RBLUM-175

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-175 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 175 - Minervas Bedingungen der Ergebung – Cados Erwiderung.


1. Miklosch berichtet weiter: „Nach einer Weile richtet Minerva ihr Angesicht wieder gegen Cado und sagt: ,Freund, ich muss dir offen gestehen, dass du mich sehr interessierst. Es liegt in deiner schönen Gestalt wie auch in deinen Worten mehr Geist und Wahrheit, als du selbst noch ahnst. Aber ich kann deiner Rede nicht eher Gehör bieten, bis die von mir geschaffene Erzhure des neuen Babel vollends gestürzt ist. Ich habe sie aufgerichtet zu einer Feuerprobe für alle, die auf den mir widrigsten Namen getauft wurden, und wollte der Gottheit nur beweisen, dass auch ihre Lehre in ein abgefeimt tollstes Heidentum umgestaltet werden kann. Scheinbar ist mein Werk gelungen, und die neuen Babylonier wissen sich nun vor Nacht und Grauen nicht mehr zu helfen. Sie haben allen Geist verloren. Vom Christentum ist keine Spur mehr zu entdecken. Sie haben nur noch ein morsches Gerippe und erwürgen sich der toten Haut wegen, in der schon seit nahe einem vollen Jahrtausend kein Leib und noch weniger eine Seele samt ihrem Geist sich befindet. Aber das muss so geschehen: Meine Greuel müssen durch aus sich gezeugte neue Greuel vernichtet und die Menschheit in eine neue Pflanzschule versetzt werden. Wenn solches bewerkstelligt ist, dann sollst du mir unter die Arme greifen, und ich werde mit dir eines Sinnes sein ewig!‘

2. Spricht Cado: ,Holdestes und schönstes Weib der ganzen Schöpfung Gottes, mache mir keine so schweren Bedingungen, deren Erfüllung wahrlich nicht abzusehen ist! Lasse das hundemässige Neu-Babel! Lasse die Gottheit allein walten, der es ein leichtes sein wird, alle von dir angelegten Krummwege zu ebnen! Du aber folge mir und werde fortan glücklich! Gedenke nicht mehr dessen, was du warst, sondern vielmehr, wie glücklich du wieder werden kannst! Und wie glücklich ich sein werde an deiner Seite und mit uns zahllose Myriaden in Anschauung deiner unendlichen Schönheit! Denke dir meinen Schmerz, so ich dich verachten müsste deines tollen Starrsinns wegen. Ich bitte dich, du unbeschreiblich Schönste, folge meinem Rat! Bei der Allmacht der Gottheit schwöre ich dir, dass du von mir nicht hintergangen wirst! Du Zentralsonne alles Lichtes, verlasse deinen Wagen, wirf Zepter und Lanze von dir und ziehe an den herrlichen Schild der Liebe! Komm an meine Brust, und du sollst für alles Ungemach, das dir je begegnet ist, die reichlichste Entschädigung finden! Mit deiner Scheinmacht wirst du mich nie besiegen, aber mit der Liebe wirst du mich zum Sklaven deines Herzens machen!‘

3. Spricht Minerva: ,Cado, Cado! Du wagst mit mir ein gefährliches Spiel! Was wirst du tun, so dich der eifersüchtige Himmel meinetwegen auf das härteste verfolgen wird? Blicke auf, und du wirst sehen, wie ich von zahllosen Milliarden in meiner Unterredung mit dir belauscht werde! Meine mit nichts zu vergleichende Schönheit ist ja eben mein ewiges Unglück. Ich sollte nur Einen lieben, für den aber in meinem Herzen keine Liebe thront. Will ich aber meine Liebe jemand anderem zuwenden, dann ist aller Himmel voll Zorn und Rache gegen mich und den, dem ich mein Herz zuwende. Möglich, dass es dir vielleicht gelingt. Aber wehe dir und mir, wenn es dir nicht gelingen sollte!‘

4. Spricht Cado: ,Du hast in Hinsicht der Milliarden himmlischer Belauscher wohl recht. Ich ersehe sie nun auch, aber ich erkenne in ihnen Freunde und keine Feinde. Siehe, sie alle winken mir Beifall zu! Sollte aber ihre Freundlichkeit eine Kriegslist sein, so werden sie es mit mir zu tun bekommen. Kurz, ich lasse nimmer ab von dir! Du bist mein, und keine böse Macht soll dich mir nehmen. Denn auch ich bin unzerstörbar und bin mächtig aus Gott – und aus keinem Teufel, der ich selbst einer bin!‘

5. Spricht Minerva: ,Cado, Cado! Reize die Götter nicht, denn du bist nur ein schwacher Mensch! Sieh, die da oben werden mich bald in ein hässliches Kleid werfen, was wirst du dann sagen?‘

6. Spricht Cado: ,Nein, nein, sieh hinauf! Alle geben mir Zeugnis, dass sie solch einer Tat unfähig sind! Alle haben eine Freude, dass du in deiner urwahrsten Gestalt so lange verharrst und sie Gelegenheit haben, die erste ,Urschönheit‘, den ersten ,Grundgedanken alles Seins aus Gott‘ anzustaunen. O ,Lichtträgerin‘ alles dessen, was der geschaffene Geist schön nennen kann, mache keine Bedingung mehr und komme! Mein Inneres sagt mir, dass auf deine Rückkehr alle Himmel schon Zeitenläufe vergeblich harrten und sich sehnten, dich als die Krone endlicher Vollendung aller Dinge und Wesen die Ihrige nennen zu können. Lass erweichen dein Herz und geniesse an meiner Seite höchste Seligkeiten! Fühle einmal auch die Wonne, für die du – als erste, grösste und vollendetste Idee aus Gott – bestimmt warst und noch bist!‘

7. Minerva sieht Cado nun recht freundlich, aber doch noch mit Herrscheraugen an und sagt: ,Cado, hast du dir im Ernst vorgenommen, mich schwach zu machen? Oh, hoffe nicht zu voreilig! Denn mächtigste, grösste Geister haben sich an mir versucht und sind am Ende mit Spott und Schande unverrichtet abgezogen. Wie kann es dir einfallen, mich zu gewinnen für dein Herz und am Ende gar für die mir über alles verhassten Himmel, die ich besser kenne als du armer, blinder Teufel! Jedes Wesen muss sich selbst treu bleiben! Es muss entweder vollkommen ein starker Teufel sein oder umgekehrt ein dummer Himmelsbote. Aber wenn ein Teufel wie du zugleich auch eine Art Engel sein will, der muss mir widrig werden, obschon er sonstige Eigenschaften besitzt, vor denen ich eine gerechte Achtung habe. Mein lieber Cado, so du mein Herz gewinnen willst, musst du es anders anfangen! Wahrlich, ich bin dir nicht abgeneigt. Willst du mich aber gewinnen, so musst du mir folgen und zu mir kommen, aber nicht verlangen, dass ich das tue!‘

8. Spricht Cado: ,Aber Herrlichste, ich will dich ja nur für mich selbst gewinnen! Ob sich die Himmel darüber freuen oder ärgern, ist mir gleich. Ich will ja nur dich und nicht die dir verhassten Himmel und beharre für ewig bei diesem Verlangen! Aber den mächtigsten Himmeln trotzen werde ich auch deinetwegen nicht, obschon ich dich mehr liebe als alle Schätze der Unendlichkeit!

9. Siehe, ich halte ein jedes Wesen, dich nicht ausgenommen, für höchst dumm, das mehr tun will als es vermag. Überaus dumm aber ist ein Wesen, das selbst die bittersten, endlos vielen Erfahrungen nicht klüger zu machen imstande sind. Was wohl hast du gewonnen durch deinen unbeugsamen Starrsinn? Bist du dadurch mächtiger oder reicher oder schöner geworden? Oder waren dir die dezillionenfachen Züchtigungen, derer du teilhaftig wurdest, eine Wollust? Da gleichst du jenen eselhaften Völkerbeherrschern, die lieber ihr ganzes Reich zugrunde richten, als sich in ihrer Dummheit von einem niederen Weisen etwas raten zu lassen.

10. Du zwar schönstes, aber dabei auch allerdümmstes Weib – wenn ich dich besiegen wollte, da brauchte ich ja nicht ein Wort mit dir zu verlieren, denn da genügten diese Steine! Und da sieh eine neue Waffe! Es ist eine Wurfschlinge, mit der ich umzugehen verstehe. Ich brauche sie nur nach dir zu werfen, und kein Teufel und Gott deines Masses befreit dich mehr aus meiner Macht! Aber ich selbst will dich nicht fangen und nötigen, sondern alles dir selbst überlassen, damit der Sieg über dich nicht mein, sondern allein dein freies Werk sei!

11. Meinst du denn, dass ich Freude hätte, so du mir zu eigen würdest durch meine Macht über dich? So du aber meine wohlgemeinten Worte beherzigst, dich selbst besiegst und dich mir gibst zur ewig treuen Gefährtin, bist du für mich eine Unendlichkeit aller Seligkeiten! – Was wirst du nun tun? Lichtträgerin, um deiner endlosen Schönheit willen bitte ich dich: ermanne dich und lass ab von deinem Starrsinn! Du kommst mir ewig nimmer aus. Denn richte ich mit dir nichts aus durch meine Liebe, so werde ich Gewalt gebrauchen und dich so an mich ketten!‘

12. Spricht Minerva: ,Aber lieber Freund, warum soll denn gerade ich mich besiegen und mich dir ergeben? Kannst du nicht dasselbe tun? Denn ich dürfte für dich doch wohl mehr Anlockendes haben als du für mich. Zudem wäre es ordnungsmässiger, dass der Bräutigam zur Braut hinginge als die Braut zu ihm!‘

13. Spricht Cado: ,Allerdings! Ich wäre auch schon lange bei dir, so der Boden, auf dem du stehst, ein anderer wäre. Ich verstehe mich aber nicht, auf solch einem Boden zu wandeln. Dich aber trägt jeder Boden, und so kannst du wohl eher zu mir kommen als ich zu dir!‘

14. Spricht Minerva: ,Was wirst du aber mit mir machen, wenn ich zu dir komme?‘ – Spricht Cado: ,Törichte Frage! Lieben und glücklich machen werde ich dich, und aus diesem Hügel ein neues Paradies gestalten der Gottheit zur Ehre, die mich mit Kraft versieht!‘

15. Spricht Minerva: ,In einem Paradies bin ich schon einmal schändlich hintergangen worden! Mein Adam, deiner Erde Erstling, hat mich auf eine Art betrogen, dass ich mir's für die ganze Ewigkeit merke! Noch auf keinem Weltkörper ist es der Gottheit gelungen, mich so hinters Licht zu führen als eben auf dieser Erde. Und daran war das schmähliche Paradies schuld. Ich bin da zum erstenmal der Gottheit aufgesessen und geniesse nun über 6000 Jahre lang die elendsten Früchte davon! Daher komm du mir mit keinem Paradies, so du mich im Ernst für dich stimmen willst! Aber ich mache dir einen Vorschlag – wenn du diesen annimmst, dann bin ich die Deine für ewig!

16. Der Vorschlag aber lautet: Gelobe mir, den Namen Jesus, daran ich fast ersticke, nimmer auszusprechen! Und wirf alle Steine von dir und die Schlinge auch, so soll dir dafür mein Herz zum Lohn werden. Tue das, und ich bin dein für ewig und werde dir allein leben!‘

17. Spricht Cado: ,Meine reizendste Minerva! Jesus oder kein Jesus, das wäre mir ein Ding. Und die Steine und diese Götterschlinge, ich könnte deiner auch ohne ihre Hilfe Herr sein. Aber da du zu allen Zeiten die grösste Künstlerin im Lügen und Sitzenlassen warst und sicher noch bist, so kann ich keinen Vorschlag annehmen, bis du den von mir gemachten annehmen wirst. Aber bald, denn ich merke, dass die himmlischen Zeugen über uns unruhig werden! Entschliesse dich rasch, denn meine Geduld geht nun auch zu Ende!‘“

18. Miklosch fortfahrend: „Minervas Gesicht wird nun finsterer und herrschsüchtiger. Sie sinnt nach Widersätzen, aber es scheint ihr kein rechter einfallen zu wollen. Sie möchte sich vor heimlicher Wut in ihre eigenen Lippen beissen, wenn sie sich nicht vor Cado scheute. Wahrlich komisch anzusehen, wie sich die Erfinderin des Hochmuts und der Lüge alle erdenkliche Mühe gibt, dem Cado keine Schwäche zu verraten. Aber dieser lässt sie nun keinen Augenblick aus den Augen und hält die Wurfschlinge schon in Bereitschaft. – Nein, da bin ich wahrlich neugierig, was nun die Satana für ein Manöver ausführen wird!‘“


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