RBLUM-191

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-191 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 191 - Aufbruch zum Saal der Vollendung. Robert und Helena gefolgt von Cado vor verschlossener Himmelspforte. Minerva tritt wieder auf.


1. Alles begibt sich nun schnell in Meinen Willen. Robert-Uraniel kommt und sagt: „Herr und Vater, es ist alles geordnet nach Deinem Willen und Deiner heiligen Ordnung!“

2. Sage Ich: „So gehen wir denn gen Morgen, wo du in scheinbar grosser Ferne zwei mächtige Säulen siehst! Dort ist der vierte Grosssaal der Vollendung, wo der eigentliche Himmel erst seinen Anfang nimmt. Nimm hier dein Weib, auf dass du aus Meiner besonderen Liebe in dir vollkommen eingehest in das Reich deiner Liebe und Erkenntnis!“

3. Auf Meine Worte hin umfasst Robert-Uraniel mit aller Liebe seine Helena und bittet Mich, dass Ich an seiner Seite, und zwar zwischen ihm und Helena in den Grosssaal einziehen möchte. – Ich aber sage: „Du musst einmal frei zu wandeln anfangen, ansonsten du stets eines Gängelbandes bedürftest. Ich aber werde ohnehin im Grosssaal zugegen sein, wenn du dort eintrittst. Wo immer du mit der Liebe zu Mir dich hinbegeben wirst, werde Ich bei dir sein, da deine Liebe zu Mir Ich Selbst bin! Denn Ich bin überall gegenwärtig, wo wahre und reine Liebe in einem Herzen zu Mir in rechter Fülle gegenwärtig ist. – Und so gehe denn voran und öffne die Pforte in das Reich der Vollendung deines Herzens!“

4. Hier macht Robert eine tiefe Verbeugung vor Mir und tritt sogleich seine Reise an. Er wandelt wohlgemut mit seiner Helena, die ihn unterwegs fragt, wie es ihm hier im Reiche Gottes eigentlich vorkomme und ob er sich wohl schon ganz heimisch fühle. – Sagt darauf Robert-Uraniel: „Manchmal kommt es mir sehr fremd vor, besonders so der Herr Sich nicht neben mir befindet. Aber so der Herr sichtlich in meiner Nähe weilt, bin ich wieder ganz zu Hause. Nur alle die Erscheinungen kommen mir, trotzdem ich sie recht wohl verstehe, noch immer befremdend vor, weil ihr Auftreten oft gar so unvorbereitet zum Vorschein kommt. Doch ich habe mich auch daran schon gewöhnt. – Aber nun ist schon die Pforte da, aber verschlossen! – Was nun?“

5. Spricht Helena: „Nun, die werden wir im Namen des Herrn eben aufzumachen versuchen. Sieh, es steckt ja ein goldener Schlüssel darin!“ – Robert ergreift sogleich den Schlüssel und fängt an, ihn nach rechts und links zu drehen, aber die Tür will sich nicht öffnen. Er dreht wieder, und stärker als zuvor drückt er mit Gewalt an die beiden Torflügel, doch vergebens!

6. Darob wird Robert etwas bange und er spricht zu Helena: „Siehe, mein geliebtes Weib, ich muss dir offen gestehen, dass ich mich wieder einmal sehr fremd fühle, wie einer, der ganz verlassen ist von seinen früheren Helfern in der Not. Siehe dich einmal um, ob du selbst in weitester Ferne jemanden erschauen kannst! Ausser Freund Cado, der uns ganz still gefolgt ist, entdecke ich keine Seele und keinen Geist!“ Spricht Helena: „Wahrhaft sonderbar, ausser Cado sehe auch ich niemanden, und das Tor lässt sich nicht öffnen! Und doch hat uns der Herr Selbst hierher beordert. Versuche noch einmal die Tür zu öffnen, ich werde dir helfen, vielleicht wird es dann gehen!“

7. Robert macht sich nun wieder an den Goldschlüssel und dreht ihn nach allen Seiten, während Helena kräftig an die beiden Flügel drückt. Die Bemühung geht eine gute Weile vor sich, aber ohne Erfolg. Als beide schon etwas abgemüdet sind, sagt Helena: „Weisst du, mein geliebter Robert-Uraniel, über die Möglichkeit hinaus kann sich niemand zu einer Tat verpflichtet fühlen. Wir haben bereits alle unsere Kräfte daran verwendet, aber diese Himmelspforte lässt sich durchaus nicht öffnen, woran wir doch kaum schuldig sind. So bleibe sie denn in des Herrn Namen verschlossen! Aber Freund Cado könnten wir noch um eine Mitwirkung ansprechen, vielleicht versteht er damit besser umzugehen als wir beide.“ – Spricht Robert-Uraniel: „Du hast recht, das werde ich sogleich tun!“

8. Robert-Uraniel spricht: „Liebster Freund, du hast uns ganz allein ein freundliches Geleit gegeben. Du hast auch des Herrn Auftrag an mich vernommen, dass ich mit meinem Weibe hierher ziehen und dies Tor öffnen soll. Allein alle unsere noch so kräftigen Versuche scheiterten an diesem Tor! Daher will ich dich hiemit ersuchen, mit mir noch einen dritten Versuch zu machen. Vielleicht gelingt es uns dreien, diese riesige Himmelspforte doch zu öffnen. Gelingt es aber nicht, so mag der Herr dann tun mit uns, was Ihm wohlgefällt!“

9. Spricht Cado: „Lieber Freund, es wird dir mein Wirken wenig Segen bringen. Was einem Gott zusteht, gebührt nicht einem Ochsen! Du bist berufen und auserwählt, ich nicht einmal berufen. Aber ich werde dir dennoch die verlangte Hilfe leisten. Du weisst ja, nur die werden das Himmelreich besitzen, die es mit Gewalt an sich reissen! So fangen wir's denn in Gottes Namen an!“

10. Robert macht sich abermals an den Schlüssel und dreht ihn siebenmal nach links. Und da bei allem Kraftaufwand die Pforte noch nicht aufgeht, dreht er den Schlüssel nach rechts so lange, als er sich immer drehen lässt. Dabei wird während des Drehens in einem fort kräftigst gegen die Pforte losgedrückt, allein sie bleibt beharrlich verschlossen.

11. Robert-Uraniel kratzt sich hinter den Ohren. Und Cado sagt: „Ich habe dir ja gesagt, dass es nicht gehen wird! Ich weiss doch, dass diese geistigen Dinge um vieles hartnäckiger sind als die irdischen. Ein Berg auf der Erde liesse sich eher versetzen, als so ein Geistertor sich öffnen! Mein Rat wäre hier, die Geschichte abzuwarten! Unsere Bestimmung kann nicht darin bestehen, dem Herrn Gott Jesus immer auf der Nase zu sitzen. Es ist uns demnach ein Ort angewiesen worden, wo wir so lange zu verharren haben, bis uns von höheren Mächten diese Himmelspforte aufgetan wird. Was wir aber tun könnten wäre, uns an den evangelischen Rat zu halten: „Suchet, so werdet ihr finden! Bittet, so wird euch gegeben, und pochet an, so wird euch aufgetan!“ – Wer weiss, ob das Tor nicht dann schon vor uns offen stünde. – Was meinst du, mein Freund, in dieser Sache?“

12. Spricht Robert-Uraniel: „Ja, du hast da durchaus recht. Aber dass der Herr mich förmlich genötigt hat, mich eilends hierher zu begeben und diese Pforte zu öffnen, da uns grosswichtige Dinge dahinter erwarten! Nun bin ich hier und richte mit der Pforte nichts. Das ist denn doch etwas sonderbar. Aber ich werde deinem Rat folgen!“

13. Spricht hiezu Helena: „Freunde, wahrlich es gehört viel dazu, um in das Himmelreich Gottes eingehen zu können! Mich geniert hier nichts so sehr als dies herrliche Strahlengewand. Wenn ich ein ganz ordinäres Bauernkleid hätte, so würde mich dieser verweigerte Eintritt in das eigentliche Himmelreich weit weniger genieren. Wahrlich, bei dieser Geschichte könnte man auf den Herrn ordentlich ungehalten werden! Früher Milch und Honig von bester Qualität, und nun einen rechten Bittertropfen darauf! Und an Stelle des Himmelsbrotes, das man schon im wahren Übermass genossen hat, kommt nun eine Hafergrütze! Prosit Mahlzeit, das wird eine sonderbare himmlische Süssigkeit abgeben! Aber wenn ich Närrin nur dieses dumme Kleid loswerden könnte, denn mich geniert's schon ganz entsetzlich! – Gefällt dir, mein geliebter Robert, noch dein uranisches Sternengewand?“

14. Spricht Robert: „Auch mir wäre ein anderes um eine Million lieber, aufrichtig gesprochen! Ich komme mir nun in diesem göttlichen Sternenkleid, wie ein gefoppter himmlischer Esel vor. Bei Gott, eine Lederhose und eine Jacke vom gröbsten Tuch wäre mir lieber! Ich habe mich in meinem ganzen irdischen und geistigen Leben niemals so geschämt wie diesmal in diesem fatalen Himmelsgewande! Wenn ich es nur gegen ein anderes vertauschen könnte!“ – Spricht Helena: „Ich gäbe das meine um den schmutzigsten Küchenfetzen her, denn es gibt nichts Erbärmlicheres, als ein Königsgewand zu tragen auf einer Schweinehirtenwiese.“

15. Spricht Cado: „Meine liebsten Freunde, ihr redet mir aus dem Herzen! Das muss auch Christus als Herr der Unendlichkeit tief gefühlt haben, da Er so oft gegen die Kleiderpracht geeifert hat. Er trägt ja auch hier im Reiche alles Lichtes das allereinfachste Kleid! Ich bin selbst ein grösster Feind von jeder Kleiderpracht, mag sie nun auf der Welt materiell oder hier im Reiche des Geistes geistig sein. Daher gebe ich euch ganz recht, dass ihr euer für hier unpassendes prachtvolles Himmelsgewand verabscheut. Hat es nun in euren Augen keinen Wert, dann ist alles gut und recht. In meinen Augen hat selbst solch ein himmlischer Flitter nie einen Wert gehabt! – Aber was werden wir nun vor dem Öffnen der Pforte beginnen? Werden wir zu bitten, zu suchen und zu pochen anfangen?“

16. Spricht Helena: „Ich meine, das werden wir schön bleibenlassen! So sie uns der Herr nicht öffnen will, soll sie verschlossen bleiben in alle Ewigkeit, Amen!“ – Spricht Robert: „Hast eben nicht unrecht, meine geliebteste Helena! Aber weisst du, so man es schon einmal bis zur Himmelspforte gebracht hat, sollte man sich doch noch einige Mühe geben, auch durch diese zu kommen! – Bitten ist gerade keine Schande, suchen noch weniger und was das Anklopfen betrifft, so will ich gleich auf den beiden Flügeln einen Lärm machen, der sich gewaschen haben soll! Nein, das gefällt mir: ehedem machte ich schon, als selbst ein Engel, mit Sahariel die ausgedehntesten Himmelswanderungen und nun stehe ich wieder in eurer Gesellschaft wie ein Ochse am Berge! Es geht uns nur noch die famose Minerva ab! Das wäre wirklich ein Spass, diese hier über die Torsperre losziehen zu hören!“

17. Spricht Cado: „Nenne den Wolf nicht zu oft, sonst kommt er gerannt! – Wahrlich, so ich mich nicht irre, kommt sie schon daher, uns eine Visite zu machen! Nun sehen wir, wie wir sie wieder loswerden!“ – Spricht Helena ganz verblüfft über diese Erscheinung: „Aber die muss ein feines Gehör haben! – Nun Robert-Uraniel, das wird eine hübsche Geschichte werden! Hast aber auch ihren Namen in unserer misslichen Lage nennen müssen! Das wird eine schöne Messe werden! Am Ende zieht sie uns noch alle drei mit sich in die allerunterste Gott-steh-uns-bei!“

18. Spricht Cado: „Ah, von dem ist keine Rede! Das eigentlich Fatale besteht nur darin, dass man sie nicht so bald wieder loswerden kann, so sie einmal da ist!“ – Spricht Robert: „So suchen wir eben zu verhindern, dass sie herkommt; denn mit so viel göttlicher Kraft und Gewalt werden wir etwa doch noch ausgerüstet sein!“ – Spricht Cado: „Versuche es! Aber ich meine, dass dies nichts nützen wird. Sie wird gleich sagen, dass auch sie das vollste Recht habe, vor die Pforte des Gotteshauses zu kommen und da Einlass zu begehren. Ob sie hineingelassen wird, ist freilich eine andere Frage. Lassen wir sie nur ungehindert wandeln und tun nicht dergleichen, als ob wir sie bemerkten. Wird sie sich dann etwa an uns machen, so werden wir ihr schon etwas zu erzählen wissen, was sie sicher nicht gerne hören wird. Nur aber dürfen wir uns gegen sie weder freundlich und noch weniger richterlichgebieterisch benehmen, sondern ganz gleichgültig, was sie am wenigsten vertragen kann. So werden wir sie am ersten loswerden. Ich glaube, sie so ziemlich durch und durch zu kennen.“


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