RBLUM-173

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-173 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 173 - Cado und Minerva im Zwiegespräch. Schreckensproben der Höllenfürstin. – Cados wahrer Stein der Weisen. Gott Jesus ist Sieger! Sein Name ist der Hölle ein Greuel.


1. Miklosch berichtet weiter: „Spricht die Minerva: ,Aber Cado, für so unverschämt grob hätte ich dich wahrlich nicht gehalten. Zwar haben mir ein paar Favoritinnen meines Hofes erzählt, welch ein roher Schroll du sein sollst, doch ich nahm ihre Aussagen nicht gleich als bare Münze. Aber da ich mich nun von deiner höchst ungebildeten Weise, mit hohen Geistern zu verkehren, selbst überzeugt habe – bin ich genötigt, mit dir in einem andern Tone zu reden. – Zuerst sollst du einer kleinen Strafvollstreckung zusehen und daraus entnehmen, wie ich mit Geistern deiner Art umzugehen pflege. Sollte dich dieser Anblick noch nicht mürbe machen, so werde ich dann auch dich meine Schärfe verkosten lassen, weil dir meine Herablassung nicht gefallen will!‘

2. Minerva winkt, und augenblicklich werden von schrecklich aussehenden Teufeln eine Menge Marterwerkzeuge herbeigeschafft und im weiten Kreise um Minerva aufgestellt. Dann werden von noch grässlicheren Teufeln eine Menge noch ganz menschlich aussehender, allerärmster Delinquententeufel aus der schauderhaften Grotte herbeigeschleppt. Diese heulen furchtbar und viele winden sich aus tiefster Verzweiflung bittend vor Minerva, dass sie ihrer schonen möchte. Aber sie winkt stumm den vor Martergier ordentlich glühenden Teufeln, und diese ergreifen mit wilder Hast ihre Opfer und beginnen sie auf das unbeschreiblichste zu martern.

3. Ah, das ist doch der grässlichste Anblick! Wenn diese Teufel so wie wir schmerzfähig sind, ist das etwas, worüber selbst der weiseste Cherub verstummen muss. Das Martern geht nur langsam und planmässig vor sich. O Herr, du ewige Liebe, erbarme dich dieser unglückseligsten Teufel und lasse den armen Cado nicht in vollste Verzweiflung übergehen! Ich höre von ihm nichts mehr als: ,O Gott, o Gott, o Gott! Wo bist Du? Ist es denn möglich, dass Du so etwas ruhig ansehen kannst? Ich bin verloren, verloren!‘ Er fällt wie ohnmächtig zusammen.

4. Jetzt ruft Minerva dem Cado höhnisch zu: ,Nun, du tapferster Held, wo ist denn jetzt dein Mut und Starrsinn? Beliebt es dir, mir etwa noch länger trotzen zu wollen? – Versuche es doch, und ich werde dir sogleich meine Kraft zeigen. Wie gefällt dir dies kleine Pröbchen, das ich vor deinen Augen aufführen lasse? Nicht wahr, die Sache macht sich?‘

5. Cado aber springt plötzlich wie neu gestärkt auf und heult der Minerva zu: ,Satan! Grund alles Bösen! Was haben diese verschuldet, dass du sie so quälen lässt? Wenn dir nur ein Funke Weisheit innewohnt, so forsche in dir dem Grund nach und gib ihn mir kund! So er mich befriedigt, dann will ich dich anbeten! Rede, oder ich zerreisse dich in Atome!‘ – Hier bricht Minerva in ein gellendes Gelächter aus und ruft: ,O du elendester Wurm, du wagst es noch, bei all dem Geschehenen mich als die Herrin der Unendlichkeit förmlich um Rechenschaft anzuheulen! Warte, es soll dir sogleich die verheissene Züchtigung zukommen! Diese wird dir sagen, aus welchem Grunde die Allmacht so manches zu tun pflegt nach ihrer Laune, ohne ein geschaffenes Wesen zuvor um Genehmigung anzubetteln.‘

6. Nun winkt Minerva ihren Büttelteufeln, Cado zu ergreifen. Sogleich springt eine Menge grimmigster Teufel auf ihn zu, um ihn zur Martermaschine zu schleppen. Aber da sehe man den Cado an! Nein, eine solche Kraft hätte ich in ihm nicht gesucht! Im Augenblick wirft er allergewaltigst einen Stein unter sie, dass sie wie durch einen Zauber auseinanderstieben, als wäre ein gewaltiger Blitz unter sie gefahren. Keiner scheint mehr Lust zu haben, einen wiederholten Angriff zu wagen.

7. Als Cado ersieht, dass ihm der mit Deinem Namen, o Herr, bezeichnete Stein einen so gründlichen Dienst geleistet hat, legt er die Hände auf seine Brust und sagt: ,Nicht mehr du Judenprophet Jesus, sondern Du – Gott Jesus! Du hast mir geholfen! Dir sei all mein Dank und alle meine Achtung auch aus der Hölle, in der ich mich befinde!‘“

8. Miklosch fortfahrend: „Überaus merkwürdig ist es, dass beim Nennen Deines allerheiligsten Namens sämtliche Teufel samt Minerva wie von einer Million Blitze zu Boden geschmettert worden sind und keine Lust mehr zeigen, sich wieder zu erheben.

9. Cado aber fragt nun die zusammengekauerte Minerva: ,Nun, du holdeste Beherrscherin der Unendlichkeit, wie geht es dir jetzt? Mir scheint, du bist ein wenig angegriffen? Möchtest du dich nicht ein wenig näher zu mir begeben? Vielleicht könnte ich dir helfen mit noch so einem Stein der Weisen!‘

10. Minerva richtet sich nun wieder auf, findet aber zu ihrem Leidwesen, dass ihre Lanze gebrochen und ihr Zepter beschädigt ist. Sie betrachtet ihre Herrschaftsabzeichen eine Weile und sagt: ,Das ist sehr übel für meine Herrschaft! Denn es sprach einst das mächtige Fatum zu mir: ,Minerva, du weiseste und mächtigste Königin über alle Sterne! So es je geschehen sollte, dass dir deine Lanze gebrochen und dein Zepter beschädigt würde, dann wird es mit deiner Herrschaft ein baldiges Ende nehmen, und du wirst verabscheut werden ärger als ein Aas!‘ – Ja, das unerbittliche Fatum hat wahr gesprochen! Kein Engel der Himmel konnte je meine Macht brechen. Aber einem niedrigsten Teufel, der doch bei aller Bosheit ein dümmster Teufel war, wurde es vorbehalten, dass er mich stürze!‘

11. Nach diesem Selbstgespräch wendet sie sich an Cado: ,Dümmster aller Teufel, wie ist dir nun, da du mich so schmählich hintergangen hast? Wirst du nun als das Sinnbild rohester Dummheit die Welten, Sonnen und alle Elemente lenken? Wirst du sie aufhalten, so sie nun bald, da ich sie nicht mehr erhalten kann, über dich hereinstürzen? Meinst du, auch eine ganze Welt mit ihrer Schwere wird sich von deinen schmutzigsten Steinen im Fall aufhalten lassen?‘ – Spricht Cado: ,Wenn du als allmächtige Beherrscherin der Unendlichkeit dich vor meinen Steinen nicht schützen konntest, wie werden sich dann deine miserablen Werke vor ihnen schützen? Wer so eine saubere Gottheit wie dich besiegt, für den werden wohl ihre Werke auch nicht unbesiegbar sein. Kümmere dich dessen nicht! Da weiss es schon eine andere Gottheit als du, was sie aus deinen Werken machen wird. – Sage mir lieber, wie viele so arme Teufel hinter jener Grotte noch weilen, die du zu deinem Privatvergnügen auf das scheusslichste martern lassen willst? Und wie viele sind schon von jeher vielleicht noch ärger gequält worden? Sage mir die genaue Wahrheit, sonst sollst du von mir übel bedient werden!‘

12. Spricht Minerva: ,Sieh, du blinder Tor! Alles, was du hier sahst, war nichts als eine flüchtige Ausgeburt meiner Phantasie zur Probe deines Mutes. Ich allein bin eine Wirklichkeit alles andere war ja nur Schein und kein Sein. Daher hattest du mit dem Schein auch einen leichten Kampf zu bestehen. Wäre dir hier eine Wirklichkeit entgegengetreten, hätten dir deine Steine sicher keinen Sieg verliehen. Du hast nur einen Schein und keine Wirklichkeit besiegt!‘ – Hier denkt Minerva etwas nach und sagt nach einer Weile: ,Auf deine Frage kann ich dir daher auch keine Antwort geben – zumal auch mein gerechter Stolz nie zugeben könnte, dass ich mich mit so einem dümmsten Teufel in ein Weisheitsgespräch einlassen möchte. Verstehst du solches?‘

13. Spricht Cado spöttisch: ,Schau, schau, was du doch für ein kluges Tier bist! Also nur den Schein hätte ich besiegt durch den Gottnamen Jesus? Und doch sagtest du soeben von dir selbst, dass du eine allmächtige Wirklichkeit bist! Wenn ich mit meinem Stein bloss deine grausamsten Phantasiebilder besiegt hätte, wie kommt es dann, dass du dich in Wirklichkeit nun ganz gelähmt vor mir befindest? Rede nun und mache mir die Sache erklärlich!‘

14. Spricht Minerva: ,Das ist auch nur ein Scheinsieg, da ich mich nur so stelle, als wäre ich besiegt. Denn als Besiegte stünde ich nicht mit aller Entschlossenheit vor dir und wäre nicht bereit, mit dir noch zahllose Male den Kampf zu erneuern! Ich gebrauchte gegen dich reinstes Nichts dieses Scheingefecht nur aus Schonung für dein mir leider zu wohlgefälliges Wesen, welches mein Herz mit unverdienter Liebe gegen dich erfüllt. Besässe ich nicht diese zarte Rücksicht, so hätte ich ein paar allerschwächste Mückengeister über dich gesandt, die deine Macht in nichts verwandelt hätten. Wenn du mir aber viel Flausen machst, werde ich denn doch noch genötigt sein, dir mit der Wirklichkeit entgegenzukommen.‘

15. Spricht Cado: ,Hm, merkwürdig! Nein, du bist wirklich ein scharmantes Wesen. Schau, so viel Herzensgüte hätte ich bei dir nicht erwartet! Dass du überaus gut sein musst, haben mir ja deine Phantasiebilder hinreichend bewiesen. Ebenso deine schönen Ideen der Gottes-Entthronung, die du früher durch deine Hauptmacht ausführen wolltest, die nun unter dem Glutmeer begraben liegt. War etwa das auch leere Spiegelfechterei? – Der erste Empfang von Seite deiner Apostel war an mir wenigstens verdammt wirklich, was ich zu meiner Witzigung nur zu klar verspürt habe. Dieselben Apostel aber sind hernach in einer ungeheuer vermehrten Anzahl gegen die wahre, allmächtige Gottheit zu Felde gezogen, um höchstwahrscheinlich deinen uralten Plan auszuführen. Aber die allmächtige Gottheit war gleich so keck, die Feuerschleusen dieses Gebirges zu öffnen und begrub deine Hauptmacht unter den Wogen des Glühmeeres. Sage mir gütigst, ob das alles auch nur Schein war ohne alle Wirklichkeit?‘

16. Spricht Minerva mit zornverbissenen Lippen: ,Das war leider kein Schein! Dass es aber so ungünstig für mich ausfiel, daran ist leider dein dümmster Häuptling schuld. Denn ich habe es ihm tausendmal gesagt, dass es jetzt noch nicht an der Zeit sei. Aber er handelte eigenmächtig und hat nun den Lohn für seine wahnwitzige Tollkühnheit! Wann wird sich wieder so eine Gelegenheit darbieten?‘

17. Spricht Cado: ,Ich glaube, in alle Ewigkeit nimmer! Packe daher ein mit deinem dümmsten Plan. Gott ist und bleibt Gott ewig! Und du – ein allerdümmstes Wesen, schlecht und elend genug, so du diesen Plan nicht aufgeben wirst. Was für ein unsagbar schönes Wesen wärst du, wenn du nicht so bösdumm sein möchtest! Lege einmal dein uraltes, stets fruchtloses Handwerk, und nimm an den Willen der Allmacht, der du ewig nimmer zu widerstreben imstande bist! Ergib dich, du deiner Gestalt nach unbeschreiblich Herrliche, und ich selbst will dich mit einer Liebe umfassen, von der unter den geschaffenen Geistern die ganze Unendlichkeit kein Beispiel gesehen hat. Sonst muss ich dich trotz deiner höchsten Schönheit dennoch zutiefst verachten.‘

18. Spricht Minerva etwas weniger leidenschaftlich: ,Wüsstest du, was ich weiss, würdest du von deiner Gottheit anders reden. Aber dennoch hast du recht, dass du so zu mir redest, denn es ist wirklich so! Aber ich kann mich ewig nimmer ändern. Denn ändere ich mich, so ist im nächsten Augenblick ausser Gott und mir kein geschaffenes Wesen mehr in der ganzen Unendlichkeit, keine Sonne und keine Erde! Ich muss daher in der ewigen Qual stecken, auf dass die Geschöpfe aus mir in aller Seligkeit schwelgen können. Aber nun habe ich es satt, und es muss einmal anders werden!‘

19. Spricht Cado: ,O du arme Mutter der Unendlichkeit, komm her zu mir, ich werde dich zu unserm lieben Herrgott Jesus führen, nachher wird schon alles wieder gut werden!‘

20. Schreit Minerva: ,Nur diesen Namen nenne mir nimmer, sonst ist es gleich ganz aus mit uns beiden! Denn dieser Name ist mir ein Greuel!!‘“


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