RBLUM-194

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-194 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 194 - Minervas satanische Versucherlehre. Cados schlagende Richtigstellung.


1. Hier wendet sich Cado zur Minerva und sagt: „Wie lange noch, Satana, wirst du unsere Geduld missbrauchen? Willst du selbst gar nichts tun ausser Arges und Böses? – Siehe, so die Gottheit einen Diamanten erschaffen hätte, so gross, dass ein Blitzstrahl von einem Pol zum andern eine Million Erdjahre bedürfte – und hätte hierzu auch ein kleinstes Kolibri-Vögelein mit der Bestimmung erschaffen, dass es alle tausend Jahre einmal zu dieser Diamantkugel flöge und nur einmal mit seinem Schnabel an sie stiesse – so hätte das Vögelein der Kugel schon lange den Garaus gemacht. An dich wurden schon tausende solcher Zeitenläufe verwendet, und noch bist du ganz dieselbe, die du warst im Anfang aller Zeiten! Kein Geist kann es fassen, welche Geduld dir die Gottheit stets erwies und welche Wege eingeschlagen wurden, um dich zu läutern. Aber wahrhaft ungeheuerlich zu denken: bisher vergebens! Ich meine, es wäre nun wohl an der Zeit, dein ganzes Wesen in jene Ordnung zu bringen, die dir von Gott schon von Ewigkeit her vorgezeichnet ist!“

2. Spricht Minerva: „Was tat ich denn je, das wider deine Gottesordnung gewesen wäre? Du sprichst fortwährend von einer gewissen Gottesordnung und scheinst im Grund es selbst auch nicht einmal zu ahnen, was diese eigentlich ist und worin sie besteht. Wenn ich, als der ausgeschiedene unlautere Teil, den fortwährenden Gegensatz zum reinen Teil der Gottheit darstelle, und das unverrückt, so wie die Gottheit Selbst unverrückt in ihrer Reinheit verbleibt – ist das dann etwas anderes als eben die Gottesordnung selbst in ihrer Gesamtumfassung? Und was tue ich denn, das man vor Gott als Unrecht, als etwas Arges und Böses bezeichnen könnte? Es ist wahr, ich versuchte stets die Menschheit, ob sie in ihrer Tugend für Gott und Seine Liebe feuerprobehältig sei oder nicht. War sie es, nun, so hatte meine Versuchung ohnehin für alle Ewigkeit ein Ende. War sie es nicht, so ward ihr durch meine Versuchung nichts als eine neue Gelegenheit gegeben, sich in der wahren Tugend zu festigen.

3. Den Stolzen mache ich noch stolzer, dass er durch dieses Laster am Ende in sich selbst gedemütigt werde. Denn nichts heilt dieses Laster besser als seine Überschwenglichkeit, wenn nicht schon auf der materiellen Probewelt, so doch später hier – was ein gewisser Cado an sich selbst mag erlebt haben! So mache ich auch die sinnlichen Böcke noch geiler, als sie von Anfang an sind. Und das so lange, bis sie sich in ihrem Laster bis in ihre letzte Lebensfiber selbst gefangen haben und ihnen ihr Hang zur grössten Qual und Pein wird, worauf sie dann aus eigenem Antrieb diesem Laster den Rücken kehren und den Weg der Keuschheit zu wandeln anfangen. Schon auf der Materiewelt habe ich durch gewisse körperliche Krankheiten der Sinnengier Grenzen gesetzt. Helfen diese nicht, so habe ich hier in der geistigen Welt noch viel stärkere Mittel, den Seelen dieses Laster am Ende verächtlich zu machen.

4. So mache ich es mit jedem Laster. Ich bin scheinbar ein Förderer des Lasters, das ist wahr. Ich fühle jedem Hiob auf den Zahn. Aber noch nie ist von mir aus ein Laster belohnt worden, ausser der Lasterhafte war noch zu wenig lasterhaft, um das Laster zu verabscheuen. Da freilich musste ich durch allerlei Lockungen den Lasterhaften noch lasterhafter machen, um ihn auf den Gipfelpunkt zu heben, wo er dann das Laster als solches erkennen musste, um für ewig von ihm Abschied zu nehmen. – Ich und die Gottheit verfolgen stets das gleiche Ziel, nämlich die Reinigung der geschaffenen Seelen, damit sie tauglich würden, den ungeschaffenen reinsten und mächtigsten Geist aus Gott zu tragen.

5. Gott ist der Töpfer, ich aber bin das Feuer! Wie aber zum Kochen kein Topf zu brauchen ist, der nicht zuvor im Feuer selbst gefestet wurde, so ist auch keine Seele eher fähig, das Feuer der göttlichen Liebe zu ertragen, bis sie durch mich feuerbeständig gemacht wurde. So ich aber das tue, was ich tun muss, wie kannst du zu sagen wagen, dass ich nicht nach der Ordnung Gottes (der ich wie alle Dinge ewig unterstehe) lebe und handle? Ja, so du mir je nachweisen kannst, dass ich das Laster belohnt hätte, dann hast du recht! So ich aber des Lasters unerbittlichste Züchtigerin bin, da ist deine Rede blind und schabt an der Rinde, wo sie nie des Kerns ansichtig werden kann.

6. Oder kannst du dir eine Tätigkeit denken aus allein positiver Bewegung? Muss nicht ein Fuss jeweils ruhen, damit in der Zwischenzeit der andere die positive Bewegung machen kann? Ein Fuss muss also stets eine Sünde gegen die Bewegung machen, damit aus dem Widerstand gegen die Bewegung und aus der Bewegung des andern Fusses eine vollkommene Bewegung wird. Muss es nicht eine Nacht geben, damit der Sehende das Licht schätzen lernt? Muss es nicht wenigstens einen scheinbaren Tod geben, auf dass durch ihn das Leben verherrlicht wird? Und was wäre denn die Seligkeit für den Geist, dem das Gefühl möglicher Unseligkeit nicht innewohnte! So es keinen Schmerz gäbe, wie sähe es da mit dem Wohlgefühl der Gesundheit aus? Und gäbe es kein wenigstens scheinbar Böses, wie sähe es dann mit dem Guten aus? – Siehe, alles muss seinen Gegensatz haben, damit es sei! Und so ich der Grund alles Gegensatzes bin, wie bin ich dann wider die Ordnung Gottes?“

7. Spricht Cado: „Meine liebe Minerva! So du auf einer Universitätskanzel der Erde eine solche salbungsvolle Rede über die Gottesordnung deines satanischen Wesens gehalten hättest, wahrlich, du hättest bei diesen gelehrten Gremien ein nicht unbedeutendes Aufsehen erregt! Aber wenn du mich zu einer guten Überzeugung über dein Wesen zu bringen vermeintest, hast du einen lächerlichen Fehlschuss gemacht. Denn damit zeigtest du, dass du dich selbst noch nie erkannt hast und daher gar nicht wissen kannst, wie du beschaffen bist und welche Richtung du dir selbst nach der Gottesordnung geben sollst. Und fürs zweite kennst du mich gar nicht, nicht einmal dem Namen nach, dass du vor mir solch dummes Zeug dich auszusprechen getraust!“

8. Unterbricht ihn Minerva: „Du heisst Cado!“ – Spricht Cado weiter: „So heisst mein Rock, den ich nun anhabe. Aber ich selbst heisse anders! – Sage, wie kann es dir je einfallen, dass Gott die Seele durch Laster bessern wolle oder zulasse, dass sie durch Anhäufung von Lastern rein, stark und zum Tragen Seines Geistes kräftig werde? Um dir deine Narrheit zu zeigen, frage ich dich bloss, ob ein Kleid dadurch vollkommener wird, wenn man Tag für Tag einen neuen Riss in dasselbe macht? Oder wird eine verstimmte Harfe reiner klingen, wenn man, anstatt sie rein zu stimmen, sie stets mehr verstimmt? Werden aus einer Schule, in der nichts als Huren, Fluchen, Stehlen, Rauben, Plündern und Morden gelehrt wird, wohl reine, sanfte, ehrlich-gute, liebe und moralische Menschen hervorgehen? Und wird es mit einem Kranken besser werden, wenn man ihm durch giftige Arzneien und gewaltige Züchtigungen zu Hilfe kommt?

9. O sieh, du Dümmste und Blindeste, zehntausend Beispiele könnte ich dir anführen, wo eins genügt, den krassen Unsinn deiner Rede handgreiflich darzustellen! Was wolltest du denn damit beweisen? Etwa deine Unschuld – weil du kein Laster je belohnt hättest? O Unsinn über Unsinn! Sage mir, wie möglich könnte man den Toten einen Lohn geben? Wie kannst du einen Stein belohnen für einen Dienst, den er dir durch seine natürliche, in ihm hart gerichtete Schwere geleistet hat? Oder welchen Lohn kannst du einem gebratenen Vogel darum geben, dass er sich von dir hat fangen, braten und essen lassen?

10. In solcher Weise also willst du behaupten, ganz der göttlichen Ordnung gemäss zu handeln? Und von dir selbst willst du sagen, du und Gott verfolgen ein und dasselbe Ziel? – O du Allerelendeste! Gott willst du dich gleichstellen, ja dich Ihm sogar voranstellen, als wärst du noch vorzüglicher als Er? Meine Liebe, das ist etwas zu arg! Das kann fernerhin nimmer geduldet werden! Daher wird von nun an selbst deine Scheinfreiheit wieder sehr bedeutend eingeschränkt werden. Denn du hast dich an den Rechten Gottes stark vergriffen und vergreifst dich auf der Erde blind an ihnen mit deinen Baalsdienern, die im Gold und Silber Gott zu dienen vorgeben! Und du hast dich an den Rechten der Könige und ihrer Völker vergriffen, und sie werden dir darum bald einen Garaus machen! Dir wird nichts übrigbleiben, als mit einigen wenigen Schweinen die bekannten Treber zu fressen! Hebe dich aber nun von dannen, denn deine Gegenwart ist mir zum Ekel geworden!“


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