RBLUM-179

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-179 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 179 - Endkampf und Wendung. Das stolze Urwesen Satanas kommt wieder – Cado bleibt fest. Gleichnis vom rettenden Lotsen.


1. Miklosch berichtet weiter: „Spricht Cado: ,Aber Holdeste, warum verlangst du denn etwas von mir, das ich nicht tun kann, weil du es von mir verlangst! O du unverbesserliche Krone der Unendlichkeit! Nun musst du ohne Erbarmen auch den letzten Schritt tun, den ich sonst unfehlbar getan hätte! – Ich bitte dich um deines eigenen, höchsten Vorteils wegen, verlange für die Folge nichts mehr von mir. Sieh, nur einen Schritt noch, und die ganze Unendlichkeit ist gerettet und befreit vom härtesten Joche eines ewigen Gerichts! Und du sollst als das glücklichste Wesen leuchten mit dem Licht aller Sonnen, die der unendliche Raum fasst!‘

2. Spricht Minerva: ,Ja, ja, das könnte wohl sein – wenn ich nur so dumm sein könnte, das zu tun, was dir beliebt! Aber diese Dummheit fehlt mir, und das ist sehr traurig für deine glänzenden Aussichten für mich. Es fehlt freilich nur mehr ein einziger, kleiner Schritt. Aber so ich ihn aus freiestem Wollen heraus nicht machen will und jeder deiner Beredungen Hohn ins Angesicht lachen werde – durch welches Mittel wirst du mich dann zwingen? Äusserlich ja, aber innerlich ewig nimmer!!

3. Denn wisse, ich bin ein Wesen, aus dem die Unendlichkeit alle ihre Wesen hat. Ich bin ein Wesen der Wesen – die ganz gleiche negative Machtpolarität, wie da die Urgottheit die positive ist! Ich bin der endlos grosse Boden, auf dem die Urgottheit ihre Werke erbaut! – Und, fasse das wohl, du unendliches Nichts vor mir – du willst mich durch einige elende Worte dir, dem nichtigsten Staub untertänig machen und mich etwa bestechen durch deine endlos dummen Schmeicheleien, mich, das vollendetste Wesen der ganzen Unendlichkeit! – O du elender Dummkopf! Wohl sehe ich dich beben vor Wollust und erkenne deine grosse Gier nach dem Vollgenuss meiner Umarmung. Aber mache dir ja keine schmutzigen Gedanken, so du diesen letzten Schritt für meine Gunst nicht wagen willst! Ich mache keinen Schritt mehr – mein festester Wille!!‘

4. Spricht Cado: ,Oh, schau, schau, wie gescheit du nun auf einmal bist! Du willst mich eine Ewigkeit auf diesen letzten Schritt harren lassen? Ich wünsche dir selbst dazu recht viel Geduld, denn meiner Geduld wirst du nie Meisterin werden! Was macht es mir? Der eine Schritt hindert wenig! Aus meinem Wollen heraus kann ich mit dir tun, was mir immer beliebt. Und somit brauche ich eigentlich nichts mehr, was da meinen Vorteil betrifft. Daher verharre du, so es dir beliebt, nur immerhin, ich werde dadurch gar nichts verlieren. In meinen Händen habe ich dich einmal. In einen Drachen kannst du dich auch nicht mehr verwandeln, und so ist es mir eigentlich lieber, wenn du so bleibst. Juchhe, das wird ein wahrhaft lustiges Leben werden! Minerva, das hast du gut gemacht!‘

5. Spricht Minerva ganz verdutzt über solche Verwandlung des Cado: ,Das hätte ich nie geglaubt, dass du ein so feiner Halunke bist! Aber traue dir nicht zuviel zu! Wenn ich nur die verdammte Liebe zu dir loswerden könnte, ginge die Sache gleich anders. Aber gerade du musst meine Schwäche durchschauen. Nein, das halte ich nicht aus! Verflucht sei, der dich gebildet hat! Aber warte nur, du sollst an mir noch deinen Satan kennenlernen!!‘

6. Spricht Cado ganz phlegmatisch: ,Oh, das macht nichts! Ich habe dich einmal und damit die reizendste Schönheit, die sich nicht mehr verhässlichen kann; und das genügt einem Cado vollkommen! Übrigens bleibt es dir deshalb nicht verwehrt, den verlangten letzten Schritt zu tun. Wenn es dir also langweilig genug wird, wirst du meinem Verlangen wohl von selbst nachkommen. Bis dahin aber nur juchhe, denn ich habe dich, meine holdeste Minerva!‘“

7. Miklosch in seinem Bericht fortfahrend: ,Minerva möchte nun zerbersten vor Zorn. Sie möchte sich überaus gerne in ein scheussliches Wesen verwandeln, aber es geht nicht. Sie bemüht sich zu fliehen, aber ihre Füsse sind wie an den Boden geheftet, nur gegen Cado hin kann sie den Fuss erheben. Sind das aber wohlgeformte Füsse! Wahrhaftig, dem Cado alle Achtung! Wie er solch einer allerreizend üppigen Schönheit gegenüber, die er nun ganz in seiner Gewalt hat, solche Mässigung beachten kann! Da gehört mehr dazu, als was ich bis jetzt begreife. Vor dieser Schönheit sich wenigstens kalt zu zeigen – allen Respekt!

8. Wie sich die Minerva nun zornig stellt, und den armen Cado verächtlich anstarrt! Sie bemüht sich, ihr schönes Gesicht zu verzerren. Aber je mehr sie es tut, desto interessanter wird es. Und Cado sagt auch zu ihr: ,Holdeste, gib dir keine Mühe! Denn je mehr du dein Gesicht verziehst, desto anziehender wirst du für mich! Du bist wahrlich eine Göttin!‘

9. Spricht Minerva beinahe weinend vor Zorn: ,O du verfluchtes Leben, wenn es sich so zu gestalten beginnt! Bin ich denn keine Herrin, keine Fürstin aller Fürstinnen mehr? Muss ich mich von solch einem dümmsten Esel verspotten lassen? Kann ich denn nicht zurück, nicht dich auf ewig verlassen? Du hast doch früher mir zugestanden, dass ich zurück kann, wann und wie ich will!‘

10. Spricht Cado: ,Mit dieser Verheissung ist es so lange nichts, als du nicht völlig in meinen Willen eingehen wirst. Denn du bist und bleibst so lange im Gericht, als du deines eigenen Starrsinns Sklavin bleibst. Siehe, so jemand in einer grossen Gefahr weilt und ein bewanderter Lotse ihm Hilfe bietet – er sie aber nicht ergreifen will, obschon er sich selbst nicht helfen kann – so bleibt er auch so lange Sklave der Gefahr, in der er sich befindet, als er sich der angebotenen Hilfe des Lotsen nicht bedient hat.

11. So ist es auch mit dir der Fall! Ich reiche dir hier meine hilfreiche Hand, um dich von einer grässlichen Gefahr wegzubringen und dich dann in vollste Freiheit zu versetzen. Du aber verschmähst meine Hilfe. Deine allen Zweckes bare, hochmütige Tollheit treibt dich an, alles zu unternehmen, was deinen Untergang früher oder später wird herbeiführen müssen. Darum kannst du auch jetzt nicht mehr zurück, sondern musst hier auf dieser Klippe verweilen. Und so ich dich nicht bewahrte vor dem Untergang und hielte die Wogen zurück, die dich sonst schon lange weggespült hätten, wo wärst du nun?

12. Mir, wie gesagt, kommst du nimmer aus, und du kannst dich nicht um ein Haarbreit von mir entfernen! Was willst du dann fürder tun als die reinste Sklavin meines Willens?! Wirst du mir wohl ewig Trotz zu bieten imstande sein?‘“


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