RBLUM-203

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-203 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 203 - Die gewonnenen Sechs. Paulus' Werbung um die übrigen. Rede über die Zeit der besonderen Gnade. Die verblendende Fleischeslust.


1. Spricht der zuerst hervorgetretene Klubist zu den anderen: „Reden tut er schon wie a Buch! Und a bisschen auf die Schwarzkunst versteht er sich auch! Und ein prächtiges Gemüt hat er auch! Und so närrisch es auch klingt, dass er uns für Geister und sich selbst für den Apostel hält – aber so ganz leer scheint seine Behauptung nicht zu sein! Mir ist auch schon manches aufg'fallen, was i euch nit hab sagen wolln. Aber d' Sach ist einmal so und darum mein i halt, wir sollten grad diesem Paul folg'n! Schlecht meint er's nicht mit uns!“

2. Sagen einige: „Probieren können wir's ja! Ist was dran, so kann's nichts Schlechtes sein. Und ist nichts dran, so haben wir nichts verloren. – Also gut, wir fünf sind mit dir einverstanden! Was die anderen machen, geht uns nichts an. Wir aber sind dabei!“ – Sagt der erste: „Wenn nur noch einer wär', so machten wir grad die heilige Zahl Sieben aus! Nun, hat von euch keiner mehr Lust dazu?“

3. Tritt einer aus der Menge hervor und sagt: „Nun, weil ich von allen, die mit euch stimmen, der Dümmste bin, so will ich in eure heilige Zahl treten. Und so wären nun ,die sieben Schwaben‘ beisammen! Aber das müsst ihr mir schon erlauben, dass ich als der Letzte hinter euch gehe und zu euch sage: ,Jockele, geh du voran, du hast Stiefel an!‘ Solange es gut geht, bin ich überall dabei. Wenn's aber schief zu gehen anfängt, werde ich als Letzter beim Umkehren sicher der Erste sein. Wie es auch irgendwo in einem Evangelium heisst: Es werden dann die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein – nämlich beim Davonlaufen!

4. Ihr wisst, dass ich stets ein lustiger Kauz war und bin. Aber dass wir schon gestorben sein sollen, geht mir nicht ein, denn wir müssten ja doch etwas davon wissen! Das Sterben ist doch keine so unbedeutende Sache, dass sie der Betreffende total sollte vergessen können. Aber sei ihm nun, wie's ihm wolle, um zehn Dukaten kann man ja so etwas mitmachen. Ich hätte selbst noch ein halbes Dutzend Zehnkreuzerfetzen. Vielleicht verwandelt's mir der gute Paulus auch in Goldstücke!“

5. Hier wendet sich dieser siebente an Paulus und spricht: „Höre, lieber guter Freund, ich habe hier gerade noch sechs solcher Fetzen. Möchtest du sie mir nicht auch in Goldstücke umschaffen?“ – Spricht Paulus: „Warum denn nicht, so dir nach deiner blinden Meinung damit gedient ist! Wo hast du deine Fetzen?“

6. Sagt der siebente: „Hier sind sie schon – beinahe jeden Zusammenhangs ledig!“ – Paulus rührt sie an, und es werden im selben Augenblick sechzig Dukaten daraus. – Der siebente sinkt beinahe zu Boden vor Verwunderung und sagt nach einer Weile: „Jetzt ist es klar, das ist ein Wunder bester Art! Beim früheren dachte ich, dass du bloss ein Trugstückchen produziert hättest. Nun aber glaube ich auch an sämtliche Wunderwerke Christi und an alles, was ich sonst ewig nie hätte glauben können. Sieh, du guter Mann Paulus, nun glaube ich auch, dass du im Ernst der eigentliche Paulus bist, wie auch, dass wir schon gestorben sind.“

7. Sagt der zuerst Hervorgetretene: „Ja, der Meinung bin ich nun auch festweg! Aber nicht so sehr wegen dieses Wunderwerks als vielmehr seiner früheren Rede wegen. Denn da hat wirklich der alte Paulus, wie er einst mag geleibt und gelebt haben, gross und stark herausgeleuchtet! Und je mehr ich bei mir über die Rede nachdenke, desto mehr Paulus finde ich darin und desto mehr Wahrheit! Das Dukatenmachen ist wohl sehr blendend, ob's aber deshalb auch gut und wahr ist, ist eine andere Frage. In der Welt der Geister können doch sicher allerlei zauberhafte Dinge zum Vorschein kommen. Der gute Paulus darf sich nur recht fest hundert oder tausend Dukaten denken, und da die Geister Gedanken sehen können, so werden auch wir als Geister des Paulus Dukatengedanken beschauen können!“

8. Sagt der siebente: „Ja, aber wie kommt es denn, dass wir als Geister auch schon seit geraumer Zeit uns mit lauter klingenden Gedanken beschäftigten, aber es kam statt der Fetzen auch nicht ein schlechtester kupferner Pfennig zum Vorschein. Es muss also hinter der Paulinischen Dukatenmacherei etwas ganz anderes stecken als nur feste Gedanken!“

9. Sagt der erste: „Ist nicht in Abrede zu stellen! Aber dabei bleibe ich dennoch, dass seine Rede besser war als seine Dukatenmacherei!“ – Sagt der siebente: „Allerdings! Aber er hat in seiner Rede auch gezeigt, was eigentlich seine Dukatenmacherei für uns bedeutet. Wir können letztere sonach ziemlich der Rede gleichstellen.“

10. Spricht Paulus: „Eure ganze Gesellschaft besteht aus einhundertzwanzig Menschen. Sieben haben sich meinen Worten und Taten gefügt. Somit bleiben noch hundertunddreizehn, die sich nicht gefügt haben! Was ist mit ihnen?“ Sagt einer aus diesen: „Wir bleiben und brauchen nichts mehr von deiner Lehre und von deinem Gold!“

11. Spricht Paulus: „Jetzt ist geöffnet die Pforte zum Reiche Gottes! Wer da hinein will, wird auch hinein kommen. Wer aber nun nicht will, der wird dann, so die grosse Pforte der besonderen Gnade wieder geschlossen wird, schwer hineinkommen! Denn obschon der Herr stets unveränderlich ist in Seiner Liebe und grossen Erbarmung für alle Seine Geschöpfe und Kinder, so ist Er dennoch in der Gabe Seiner besonderen Gnade nicht allzeit gleich. Nicht jeder bekommt sie, sondern nur wenige, die da von Anfang an erwählt und dazu schon zugerichtet sind, die besondere Gnade in sich ohne Nachteil für ihr Sein fassen und ertragen zu können. Auch sind nicht zu allen Zeiten Propheten da. Nicht jedes Erdjahr bringt seine eigenen zum Vorschein. Da gibt es kaum von hundert zu hundert Jahren irdischer Zeitrechnung Propheten, die erweckt sind nach dem Willen des Herrn aus Seiner besonderen Gnade. Sie schauen Dinge des Geistes und hören das Wort aus dem Munde Gottes und verkündigen dann beides den Schwachen und den Blinden der Erde, damit auch diese selig werden und eingehen mögen in die Gnadenhimmel Gottes.

12. Und so hört ihr Tauben und seht ihr Blinden! Nun ist wieder eine solche Epoche der besonderen Gnade des Herrn! Boten aus den höchsten Himmeln durchziehen nach allen Richtungen die unteren und untersten Sphären der finsteren Geisterwelt! Ja, der Herr Selbst tut dasselbe, um die Unglücklichen glücklich zu machen! Auf der Erde und in allen Weltkörpern werden nun besondere Propheten und Knechte des Herrn erweckt und geben den anderen Menschen das Licht und das Wort aus den Himmeln!

13. Leider kehren sich nur wenige daran. Viele aber tun, was ihr tut: sie lachen den Propheten ins Gesicht und spotten ihrer oder drohen ihnen gar! Aber diese Zeit wird bald wieder vergehen und die besondere Gnadenpforte Gottes wird wieder auf lange hin verschlossen werden den Kindern der Welt. So ihr dann rufen werdet in grosser Not, da wird euch keine Antwort werden. Und so ihr auch suchen werdet, da werdet ihr dennoch nichts finden. Jetzt aber, da noch die Zeit der besonderen Gnade währt, braucht ihr einfach nur zu wollen, und ihr werdet angenommen! Denn nun werdet ihr gerufen und an die Tür eures Herzens wird von uns gepocht. Ihr braucht bloss ernstlich ,herein‘ zu sagen, und die Aufnahme ins Gottesreich ist bewerkstelligt! Jetzt tut der Herr alles, was ihr wollt, zu eurer Beseligung für ewig. Aber nach dem baldigen Ablauf dieser besonderen Gnadenzeit werdet ihr alles mögliche tun können und werdet dennoch nichts erlangen!

14. Aber ich sehe euren Sinn! Danach wollt ihr nicht dem Geist angehören und seiner sanften Stimme aus den Himmeln nicht folgen, weil ihr auf die tote Stimme eures vermeintlichen Fleisches hört und Weiber wollt, um mit ihnen den Rest eures Lebens zu verbuhlen! Aber eure Bocksgestalt will den Weibern nicht mehr gefallen. Und die an euch noch Vergnügen fänden, die wollen eurem Sinn nicht behagen, weil ihr geilen Fleischböcke nur junges und fettes Fleisch wollt.

15. Wartet aber nur noch ein wenig! Diese besondere Gnadenzeit wird nimmer lange währen, und es werden dann Weiber über euch kommen, denen werdet ihr über alle Massen dienen! Da werdet ihr dann heulen und wehklagen und werdet euch vom Fleische der Weiber entfernen wollen, aber all euer Bestreben wird dann vergeblich sein. Die Weiber werden um eure Lenden glühende Fesseln, aus Schlangen gemacht, schlagen. Und sie werden euch versenken in die Grube des Verderbens für ewig, daraus euch dann auch keine künftige Gnadenzeit mehr wird befreien können! – Wehe jedem hier in der Geisterwelt wie auch jedem Unzüchtigen auf der Welt, so er sich von der Gnade abwendet und seine Augen nach dem Fleische der Weiber richtet! So wahr ein Gott lebt und Sein Wort durch meinen Mund nun an euch ergeht, so gewiss wird das, was eurer Gier nun wie ein Himmel voll Lust sich zeigt und euer Herz verlockt, in Kürze für alle euresgleichen eine Hölle grässlichster Art werden!

16. Ihr schimpft über die Regierungen der weltlichen Fürsten, weil ihr Aufwand zuviel benötigt und ihr dabei zu kurz kommt. Aber dies geniert euch hauptsächlich eures unbefriedigten Fleisches wegen! Weil eure Finanzen nicht auslangen und ihr gewisserart mit den Schweinen die Treber speisen müsst, und das nur selten, so seid ihr darob voll Grimms gegen die Fürsten, die da die schönsten Weiber haben können, soviel sie nur wollen.

17. Aber das seht ihr nicht ein, dass Gott der Herr dies so geschehen lässt, damit ihr erkennt, dass euch Gott für etwas Besseres bestimmt hat als bloss für die Werke des Fleisches. Der Mann, solange er auf einer Welt im wahren Fleische des Todes lebt, hat wohl auch diese zu verrichten nach weisem Ziel und Mass – aber nicht als Bestimmung seines Seins, sondern als eine nüchterne natürliche Verrichtung, wie es deren zur Bedienung des zeitlichen toten Fleisches mehrere gibt.

18. Wer da auf einer Welt es tut nach Mass und Ziel, der tut wohl. Wer es aber ganz unterlässt, der tut besser. Denn der Herr gab dem Fleische diesen Sinn nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternen und weisen Gebrauch. Wer aber daraus ein Bedürfnis macht, ist ein elender Sünder. Die Gnade Gottes weicht aus seinem Herzen, da er dem stummen Gesetz des Fleisches gehorcht und sich damit einen Himmel der Böcke und der Hunde nach der Gerechtigkeit des Todes und Gerichts erbaut!

19. Fasset es, wer es fassen kann: Wer immer an einem Gesetz, auf dem ein Gericht lastet, eine Lust findet und das Gesetz der Wollust wegen beachtet, hat das Gericht schon in sich. Wer aber das Gericht in sich trägt, der ist ein Sklave und ist für die Freiheit in Gott in aller Wahrheit verflucht.

20. Darum sollt ihr über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung und durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf dass ihr allen Gesetzes und allen Gerichtes ledig werdet! Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jeden Gesetzes ledig geworden ist. Niemand wird zwar im Reiche Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit! Denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit!

21. Nun habt ihr es alle gehört, und niemand kann sich entschuldigen, als hätte er es nicht vernommen! Tuet daher nun, was euch als Bestes dünkt!“


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