RBLUM-169

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-169 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 169 - Der höllische Himmelssturm bricht los. – Friedensgeister in der Höhe. Furchtbare Wendung für die Scharen der Finsternis.


1. Cyprian wendet kein Auge ab von der Szene. Ich aber gebe Meinen Dienern einen Wink, und diese verstehen, was sie zu tun haben.

2. Nach einer kurzen Weile sagt Cyprian ängstlich: „Herr, wir werden uns am Ende doch zu einem Rückzug bequemen müssen. Denn die Hölle scheint nun alle ihre viele tausend Jahre alten Gefangenen freizulassen, damit sie mit vereinten Kräften Dich samt dem ganzen Himmel in Beschlag nehmen. Sie wandern nun keck auf uns zu! Und diese Gestalten, wahrlich mitunter lächerlich grässlich! Wie sich einige aufblähen und bald darauf wieder zusammensinken bis zur Grösse eines kleinen Affen! Auch allerlei Waffen fange ich an zu entdecken! Spiesse, Lanzen, Schwerter und Gewehre aller Art. Das geht ja auf einen ordentlichen Krieg los! Aber gegen wen denn? Gegen uns etwa doch nicht? Sehen sie uns denn auch, weil sie sich gerade gegen uns her richten?“

3. Sage Ich: „Freilich gilt der Krieg von seiten der Hölle allzeit uns! Sehen können sie uns nicht; wohl aber vermuten sie uns hier, weil sie an der Stelle gegen uns her, die eigentlich der geistige Mittag ist, eine Art Helle wahrnehmen. Sie mühen sich vergeblich ab, uns näherzukommen. Sie meinen wohl, dass sie vorwärts gehen, aber ihr scheinbares Vorwärts ist ein Rückgang und ein stets mehr Sichentfernen von uns. Daher lassen wir sie auch traben, da wir wissen, wie weit und wohin sie mit dieser Bewegung kommen werden.

4. Sie werden aber mit der Weile inne, dass sie um nichts vorwärtskommen trotz all ihres Mühens. Und dies wird das Zeichen zum Ausbruch ihrer inneren Wut sein, in der sie sich selbst gegenseitig ohne Schonung anfallen und zerreissen werden gleich wilden Bestien. Gib jetzt nur recht acht, ganz besonders auf ihre Bewegung!“

5. Cyprian achtet nun sehr auf alles, was sich in der Bewegung der Höllenrotte ergibt. – Miklosch und Graf Bathianyi aber sagen einstimmig: „Herr, übergross ist Deine Langmut und Geduld, dass Du solchem Treiben mit Deiner sanftmütigsten Gelassenheit zusehen kannst! So es auf uns ankäme, würden wir diesem Gesindel einen ganz kuriosen Ernst entgegensenden. Nein, solch eine Frechheit, sich Dir entgegenstemmen zu wollen, ja Dich sogar, so es möglich wäre, gänzlich zu vernichten! Nein, das ist zu überhöllisch arg! Solch ein Gedanke würde von uns aus schon einer ewigen Züchtigung wert sein!“

6. Rede Ich: „Meine lieben Kindlein, lasset beiseite, was nur immer den Namen Ärger hat! Denn seht, aller noch so geringe Ärger entstammt der Hölle und verträgt sich nie mit der reinen Natur Meiner himmlischen, noch kleinen Kindlein, als wie ihr es nun noch seid. Ihr müsst euch überhaupt über gar keine Erscheinung, wie böse sie auch immer aussehen mag, auch nur im geringsten ärgern. Denn das Ärgern der Kinder der Himmel verleiht der Hölle einen Vorschub und gibt ihr Stoff zum Wiederärger, den sie nur zu leicht und zu bald vergrössert und in einen neuen Wirkungsstand setzt. – Denket aber dafür in euerem Herzen, dass dies alles also geschehen muss, so in jene Grotte auch einmal ein sanfteres Licht dringen soll. Denket, dass die ganze Hölle aus Wesen besteht, die teils durch ihre und zum Teile durch die Geschichte der Weltgrossen zu solchen Teufeln geworden sind und ihr geistiges Leben gänzlich verwirkt haben. Sie sind nun unendlich unglücklich und werden noch stets unglücklicher werden. An uns aber, die wir alle Macht innehaben, liegt es nun, ihnen so viel als möglich zu helfen, und zwar durch jedes Mittel, durch das eine Hilfe noch möglich erscheint.

7. Dieser nun bevorstehende Kampf gegen uns setzt ihr mattes Scheinleben in eine grössere Tätigkeit, durch die sie vor der völligen Auflösung geschützt werden. Durch den fehlgeschlagenen Versuch werden sie dann wieder in Kenntnis gesetzt, dass sie gegen Gott nichts vermögen. Dann werden viele aus ihrer Rotte bescheidener werden und sich bei einer ähnlichen künftigen Unternehmung nicht mehr beteiligen. Und das ist dann ein wirklicher Fortschritt dieser verlorenen Schafe. Für sie stehen uns dann schon wieder eine Menge wirksamster Mittel zu Gebote, sie in eine etwas hellere Belebung zu leiten, ohne uns direkt an ihrem freien Willen, der ihr Leben ist, zu vergreifen. Dass aber derlei Bäume nicht mit einem Hiebe gefällt werden dürfen, werdet ihr hoffentlich einsehen?“

8. Spricht Miklosch: „O ja, Herr und Vater! Nun ist uns schon wieder alles klar, und es ist alles gut, was Du, o Herr, anordnest! – Aber nun entdecke ich, dass auf den Spitzen der überhohen Gebirge sich lichte Geister stets mehr zu sammeln beginnen. Auch auf der höchsten Spitze stehen neben den zwei ersten eine Menge anderer uns ganz unbekannter kräftigster Engel. Und da, seht in die Lüfte empor! Ungeheure Scharen schweben in wohlgeordneten Reihen und haben ein scharfes Auge auf die Bewegungen der höllischen Rotte. Und die Höllenrotten scheinen sie zu bemerken, weil sie nun auf einmal ihre grimmigsten Gesichter erheben und ihre Wurfgeschütze aufwärts zu richten beginnen.“

9. Spricht Cyprian: „Ja, Bruder Miklosch, hast recht! Dort nahe an der wahren Teufelsgrotte habe ich schon eine Art Raketen in die Höhe steigen sehen, die aber nicht bis zur Achtelhöhe des Gebirges kamen. Auch sehe ich nun, wie ganze Massen an den schwarzgrauen Felswänden aufwärts zu klimmen anfangen, aber ganz verzweifelt schlechte Fortschritte machen. Von unten her werden sie entsetzlich bedroht, und zum weiteren Emporklimmen scheinen sie auch keine Lust zu haben. Die Geschichte fängt an, ein tragisches Aussehen zu bekommen! Nun ist eine ganze Rotte über eine sehr hohe Steilwand herabgestürzt und wird nun gleich wieder angetrieben, neu aufwärts zu klimmen. Sie sträubt sich, indem sie auf die Unmöglichkeit hinweist; aber man fängt an, sie mit glühenden Spiessen zu bearbeiten. Ah, das ist schauderhaft!“

10. Rede Ich: „Gebt jetzt alle genau acht, denn nun beginnt die eigentliche Hetze! Nun soll aber Miklosch, der mehr gelassenen Geistes ist, die Szene weiter erzählen, wie sie vor sich geht – und zwar ohne alle verwundernden Zwischenrufe! Also sei es!“

11. Spricht Miklosch: „Herr und Vater! Ich armes, sündiges Wesen danke Dir aus aller Tiefe meines Herzens für diesen herrlichen und grossen Auftrag, den Bruder Cyprian abzulösen in diesem wahrlich jeden noch so standhaften Beobachter höchst in Anspruch nehmenden Geschäfte. Aber ich muss daneben auch sogleich offen bekennen, dass es mir dabei um nichts besser gehen wird. Denn die Misserfolge jener höllischen Mühen sind selbst für die Hölle und ihre Streiter zu grell und schaudererregend, als dass selbst das beherzteste Gemüt dabei ohne Erschütterung bestehen könnte. Daher bitte ich Dich zu diesem Zwecke wohl um eine ganz besondere Stärkung, wenn ich nicht mitten in der Nacherzählung des Geschauten schon beim dritten Satze steckenbleiben soll. In Deinem allmächtigsten und heiligsten Namen will ich dann versuchen, wie es mir mit dem Nacherzählen gehen wird.

12. Soeben stürzt eine ganze, grosse Felswand über eine Menge, die hinaufzuklimmen genötigt wurden, und begräbt und zerschlägt eine grosse Masse der höllischen Streiter. Und hinter der eingestürzten Wand ergiesst sich lichterloh eine grässlich brausende und zischende Lavaflut und begräbt in ihrem raschen Vordringen bei weitem mehr als ehedem die eingestürzte Wand. – Nun ersehe ich auch wieder den schon sehr verunstalteten Cado und dessen Häuptling. Sie scheinen im Vordergrund Rat zu halten, was da weiter zu tun und zu unternehmen sei, da, wie es scheint, kein Teufel mehr eine Lust zeigt, über die schroffen Felsenhänge für nichts hinaufzuklettern. Die mächtigeren Teufel treiben die schwächeren wohl noch höllisch-energisch an. Aber da ist von einem Gehorsam keine Rede mehr, und ein jeder, vor dem Lavastrom fliehend, scheint nun allein dem eigenen Willen zu gehorchen. Welch grässliches Jammergeschrei, welch eine namenlose Not! Es brechen nun aus mehreren Spalten des Gebirges glühende Lavagüsse hervor und stürzen gleich gewaltigen Wasserfällen in die Tiefe herab. Dort über eine hohe Felsenwand stürzt gleich einem Niagarafall eine ungeheure Masse glühend geschmolzenen Erzes unter furchtbarem Krachen in die Tiefe. Und die Rotten, gross und klein, fliehen vor den herwogenden Feuerfluten, heulen und fluchen entsetzlich.

13. Cado und sein Häuptling machen ebenfalls eine schnelle Bewegung gegen uns her und erklimmen einen mässig hohen Hügel, der sich zu unserer Linken befindet. Cado macht dem Häuptling scharfe Vorwürfe wegen seines unausführbaren wahnsinnigen Plans, die allmächtige Gottheit besiegen zu wollen. Nun habe er den Sieg vor seinen dümmsten Krokodilsaugen! Er solle nun die Löcher zustopfen, aus denen die Gottheit über ihn und sein misshandeltes Heer so reichlich Feuerfluten hervorsprudeln lässt, und soll auch die Begrabenen hervorholen. Aber der Häuptling macht die Bemerkung, dass dies alles nur blinder Lärm sei und die Feuerflut bald erschöpft sein werde.

14. Cado lacht dazu höhnisch und sagt: ,O du dümmster Teufel! Da sieh ein wenig hinauf, wie sich da stets neue, gewaltige Quellen auftun und wie die Glühflut in wenigen Augenblicken auch unsern Hügel umspülen wird. Du wirst leicht gewahren, wie bald nach deiner Idee der Gottheit Zornquellen versiegen werden! Sieh hin gegen die Grotte, deren Inneres wahrscheinlich deine Königswohnung ist: sie ist bereits voll glühend fliessenden Erzes, auf dessen dampfendem Spiegel ganze Scharen deiner mächtigsten Kämpfer schaudererregend schwimmen und mit des Feuerstromes rascher Flut wahrscheinlich in einen endlosen Abgrund hinabgeschwemmt werden. Das wäre mir ein Sieg! Du wirst doch bald wieder einen Feldzug gegen die Gottheit unternehmen? O herrje, die Flut hat bereits auch unsern Hügel erreicht! Nun heisst es weiterfliehen, sonst werden auch wir in diese Schwimmanstalt der Gottheit aufgenommen!‘ – Der Häuptling erkennt nun die höchste Gefahr und schreit: ,Dorthin gen Abend, wo einige meiner tapfersten Kämpen hinfliehen, fliehen auch wir! Aber eiligst, sonst sind wir verloren!‘

15. Spricht Cado: ,Schöne Tapferkeit bei solchem Fersengeld! Oh, ich überdümmster Teufel! Zwei so grundehrliche Boten hatte die Gottheit an mich schlechtestes Luder abgesandt, und ich verschmähte sie! Nun sehe ich meinen grässlichsten Untergang und kein Retter mehr naht sich mir!‘ – Schreit der Häuptling: ,Fliehe, sonst bist du verloren! Denn diese Flut ist arg und wen sie begräbt, der ist begraben für ewig! Ich fliehe nun!‘ Mit diesen Worten stürzt der Häuptling jählings den Hügel hinab.

16. Cado aber bleibt und schreit ihm nach: ,Fliehe nur, Satan! Der ewigen, allmächtigen Gottheit wirst du ebensowenig entfliehen wie ich. Wir beide haben dies Los wohl verdient, daher werden wir ihm auch nicht entfliehen, denn der Gottheit Rachefinger umspannt die Unendlichkeit!‘“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-169 Kapitel