RBLUM-202

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-202 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 202 - Paulus im Proletarierklub ,Zum guten Hirten‘. Der Apostel als Goldmacher. Inflationstheorie und Lebenstaumel. Gleichnis vom Wettrennen.


1. Paulus geht nun ins Haus und sagt darin zu einem Haufen Menschen, die gerade eine geheime Beratung halten, wie sie eine Demonstration gegen das Ministerium ins Werk setzen könnten: „Der Friede sei mit euch! Ich bin der Apostel Paulus, ein Knecht Jesu Christi, vom Herrn Selbst zu euch gesandt. Ich ermahne euch in aller Liebe und Geduld und christlicher Sanftmut, dass ihr ablasst von euren nichts fruchtenden Beratungen, von euren unlauteren Begierden und den daraus hervorgehenden Werken! Kehret eure Herzen dem Herrn zu, tragt Ihm eure Not vor, und Er wird euch wahrhaft helfen! Er wird vor euch Sein Ohr und Herz nicht verschliessen, so ihr in eurer Not in euren Herzen bittet: ,Herr, Du liebevollster, heiliger Vater, hilf uns doch aus unserer grossen Not, denn wir sind ja auch Deine Kinder!‘ Wenn ihr so redet, wird der Herr mitten unter euch sein und wird jedem das Seinige geben. – Bedenket, dass eine jede Menschenhilfe keine wahre Hilfe ist. Sucht also die Hilfe bei Gott, dem Herrn aller Herrlichkeit, und es wird euch für ewig wahrhaft geholfen werden!“

2. Tritt einer aus dem Haufen vor und sagt: „Was willst du, verkappter Pfaffe? Sieh, dass du weiterkommst, sonst sollst du hier auf die beste Art Jesus Christus kennenlernen!“ – Spricht Paulus: „Lieber Freund, ich sage dir, dass du und deine ganze Gesellschaft euch schon seit geraumer Weile nicht mehr auf der Welt, sondern im Geisterreich befindet. Ihr tut aber noch immer, als wärt ihr in eurem Fleisch auf der finsteren Welt. Lasst euch darum ermahnen und werdet dieses wahren Zustands inne!“

3. Schreit der Hervorgetretene: „Hinaus mit diesem Erzpfaffen! Jetzt will uns der Kerl begreiflich machen, dass wir schon gestorben wären! Ah, da geht der Spass zu weit! Dass er sich für Paulus ausgibt, ist sicher eine schwärmerische Finte des neuen Paulusvereins, er gehört ins Narrenhaus! Aber dass wir schon Geister seien, ist zu viel auf einmal! Darum hinaus mit solch einem Paulus!“

4. Spricht Paulus: „Hört, ich will euch noch ein Wort sagen, und danach könnt ihr mich hinaustreiben oder behalten, wie es euch beliebt. Als ich selbst zu Damaskus in Asien vor nahe zweitausend Jahren zu einem Gesandten Christi erwählt wurde, da geschah mir nicht selten, dass ich ebenso wie nun hier, manchmal wohl noch ärger angefallen wurde wegen der bei den Erzjuden und anderen Völkerschaften verhasst gewordenen Heilslehre Jesu. Aber so ich zu jemandem sagte: ,Freund, prüfe die Lehre und behalte davon, was dir gut dünkt! Sie kostet dich ja nichts als nur deinen Willen und ein wenig Verstand zur Prüfung!‘ – Da war so mancher beruhigt, der mich im ersten Augenblick vor Wut hätte zerreissen mögen. Und mancher wurde am Ende selbst ein Eiferer für Jesu Heils- und Lebenslehre. – Und so sage ich nun auch zu euch: Prüfet zuvor, was ich zu euch geredet habe! Habt ihr etwas gefunden, das sich an euch bewahrheiten sollte – was kann euch dann hindern, es anzunehmen und euer Leben danach zu richten? Wahrlich, ihr müsstet rein von allen Sinnen sein, so ihr das Bessere von euch wieset und das minder Gute behieltet! Darum prüfet, prüfet, und dann erst urteilt!

5. Was aber habe ich mit dem neuen Paulusverein zu tun? Ich sage euch: In der Lehre und der zwecklichen Tendenz ist er von mir noch weiter entfernt als die materiellste Erde vom geistigsten Himmel! – Mehr kann ich, als der lebendige und leibhaftige Paulus nicht sagen. Ihr könnt meinem Bekenntnis hinreichend entnehmen, dass ich kein finsterer Pfaffe und noch viel weniger ein Paulusvereinler bin!“

6. Sprechen nun mehrere recht proletarisch: „Ja, die Rede wär grad so dumm nicht. Aber zwei dümmste Sachen sind doch dabei! Und das ist, dass du der wirkliche Paulus sein willst, und dass wir schon gestorben wären! Da hätten wir ja entweder keine Leiber mehr und wären pure Geister – oder wir wären wohl gar nicht mehr, was das Gewissere ist. Oder haben denn deine Geister auch Leiber?! Wenn das so wäre, dann magst du recht haben, aber sonst in Ewigkeit nicht!“

7. Spricht Paulus: „Ich sagte ja zu euch. Prüfet, und es wird sich zeigen, ob ich zu euch eine Unwahrheit geredet habe!“ – Sprechen mehrere: „Prüfen, prüfen – das ist leicht gesagt! Aber wie, das ist eine andere Frage. Wie sollen wir denn das prüfen? Sollen wir das etwa einem Minister unterbreiten?“

8. Spricht Paulus: „Habt ihr kein Geld bei euch?“ – Sprechen die anderen: „Geld? Welch eine dumme Frage! Wie kämen denn wir und Geld zusammen! Und das in Wien noch dazu, wo schon lange kein Geld mehr existiert! Papiergeld ja, aber schon lange kein rechtes Geld mehr! Wenn dir mit so einem Fetzen gedient ist, können wir dir damit schon aufwarten.“ – Spricht Paulus: „Lasst sehen, es soll sich zeigen, was sich daraus machen lässt!“

9. Sprechen die Redner des Klubs: „Schau, der du durchaus der berühmte Paulus sein willst, nimm denn unseren Gewinn, einen baren Zehn-Kreuzer-Fetzen! Verwandle ihn, so es dir möglich ist, in zehn Dukaten, und rechne dann auf unsere allseitige Dankbarkeit!“

10. Paulus nimmt die Zehn-Kreuzer-Note und verwandelt sie augenblicklich in zehn wirkliche gewichtige Dukaten. – Die Klubisten staunen über die Massen und sagen: „Nein, Freund, du kannst mehr als Birnen braten! Ah, das ist wirklich mehr als zuviel! Das wäre so ein Künstler nach dem Herzen Rotschilds und noch vieler Millionen Herzen! Hörst du, Paulus, wir behalten dich! Du bist uns von Herzen erwünscht!“

11. Spricht Paulus: „Nicht deshalb wollen wir in nähere Freundschaft treten, sondern damit ihr der Kraft Gottes in mir gewahr werden möget und daraus erseht, dass ich kein Lügner und Betrüger bin! Ich verlangte von euch ein Geldstück, und ihr alle hattet nicht einmal einen reellen Kreuzer. Das zeigt auf euer Leben hin, das ihr noch immer für ein irdisch materielles haltet.

12. Aber ihr gabt mir in der Zehn-Kreuzer-Note ein rechtes Zeugnis über den Gehalt eures Lebens! Euer nunmaliges Leben gleicht ganz diesem schlechten Papiergeld, dessen innerer Wert so gut wie keiner ist. Ihr möchtet aus eurem falschen, völlig wertlosen Leben ein wirkliches herausbeuteln, aber eure Mühe ist vergeblich. Alles Wertlose lässt sich durch abermals Wertloses unmöglich verwerten: So ihr fürs Papier wieder Papier ausgebt oder einlöst, welchen Wert hat dann das Papier? Ich sage euch: keinen! Je mehr neues Papier fürs ältere gesetzt wird, desto wertloser werden beide.

13. Geradeso ist es auch mit dem Leben! Das irdische Leben ist an und für sich völlig wertlos. Sein Wert liegt lediglich darin, dass man durch eine rechte Spekulation fürs irdische, nur scheinbare Leben ein wirkliches aus der göttlichen Lebenswechselbank eintauschen kann. Wenn ich aber das irdische Leben nur verwerte, um in der geistigen Welt in ein noch leereres Leben einzugehen, so nehme ich schlechtes Papier fürs bessere frühere und bin somit ein Narr und ein unsinniger Spekulant!

14. Habt ihr aber noch nie ein Wettrennen gesehen, wo gute Läufer innerhalb gewisser Schranken einen Rundlauf machen, um als erste das bestimmte Preisziel zu erreichen? Der Preis gilt allen! Aber die sich die Mühe des besseren Laufens nicht nehmen, müssen sich's selbst zuschreiben, so sie leer ausgehen. Ich aber sage euch: Laufet alle, der Preis ist gross und reicht für alle hin! So ihr aber gut laufen wollt, da müsst ihr aller eitlen, dummen Dinge ledig sein, damit euch nichts im Laufe hindert und die Füsse nicht vor der Zeit müde macht! Der Lauf ist ein ordentlicher Kampf. Wer aber da kämpft, der kämpfe mit vollem Ernst, denn der Gewinn ist eine gute Sache. Aber wer ihn nicht ernstlich mit aller Mühe anstrebt, bleibt ein armer Teufel ewig!

15. Ich machte auf euer Verlangen aus der Zehn-Kreuzer-Note zehn gute Goldstücke, und ihr habt darüber eine grosse Freude! Ich tat das durch meine geheime Kraft, um euch zu zeigen, was sich aus eurem papierenen Leben machen liesse, so ihr danach auch ein Verlangen trüget. Denn euer hiesiges materiell scheinendes Leben gleicht ganz der Zehn- Kreuzer-Note, die aber keinen reellen Wert hat, weil sie nichts Reelles zur Deckung ihres Nennwerts besitzt. Kann aber jemand wie ich hinter diese Note zehn reelle Dukaten legen, dann freilich wird sie einen hohen Aufwert erhalten. So lasst denn auch ihr euch umwandeln! Werft von euch alles Eitle, Leere, Nichtige! Macht leicht eure Füsse und tretet an den Wettlauf nach des wahren Lebens Ziel. Und es soll euch an meiner Seite ein rechter Preis werden!“


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