RBLUM-192

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-192 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 192 - Minerva vor der Pforte. Derbe Begegnung mit Helena.


1. Spricht Robert: „Dein Rat ist wahrlich sehr gut! Doch jetzt nur stille, sie kommt schon eilig in unsere Nähe! Das herrliche Kleid hat sie noch an und das Pseudoschwert aus Blech und Pappendeckel. Auch von ihrer ausserordentlichen Schönheit scheint sie noch nichts eingebüsst zu haben. Sie ist wirklich unendlich schön, und man könnte die Behauptung aufstellen, dass es der lieben Gottheit gar nicht möglich wäre, eine noch grössere gestaltliche Schönheit ins Dasein zu rufen! Aber ich glaube, man darf auch ihre Gestalt nicht zu sehr rühmen; sie könnte dadurch noch eitler und stolzer werden, als sie ohnehin schon ist.“ – Spricht Cado: „Ja, ja, überhaupt von und mit ihr nicht reden, sonst bringt man sie nicht leichtlich vom Halse!“

2. Spricht hinter dem Rücken Cados schon die Minerva: „Richtig, du triffst den Nagel wohl immer auf den Kopf! Du willst die anderen lehren, wie sie mich am ehesten loswerden könnten – als ob ich mich etwa jemandem je schon aufgedrängt hätte! Dazu besitze ich wohl zu viel Ehre in mir und bin zu stolz. Und du, mein Freund Cado, darfst dies schon gar nicht fürchten, denn wir kennen uns doch schon so hübsch lange. Soll ich dich etwa bei deinem wahren Namen nennen?“

3. Spricht Cado: „Schweige! Sonst sollst du von meiner dir bekannten Höflichkeit gleich ein neues Pröbchen erfahren! Dort ist die verschlossene Pforte. Versuche, ob dich wer hineinlassen wird. Denn du gehörst etwa ja auch dort hinein?“ – Spricht Minerva: „Lecke mich! Ich tue, was ich will, und nie was du willst! Verstehst du das?“

4. Spricht Cado: „O das verstehe ich ganz vollkommen! Denn du bist eitel und stolz und somit auch dumm zur Genüge! Wie solltest du da wollen und tun können, was dir für ewig wahrhaft frommen möchte? So du aber mit uns etwa noch etwas zu reden haben solltest, so bitte ich dich um eine gewähltere Sprache, bessere Ausdrücke! Denn so du schon mich nicht berücksichtigen willst, dann berücksichtige unsere hier gegenwärtige allerzarteste Himmelsdame!“

5. Spricht Minerva: „Das wäre eine rare Himmelsdame! Diese allergemeinste Proletariertrud – vor der soll ich am Ende noch gar Respekt haben? Ich, das erste Wesen in der ganzen Unendlichkeit! Und die – das letzte aus dem lumpigst berühmten Lerchenfeld! Du hast einen hübschen Begriff von einer Himmelsdame, wenn du dieses echte Wiener Mistbratel für eine solche ansiehst! Gratuliere, du hast es im Himmel mit deiner Weisheit wahrlich schon weit gebracht!“

6. Hier unterbricht sie die vor Ärger nahe glühend gewordene Helena: „Nun, du stolzes Aas! Weisst etwa über mich noch was Schlechteres, du aus der ganzen Unendlichkeit zusammengedroschenes Schwein! Nein, das gefällt mir! Will dieses Hauptluder aus allen Fixsternen sich über mich hermachen! Na warte, ich werde dir deine polierte Eselshaut schon etwas runzlicher klopfen, weil sie dich gar so juckt! Glaubst du schönes Obers von der höllischen Rindsuppe, ich kenne dich etwa nicht? O da sei ganz unbesorgt, du schmutzigstes Jesuitenschnupftuch! Die will mich eine Proletariertrud nennen! Jetzt schau nur, dass du bald weiterkommst, sonst zeige ich dir, wo die ewigen Zimmerleute Gottes für dich das Loch gemacht haben!“

7. Spricht Robert: „Aber ich bitte dich, holdeste Helena, du mein von Gott Selbst mir gegebenes Weib, ereifere dich nicht! Schau, mit dieser Schein-Minerva richtet Gott Selbst nichts, was sollen erst wir mit ihr richten! Du weisst ja, dass auf Disteln keine Datteln und auf den Dornhecken keine Feigen wachsen! Lasse sie daher reden, was sie will, denn in unsere Ohren dringt ihre Stimme wahrlich nicht und noch weniger in unsere Herzen!“

8. Sagt Helena: „Ja, ja, das weiss ich wohl. Aber das weiss ich auch, dass man dem Teufel das Maul stopfen muss als ein ehrlicher Christ! Schau, jetzt ist sie schön still, weil sie sieht, dass sie nimmer gröber werden kann als unsereins. Die soll nur einmal noch sich mucksen, so will ich ihr ein Lerchenfelder Liedl anstimmen, dass sie für alle Ewigkeit damit genug haben soll! Nein, dies Giftbratl vom heiligen Erzengel Michael soll mich dann erst kennenlernen! Wahrhaftig, ich könnte sogar unserem lieben Herrgott eine Grobheit ins Gesicht sagen, wenn Er je diesem Leibstuhle Petri eine Gnade erweisen möchte. Die ist ja schon lange für die Hölle zu schlecht, daher leiden sie die anderen Teufel gar nicht mehr unter ihnen! – Hast es aber auch hierher berufen müssen!“

9. Spricht Cado zur zornbebenden Minerva: „Nun, bist du mit deinem Grobheitslexikon schon zu Ende, dass du auf diese würdevollen Komplimente keine Erwiderung zuwege bringst? Mir scheint, dass du eine Meisterin gefunden hast und nun durch dein Schweigen bekennst, dass die Lerchenfelderin recht hat!“ – Spricht Minerva: „Ich bitte dich, rede mir von dieser Galgenschnur nichts mehr, denn ich habe sie genossen!“

10. Unterbricht sie Helena: „Schau nur, dass du weiterkommst, sonst setzt's noch Gelsen und spanische Mucken ab! Kennst du diesen Lerchenfelder Salat?“ (Der Minerva die beiden Fäuste zeigend): „Ich sag dir's, wenn du nicht bald weitergehst, putz ich dir so eine kleine Tagwacht über dein rotziges Grossmaul runter!“ – Spricht Robert: „Aber ich bitte dich, Helena, um Gottes willen! Wir kommen ja anstatt in den Himmel Gottes gar zum Schmierseppl nach Lerchenfeld! Bedenke doch, wie du als wahrer Gottesliebling dem Herrn an der heiligen Brust lagst und alle Gnade von Ihm einsogest – und nun bist du ganz wieder eine vollendete Lerchenfelderin! Schau, das musst du ganz ablegen, sonst wird dir die Pforte noch lange nicht aufgehen!“

11. Spricht Helena: „Nun, ich glaube, dir ist's etwa gar leid, dass ich diesem ewigen Mistvieh ein paar Wahrheiten ins Gesicht gesagt habe!“ – Spricht Robert: „Nein, liebste Helena, das sicher nicht! Aber um deinen nun schon ganz himmlisch gewordenen Mund ist es mir leid, der sogar schon mit Gott gesprochen und mir manche recht herrliche Lehre in der Liebe gegeben hat!“

12. Spricht Helena: „Mund hin, Mund her! Die Wahrheit muss einmal heraus! Dass sich die Wahrheit auch aus dem schönsten Munde nicht am besten ausnimmt, das ist schon was Altes. Aber wie kommt es denn, dass du die Wahrheit gerade aus meinem Munde als übelklingend darstellst, während du die Lüge aus dem ebenfalls schönen Munde jener Teufelsgretl nicht sehr hässlich gefunden zu haben scheinst? So es dir um meinen Mund schon leid ist, wenn er auf lerchenfeldisch dieser ewigen Gottesschnipferin eine Lektion gibt, um wieviel mehr leid sollte es dir dann erst um jenen holdesten Mund sein, über dessen Lippen wohl noch nie ein wahres Wort gekommen ist! Sage lieber ihr einige gute Rügen ins Gesicht und lass mich reden, so ich einmal im Zuge bin!“

13. Spricht Minerva: „Bist einmal fertig, du ungehobeltes Lerchenholz? Du hast die Höflichkeit sicher nie auf einer hohen Schule studiert, denn etwas Gröberes ist durch meine Ohren noch nie gedrungen.“ – Unterbricht sie Helena: „Nun, schau nur gleich, dass du etwa kein Ohrengeschwür bekommst! Ich soll etwa ihre Grobheiten von ganzem Herzen demütig einstecken, wie ein frommes Jesuitenbeichtkind, wenn es von seinem Herrn Gottesstellvertreter mit Höll und Fegfeuer gefüttert wird! Da warte du ein bisschen! Wenn du mir nicht aus den Augen gehst, wird es zwischen uns beiden noch einen Mordsspektakel absetzen! Darum sage ich dir nun ein für alle Male, dass du dich nun gleich aus dem Staube machst, sonst möchte dein schönes Gesicht bald ein anderes Aussehen bekommen!“

14. Sagt Cado: „Sei ruhig, Helena, und du auch, Freund Robert! Ich werde nun mit Minerva allein reden und mit ihr etwas sehr wichtiges abzumachen versuchen. Vielleicht gelingt es mir, sie dem Herrn wieder um einen Schritt näherzubringen. Aber ihr müsset euch unterdessen ruhig verhalten.“ – Spricht Robert: „Ja, Bruder, tue das! Ich wäre nun schon wahrlich sehr froh, so wir sie bald loswerden könnten. Es geht von ihr ein wahrer Zwietrachtssamen in die über, die ihr zu nahe kommen! Ich glaube, die brächte in kürzester Zeit alle Engel durcheinander. – Ich wünsche dir viel Glück zu deinem löblichen Vorhaben! Nur zweifle ich an dem geringsten Erfolge deiner Mühe; denn dies Wesen wird nur als genötigt guttun, aber als vollkommen frei ewig nie! Darauf getrauete ich beinahe meine ganze Seligkeit zu setzen.“

15. Spricht Cado: „Du dürftest zwar nicht ganz unrecht haben. Aber meine Seligkeit getrauete ich mich dennoch nicht darauf zu setzen. Die Ewigkeit ist endlos lang. Und in solchen endlosen Zeiten und Zuständen könnte noch so manches geschehen, von dem bis jetzt noch keinem Geiste etwas durch seinen Sinn gefahren ist. Daher nehmen wir alles als möglich an, was nicht mit der göttlichen Ordnung im grellsten Widerspruch steht. Aber etwas daran setzen, ob dies oder jenes irgendwann möglich oder unmöglich sein sollte, hiesse so viel, als in die göttliche Weisheit selbst einen Zweifel setzen. Bei Gott sind alle Dinge möglich, warum auch nicht die volle Umkehr Satans?“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-192 Kapitel