RBLUM-182

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-182 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 182 - Minervas neue Ausflüchte – Cados Entgegnung. Von Busse und Bekehrung. – Bedeutsame Erlösungstatsachen.


1. Miklosch berichtet weiter: „Spricht die Minerva: ,Aber es ist von der Gottheit eine Art Busse zur Vergebung der Sünden angeordnet, ohne die kein Mensch und somit noch um vieles weniger ein Teufel selig werden kann. Siehe, ich aber war und bin noch aller Sünde Grund und ein Pfeiler des Gerichts und des Todes. Wie soll dann erst ich ohne Busse frei und endlich gar selig werden? Es müsste daher über mich wohl die grösste Busse kommen, so ich im Ernste frei und selig werden sollte? Wie aber könnte ich Busse wirken in diesem Lichtgewand? Dazu gehört ein härenes Büsserkleid und Asche und Sack! Verschaffe mir ein solches Büsserkleid, und ich will die ernsteste Busse zu wirken anfangen!‘

2. Spricht Cado: ,Jawohl, du und Busse wirken – das ginge so hübsch zusammen! Verstehst denn du, was wahre Busse wirken heisst? Meinst du, ein härenes Kleid, Asche und Sack machen die Busse aus? Oder glaubst du nach römischer Art etwas tun zu müssen, um zur wahren Sündenvergebung zu gelangen? Ich, wennschon gleich dir der Gottheit gegenüber ein Teufel, halte das für die wahre Busse, so man das Schlechte, das der Gottesordnung Widrige, freiwillig verlässt, seinen Willen fest und unerschütterlich unter das Panier der ewigen Gottesordnung stellt. Sodann selbst unerschütterlich fest das will, was man als solcher göttlichen Ordnung gemäss erkennt. Wenn du so handeln wirst aus deinem neu geregelten Willen, dann wirst du auch rechte Busse wirken. Aber ein härenes Gewand, Asche, Sack, Generalbeichte, Kommunion und meinetwegen eine Million Messen gehören ins Fach der grössten Menschentorheiten, weil sie den Menschen nur schlechter machen. Durch meinen Willen allein kann ich besser werden. Alles andere hat keinen Wert weder vor bessern Geistern noch vor Gott!

3. Du weisst auch, was ein jeder Geist durch seine höhere Weisheit genau ersehen kann. Wolle sonach nichts aus dir heraus, sondern bloss was ich will, so wirst du deines eigenen Kerkermeisters bald loswerden. Solange du aber noch mit deinen eigenen Willensbrocken mir entgegentreten wirst, wird es mit dir noch lange nicht besser werden! – Sieh, an Weisheit und gediegener Erkenntnis hat es dir nie gemangelt. Wohl aber an einem guten Willen, darum bist du zum Grund alles Schlechten und Bösen geworden! – So ein Wesen aber gut und edel werden will, muss es mit seinem ersten, wilden Willen dasselbe Experiment machen, das auf der Erde ein Gärtner mit einem Wildling macht: Er schneidet ihm die Krone ab, spaltet dann den Rumpf und setzt einen edlen Zweig hinein. Dann wird ein neuer, edler und guter Fruchtbaum daraus. – So musst auch du es mit deinem alten Wildling von Willen machen! Wenn es dich auch eine Weile bekümmern wird, dass du dir die alte Krone nehmen lassen musst, so mache dir dennoch nichts daraus! Denn du wirst dafür zu einer herrlicheren, besseren und edleren Krone gelangen.‘

4. Spricht Minerva: ,Cado, du bist zwar eigensinnig wie ein Teufel, aber dabei weise wie ein Gott!‘ Spricht wieder Cado: ,Was nützt mir meine Weisheit, so sie ausser mir niemand befolgen will! Ich predige tauben Ohren, und vor blinden Augen mache ich Spektakel. Ich habe, bei Gott dem Allmächtigen, bis jetzt geredet zur Übergenüge, aber was nützt das alles? Ich zeigte dir, warum du dich gänzlich meinem Willen unterordnen sollst. Aber du hast tausend Ausflüchte, und so du schon etwas tust, da tust du die Sache nie sogleich und auch nie ganz so, wie ich es haben will und muss! So du mich nun weise findest wie einen Gott, warum tust du denn dann nicht gleich, was ich von dir verlange? Das herrlichste Kleid liegt vor dir und wirft seinen mächtigen Strahlenglanz gleich einer Zentralsonne in die weite Unendlichkeit hinaus. Aber sein mächtiges Licht, das da bestimmt ist, nach dem Inneren deines Wesens seinen Strahl zu treiben, muss sich noch immer vergeblich verzehren. Warum denn das? Gib mir dafür einen Grund an!‘

5. Spricht Minerva: ,Ich habe dir den Grund schon angegeben, du aber hast ihn widerlegt mit der Schärfe deiner Weisheit. Aber dessen ungeachtet bleibe ich doch dabei, dass ich mich für dieses göttliche Gewand viel zu unwürdig fühle, um es gleich einem anderen gemeinen Fetzen anzuziehen. Einen anderen Grund kann ich dir unmöglich angeben, und wenn du dich darüber noch so ärgern solltest. – Ziehe du es an, wenn du schon so viel Mut besitzt, und ich werde dann deinem Beispiel folgen. – Übrigens noch etwas: Wie würde es dann auf der Erde und in allen anderen Welten aussehen, wenn ich dieses Kleid anzöge? Wird es den dort neuzubildenden, noch in die gröbste Materie verhüllten Geistern besser oder etwa noch schlimmer ergehen? Gib mir eine begreifliche Erklärung, und ich werde dann sogleich alles tun, was und wie du es wünschst.‘

6. Spricht Cado: ,Ich habe ja gewusst, dass sie richtig wieder noch eine die Sache verzögernde Ausflucht finden wird! O du ganz verzweifeltes Wesen! Was gehen denn uns nun die Erde und alle anderen zahllosen Welten an? Die Gottheit wird es wohl schon wissen, was sie damit machen wird. Wie von nun an die Menschen auf der Erde oder auf der Sonne untereinander leben werden, hat für uns nicht die geringste Beziehung. Wir leben und handeln nur für uns. – Ich habe dir schon ehedem klar gesagt, dass du selbst ausser allen Einfluss auf die Weltkörper gesetzt wurdest. Dies seit der Menschwerdung der Gottheit, in der ein zweiter Adam aus Gott alle Schöpfung samt all ihren Übeln auf die eigene Schulter nahm und nun alles also leitet, wie es Seine ewige Ordnung verlangt. Daher hast du dich von nun an um nichts anderes mehr zu kümmern als allein um dich selbst! – Ziehe das Gewand an, dann wird sich zeigen, was da weiter zu geschehen hat!‘

7. Spricht Minerva: ,O du lebendiges Buch, du sprichst ja als ob du ein Jünger Salomos wärst! Aber ich sehe nun ein, dass du einesteils doch recht hast. Und so will ich mich denn vor dir zu einer Putzgretel umgestalten und eine recht dumm-hochmütige und eitle Person spielen, da du daran eine so grosse Freude hast! Wird's dir dann besser sein, so du mich vor lauter Glanz gar nicht wirst anschauen können? Ich ziehe es nun an. Aber komme mir nicht sobald wieder mit einem anderen Begehren!‘“


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