügel für ein Zepter und eine Schlafmütze für eine Krone an – warum denn nicht auch dich für Christus, den Herrn! Kommt mir aber irgendwann ein anderer und Tüchtigerer vor, lässt sich die Sache dann leicht ändern; der Rechte wird angenommen und der Falsche sitzengelassen! Übrigens verstehst du recht gut die Rolle als Christus zu spielen! Dein leutseliger Ernst und dein majestätisch schöner Kopf mit den grossen blauen Augen machen dich sehr gut zum würdigen Repräsentanten dessen, den du hier vorstellst. Auf die Gefahr dessen, der dich mir als den wirklichen Christus anzeigte, will ich das auch annehmen und falle daher als der grösste gewesene Kaiser des römisch-deutschen Reiches Dir zu Füssen und sage: ,Herr sei mir Sünder vor Dir gnädig und barmherzig!‘“

13. Sage Ich: „Freund, Ich bin zufrieden, dass es mit dir so weit gekommen ist und wir uns nun aus dieser Gruft der Toten hinaus ins Freie begeben können. Hier, wo die Toten hausen, kann man nicht viel vom Leben sprechen. Draussen, wo ein helleres Licht das endlose All der Geisterwelt durchdringt, lässt sich auch reiner schauen und empfinden, wer Der ist, der hier nun mit dir redet! Und so verlassen wir denn diesen Ort und begeben uns ins Freie!“

14. Rufen nun alle: „Heil Dir, o Herr, dass Du solches an uns tust! Denn nun fangen wir erst an einzusehen, wo wir waren und wie es uns ergangen ist. Du allein bist unser Erlöser! – Dir ganz allein daher alle unsere Liebe, Ehre und Anbetung, denn Du allein bist würdig, dies alles von uns zu empfangen und gnädigst hinzunehmen!“ – Sagt Karl, sich vom Boden wieder erhebend: „Herr, bei diesem Grusse bin auch ich dabei, und nun wirklich aus vollem Herzen! Aber wohin wirst Du uns nun führen?“

15. Sage Ich: „Hinaus in die Gassen Wiens, und da wird es sich schon zeigen, wo wir einkehren werden. Robert, gehe du mit Helena wieder voran!“


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