RBLUM-206

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-206 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 206 - In der Kaisergruft bei den Kapuzinern. Viel Totes in den Särgen! Die Hauptfrage ist Jesus! Verschiedene Ansichten über Rom.


1. Mittlerweile kommen wir wirklich bei den Kapuzinern in der Gruft an, was einigen unserer neuen Begleiter nicht recht zusagt. Denn unser Humorist macht gleich die Bemerkung: „Nun frage ich jeden unter euch: Was haben wir nun bei der Geschichte gewonnen? Gar nichts! Von einem Loch hat uns der gute Paulus herausgefoppt, damit wir nun in ein noch ärgeres gesteckt werden. O das Leben ist doch schön! Das Leben ist eine eingehülste Beweglichkeit, aus Hunger, Durst und allerlei Elend zusammengesetzt. Dies eingehülste Elend-Leben wird stets von einer Grube in die andere versetzt, und darin scheint auch seine Bestimmung zu liegen. – Bei der Zeugung nimmt die Wanderschaft ihren Anfang und hört nachher ewig nimmer auf. Nur so schön fort von einem Trübsalsort zum andern, in Ewigkeit Amen!

2. Hier in der alten Fürstengruft können wir den alten Habsburgern ein bisschen herumspuken helfen, denn sie allein werden keinen Spuk mehr zuwege bringen. So eine Spukerei von einem Karl oder Rudolf oder Leopold wäre sicher ein Labsal für die hungrigen Mägen einiger Kapuziner, denen die Messen trotz ihres Kanzellärms nichts mehr eintragen. Wenn so ein Geisterspuk von vielen beobachtet werden könnte in der Fürstengruft – welchen Glauben an die Messen und die vollkommenen Ablässe würde das wieder mit sich bringen! Also, vivat! Freunde, den Kapuzinern soll geholfen werden!“

3. Sagt ein anderer: „Aber Freund, wo steht denn geschrieben, dass wir deshalb bei den Fürstensärgen in der Kapuzinergruft bleiben müssten, weil wir mit den Freunden hierhergekommen sind, die uns ehedem aus dem ersten Arrest befreit haben? Das war wohl wieder schwach, lieber Freund Seppl! Ich aber meine, diese Fürsten werden wohl auch den Wunsch haben, von ihrem langen Schlaf einmal erweckt zu werden. Daher haben sie sich, so gut es ihnen möglich war, an diese wundermächtigen Freunde Gottes gewendet. Dass wir dann auch mit hierher gezottelt sind, ist unsere Sache, indem wir ebensogut hätten draussen bleiben können. Da wir nun aber schon hier sind, seien wir ruhig und hören, was die Wunderfreunde Gottes mit diesen alten Fürstengeistern alles tun werden!“

4. Sagt der Steuereinnehmer: „Nun, das ist einmal ein Wort, das sich auf so einem ernsten Platze hören lässt! Ein jeder dieser Särge ist eine Weltgeschichte von Völkern, die unter einem dieser Regenten gelebt, gewandelt und gehandelt haben. Und wo Gott Selbst leibhaftig so einen Ort besucht, da müssen solche Protzer und Patzer wie wir beide wohl schön das Maul halten, sonst könnte es uns am Ende nicht am besten gehen. Dort schau hin, wie Paulus und der Herr Jesus und die zwei andern, wahrscheinlich auch Apostel, die alten Särge wehmütig betrachten! Und höre wie Paulus nun sagt: ,O Herr, Deine Liebe, Gnade und Erbarmung hat keine Grenzen, aber da gibt es noch viel Totes in diesen Särgen!‘ – Hörst du, Seppl? Sehr viel Totes gäbe es noch in diesen Särgen!“

5. Spricht der Seppl: „No ja, das wird doch ein jeder Mensch wissen, dass in so einem Sarg keine Tanzlustbarkeiten gegeben werden. Dass aber diese alten Fürsten mit ihrem oft sehr tyrannischen Herrschen über die armen Völker so manches Stück einer traurigsten Geschichte zuwege gebracht haben, das weiss ich so gut wie du! Und inwieweit diese Särge ehrwürdig oder nicht ehrwürdig sind, weiss ich auch! – Ob aber jener schlichte Jude, mit dem der sogenannte Paulus sich bespricht, Jesus, der bekannte Gottessohn ist oder nicht, das ist eine andere Frage! Möglich ist alles. Aber hier mangelt uns noch sehr die Gewissheit, was man lieber für wahr als für unwahr halten möchte. Meinst du denn, dass ich etwa ein Feind Christi sei oder an Ihn nicht glaube? Oh, da irrst du dich sehr! Ich verehre Ihn unendlich hoch und eben deshalb trage ich noch immer Bedenken mit diesem Juden da. Ich gebe auf alles acht! Sehe ich aber, dass Er es etwa doch ist, dann sollst du Wunder schauen an meinem Benehmen gegen Ihn! Denn weisst du, ich liebe Ihn unendlich!“

6. Sagt der Steuereinnehmer: „Das ist sehr schön von dir, aber aus deinen früheren Reden hätte man das nicht leichtlich herausgefunden!“ – Sagt Seppl: „Ja, ja, weil ich über die römischen Pfaffen nicht zu honnett gesprochen habe, hast du geglaubt, ich sei etwa auch so ein halber Fetzen von einem Antichristen! Aber Freunderl, da hat's Zeit! Ja, mein Lieber, man kann dadurch erst ein lebendiger Verehrer und Anbeter Christi sein, wenn man im Herzen ein Feind des Papsttums ist; denn Christentum und Papsttum verhalten sich gerade wie ja und nein. Wenn du mir das nicht glaubst, so gehe hin zu Paulus, der wird es dir auf hebräisch sagen, wenn du es deutsch nicht verstehen solltest!“

7. Sagt der Steuereinnehmer: „Ich habe die römische Religion nicht gar so schlecht gefunden und man kann in ihr auch selig werden.“ – Sagt der Seppl: „O ja, wenn man mit dem Bauernkalenderhimmel zufrieden sein will. Aber hübsch viel Geld kostet es und Zeit und Geduld! – Nun heisst uns Paulus stille sein, und so gehorchen wir ihm!“


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