RBLUM-195

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-195 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 195 - Minerva und Helena. Eine heilsame Entladung. Cado über das Königtum als Zuchtrute. Minerva geht.


1. Spricht Minerva, sich von Cado abwendend: „Ich werde gehen, so ich es selbst will! Aber gebieten lasse ich mir's von niemanden, weder von Gott noch von jemand anderem, der wähnt, er habe über mich Gewalt! Verstanden, Herr Cado? Ich bin eine erste Majestät der ganzen Unendlichkeit, und alle Wesen müssen erbeben, so ich mein Haupt und meinen Arm erhebe. Ich werde mit euch nun in einem anderen Ton reden, denn meine nie besiegbare Kraft erteilt mir dazu das unbestreitbare Recht! Wo aber ist der, der es mir nehmen könnte? Ich allein bin ein Herr! Alles andere ist unter meiner Knechtschaft von Ewigkeit her gewesen!!“

2. Unterbricht sie Helena: „Meine lieben Freunde und Brüder, jetzt halte ich es aber nimmer aus! Nein, was dieses Ewigkeitsschwein sich alles zu sein einbildet, das ist ja der ganzen Unendlichkeit unfasslich! Jetzt will sie sogar mehr als Gott der Herr selber sein! O du Mistschwein, du höllisches! Jetzt schau, dass du weiterkommst, sonst werden meine Mandelbäume für dich bald zu blühen anfangen!!“ – Spricht Minerva: „Schweig, du Lerchenfelder Jauchenkröte, sonst vernichte ich dich!“

3. Helena, förmlich wachsend vor Ärger, ruft darauf laut: „Was sagst du, unterhöllisches Zündholz? Du Parfümbüchse aus allen Schmutzwinkeln der Welt! Du dürrer Ast am Baum der Erkenntnis, du übergrausliches Schwein, du willst mich vernichten? Nicht genug, dass sie mehr sein will als alle Menschen und Engel Gottes, nicht genug, dass sie mehr sein will als Gott Selbst! Nein, das ist dem Satan aller Satane noch viel zu wenig! Er oder sie, was immer ein und derselbe Satan ist, will auch dazu noch alles vernichten! Natürlich, was sollte denn so einem allmächtigen Schwein nicht alles möglich sein?“

4. Spricht vor Wut bebend die Minerva: „Nein, das ist zu stark! Gott, wie kannst du es zulassen, dass dein urerstes, vollkommenstes Geschöpf von einem Dreckwurm so grässlich gelästert wird! Stopfe diesem ekelhaften Wurm das Maul, sonst muss ich mich an ihm vergreifen!“

5. Bemerkt die Helena zu Robert: „Aha, sie lässt schon ein wenig mit sich handeln! Jetzt ruft sie schon den lieben Herrgott an! Aber der wird ihr etwas pfeifen!“ – Hier tritt Minerva wutentbrannt zu Helena hin und sagt mit gellender Schreistimme: „Wenn du noch ein Wort redest, so vergreife ich mich an dir, so wahr ein Gott lebt!!“

6. Helena aber springt vor Ärger auf und gibt der Minerva eine derart wohlgezielte Maulschelle, dass diese niedersinkt, einige Schritte von der Helena hinpurzelt und eine Weile erschöpft liegenbleibt. – Helena aber, erfreut über ihr gelungenes Zuchtwerk, sagt nach der wohlgeführten Maulschelle: „Da hast du, stolzer Wanzenduft aus der Hölle, ein kleines Vorspiel! Wenn's aber beliebt, kann das Hauptspiel nachfolgen!“

7. Spricht Minerva, sich vom Boden erhebend und ihr Gesicht abwischend: „Habe genug, um mir den rechten Begriff von der Humanität und Liebenswürdigkeit der lieben Kindlein des Herrn Himmels und aller Erden zu machen! Besonders schön aber ist das von dir, Cado, der du mich auf dem bewussten Hügel vor lauter Liebe gefressen hättest, dass du mich hier ohrfeigen lässt, als wäre ich auf der Erde ein allerletztes Kuhmensch! Es bleibt dir aber vermerkt, verstehe!“

8. Spricht Cado: „Ist dir sehr recht geschehen! Warum bist du nicht gegangen, als ich dich zu gehen hiess!“ – Spricht Minerva: „Habe ich denn von Gott deshalb den freiesten Willen empfangen, um ihn für ewig in die engste Zwangsjacke des Gehorsams einzupferchen? Hätte der Schöpfer gewollt, dass ich gehorche, so hätte Er mich doch sicher gleich dir mit gehorsamem Willen begabt. Aber da Er das sicher nicht wollte, bin ich eben wie ich bin – nämlich meines eigensten und niemandem gehorchenden freiesten Willens! So Gott alle Wesen mit einem Gehorsamswillen begabt hätte, wer würde dann den blinden Völkern der Erde ein regierender Kaiser, König oder Fürst sein können? Denn du wirst wissen, dass diese niemandem zu gehorchen pflegen, ausser einem guten Rat zu ihren Gunsten!“

9. Sagt Cado: „O ja, das weiss ich! Darum sprach Jehova durch den Mund Samuels zu den Kindern Israels: ,Zu allen Sünden, die dieses Volk vor Meinen Augen schon begangen hat, tut es nun auch diese grösste hinzu, dass es gleich den Heiden von Mir einen König verlangt. Ja, es soll einen haben, auf dass er es züchtige und führe in die Gefangenschaft!‘ – Sieh, so lautet das Gotteszeugnis über die Könige. Kannst du daraus schliessen, dass Regenten aus dem Willen Gottes hervorgegangen sind? Ich sage dir, die Regenten aller Zeiten, auch die besten, sind lediglich aus dem Willen der Völker der Erde hervorgegangen! Würde ein Volk zur Erkenntnis kommen, dass es Gott in aller Wahrheit zum ewigen Regenten über sich setzte, so würde Gott solch ein Volk sogleich von dieser Zuchtrute freimachen und es selbst durch Seine Engel in Menschengestalt leiten. Aber so die Völker nur um Erhaltung solcher Zuchtruten zu Gott flehen, müssen sie sich auch alle Schläge gefallen lassen, die ihnen ohne Schonung von diesen zugefügt werden.

10. Alle Regenten, mögen sie gut oder böse sein, gehen nicht aus dem Willen Gottes, sondern aus dem Hochmut der Menschen hervor, die da gross und mächtig sein wollen durch den Glanz ihres Königs. Weil aber die dummen Völker lieber einen Menschen über sich setzten als Gott, den Herrn aller ewigen Herrlichkeiten, so verleiht Gott diesem Menschen auch jene gebieterische Gewalt, mit der er seine Untergebenen ganz nach seinem Willen züchtigen kann, wenn sie seine Gesetze nicht beachten. Und diese Gewalt ist dann auch von oben, und der König muss sie üben, weil er von oben so gerichtet wird! Glaube nicht, dass da ein König wollen kann, was er frei will – sondern ein König muss wollen, wozu ihn der Gotteszorn nötigt. Hat ein König auch keinem Menschen zu gehorchen, so muss er dennoch Gott wissentlich oder unwissentlich gehorchen. Aber so er Liebe übt für Recht, so wird Gott Seinen Zorn im gewalthabenden Könige auch sänftigen und in Liebe umwandeln. Verstehst du solches?

11. So du mich verstehst, werde sanft und übe Liebe – dann wird Gott dich ansehen und sanfter ziehen dein Herz! Und ein sanftes Herz wird dich in alle Zukunft bewahren vor jeder Misshandlung. Gehe und werde so, dann wirst du Ruhe haben und wirst geachtet sein! Wahre Achtung wie auch wahre Freiheit werden nur aus der Liebe gezeitigt. Wer sich aber Achtung erzwingen will, dem wird sie nur zum Schein aus Furcht zuteil. Und diese Achtung ist ein Fluch, und zwar derselbe Fluch, der seit deinem Beginn dein Anteil gewesen ist! – Fasse solches und ändere dich!“

12. Spricht Minerva: „Ja, ja, ich gehe und werde streben, mich womöglich zu ändern!“ – Hier kehrt sie den dreien den Rücken, geht von dannen und verliert sich bald aus dem Gesichtskreis von Helena und Robert, aber nicht auch aus dem des Cado.

13. Als Helena von der Minerva nichts mehr sieht, sagt sie: „Gott dem Herrn allein alles Lob, der mir in eurer Mitte den Mut gegeben hat, dass ich dieser ersten Feindin alles Lebens die Courage habe abgewinnen können! Ich meine, von nun an dürften wir vor ihr endlich Ruhe haben?“ – Spricht Cado: „Wir wohl! Aber auf der Erde wird sie noch viel Unheil stiften. Doch dann wird sie mehr und mehr in sich gehen durch gewaltige Züchtigungen und Demütigungen! – Aber nun fragt es sich, was wir jetzt beginnen werden? Denn seht, die Pforte hat sich noch nicht geöffnet!“


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