RBLUM-168

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-168 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 168 - Gewalten der Finsternis. Höllische Tücke und himmlische Wachsamkeit.


1. Der Franziskaner Cyprian tritt nun einige Schritte näher, um die Szene ungehinderter betrachten zu können. Aber Ich sage zu ihm: „Cyprian, nähern darfst du dich dem Orte des Greuels nicht, weil das einen üblen Eindruck auf dich machen könnte! Daher mache die Schritte wieder zurück, du wirst die Sache auch von deinem früheren Standpunkte gut übersehen können.“

2. Cyprian tritt auf diese Anrede sogleich zurück und sagt: „O Herr, ich danke Dir für Deine väterliche Zurechtweisung! Ohne sie wäre ich am Ende ganz hingezogen worden, was wahrhaftig höchst unglücklich für mich hätte werden können. – Nun fängt aber auch dort die höllische Geschichte an, ein ganz verzweifeltes Aussehen zu bekommen! O Kreuz, Blitz und Donner, diese Nordgegend bekommt nun ein schauderhaftes Aussehen! Eine finster gähnende Grotte öffnet sich weit durch die schroffen Wände eines Gebirges, aus dessen Schluchten und gigantischen Spalten sich ein stets dichterer finsterer Qualm entwickelt. Auch vernehme ich ein unheimliches Toben gleich dem eines entfernten grossen Seesturmes. Oh, das fängt an, sehr bedenklich zu werden! Nun erschaue ich zu oberst des Gebirges über der schaudervollen Grotte zwei Engel sehr düster ernsten Aussehens! Wer etwa doch diese zwei Engel sind?“

3. Sage Ich: „Sehe sie nur besser an, du wirst sie leicht erkennen!“ – Cyprian beschaut sie nun schärfer und erkennt bald Sahariel und Robert-Uraniel. Er will sie Mir nennen; aber Ich untersage ihm solches wegen der Helena, deren Herz zu zartfühlend ist, als dass es ohne Vorbereitung das Geschäft ihres Gemahls auf einer für ihre Begriffe so gefährlich scheinenden Stelle mit rechter Ruhe betrachten könnte. – Cyprian versteht solchen Wink und schweigt. – Aber Helena, wennschon an Meiner Brust mit ihrem Gesicht ruhend, fragt dennoch Cyprian, ob er die zwei Engel noch nicht erkannt habe. – Cyprian aber entschuldigt sich recht klug: „Jawohl! Aber ich habe nun vor lauter Schauen keine Weile, dir ihre Namen zu nennen. Gedulde dich nur, sie werden ohnehin bald selbst herkommen.“ – Helena gibt sich damit zufrieden und verbirgt ihr Gesicht an Meiner Brust vor den angekündigten Greuelszenen der Hölle. Ein stets mächtigeres Tosen und Toben zeigt nun an, dass die Hölle wieder etwas sehr Arges auszuführen beabsichtigt.

4. Cyprian aber, dem dieses donnerähnliche Dröhnen nicht gefallen will, sagt zu Mir: „Aber Herr, Du heiligster, bester Vater! Was soll denn aus dieser stets gröber werdenden Brummerei werden? Es fängt sogar dieser Boden, auf dem wir nun stehen, zu beben und sich zu heben an! Und dort, wo die schaudererregende Grotte – aus der nun stossweise Flammen mit massenhaftem Qualm herausschlagen – sich weiter auszudehnen scheint, wälzen sich jetzt über das Gebirge herab fürchterliche Gewitterwolken gleich losgerissenen grossen Felsstücken. Die Sache bekommt ein niederträchtiges Aussehen, obschon die höllische Gruppe sich noch friedlich und nichts Arges ahnend vor dem Eingang der schrecklichen Grotte befindet und nicht einmal Miene macht, etwas zu unternehmen. – Ich bitte Dich, Herr, sage uns doch, was aus dieser sonderbaren Vorbereitung am Ende herauswachsen wird? Ich entdecke sonst nichts als immer mehr Flammen, die aus der Grotte schlagen. Ebenso stets mehr des dicksten Rauches aus der Grotte wie aus anderen Klüften des Gebirges und ein ständiges Anwachsen der Gewitterwolken. Die beiden Engel auf der höchsten Spitze des Gebirges sind ganz ruhig und scheinen diese grauenhaften Vorbereitungen gar nicht zu bemerken. Der unerträgliche Sturmlärm scheint nicht bis zu ihren Ohren zu dringen.“

5. Rede Ich: „Mein lieber Freund! Die Hölle ist nie gefährlicher und unheilbringender, als so sie sich äusserlich ganz ruhig verhält, aber dafür innerlich mit desto grösserer Wut zu toben beginnt – wie dies soeben der Fall ist. Dagegen aber ist auch der Himmel nie wachsamer gegen die Hölle gestellt, als wenn er sich bei solchen Umtrieben der Hölle ganz ruhig und gleichmütig zu verhalten scheint. So lange die Hölle bloss innerlich gärt und tobt, schreitet der Himmel nicht ein. Aber wenn sie, mit der Weile ermutigt, ihre Wut nach aussen hin in Wirksamkeit treten lässt, dann wird schon auch der Himmel seine Gegenmittel in nachdrücklichste Wirksamkeit treten lassen. – Gib nur genau acht, wie die Hölle nun ihren alten Versuch, Mich zu fangen und zu stürzen, tückisch unter dem Deckmantel äusserer Ruhe erneuern wird. So du jetzt einen Blick auf die Erde werfen magst, wozu du bloss über deine Achsel links zu schauen brauchst – wirst du genau gewahren, wie die Hölle nun auch an den Höfen gleichermassen tätig einzuwirken sich bemüht, um die ganze Erde in einem alles verheerenden Krieg zu entflammen. Sie wird ihr Vorhaben auch hie und da zum Ausbruch bringen; aber dann passe auf, auf welch eine Weise ihr da das Handwerk gelegt wird! – Betrachte daher nur diesen Höllenausbruch und seine Folge, so wirst du leicht schliessen können, wie sich auf der Erde alles das, was hier nun vorgeht, in entsprechender Weise nachbilden wird. – Siehe, der Rumor wird schon wieder stärker, die Flammen in der Grotte werden intensiver und der Qualm selbst glühend! Die Rotte vor der Grotte wird zahlreicher und fängt an, sich gegen uns her zu bewegen. Nun wird es bald losgehen!“


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