RBLUM-213

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-213 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 213 - Paulus' Rede an den hartnäckigen Kaiser. Starrsinnige Gegenrede.


1. Sagt darauf Paulus: „Mein Freund, sage dir selbst, was ein Kaiser ist – ohne Land, Volk und Macht! Ich sage dir, nichts als ein Tor! Ist denn einer je aus eigenen Gnaden Kaiser geworden, oder aus Gottes Gnaden? Wer gibt denn dem Menschen Macht, zu herrschen, und den Völkern den Willen, dass sie ihm gehorchen? Siehe, das tut Gott, der allein ewige Herr aller Macht und Kraft. So dich aber Gott zum Kaiser machte, was pochst du hernach auf deine Kaiserwürde, als hättest du dich selbst zum Kaiser gemacht!

2. Wäre es so leicht, ohne göttliche Kraft und Macht ein Kaiser zu werden, da gäbe es eine grosse Menge Kaiser auf der Erde; das wäre aber vor Gott ein Greuel der Greuel. Deshalb setzt Er über viele Länder nur einen Kaiser und versieht ihn mit Macht, Kraft und grossem Ansehen, aber nur auf seine herrschensfähige Lebensdauer!

3. Nach dem Leibestod hört der Kaiser für ewig auf, und der Mensch, der auf Erden ein Kaiser war, wird gleich einem seiner geringsten Untertanen. Er kann aber im Reich Gottes wieder etwas werden: durch die Demut und durch grosse Liebe vor allem zu Gott dem Herrn und dann zu allen Brüdern und Schwestern. Aber solch starres Beharren auf dem, was jemand auf Erden war, bringt nicht Leben, sondern den wirklichen Tod! Ich sage dir daher: Bedenke wohl, was du tun wirst! Denn siehe, das Tor der besonderen Gnade und Erbarmung des Herrn ist nicht stetig offen, wie es auf Erden auch nicht immer Tag und Sommer ist. Hier kann niemand zum voraus sagen: ,Sieh, nun kommt bald das Frühjahr und dann der Gnadensommer!‘, sondern das liegt im Herrn verborgen! Wann Er will, so ist es da. Er allein schliesst und öffnet, wie und wann Er will.

4. Nun ist das Tor offen vor euch allen! Darum ergreift und benützt es, bevor es wieder verschlossen wird! Glaubst du denn, dass der Herr Tag für Tag körperlich von Seinen allerhöchsten Himmeln auf die Erde herabkommt und lehrt, heilt und begnadigt Seine Geschöpfe und macht aus ihnen Seine Kinder? O sieh, das tut der Herr nicht, und Er weiss allein, warum Er so etwas tut oder nicht tut. Er ist zwar stets die Liebe und Erbarmung Selbst; aber Seine besondere Gnade gibt Er nicht allzeit gleich und nicht jedem gleich!

5. Sieh, ich war einst der grösste und wütendste Verfolger, und Er erwies mir dennoch die höchste Gnade und stärkte mich zu einem Weltapostel – während Er Seine anderen Apostel zumeist nur für die Juden bestellt hat. Und andere, gar viel bessere und edlere Menschen hat Er einer besonderen Gnade nicht gewürdigt. Den Weisen enthielt Er es vor und den unmündigen Kindern offenbarte Er Sein Reich und Seine besondere Gnade!

6. Daraus geht abermals hervor, dass der Herr nach Seiner innersten Weisheit tut, was Er will. Wer sich am sichersten wähnt, ist oft von tausend Gefahren umringt. Den Furchtsamen aber beschützt der Herr nicht selten derart, dass ihm auch dann nichts geschehen würde, so die ganze Erde in Splitter gerissen würde. So tut der Herr, was Er will, und bedarf nie eines Menschen Rat. Es ist aber dann die unverzeihlichste Torheit, die Gnadengeschenke aus Seiner eigenen Hand nicht anzunehmen, so Er sie jemandem freiwillig verabreicht.

7. Lass also nun fahren deinen Kaiser und nimm dafür hin des Herrn Gnade, so wirst du leben, sonst aber sterben in deinem Wahn!“

8. Sagt der Starrsinnige: „Du redest wohl recht weise wie ein Minister; aber welch ein Unterschied ist doch zwischen einem Minister und einem Kaiser! Führe mir den Herrn selbst vor; ich will ihn in Gnaden anhören und ihm ausnahmsweise eine längere Audienz erteilen!“

9. Spricht Paulus: „Ah, das geht wirklich schon über alles, was man von deiner Gnade erwarten kann! Du wolltest sogar dem Herrn eine Audienz erteilen, so ich Ihn dir vorführte! O du unsinnigster Tor, du! Nein, Freund, das geht etwas zu weit! Ich, ein Paulus, erbebe vor diesem Gedanken, und du kannst ihn denken und solches verlangen? Das kann unmöglich dein Werk, sondern nur ein Werk des Satans sein! Ermanne dich und stehe ab von deiner ungeheuren Torheit! Ich bitte dich, werde ein Mensch – vor Gott!“

10. Spricht der Starrsinnige: „Ein Regent spricht nach seiner gewohnten Weise und ein Apostel nach der seinen! Ich verstehe aber unter einer Audienz nicht etwa so Himmelschreiendes wie Er und meine, dass es unmöglich so hoch gefehlt sein kann, so ich den Herrn zu mir bitten lasse! Auf der Erde schickt man ja auch um einen Geistlichen, dass er dann komme mit Christo dem Herrn, wenn man selbst als ein Kranker nicht zu ihm kommen kann. Mache daher keinen solchen Lärm, als ob deshalb schon Himmel und Erde eingestürzt wären!

11. Bedenke dabei, dass zwischen einem Kaiser und einem gewöhnlichen Menschen doch immer ein himmelhoher Unterschied obwaltet. In welcher Sphäre jemand lebt, in der bildet sich auch sein Leben zu seiner eigentlichen Natur aus. So ich also hier vor dir meiner hohen Seelennatur nach rede, wird das doch nicht so weit gefehlt sein können, als wenn ein gewöhnlicher Mensch sich so zu reden unterfangen würde!

12. Ich war einmal ein Kaiser, das kann mir kein Gott nehmen, solange er mir die Rückerinnerung belässt. Und so bleibe ich ewig ein Kaiser auch vor Gott in meiner Erinnerung. Dass ich aber hier weiter nichts mehr zu gebieten habe, weiss ich schon lange so gut wie Er, mein polternder Freund! Ich brauche daher aber auch nichts weiteres mehr von Ihm. Ich werde mich schon selbst weiter fortbringen. Wolle mir also gar nichts aufdringen, so werde ich das Gute und Wahre von selbst aufnehmen und darnach tun und handeln. Sonst aber bleibe ich, wie ich bin, ob gut oder schlecht, das ist eins. Verstanden, Er Polterpatron?“

13. Sagt Paulus: „O ja, sehr gut! Bemerke aber ganz einfach hinzu: solange dein Ich massgebend dir zum Richter dient, wird das ewige Ich des Herrn nicht Wohnung nehmen in deinem Herzen! – Die äusseren Lebensverhältnisse berücksichtigend, hast du recht in allem, was du in deiner Rede mir gesagt hast. Aber die inneren Lebensverhältnisse sind von einer ganz anderen Art! Weil sie dir ganz fremd sind, musst du diese dir vorerst aufdringen lassen, sonst kommst du in der Geisterwelt, deren Einwohner du nun schon nahezu zweihundert Erdjahre bist, nimmer auf ein grünes Plätzchen. Wenn ich dir nach der Beheissung des Herrn die volle Wahrheit offenbare, warum behandelst du mich, als wenn ich dein Feind wäre?“

14. Sagt der Harte: „Ich behandle dich nicht als Feind; aber du gefällst mir nicht! Darum will ich einen andern hören, auf dass ich recht weiss, was ich zu tun habe!“


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