RBLUM-180

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-180 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 180 - Cado erquickt sich an Brot und Wein. – Minervas Ärger. Cados deutliche Belehrungen über ihren Unwert.


1. Miklosch berichtet weiter: „Spricht Minerva: ,Ja, das kann ich, so ich's will. – Habe ich auch hier keine wirksame Macht mehr, so kann ich dennoch in meinem Innersten in hartnäckigster Widerspenstigkeit ewig verharren! Aber ich werde das wegen meiner dummen Liebe zu dir vielleicht doch nicht tun, sondern diese Sache reichlich überdenken und, wenn ich da einen Vorteil für mein Herz entdecke, mich deinem Rat unterordnen. Aber wohlgemerkt, ich werde mich noch lange besinnen!‘ – Cado entgegnet ganz gleichgültig: ,Ganz wohl, meine Liebe! Je länger du aber auf deine völlige Umkehr wirst warten lassen, desto länger wirst du auch unglücklich verbleiben und desto schwerer diesen einen, letzten Schritt tun! Das beachte daneben auch!‘

2. Cado setzt sich nun nieder. Da es ihn hungert und dürstet, so nimmt er etwas Brot und Wein und verzehrt beides. Und da er dabei ein behagliches Gesicht macht, muss seine Stärkung von einer grossen Lieblichkeit sein. – Minerva betrachtet den Schmausenden missvergnügt und sagt mehr wie zu sich: ,Na, eine Lebensart hat er, die muss er in der Schule der Bären und Wölfe sich zu eigen gemacht haben! Der Kerl frisst ja wie ein Wolf und sauft wie ein Walfisch. Er hat noch einen Becher und ein gutes Stück Brot, aber seine Schroffheit lässt es nicht zu, mir damit einen Antrag zu machen. Ich würde auch von solch einem Esel wohl ohnehin nichts annehmen! Aber es schickte sich doch, mir, als der ersten Grösse der Unendlichkeit, damit ein Angebot zu machen! Wie der Kerl aber frisst! Der ist fähig, die ganze Schöpfung hohl zu fressen!

3. Aber was nun? Etwas muss ich ja doch auch unternehmen! Wenn ich nur jenes Bündel, in dem sich für mich ein herrlichstes Gewand befinden soll, näher zu mir herziehen könnte! Was aber tun? So zuschauen, bis er sich vollgefressen hat? Oh, das ist eine verflucht dumme Lage! Aber warte nur, du grober Esel, es soll noch ganz anders werden mit der Folge der Zeit!‘

4. Cado isst und trinkt noch immer ganz behaglich und sagt nun wie zu sich: ,O Gott, das war doch ein herrliches Brot und ein Wein, der muss auf einer Sonne gewachsen sein! Jetzt wäre ich lammfromm und gut wie ein Esel! Und die schönste Frau Satana, nun umgetaufte ,Minerva‘ bei mir, mir untertänig! Juchhe, mir geht's gut! – No, no! Was machst denn du, mein holdestes Minerverl, für ein saures Gesicht dazu? Sei guten Mutes und setze dich traulich zu mir her! Wenn du das tust, soll's dir auch für den noch zu machenden letzten Schritt abgerechnet sein. Geh, Minerverl, mache mir einmal eine rechte Freude! Schau, alle himmlischen Wesen freuen sich mit. Da sieh nur aufwärts, und du wirst es sogleich selbst entdecken. Und wir beide, endlos edler und vollkommener als dies ganze Himmelsgesindel, hocken da beisammen wie ein Paar kranke Esel mit langen Essiggesichtern! Pfui, lassen wir uns doch nicht beschämen und seien wir noch zehnmal heiterer als alle da über uns! Geh, setze dich nur gleich zu mir her!‘

5. Spricht Minerva ganz beleidigten Gesichtes: ,Halte dein Maul, grober, besoffener Lümmel! Was der nicht alles möchte! Gleich zu ihm setzen soll ich mich! Es wäre für ihn solch eine Unterhaltung freilich wohl nicht übel. Aber nichts da! Solche Früchte wie ich werden für derlei Esel wohl ewig nimmer reif werden! Versteht Er das?‘

6. ,Nicht, Minerverl‘, spricht Cado weiter, ,warum solltest du für mich nicht reif werden können?! O du bist sehr reif, denn du bist auch schön alt geworden! Aber nur ein einziges Busserl von diesen rechtesten Rosenlippen, oh das wäre schon gar über alles! So komm und mache meinem Herzen eine rechte Freude!‘

7. Spricht Minerva: ,O gleich, gleich, mein Herr Gebieter! Sie wissen ja, wie gerne ich solchen Wesen folge, so sie das oder sonst was wünschen. Sie können es gar nicht glauben, wie sehr ich Sie liebe! Beruhigen Sie sich daher nur noch einige Ewigkeitchen, dann werde ich Ihren besoffenen Wünschen schon nachkommen!‘

8. Spricht Cado: ,Wie es dir gefällig ist! Mir ist alles ein und derselbe Teufel, ob um ein paar Ewigkeitchen früher oder später! In meiner unauflösbaren Gewalt bist du einmal, und mehr brauche ich zu meinem Vergnügen nicht. Da ich aber mehr auf deine wahre Wohlfahrt sehe als auf die meinige, darum allein möchte ich dich aus deiner ungeheuren Torheit heben und dich wieder frei und glücklich machen. Aber wenn du lieber eine Sklavin deiner blindesten Torheit verbleibst – gut, so bleibe, was du bist, nämlich das dümmste und schlechteste Wesen in der ganzen Unendlichkeit! Mich wird das äusserst wenig bekümmern.

9. Hebe deine zwar überschönen, aber dümmsten Augen empor und sieh, wie sich da oben Trillionen ihres göttlichen Daseins freuen, obschon sie wohl wissen, dass du das unglücklichste Wesen in der ganzen Unendlichkeit bist. Und so kann auch ich mich nach meiner Art ganz prächtig ohne dich beseligen. Ich muss dir auch noch gestehen, dass ich von nun an gar nicht mehr darauf poche, dich für deine eigene Freiheit in Gott deinem Schöpfer zu gewinnen. Denn ich weiss ja, dass du ein eigensinnigstes Luder bist und mit dir bis jetzt weder Gott noch irgendein Teufel je etwas ausgerichtet hat. Aber das alles stört mich nicht. Du bist mein und bist unschädlich gemacht wie eine Natter, der man das Gift genommen hat. Willst du für dich selbst frei und glücklich werden, weisst du nun zur Genüge, was du zu tun hast! Von nun an wirst du von mir aus keine Einladung mehr erhalten. Gehabe dich nun wohl in deinem Wahn und halte nur daran fest, dass mir da alles eins ist!‘

10. Nach diesen Worten denkt Minerva sehr stark nach und sagt: ,Was wird denn dann mit meinem höchsten Ansehen, das ich bis nun in der ganzen Unendlichkeit genossen habe?‘

11. Spricht Cado: ,Lass dich um Gottes willen deines eingebildeten Ansehens wegen nicht auslachen! Dich beschämt ja, was die reine Weisheit betrifft, ein jeder Esel. Wo aber ein Wesen, sei es äusserlich noch so schön, so dumm ist wie kein zweites mehr in der ganzen Unendlichkeit, da wird es mit dem wahren Ansehen wohl einen derben Faden haben! Rede mir daher nimmer von einem vermeintlichen Ansehen, das du dir nur selbst gegeben hast. Verschone mich mit derlei Albernheiten!‘

12. Spricht Minerva: ,Nun, sei nur nicht gar so aufbrausend! Ich werde doch etwa noch wert sein, dass du dir mit mir eine kleine Mühe nimmst und mich belehrst, wo es mir fehlt!‘ – Spricht Cado: ,O Liebste, dir fehlt gar viel, ja dir fehlt alles! Da werde ich noch vieles zu reden haben mit dir, obschon ich kein Freund des Redens bin.‘

13. Spricht wieder Minerva: ,Nun, habe nur Geduld mit meiner Dummheit und Schwäche! Denn so ich dann selbst dir zum Lohn werde, dürftest du ja für deine Mühe doch hinreichend entschädigt sein!‘ – Spricht Cado: ,Allerdings, wenn du je zu belehren bist! Nimmst du aber wie bisher gar keine Belehrung an, so ist mir dann mein Hinterteil lieber als du, trotz all deiner noch so unendlichen Schönheit! Solches beherzige, denn ich bin durchaus kein sinnlicher Teufel!‘“

14. Miklosch in seinem Bericht fortfahrend: „Minerva reibt sich die Stirn und scheint mit sich sehr uneins zu sein. – Cado aber wendet sein Gesicht nun gerade zu uns herüber und macht eine Miene, als ob er von uns etwas wahrnehme. Was mich aber sehr wundert ist, dass er, da er doch all die Himmelsgeister über sich wohl erschauen dürfte, die zwei bei ihm, nämlich Robert-Uraniel und dessen Begleiter Sahariel, nicht zu sehen scheint. Denn da macht er gar keine Miene, als nähme er jemanden hinter sich wahr.“


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