RBLUM-176

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-176 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 176 - Cado erhält stärkeren Engelsschutz. – Minervas Gegenvorschläge. Die Hölle zeigt neue Schreckensmienen.


1. Miklosch berichtet weiter: „Nun begeben sich aber auch unser Freund Robert-Uraniel und sein Gefährte Sahariel unvermerkt auf den Hügel zu Cado hin, der ihrer aber nicht ansichtig wird.

2. Auch die Schein-Minerva scheint die Ortsveränderung der beiden nicht zu merken. Sie mustert hin und her, aber Cado steht wie eine Mauer auf seiner Hut. Dies scheint der Minerva nicht zuzusagen, daher sie immer auf den Boden starrt und nachdenkt, was sie nun tun soll. Sie schneidet allerlei Gesichter, bald ein ernstes, bald ein freundliches, bald ein weises, nun wieder ein herrisches; aber überall schaut der alte, heimliche Sünder heraus.

3. Die Geschichte scheint Cado langweilig zu werden. Er räuspert sich kräftig und fragt Minerva: ,Nun, Holdeste, ich habe ein ziemliches Weilchen geharrt, aber es kommt von deiner Seite zu keinem Entschluss, noch zu irgendeiner Tat nach meinem Wunsch! Ich gebe dir noch eine kurze Bedenkzeit. Wird diese zu nichts führen, dann sollst du meine Fertigkeit im Gebrauch der Wurfschlinge zu bewundern bekommen! Seit deinem Sein hast du aus den Myriaden der von dir verführten Geister noch keinen gefunden, der dir ein Meister gewesen wäre. Sie alle waren deiner List nicht gewachsen, aber an mir wirst du dich verdammt verrechnen! Ich sage dir wiederholt: Mich fängst du nicht! Ein Cado macht sich aus Gott, Tod und Teufel nichts, und Himmel und Hölle sind ihm einerlei. Der Cado steht unter keinem Kommando! Was er tun will, das wird er auch tun, weil er es kann! Daher entschliesse dich sogleich, sonst fliegt die Schlinge an deinen herrlichen Nacken!‘

4. Spricht Minerva: ,Aber lieber Cado, sei doch ein wenig manierlicher! Ich kann ja doch nicht so urplötzlich aus meinen alten, üblen Gewohnheiten heraushüpfen. Ich glaube, wenn du deinem Heldentum ein wenig mehr Geduld hinzufügst, wird dir das auch nicht schaden. Dass ich dem Schein nach nicht sogleich auf dein Begehren einging, hat seinen Grund! Denn auch mir muss es zustehen, den zu erproben, mit dem ich, der ganzen Unendlichkeit grösste Schönheit, mich verbinden möchte. Wenn ich an dir kein Wohlgefallen hätte, hätte ich mich schon lange von dir entfernt. Aber dein höchst sonderbares Wesen fesselt mich mit zauberischer Gewalt. Und ich lasse mir von dir Dinge sagen, die ich mir selbst von der Gottheit noch nie habe gefallen lassen. Bist du damit noch nicht zufrieden?‘

5. Spricht Cado: ,Herrlichste der Schöpfungen Gottes, ich liebe dich unendlich. Um dir gegenüber nicht unartig zu sein, will ich noch einige Augenblicke zuwarten. Aber länger wolle du meine Geduld nicht erproben!‘

6. Minerva lächelt nun und wirft ihre zerbrochene Lanze in das beruhigte Glutmeer, auf dem noch immer zahllose breitgeschlagene Geister liegen und dessen Wogen niederhalten.

7. Als die Lanze von dem Meer verzehrt ist – was Cado für ein günstiges Zeichen zu halten scheint – erheben sich auf einmal aus dem Glühpfuhl eine Menge schrecklichst aussehender Gestalten und umlagern die Minerva. Einer, der die Gestalt aller Drachen und furchtbarsten Bestien in sich vereinigt, donnert Minerva mit Tigergebrüll zu:

8. ,Elendste! Ist das dein Dank für die Trillionen Dienste, die wir dir Ewigkeiten hindurch geleistet haben. Dir zuliebe scheuten wir kein Opfer, keine Mühe und selbst die ungeheuersten Schmerzen und Qualen nicht, um uns endlich deiner uns so oft versprochenen Liebe zu versichern. Dankst du uns damit, dass du uns aus Liebe zu einem neuen Teufel, der kaum erst die Nase in die Hölle gesteckt hat, schmählichst verlassen willst? – Nein, nimmermehr wirst du uns das tun! Eher zerstören wir dich, die Hölle und alle Himmel, bevor du einen Schritt von dieser Stelle tust! Siehe, unsere Diener bändigen dieses Meer und leiden entsetzliche Qual, damit du als Gebieterin ruhig darauf wandeln kannst! Und du willst uns verlassen und nimmer jene Lust gewähren, die du uns so oft verheissen hast? O wage es nur, du elendeste Hure, dir soll dafür ein Lohn werden, von dem selbst die Phantasiefülle der Gottheit nie etwas geträumt hat! Rede nun, was wirst du tun? Sieh nur hinauf, wie dein Held den Mut sinken lässt und sich nach allen Seiten umsieht, ob es nicht irgendwo ein Loch zum Durchgehen gäbe! – O rufe ihn dir zur Hilfe, rufe ihn! Warum rufst du ihn nicht, deinen Erwählten?‘

9. Minerva scheint vor Schande, Zorn und Wut vergehen zu wollen. Sie bebt am ganzen Leibe und scheint vor lauter Grimmfieber keines Wortes fähig zu sein. Cado aber gebärdet sich noch grimmiger und scheint in sich zu beraten, was er nun tun soll. Diese grässlichsten Giganten flössen ihm denn doch Respekt ein, und zugleich erfährt er ein Zeugnis über Minerva, das ihn über deren Treue und Liebe sehr bange macht. Deshalb ist er auch unschlüssig, was er jetzt tun soll. Aber Minerva macht so sehnsüchtige Blicke, dass er sich von ihr nicht trennen mag. Er fängt daher an, seine Steine zu mustern und zu ordnen.

10. Nach einer kleinen Weile richtet sich Cado auf und sagt zu den grässlichen Unholden: ,Eure Macht und eure Trugkunst kenne ich, sie ist nicht euer Werk! Ihr für euch selbst seid nur leere Schemen und pure Phantasiegebilde dieser einen, der ihr eine nichtigste Scheindrohung macht. Wäret ihr wirkliche Wesen, so möchte ich euch sogar belohnen für einen Dienst, den ihr mir nun geleistet habt. Denn durch euer Benehmen und eure Worte wurde ich mit ihrem Charakter näher vertraut, und das ist für mich von grösster Wichtigkeit. – Zerreisst sie, so ihr es könnt! Ich könnte es tun, aber ich will es nicht, weil sie solch einer Mühe von meiner Seite aus gar nicht wert ist.

11. Satana, wenn dir noch ein Pröbchen ähnlicher Art auszuführen möglich ist, so tue es nur! Dabei bekomme ich desto mehr Gelegenheit, dich durch und durch kennenzulernen. Mit euch, ihr Schemen, aber werde ich nun im Namen Gottes, Jesu des Gekreuzigten, sogleich fertig werden! Seht diesen Stein an, er ist bezeichnet mit dem Gottnamen Jesus nebst drei Kreuzen! Dieser Stein wird zeigen, wessen Geistes ihr seid!‘

12. Hier hebt Cado einen Stein vom Boden und fängt an, ihn zu einem kräftigen Wurfe zu schwingen. – Minerva aber schreit ängstlich auf: ,Cado, um alles, was dir heilig ist, tue das nicht! Du bist im selben Augenblick für ewig verloren, in dem der Stein deine Faust verlässt. Die Macht dieser Geister, die du irrig für Ausgeburten meiner Phantasie hältst, ist unbändig. Was sie ergreifen, entreisst ihnen keines Gottes Macht mehr. Verhalte dich ruhig! Vielleicht gelingt es mir, sie zu beschwichtigen und dann meine Befreiung mit dir ins Werk zu setzen!‘

13. Cado, der jetzt dem geheimen Einfluss der hinter ihm stehenden beiden Schutzgeister mehr und mehr ausgesetzt ist, spricht ernstlich: ,Deine Worte sind wie Seifenblasen, es ist keine Wahrheit in ihnen. Du bist eine Lügnerin von jeher gewesen, hast aber dadurch niemandem mehr geschadet als gerade dir selbst. Darum sei versichert, dass ich nur das tun werde, was du mir am meisten widerraten wirst! Daher im Namen meines Gottes, meines Heilandes Jesus!‘

14. Hier wirft Cado den Stein dem ersten grossen Unhold an dessen Drachenkopf. Ein fürchterlicher Knall wie aus tausend Kanonen geschieht, als der Stein den Kopf des Unholds berührt. Alles bis auf Minerva verschwindet, die nun bebend auf einem Sandhaufen ganz nackt steht und sich vor Cado zu verbergen sucht, was ihr aber nicht gelingt.

15. Cado aber fragt sie: ,Nun, Holde, wie siehst du nun aus! Wo ist die mir angedrohte Gefahr? Und wo die drohenden Machtgeister, die ehedem Himmel, Hölle, Gott und alle Erde zerstören und dich der Untreue wegen züchtigen wollten? Wo sind sie nun? – Sieh, es tut sich nimmer mit deiner Kunst! Du kommst mir nicht mehr aus! Ein anderer würde dich züchtigen nach Gebühr, aber ich vergebe dir alles. Nur folgen musst du mir, sonst gebrauche ich eine Gewalt, der du keinen Widerstand wirst leisten können. Sieh, du bist verlassen von allem, was dir je irgendeinen Schein von Macht verliehen hat. Nichts hast du ausser mich und deine unbeschreibliche Formen-Schönheit. Lehne dich daher festwillig an mich, und ich werde dich einen rechten Weg führen, einen Weg der wahren Liebe zu dir. Aber frei musst du mir folgen!‘

16. Spricht die tief beschämte Schein-Minerva. „Ja, ja, ich will, ich muss dir folgen! – Aber nur einen Schritt näher tue zu mir, wenn du wirklich Liebe zu mir in deinem Herzen hegst. Da ich mich dir nun schon über tausend Schritte genähert habe, könntest du doch einen Schritt näher zu mir her wagen!‘

17. Spricht Cado: ,Du weisst ja, dass ich einer bin, der auch nicht um ein Haar mit sich handeln lässt und nie deinem Verlangen eher folgen wird, als bis du dich auf dem Standpunkt völliger Umwandlung deiner urbösen und ungetreuesten Gesinnung befinden wirst. Daher unterlass für die Folge alle Forderungen an mich. Ich bin böser als du, obschon deine Urbosheit die Unendlichkeit mit dem härtesten Gericht erfüllen könnte. Aber da zu deiner Wiedergewinnung aller Engel Mühe an deinem unbeugsamen Starrsinn scheiterte, muss dich ein Teufel der Teufel dahin wiederbringen, von wo du ausgegangen bist. Aber dieser Teufel ist kein Teufel deiner Art, sondern einer ganz andern Art! Seine Macht hat er von oben, aber sein Wesen gehört der Hölle an. Du allein bist sein Lohn, den er aber verschmähen wird, so er ihm nicht frei, sondern gezwungen zuteil wird. Darum folge mir!‘“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-176 Kapitel