RBLUM-172

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-172 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 172 - Cados irdische Lebensgeschichte – Weitere Herzenserprobung. Die höllische Minerva im Staatswagen. Cados geweihte Steine der Abwehr.


1. Miklosch fortfahrend: „Nun starrt er wieder trübsinnig vor sich hin und wirft dann einen Blick nach der entsetzlichen Grotte, aus deren Hintergrund stets gewaltigere Flammen emporschlagen, begleitet von unheimlichem Tosen und Stimmen, wie sie nur höchster Schmerz einem Gemarterten erpressen kann.

2. Dem Cado stehen die Haare zu Berge. In seiner Miene malt sich Furcht und Verzweiflung, und in seinem Inneren wird es zornglühend. Nun fasst er einen Stein und spricht mit bebender Stimme: ,O komm nur, du mir angesagte Minerva, du Urgrund alles Übels! Dieser Stein soll dir dein Gehirn messen, wieviel der grausamsten Weisheit doch darin vorhanden sei. Gott oder ein Teufel gebe mir Antwort: Wer sind die Gequälten, wer quält sie, und was ist ihre Schuld? – Keine Antwort? Auch aus der Hölle keine! Das ist schon die Art der Mächtigen, dass sie die Stimme eines armen Teufels als nichts betrachten. – Mein Herz, du fragst umsonst, hier gibt es keinen Trost mehr! Du bist verloren, verloren auf ewig! Gewöhne dich an die Diamanthärte der Hölle, an die Ferne von Gott und an die Unzulänglichkeit jeder deiner Bitten! Aber welch eine schaudervollste Angewöhnung wird das werden?! Auf der Erde ging es zwar, dass ich mich an die Greuel gewöhnen konnte, die zu verüben ich von meinem Häuptling genötigt wurde. Aber damals war ich ein aller Menschenbildung bares Raubtier und hatte von keiner Religion nur den leisesten Begriff. Erst als ich Selbstherrscher wurde, lesen und schreiben lernte und dabei zu einer geraubten griechischen Bibel kam, wurde ich zum ersten Mal über das Dasein eines allmächtigen Gottes belehrt.

3. Ich las das Neue Testament und machte da Bekanntschaft mit dem berühmten Juden Jesus, dessen Lehre bis auf einige Widersprüche viel für sich hatte. Ich liess mir einen sogenannten Geistlichen an meinen Hof bringen, aber was war dessen Erklärung? Ein jedes alte Weib hätte mir eine bessere gegeben. Der Pfaffe verlangte von mir bloss Opfer zur Sühne meiner Sünden und verbot mir das weitere Forschen in solchen Büchern, durch die des Menschen Geist getötet werde. Ich sah, dass er ein Lump war, ärger denn ich; ich liess ihn darum gehen und legte die Schrift zur Seite. So ich dadurch zu einem Teufel wurde, so frage ich, ob ich daran wohl alle Schuld trage?

4. Wenn ein Soldat auf dem Schlachtfeld Menschen ermorden muss, kann eine höchst weise Gottheit ihm das in sein Schuldbuch schreiben? Nein, und ewig nein! Ist aber auch der Gottheit Weisheit mit dem Dunste ihres Allmachtsdünkels umnebelt, dann freilich muss einem armen Teufel in seiner Nichtigkeit alles recht sein, was die Allmacht über ihn verfügt. – Aber was hadere ich! Geht es für die armen Teufel nicht schon auf der Erde so zu? Die allmächtige Gottheit ruft sie ins Dasein auf einem Boden, auf dem für sie kein Gräschen wächst. Und nehmen sie sich eines ohne den Willen des Besitzers, haben sie als Diebe schon das Gesetz am Genick. O du schöne Weisheit und Gerechtigkeit, die dem Reichen gibt im Übermass und den Armen verhungern lässt!‘“

5. Miklosch fortfahrend: „Nun werden die Flammen sehr tätig, und Blitze fahren in Unzahl über die Fläche des wogenden Glühmeeres. Ich gewahre jetzt ein starkes Drängen im Hintergrund dieser Grotte voll des verzehrendsten Feuers. Sie macht auf mein Gemüt einen grässlichen Eindruck. Wie muss sie erst Cado vorkommen, der in der vermeinten Anwartschaft steht, in selbe zu gelangen! – O Tausend, nun fängt es aber in der Grotte entsetzlich zu toben an! Flammen und ganze Bündel mächtigster Blitze fahren empor zu den noch in unverrückter Ordnung weilenden Himmelsscharen, die allem gleichmütig zusehen.

6. Nun lässt sich aus der Grotte ein angstvolles Jammern vernehmen. Es kommt näher und näher. Cado hält sich die Ohren zu. Das ist teuflisch merkwürdig! Nun kommt aus der innersten Grotte ein Prachtexemplar von einem kaiserlichen Galawagen, von sechs glühenden Drachen bespannt, zum Vorschein. Und im Wagen, der selbst glühend zu sein scheint, sitzt eine Art Minerva, in ihrer Rechten ein Zepter und in ihrer Linken eine glühende Lanze.

7. Sie gebietet nun dem Glühmeere Ruhe, doch es bleibt stets gleich unruhig. Jetzt winkt sie mit dem Zepter in den Hintergrund und sogleich stürzt eine Unzahl teuflisch aussehender Geister unter grässlichem Geheul aus den Flammen hervor. Sie gebietet ihnen, die Wogen des Glühmeeres zu bändigen. Die Teufel, unter allen erdenklichen Geschmeissgestaltungen, werfen sich sogleich darauf und bringen richtig etwas Ruhe zuwege. Aber es scheint dies der Göttin noch nicht zu genügen, deshalb ruft sie noch eine grössere Menge solcher Geister herbei. Diese stürzen mit grosser Wut hervor und decken mit ihrer Scheusslichkeit beinahe die ganze sichtbare Oberfläche des Glutenmeers. Und diese wird jetzt ganz ruhig, so weit sie von den Scheusalen bedeckt ist.

8. Nun erst fängt Minerva an weiterzufahren und nimmt gerade gegen den vor Entsetzen fast starr gewordenen Cado Richtung. Der aber versieht sich nun mit Steinen, und wie ich merke, bezeichnet er diese zum Teil mit dem Namen ,Jeoua‘, und zum Teil auch mit Deinem Namen ,Jesus von Nazareth‘. Er sieht verzweifelt grimmig aus und droht schon von weitem der sich nahenden Minerva.

9. Minerva aber herrscht ihm entgegen: ,Wage es nur, meine Majestät zu beleidigen, so du in tausend Stücke zerrissen sein willst! Sieh, ich komme zu dir, um dich glücklich zu machen, und du willst mich steinigen! O du Blinder, was ist deine Macht gegen die meinige? Die ganze Schöpfung, alle zahllosen Sterne und Welten sind aus mir! Ein Hauch aus meinem Munde verweht sie auf ewig, und du willst mit mir einen Kampf beginnen!? O du tollster Tor! Sieh und höre mich vorerst und dann versuche dich an mir!‘ – Spricht Cado: ,Ob mächtig oder schwächer als eine Mücke, das ist mir ganz gleich. Ich warne dich, nahe dich mir nicht, sonst sollst du verdammt schlecht bedient werden, denn ich verachte dich bis in den tiefsten Abgrund der Hölle! O du bildschöner Satan von einer Minerva, meinst du denn, mit deiner reizenden Gestalt wirst du mich verlocken, dass ich mich dir ergebe? Packe ein mit all deinen Reizen! Wahrlich, nicht einmal mit meinem Kot möchte ich deine Haut beschmieren! Fahre ab, sonst sollst du die Kraft meiner Hände zum Verkosten bekommen. Sieh diesen Stein, ,Jeoua‘ ist sein Name!‘“


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